Mini-PV: lfd. Kosten Zweirichtungszähler UND Elektriker? Lohnt es noch?

  • Hallo!


    Für eine Mini-PV gibt es zwei zwei Hürden, die hier z.T. viel diskutiert werden:


    1) Elektriker wird benötigt. Anscheinend gehen die Netzbetreiber davon nicht weg. Wer hat Erfahrungen über die Höhe der einmaligen Kosten?


    2) Zweirichtungszähler: Angeblich wird dieser benötigt. So einen habe ich auch für eine große PV Anlage. Die EWE zockt für 3 kwh Bezug (Standby WR) im Jahr aufgrund der Grundgebühr über 100 Euro ab. Bei Strom-Einspeisung steht bei mir zusätzlich eine "Servicegebühr von ca. 10 Euro im Jahr). Wer hat schon erfahrungen, ob es bei mini-PV andere LAUFENDE Kosten gibt?


    3) Kann man damit den Anbieterwechsel alle zwei Jahre vergessen? Wird er erschwert wegen Zweirichtungszähler?


    Bitte NUR zu den drei Fragen anworten. Sonst läuft die Gefahr sehr hoch, dass man vom Thema abkommt.


    DANKE für Eure Erfahrungen!!!


    VG

    Güldnerfan

  • Gueldnerfan

    Hat den Titel des Themas von „Mini-PV: lfd. Kosten Zweirichtungszähler UND Elektiker? Eigentor?“ zu „Mini-PV: lfd. Kosten Zweirichtungszähler UND Elektriker? Lohnt es noch?“ geändert.
  • 3) Ich habe trotz Zweirichtungszähler problemlos gewechselt - das ist den Anbietern egal.
    2) Mein Zweirichtungszähler verursacht bisher keine erkennbaren Kosten - bei MiniPV wird wohl einer bzw. einer mit Rücklaufsperre benötigt

    6,63 kWp AXIworldpremium 20xAC-300M/60S + 2xAC-315MH/60S mit SolarEdge SE5k + Hyundai IONIQ Plug-In

  • 1. Den Elektriker benötigt man, sofern man sich an die VDE-Regeln halten will, nur zum Einbau einer "Energiesteckdose". Manche NB verlangen zudem, dass ein Elektriker den Zählerwechsel beantragt. Das ist Mumpitz, da ab dem Beginn des "Smart Meter Rollouts" jeder Anlagenbetreiber den Wechsel auch selbst beantragen können muss, aber bis dahin haben sie noch das Recht, darauf zu bestehen. Die Kosten hierfür liegen zwischen 30 und 130€. Allerdings gibt es auch schon eine wachsende Anzahl an NB, die keinen Elektriker fordern und selbständig und kostenlos den Zählwerwechsel vornehmen. Fazit: Es geht, wenn man will und wer sagt es gehe nicht, der will nicht.


    2. Physikalisch reicht ein rücklaufgeschützter Zähler um die Verfälschung der Zähleraufzeichnungen durch Rückwärtsdrehen zu verhindern. Die neue VDE AR-N-4105:2018-11 sieht unter Punkt 5.5.3 aber vor, dass eine Inbetriebnahme ohne Elektriker nur erfolgen darf, sofern ein Zweirichtungszähler verbaut ist. Nach MsbG darf eine "Moderne Messeinrichtung" (die auch Zweirichtungszählung aufweist) bis 20€ im Jahr an laufenden Kosten beim Kunden verursachen. Wie oben beschrieben, darf man sich eine solche bald einbauen lassen.


    3. Falls hier der Messstellenbetreiber gemeint ist, kann man den wechseln, muss dann aber dort die jeweils anfallende Gebühr für deren Messeinrichtung berappen. Das kann bei wettbewerblichen Messstellenbetreibern wie Discovergy etc. wesentlich teurer als 20€ im Jahr werden.

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  • Gut, das Verlangen durch den Betreiber ist dort erst ab der Verfügbarkeit der "Intelligenten Messsysteme" vorgesehen. In dem Kontext (Überschrift) könnte es allerdings so zu verstehen sein, dass die Ausstattung mit einer modernen Messeinrichtung ohne Gateway auch danach nicht verlangt werden kann. Die hohen Kosten eines Intelligenten Messsystems sind für Betreiber von 600W-Anlagen doch viel zu hoch. Bliebe nur der Wechsel des Messstellenbetreibers und ggf. zurück zum grundzuständigen.


    Los wird man das "Intelligente Messystem" nach § 36 (3) aber offenbar nie wieder.

    Zitat

    (3) Weder Anschlussnehmer noch Anschlussnutzer sind berechtigt, die Ausstattung einer Messstelle mit einem intelligenten Messsystem nach § 29 Absatz 1 und 2 oder die Anbindung seiner Erzeugungsanlagen oder der Messeinrichtung für Gas an das intelligente Messsystem nach § 40 zu verhindern oder nachträglich wieder abzuändern oder abändern zu lassen.

  • Gut, das Verlangen durch den Betreiber ist dort erst ab der Verfügbarkeit der "Intelligenten Messsysteme" vorgesehen. In dem Kontext (Überschrift) könnte es allerdings so zu verstehen sein, dass die Ausstattung mit einer modernen Messeinrichtung ohne Gateway auch danach nicht verlangt werden kann. Die hohen Kosten eines Intelligenten Messsystems sind für Betreiber von 600W-Anlagen doch viel zu hoch. Bliebe nur der Wechsel des Messstellenbetreibers und ggf. zurück zum grundzuständigen.


    Los wird man das "Intelligente Messystem" nach § 36 (3) aber offenbar nie wieder.

    Zitat

    (3) Weder Anschlussnehmer noch Anschlussnutzer sind berechtigt, die Ausstattung einer Messstelle mit einem intelligenten Messsystem nach § 29 Absatz 1 und 2 oder die Anbindung seiner Erzeugungsanlagen oder der Messeinrichtung für Gas an das intelligente Messsystem nach § 40 zu verhindern oder nachträglich wieder abzuändern oder abändern zu lassen.

    Nicht ganz. Zunächst einmal ist nicht die "Verfügbarkeit" "intelligenter Messsysteme" maßgeblich, verfügbar sind die nämlich schon, sondern die Zertifizierung dreier verschiedener Smart-Meter-Gateways und die nachfolgende Markterklärung des BMWI, kurz: der Startschuss für den Smart-Meter-Rollout, welcher zum Jahresende erfolgen soll.
    Zudem steht im §33 wörtlich:


    (1) Soweit es nach § 30 technisch möglich ist, können Netzbetreiber, Direktvermarktungsunternehmer und Anlagenbetreiber auf eigene Kosten gegen angemessenes Entgelt vom grundzuständigen Messstellenbetreiber für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme Folgendes verlangen:

    1. die Ausstattung von Messstellen mit modernen Messeinrichtungen und Smart-Meter-Gateways,


    Moderne Messeinrichtungen und Smart-Meter-Gateways sind hier getrennt voneinander aufgeführt, was dafür spricht, dass man auch eine moderne Messeinrichtung OHNE Smart-Meter-Gateway einbauen lassen kann. Dafür sprechen auch die für beide gesondert geltenden Preisobergrenzen. So steht etwa in §32:


    Die Ausstattung einer Messstelle mit einer modernen Messeinrichtung nach § 29 Absatz 3 ist wirtschaftlich vertretbar, wenn für den Messstellenbetrieb für jeden Zählpunkt nicht mehr als 20 Euro brutto jährlich in Rechnung gestellt werden.


    was im Vergleich zu den Preisen wettbewerblicher Messstellenbetreiber sehr wenig ist und damit auch vertretbare Amortisierungszeiten lässt.


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  • Nicht ganz. Zunächst einmal ist nicht die "Verfügbarkeit" "intelligenter Messsysteme" maßgeblich, verfügbar sind die nämlich schon, sondern die Zertifizierung dreier verschiedener Smart-Meter-Gateways und die nachfolgende Markterklärung des BMWI, kurz: der Startschuss für den Smart-Meter-Rollout, welcher zum Jahresende erfolgen soll.
    Zudem steht im §33 wörtlich:


    Das hatte ich nicht präzise genug formuliert, aber schon gemeint, dass der Smart-Meter-Rollout beginnt.

    Zitat

    § 33 Netzdienlicher und marktorientierter Einsatz

    1.die Ausstattung von Messstellen mit modernen Messeinrichtungen und Smart-Meter-Gateways,

    Das "und" im Satz kann man so oder so lesen, entweder "modernen Messeinrichtungen und Smart-Meter-Gateway" = Intelligentes Messsystem wie eine logische Und-Verknüpfung oder auch, dass man auch eine moderne Messeinrichtung allein verlangen kann. Damit erreicht man aber nicht die Ziele der Überschrift, was für die erste Betrachtung spricht. Auch bräuchte man mit dem Verlangen nach der modernen Messeinrichtung auch nicht auf den Smart-Meter-Roll-out zu warten, da es diese bereits gibt. Nur ein Gayteway zu verlangen wäre dem Satz nach evtl. auch möglich, macht aber keinen Sinn.

  • Zitat

    § 33 Netzdienlicher und marktorientierter Einsatz

    1.die Ausstattung von Messstellen mit modernen Messeinrichtungen und Smart-Meter-Gateways,

    Das "und" im Satz kann man so oder so lesen, entweder "modernen Messeinrichtungen und Smart-Meter-Gateway" = Intelligentes Messsystem wie eine logische Und-Verknüpfung oder auch, dass man auch eine moderne Messeinrichtung allein verlangen kann. Damit erreicht man aber nicht die Ziele der Überschrift, was für die erste Betrachtung spricht. Auch bräuchte man mit dem Verlangen nach der modernen Messeinrichtung auch nicht auf den Smart-Meter-Roll-out zu warten, da es diese bereits gibt. Nur ein Gayteway zu verlangen wäre dem Satz nach evtl. auch möglich, macht aber keinen Sinn.

    Das so zu lesen war mir bisher nicht in den Sinn gekommen und auch von keinem NB bis jetzt zu hören. Wir werden gegenüber den NBn natürlich auf unserer Lesart beharren und schauen, wie weit wir damit kommen, aber danke für den Eye-Opener. :thumbup:

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