Gedanken zu einer Anlagenerweiterung

  • Hi,


    das Dach ist problemlos zugänglich. Es ist weniger als 3m hoch und mit 0% Neigung auch gut begehbar. Für den Winter bräuchte man natürlich in der Tat eine Sicherung - da muss ich mal überlegen, was da gut passt. Geländer ist nicht sinnvoll, denn das würde den PV-Ertrag stark einschränken (es sei denn, man baut es klappbar).


    Wir wohnen direkt am Wald und es gibt viel Vegetation in der Nähe. Es gibt also einiges an Ablagerungen auf den Modulen, wobei bisher der Regen (der auch häufig ist) ausgereicht hat, um sowohl den 46 Grad als auch den 25 Grad-String sauber zu halten. Bei 15 Grad hätte ich da mehr Bedenken - da wäre also vermutlich eine regelmäßige Reinigung angesagt.


    Ich geh heute nachmittag nochmal auf das Dach und peile die Hindernisse an, um zu sehen, welche Abschattungen wann relevant sein könnten. Damit dürfte dann klarer sein, welchen Vorteil es hat, wenn ich die Module 5 und 6 flacher baue - eventuell auch 4 unter der Sat-Antenne.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Hallo in die Runde,


    habe mal ein bisschen rumgemessen und mit PVGIS und der Horizontdatei rumgerechnet. Ist natürlich sehr grob, zumal ich die Hindernisse nur sehr grob modelliert habe. Für den Eindruck reicht es aber im Groben.


    Das Verschieben der südlichen Reihe um 20 cm variiert den Jahresertrag dieser Reihe um etwa 0,5% laut PVGIS. Für die nördliche Reihe hat der veränderte Abstand die Konsequenz von etwa 1% pro 20 cm im relevanten Bereich (80-120 cm bei 25 Grad bzw. 80-100 cm bei 20 Grad Neigung).


    Da ersteres aber 2 Module betrifft und letzteres 1 Modul, nimmt sich das am Ende gar nichts.


    20 Grad statt 25 Grad Neigung reduziert den Ertrag laut PVGIS wiederum um 1% (mit unbekannten Auswirkungen auf den String), während es den Ertrag des "dahinter" stehenden Moduls wiederum um 1% verbessert. Selbst wenn man die Auswirkungen auf den String ignoriert, dürfte das also egal sein.


    Letztlich scheinen diese 20 cm recht egal zu sein, denn 1% ist ja nicht wirklich eine relevante Abweichung in die eine oder andere Richtung. Ebenso bringen 20 statt 25 Grad keinen wirklichen Vorteil.


    Von daher ist es vermutlich am besten, alle 6 Module gleich zu neigen, weil ich dann maximale Freiheit bei einer späteren Umordnung habe.


    Ich muss noch die Beschattung von 3 durch 4 bedenken, aber vermutlich ist das komplett egal, weil der Wald eh für Schatten am Morgen sorgt. Vermutlich könnte man auch 1-3 ein Stück nach Süden rücken (so dass 1-4 eine Linie bilden), ohne dass das dramatische Auswirkungen hat.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Hallo,


    Ich muss noch die Beschattung von 3 durch 4 bedenken,


    Ist nicht ganz so einfach, aber dabei bin ich auf eine nahezu triviale Lösung des Problems gestoßen. Umsetzen kann ich die Sat-Antenne nicht wirklich, aber leicht umbauen sehr wohl.


    Das Ding hat nämlich einen Halter, der die eigentliche Parabolantenne über 20 cm vor dem Mast positioniert (das ist im Wesentlichen die Mechanik zum Verstellen der Neigung). Mit einem Auslegerhalter, wie man ihn für Geländer o.ä. verwendet, kann ich die Antenne um jene 20 cm nach Norden (also mit der Schüssel bis fast an den Mast heran) und zugleich noch ein ganzes Ende höher und ein bisschen nach Osten verschieben. Damit kann Modul 4 dann in eine Reihe mit 1-3, die dafür lediglich 5 cm nach Süden müssen (was sie wegen der Konstruktion der Halterung vermutlich sowieso müssen).


    Nach meinen Messungen und Berechnungen ist die Antenne damit bis zu Sonnenhöhen von 62,5 Grad aus dem "Sichtfeld" des Moduls 4. Das entspricht in etwa dem höchsten Sonnenstand zur Sommersonnenwende, ist also absolut ausreichend. Richtung Osten gibt es eventuell nahe der Sommersonnenwende morgens kurz einen Schatten durch die Antenne, aber da stört der Wald deutlich mehr und dürfte sich zudem auf wenige Tage beschränkten. Hinsichtlich der Abendsonne dürfte der Schatten das Modul nach dem Umbau komplett verfehlen, weil ich das Modul nun nach Westen und die Antenne nach Osten verschieben kann.


    Statisch ist das ganze kein Problem, weil ich den Antennenmast deutlich überdimensioniert hatte.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Gerne ein Foto nach Fertigstellung, ich füge einen Link in die FAQ ein.

  • Hallo,


    den Thread gab es ja auch noch und ich hatte Pflanze noch Bilder versprochen.


    Die Erweiterung ist schon seit ein paar Tagen in Betrieb... jetzt haben endlich beide Strings schöne Spannungen und niemand kann mehr behaupten, dass der Symo 10 überdimensioniert ist.


    Dann war da noch die Sache mit der Antenne. Wirklich umsetzen ging nicht, aber die Halterung ist eigentlich sehr platzraubend, weil die Antenne soweit vor dem Mast steht:


    [Blockierte Grafik: https://jaju.de/antenne_alt.jpg]


    Lösung war, so einen Balkonhalter "zweckzuentfremden" und die Antenne damit soweit nach seitlich hinten versetzen, dass sie zum einen höher und zum anderen viel dichter an den Mast kommt:


    [Blockierte Grafik: https://jaju.de/antenne_neu.jpg]


    Arbeitsaufwand war eine halbe Stunde und die Kosten sehr gering. Von vorne gesehen ist die Antenne jetzt natürlich gegen den Mast seitlich verschoben, aber das stört uns nicht.


    Ganz zu Ende beobachtet habe ich die Verschattung noch nicht, aber da die Module einzeln aufgeständert auf schweren Betonblöcken (vom Solarteur berechnet) stehen, kann ich sie bei Bedarf auch noch leicht verschieben.


    Diese Lösung mit der Sat-Antenne könnte u.U. auch bei Antennen oben auf einem Hausdach funktionieren, wobei da die Windlast kritischer ist als bei meiner Garage mit dem absolut überdimensionierten Antennenmast (60mm, der Balkonhalter ist 48mm).


    Viele Grüße,


    Jan