Trennung vom Netzbetreiber

  • Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und würde gerne von Eurer Expertise profitieren. Zunächst ein bisschen Vorgeschichte: Da ich leider zuerst mein eigenes Hausdach sanieren muß und die Planung längere Zeit in Anspruch nimmt, ich aber das Nachbargebäude dazuerwerben konnte, dessen Dach ich im Zuge der Sanierung bereits erneuert habe, hatte ich die entsprechende Verkabelung für eine PV-Anlage von dort zu meinem Haus angelegt. Leider hatten mir drei verschiedene Solateure eine Absage für die Anbindung dieser Anlage an MEIN Hausnetz erteilt, weil der zuständige Netzbetreiber ihnen die rote Karte gezeigt hatte. Als ich dann dort selbst angerufen habe, bekam ich die Auskunft, dass dies nicht ginge, wegen des Brandschutzes. Unsere Berufsfeuerwehr war über diese Aussage sehr erstaunt und meinte nur, ich möge doch einen Hinweis neben dem Klingelschild anbringen, dass diese PV-Anlage das Nachbarhaus versorgen würde.Als ich den Netzbetreiber damit konfrontierte hieß es nach drei Tagen Rückrufzeit, dass diese Konstellation nicht den TAB des Netzbetreibers entspreche: VDE-Norm 4605 idF v. 2012. Wenn ich nicht damit einverstanden wäre solle ich doch klagen.

    Nun mein Fazit: warum nur Teilautarkie wenns doch auch ( fast ) komplett geht!, dann bekommen diese Monopolisten halt außer ner Grundgebühr garnichts mehr.

    Mein Plan: PV aufs Nachbarhaus, ich habe noch zwei größere Gartenhütten mit ordentlicher Dachfläche und spätestens nächstes Jahr kommt noch das eigene Haus dazu. Insgesamt ist da Platz für ca. 20 kWpeak mit ebenso hoher geschätzter Erzeugung übers Jahr. Zusätzlich 20-30kWH Speicher und Anschaffung eines gebrauchten BHKW Heizöl-Dachs ( bis es eine bessere Technik gibt ), ein fast voller Erdtank mit 7000 L ist vorhanden, Pool für evtl. Wärmeableitung im Sommer ist unabhängig davon gerade in Planung, KEINE Einspeisung! Evtl eine motorische oder elektronische Netztrennung. Meine Kostenschätzung ca. 60-65 kEuros ( exkl. Pool ). Das ist es mir wert!

    Mein Jahresverbrauch setzt sich folgendermaßen zusammen: ca. 5000kWh fürs Haus, 2500kWh e-golf, 2000kWh für einen Mits. PHEV und schließlich noch ca. 8-9000kWh für unsere GrundwasserWP.

    Lieg ich mit meinem Vorhaben völlig daneben? oder was meint Ihr dazu?

    Grüße pentawatt

  • Hallo,

    Warum machst du nicht die 20kWp jetzt auf das Nachbarhaus am dortigen Hausanschluss, und dann später auf dein neues Haus und die Gartenhäuser eine weitere Anlage? Und das eine schliesst das andere ja nicht aus (d.h. die weiteren Ideen mit BHKW usw).

    Ciao

    Michael

  • PS:

    Und die Wallboxen schliesst du beim Nachbargrundstück mit an, oder je eine hier und eine dort.

    Ich mache die z.B. immer mit zwei Kanälen, einmal Type 1 für den Outlander und 22kW Type 2 für Gäste.

  • theoretisch mag das machbar sein, wirtschaftlich wird das gewiss ein Desaster.

    Denn auch mit 20 kWp bist du im Winter meilenweit von Autarkie entfernt, und für das Geld das du für den Dachs und den Speicher ausgibst, kannst du sehr lange deinen kompletten Strombedarf zukaufen und hast kein Risiko daß was kaputtgeht.


    ich würde den ursprünglichen Plan, die beiden Häuser über einen Hausanschluß mit PV zu versorgen, weiterverfolgen.


    Bei mir läuft das genau so, PV Anlagen auf zwei benachbarten Grundstücken sind am Hausanschluß vom Wohnhaus angeschlossen.

    Auch bei mir meinte der Netzbetreiber beim ersten Mal daß das nicht geht, mit ähnlicher Argumentation.

    Du musst halt einen kompetenten Anwalt haben, der denen erklärt daß, und warum, es doch geht.

    Und dann gehts auch.

  • Hallo Michael,

    auf das Nachbarhaus passen nur 5-6kWpeak, auf die zwei Gartenhütten jeweils 4-5kWhpeak auf das eigene Wohnhaus dann später 7-8kWhpeak. Wenn ich die Anlage vom Nachbarhaus dort an den Hausanschluß anschließe, hieße dies ja ich würde dort einspeisen, das möcht ich nicht.

    Gruß Klaus

  • Nochmals hallo Michael,

    also ich habe bislang keine Wallboxen, da der Mitsub Outlander in ca 5,5 h an der normalen 230V Dose voll ist und meine Frau eh oft bei unserem ALDI zum einkaufen fährt und die dortige kostenlose Ladestation nutzt (wenn sie frei ist ). Den e-golf lade ich so alle 150 bis 200 km entweder zuhause an 230v mit 10A über nacht, oder auch mal beim ALDI mit CCS wenn ich zum Einkaufen geschickt werde.

  • Hallo jodl,

    Glückwunsch, dass Du dich durchsetzen konntest. Auch gut zu höhren dass es da Erfolge gibt. Hab mir ursprünglich gedacht, bevor ich evtl. eine vierstellige Summe in den Sand setze,investier ich das Geld lieber in eine bessere Anlage. Außerdem glaube ich, dass es in Zukunft häufigere und längere Netzausfälle geben wir, nicht wegen irgendwelcher Hackerangriffe, sondern weil die ihr Netz nicht geregelt bekommen und leider weiterhin unser Geld für die Netzdurchleitung nicht für dessen Erneuerung, sondern für astronomische Gehälter und Boni in deren Chefetage ausgeben.

    trotzdem danke, ich werd das mit der Klage doch noch irgendwie auf dem Schirm behalten, wer weiß was da noch alles auf mich zukommt.

  • Man könnte die beiden Grundstücke (denke mal es sind mindestens zwei Flurstücke) auf eine Flurnummer zusammenfassen.

    Sonst gli natürlich §8 EEG2017

    Zitat

    (2) Anlagenbetreiber dürfen einen anderen Verknüpfungspunkt dieses oder eines anderen im Hinblick auf die Spannungsebene geeigneten Netzes wählen, es sei denn, die daraus resultierenden Mehrkosten des Netzbetreibers sind nicht unerheblich.

    Da steht jedenfalls nicht, daß es nicht geht, weil die TAB es verbieten.

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.