Gedanken zu einer Anlagenerweiterung

  • Hallo allerseits,


    nachdem ich die Anlage vor nunmehr etwa 2 1/2 Jahren mit Forenhilfe geplant habe und sie im März 2018 in Betrieb gegangen ist (Vorplanung - Dachdetails und Verschattungsueberlegungen), möchte ich nun über eine mögliche Erweiterung nachdenken und würde mich über Kommentare dazu freuen.


    Hier die aktuelle Lage auf Basis eines Luftbildes, das aber die bereits fertiggestellte Garage und einiges andere nicht enthält:


    [Blockierte Grafik: http://jaju.de/erweiterung.jpg]


    Ausrichtung der bestehenden Anlage ist -20, also 20 Grad Abweichung von Süd nach Osten. Es liegen 19 Module (Winaico 300 Wp) auf dem steilen Satteldach mit 46 Grad und 14 auf dem Dach der Gaube (24 Grad). Diese beiden Teile bilden zudem jeweils einen String an einem Fronius Symo 10 KW mit 70-weich. Dieser ist für 9,9 KWp bewusst überdimensioniert, da ich die angedachte Erweiterung von Beginn an im Blick hatte.


    Es gibt noch ein 34. Modul auf dem Dach, im Bild blau. Dieses ist aktuell nicht angeschlossen, damit die Anlage unter 10 KWp bleibt. Da seit Inbetriebnahme (März 18) aber mehr als ein Jahr vergangen ist, ist das nun bezüglich Anlagenzusammenfassung und EEG-Umlage auf Eigenverbrauch kein Thema mehr.


    Die Ideen für die Erweiterung sind wie folgt:


    Das eine Modul wird in den bestehenden String mit 46 Grad Neigung eingefügt. Das ist kabelmäßig soweit vorbereitet, dass es durch Umstecken auf dem Dachboden ohne Montage auf dem Dach umsetzbar ist.


    An der als "Vordach" gekennzeichneten Stelle soll ein Vordach entstehen, das dazu dient, trockenen Fußes in die Garage zu kommen. Es gibt keinen direkten Übergang, dieser soll über eine Hintertür des Hauses und eine Seitentür der Garage realisiert werden (diese Türen gibt es schon, es fehlt nur noch das Dach und Pflaster unter demselben). Das Dach soll etwa 4,2m x 1,8m groß sein und mit Gefälle Richtung Süd gebaut werden. Idealerweise würde ich das Gefälle gerne auf 24 Grad setzen, so dass die vier Module (grün), die da passen würden, sehr gut in den String der Gaube passen.


    Zwei offene Fragen dazu:

    1. Wie groß könnte man die Neigung abweichen lassen (nach unten), OHNE dass es Ertragseinbußen in dem String gibt? 24 Grad würde die Durchgangshöhe nämlich schon etwas einschränken.

    2. Lohnt das an der Stelle? Morgens ist diese Stelle teilweise durch die Bäume weiter rechts im Bild beschattet (nein, die können nicht gefällt werden), ab ca. 9 ist da gut Sonne. Ab Mittag wandert dann der Hausschatten herum, aber das würde dann schrittweise geschehen, weil die Module senkrecht ausgerichtet würden.


    Der zweite Teil der Erweiterung käme auf das Flachdach (0 Grad, Resitrix als Dachhaut) der Garage. Vier Module passen nebeneinander auf das Dach und ließen sich mit ca. 20-24 Grad passend zum Gaubenstring aufständern. Hier ist morgens etwas Schatten, aber tagsüber reicht ab ca. April die Sonne auch Mittags über das Haus hinweg auf diesen Platz (darum nur an der Kante, weiter in Richtung Haus wird es schattiger). Nachmittag/abends kommt da dann auch wieder Sonne hin, wie auf dem Bild zu sehen.


    In Vollausbau würde das dann den Gaubenstring um 8 Module auf 22 verlängern (obere Grenze des WR) und den Satteldachstring auf 20. Das wären dann 2,7 KW als "neue" Anlage und insgesamt dann 12,6, was aber für die EEG-Umlage nach meinem Verständnis egal ist, da neue Anlage.


    Auch hier noch Fragen:


    Die Vergütung wäre dann ja eine Mischung nach dem Schema (9.9*12.2+2.7*10.8)/12.6=12.05 (für 12,2 für die alte und 10,8 für die neue Anlage), richtig? Unter der Annahme, dass beide Anlagenteile die gleichen KWh/KWp bringen, ist das ja auch sinnvoll so, allerdings gehe ich bei dieser Schattensituation davon aus, dass die neue Anlage weniger Ertrag pro KWp bringt. Damit senkt die Mischrechnung den Ertrag der Altanlage, so dass sich da die Frage stellt, ob das dann wirklich lohnt oder ob man die neue Anlage nicht kleiner baut, z.B. ohne das Vordach und statt dessen vielleicht noch zwei weitere Module auf das Garagendach legt. Was denkt ihr?


    Die 300er Winaico PERC Full Black gibt es wohl noch, aber sie sind relativ teuer und Full Black ist auf dem Flachdach auch nicht nötig bei dem flachen Aufbau. Seht ihr große Nachteile darin, einfach andere 300er Module mit 60 Zellen zu nehmen? In den technischen Daten unterscheiden die sich bei MPP-Spannung und MPP-Strom nur in Nuancen.


    Umsetzbar sollte das ganze eigentlich recht günstig sein, da die Garage flacher als 3m ist, ein komplett ebenes Dach besitzt (kein Gerüst nötig) und es den WR schon gibt. Für die DC-Verkabelung gibt es Trassen, in die ich die PV-Kabel leicht einziehen könnte. Der Aufwand beschränkt sich damit im wesentlichen auf die Montage (mit Ballast, Dach ist dafür ausgelegt).


    Seht ihr noch andere sinnvolle Optionen?


    Viele Grüße,


    Jan

  • Wie siehts denn mit Verschattung auf dem geplanten Übergang aus? Bis ganz ans Haus fahren mit den Modulen ist m.E. fraglich.

    Aufständerung ist kein Schnäppchen. Kann die Garage ein günstiges Dach mit Trapezblech erhalten?


    was aber für die EEG-Umlage nach meinem Verständnis egal ist, da neue Anlage.

    Hier: ja. 10 kWp je 12 Monate sind umlagefrei möglich (> 10 MWh/a EV je Anlage führt zur Umlage). Mittlerweile gilt: Alles ohne wenn und aber sofort bauen!


    so dass sich da die Frage stellt, ob das dann wirklich lohnt oder ob man die neue Anlage nicht kleiner baut, z.B. ohne das Vordach und statt dessen vielleicht noch zwei weitere Module auf das Garagendach legt. Was denkt ihr?

    Alles was sich gut trägt sollte gebaut werden. Deine Schatten können andere besser einschätzen als ich. Eine Idee ist den nördlichen Teil der Garage zu belegen.

    Deine Idee, die Strings zu erweitern ist sinnvoll, zumal zu Süd-Ausrichtung auf Flachdach flache Winkel passen.


    Netzanschlussbegehren muss rechtzeitig erfolgen sonst gibts im ersten Monat nur Börsenpreis.

    EEG 2017 § 21c Abs. 1 "Anlagenbetreiber müssen dem Netzbetreiber vor Beginn des jeweils vorangehenden Kalendermonats mitteilen, wenn sie erstmals Strom in einer Veräußerungsform nach § 21b Absatz 1 Satz 1 veräußern [...]." Kurze Mail genügt dafür - siehe VDE-AR-N 4105:2018-11 Neuzertifizierung erforderlich?

    Das kennst du schon. Hoffentlich ist dein WR noch zulässig nach AR N 4105...


    Vergütung hast du sachlich richtig, Zahlen hab ich nicht geprüft.

  • Hallo,


    danke für deine Antwort!


    Wie siehts denn mit Verschattung auf dem geplanten Übergang aus? Bis ganz ans Haus fahren mit den Modulen ist m.E. fraglich.


    Naja... ab Mittag zieht der Schatten langsam rüber und danach ist es dann ganz im Hausschatten. Ich habe einige Fotos dazu, die kann ich heute abend mal posten.


    Aufständerung ist kein Schnäppchen. Kann die Garage ein günstiges Dach mit Trapezblech erhalten?


    Das Garagendach ist fertig. Wenn ich da Trapezblech zusätzlich draufbauen würde, hätte ich ja wieder das Problem mit den Durchdringungen.


    Von daher könnten es die Console-Plastikkisten zum Füllen mit Ballast werden... oder irgendwelche anderen Konstruktionen.


    Mittlerweile gilt: Alles ohne wenn und aber sofort bauen!


    Das Vordach existiert leider noch nicht.


    Weiss jemand, wie das ist: Bei der Genehmigungsanfrage der Anlage durch den VNB habe ich zumindest bei der großen Anlage einen Lageplan mitgeliefert, auf dem dargestellt ist, wo die Module montiert sind. Kann man Module später einfach umsetzen oder erfordert das wieder eine Papierschlacht?


    Denn dann gäbe es die Option, einfach ein paar Stapel Betonplatten an passender Stelle auf das Garagendach zu stapeln (Statik natürlich beachten), da dann Profilschienen drauf, diese sicher befestigen (Gurte, Spannbänder, ...) und da dann die Module mehr oder weniger flach drauf. Später dann die Profile mit Modulen auf das Vordach in der passenden Neigung. Das würde diese vier Module quasi im ein paar Meter nach Süden verschieben. Darf man das? Sollte man das gleich in den Antrag mit reinschreiben?


    Kurze Mail genügt dafür - siehe VDE-AR-N 4105:2018-11 Neuzertifizierung erforderlich?

    Das kennst du schon. Hoffentlich ist dein WR noch zulässig nach AR N 4105...


    Arghh... DAS letzte kannte ich noch nicht. Laut Fronius ist das aber kein Problem. Unser WR ist Ende 2017 gebaut worden, also noch ziemlich neu.


    Unser VNB hat für das Netzanschlussbegehren ein webbasiertes Verfahren. Da hat zwar keiner gelesen, was ich bei "Anmerkungen" so alles geschrieben hatte und mit Nachkommastellen kommen sie auch nicht klar, aber es hat halbwegs funktioniert.


    Ganz so schnell geht das ganze ohnehin nicht... ich muss erstmal den Solarteur kontaktieren und schauen, ob er so ein Miniprojekt überhaupt machen mag, zumal da einiges an Eigenleistungen dabei sein wird (DC-Trasse z.B.).


    Alles was sich gut trägt sollte gebaut werden. Deine Schatten können andere besser einschätzen als ich. Eine Idee ist den nördlichen Teil der Garage zu belegen.


    Das war ja der Gedanke auf dem Bild. Oder meinst du, mehr als diese eine Reihe?



    Deine Idee, die Strings zu erweitern ist sinnvoll, zumal zu Süd-Ausrichtung auf Flachdach flache Winkel passen.


    Damit bleibt die Frage, welcher Neigungsbereich ausreichend gut zu den 24 Grad des Gaubenstrings passt, ohne Nachteile für die Bestandsanlage zu erzeugen. Intuitiv würde ich so auf 20-25 Grad setzen, aber wenn noch flacher auch noch geht, würde es die Sache mit der Aufständerung vereinfachen.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Paar Grad Unterschied sind m.W. egal. Verschieben auf deinen Dächern darfst du nach belieben. Evtl. bei der BNA die Ausrichtung korrigieren falls die dort angegeben ist.