PV-Anlage mit Speicher und Wärmepumpe! Sinnvoll?

  • Hallo werte Solargemeinde,


    auch ich bin in der aktuellen Planungsphase für eine PV-Anlage mit Speicher. Als Heizung betreiben wir eine Wärmepumpe mit 2 Tiefenbohrungen (Stromverbrauch ca. 3500 kWh/Jahr). Für Lichtstrom brauchen wir ca. 2100 kWh/Jahr. 4-Personen Haushalt, Wohnfläche ca. 180 m², mtl. Energiekosten: 120 Euro. Für die WP haben wir einen

    extra Zähler mit WP-Tarif für momentan ca. 0,19 ct/kWh bis nächtes Jahr.

    Nun war meine Idee, nachdem wieder Anfang des Jahres die Strompreiserhöhungen ins Haus flatterten, eine PV-Anlage mit Speicher anzuschaffen.

    Wir haben ein Walmdach mit Südausrichtung 173° DN 35°. Die Westseite beträgt 263° DN 35°.


    Ich habe auch bereits zwei Angebote bekommen. Beide Angebote sind inkl. Montage + Anmeldung.

    Angebot A: 32 Heckert Solar NEMO 2.0 60M Black 310Wp, SolarEdge Optimierer + WR, Tesla Powerwall 2.0 für 26.700,- netto

    Angebot B: 29 Heckert Solar NEMO 2.0 60M 315Wp, SolarEdge Optimierer + WR, LG Chem RESU 10H für 21.000,- netto


    Nachdem ich jetzt hier ein wenig durchs Forum gelesen habe und immer wieder lese bloß keinen Speicher zu verbauen bin ich jetzt verunsichert was den Speicher angeht. Was könnt ihr mir raten oder ein paar gute Tipps für die Anlagenplanung mitgeben. Ich will natürlich so wenig wie möglich Geld versenken.


    Vielen Dank schon mal im voraus

  • Sehr gerne und mit Freude, inkl, ein paar Fragen an dich:


    Willkommen im PV-Forum :)


    eine maximal große Anlage (es gibt keine "10-kWp-Grenze"!) mit vergüteter Überschusseinspeisung OHNE SPEICHER bringt den größten Nutzen und Gewinn! Das sagt auch die Verbraucherzentrale NRW.


    Speicher "sind wie 100km Umweg fahren um beim Tanken 2ct/l zu sparen" (Zitat mdonau), vernichten Geld, sparen aber keines. Das gilt selbst für Förderprogramme der Länder die mit mehreren Tausend Euro Investitionszuschuss locken aber fiese(!) Haken haben.

    (Zu KFW40+ siehe unten.)


    Angenommen auf deine Dächer passen 50 Module:

    Ca. 16 kWp * 1000 kWh (die je kWp ca. zu ernten sind) * 0,11 (ungefähre Einspeisevergütung) * 20 Jahre = 35.200 EUR netto Einspeisevergütung. Dazu kommt der Vorteil durch Eigenverbrauch.

    Der Preis je kWp liegt ca. zwischen 900-1200 EUR netto.


    Weißt du viel Potenzial in deinen Dächern steckt? Gerne informieren wir erfahrenen Anlagenbetreiber unabhängig und ohne dir etwas zu verkaufen.


    Hast du weitere Dächer, Carports, Garagen, Nordseite, Schuppen, ...?

    Wie ist deine Dachneigung, wie sind die genauen Maße? Bitte stell uns dazu auch ein Luftbild ein.


    Wenn nötig können Hoch- und Quermontage gemischt werden. (Mehr Module!)


    *Optimierer* nur wenn wirklich nötig. Bei den meisten Dächern sind keine Optimierer nötig!


    Abwasser-Entlüftungen können meist gekürzt und überbaut werden.


    WICHTIG: Bitte notier ab jetzt gelegentlich deinen Zählerstand. Eine richtig beantragte und fertiggestellte Anlage darf laufen auch wenn sich der Zähler für ein paar Wochen rückwärts dreht bis der Überschusszähler kommt, denn § 18 Abs. 2 MsbG (verweist auf § 71 Abs. 3) erlaubt dem gMSB die Schätzung von Verbrauchswerten!


    Als Messstellenbetreiber könnte ComMetering interessant werden.


    Mehr Tipps in meiner Signatur.



    == Quellen, Details und nützliche Links ==


    Strom kommt durch Sonne auf Modulen, nicht aus dem Keller. Je mehr Module desto besser!


    "Es gibt ja immer wieder Leute, die selbst ein Süddach nicht voll machen, weil sie irriger Weise glauben, es wäre sinnvoll, sich am eigenen Verbrauch und nicht am verfügbaren Dach zu orientieren. ...

    Wichtig ist das Prinzip der Wirkungen, damit PV-Neulinge verstehen, dass man sich bei der Anlagengröße nicht am eigenen Verbrauch sondern an der Größe des Dachs orientiert." (Zitat Koelner-Sueden)


    Eigenverbrauch ist kein Kriterium!

    Kennst du eine Bäckerei die nur für ihren Eigenbedarf Backwaren herstellt?

    Im Sommer wird deine Anlage für den Eigenbedarf zu groß sein, im Winter zu klein.


    Grenzkosten-Beispiel / Nord-Dach belegen? Nord-West Belegung zusätzlich sinnvoll oder nur Hobby?


    Verbraucherzentrale NRW: https://www.verbraucherzentral…-wirtschaftlichsten-34542


    Netzanschlussbegehren muss rechtzeitig erfolgen sonst gibts im ersten Monat nur Börsenpreis:

    EEG 2017 § 21c Abs. 1 "Anlagenbetreiber müssen dem Netzbetreiber vor Beginn des jeweils vorangehenden Kalendermonats mitteilen, wenn sie erstmals Strom in einer Veräußerungsform nach § 21b Absatz 1 Satz 1 veräußern [...]." Kurze Mail genügt dafür - siehe VDE-AR-N 4105:2018-11 Neuzertifizierung erforderlich?


    === Zum Thema Speicher ===

    Sachliche Speicher-Darlegungen

    Totaler Neuling will PV Anlage aufs Dach bauen

    Newbie benötigt ein wenig Input

    Elektrotechnisches Institut am KIT: Entwicklungstendenzen bei PV-Speichersystemen


    Erfahrungsbericht nach einem Jahr Akku

    Nach einem Jahr Photovoltaik-Betrieb kehrt nun Ernüchterung ein...


    Warum Speicher NICHT unabhängig macht

    Neuling - PV-Anlage mit Verschattung durch Edelstahlkamin


    "Danke für Eure Meinung zum Speicher - er ist damit vom Tisch." (Zitat Gastein)



    "Förder"programme NEIN! WARNUNG!

    - BaWü

    - Brandenburg ( Alpha ESS Storion-SMILE 5 für 3,75 kwp auf dem Dach ),

    - NRW Abregelung dauerhaft 50% der gesamten(!) Anlage (NRW Förderung bei Anlagenplanung (PROGRES NRW)),

    - Sachsen (Plug&Play Anlage ca. 2kWp mit Speicher planen 50%),

    - Thüringen

    - und weitere Bundesländer fördern die *Vernichtung* von Strom: Anlagen müssen auf 50% bzw. 60% ihrer installierten Leistung abgeregelt werden. Stell dir das so vor als müsstest du ungefähr ein Drittel bis ein Viertel aller Module im Keller montieren.

    Die vermeintlich hohen Zuschüsse werden aus unser aller Steuergeldern finanziert, halten aber keiner neutralen Berechnung stand. Förderprogramme nutzen nur Menschen die falsch beraten (betrogen) wurden.


    Eine Ausnahme sind KFW40+-Häuser, aber auch da gibt es einiges zu beachten, z.B. Mischwert aus 60% und 70%. Details auf Anfrage.



    === Erfahrungsberichte von Anlagenbetreibern ===

    "Meine PV-Planung hat ... mit 9kWp begonnen [und ich bin] bei 26kWp angekommen. ... Ich würde mich heute ärgern, wenn ich zu klein gebaut hätte." (Zitat Olli-jwd. Bild seiner schönen Anlage: 26kWp - janz weit draussen)


    "ich hätte es am Anfang in einem Rutsch bauen sollen! Hab ich versemmelt. Wollte nicht so viel investieren und war mit der EEG Umlage nicht belesen genug etc...." (Zitat hitz_fritz, nach einem Monat)


    "Wie es kommen sollte und im Übrigen auch von einigen in der Runde Prophezeit: Ich würde meine seit April betriebene Anlage gerne erweitern. :) Bitte keine Diskussion zu "hättest du doch gleich alles gemacht"... Ja!! hätte ich am besten" (Zitat _th, nach einem Monat)


    "Also ich habe eine Anlage mit 10 kWp und einen Speicher mit 7,5 [kWh] von BYD.

    Wenn bei mir die Frage gewesen 'Dach vollmachen und kein Speicher' oder 'Speicher und nur 10KWp' hätte ich mich für 'Dach vollmachen' entschieden. Dummerweise hatte ich in der Bauphase des Hauses nicht die Zeit mich mit der '10KWp' Grenze zu beschäftigen sondern habe mich auf meinen Solarteur verlassen."

    Zum Speicher: "Bilanziell gesehen werde ich aber eher drauf zahlen" (Zitate andreb)


    "Am Anfang meiner PV Überlegungen suchte ich immer nach dem Haken an der Sache. [...] Ich fand aber keinen und ärgere mich heute, damals nicht alle Dächer vollgemacht zu haben..."

    "EEG-Vergütung bezahlt einem die Anlage. Deshalb die Anlage so groß bauen wie möglich, damit der Eigenverbrauch lediglich als Sahnehäubchen on top kommt und gar nichts mit der Wirtschaftlichkeit zu tun hat." (Zitate PV-Express)


    "Der Grundgedanke hier im Forum, die Dachflächen so vollständig wie möglich auszunutzen, hat mich spontan überzeugt. Es macht doch keinen Sinn, Sonnenenergie ungenutzt verpuffen zu lassen bzw. damit nur die Ziegel aufzuheizen. ... Aufwand mit Gerüst, Verkabelung, Zählerkasten etc. ... nur um schließlich 'halben Kram' zu haben.

    Deshalb verstehe ich nicht, warum mir die meisten Solarteure, die ich bis jetzt kontaktiert habe, nur eine Anlage in der Größenordnung des Eigenverbrauchs empfohlen haben ('mehr würde sich nicht rechnen'), also ca. 4 kWp". (Zitat LogoSol)


    "Der wichtigste Grund heute so groß wie möglich zu bauen ist ganz einfach - die Chance kommt nie wieder!" (Zitat Stenis)


    === Simulation ===

    PVGIS zeigt erwartbare Ernte: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/en/tools.html

    Ort links absenden oder in Karte klicken, rechts Systemverlust von 14 auf 10% reduzieren, Dachneigung und Ausrichtung (= Azimuth; 180 Nord / -90 Ost / 90 West) eingeben, "Visualize results". Unten links erwartbare kWh/kWp ablesen - und hier je Dachfläche nennen.


    Die hochwertige Software PV*SOL premium kann 30 Tage gratis getestet werden um damit Anlagen, Verschattungen und ungefähre Auslegungen zu simulieren: https://www.valentin-software.…ovoltaik/57/pvsol-premium



    === Sonstiges ===

    Hausbau-Tipps: Hausbau, Tipps gesucht von Veteranen ;-)


    Erklärung 70% weich: https://www.photovoltaik-web.d…g-und-einspeisemanagement

    (Spaßige Erklärung: Installation PV-Anlage auf der Nordseite)


    Magische Grenzen und Schwellenwerte

  • Ich könnte jetzt auch einen ganzen Roman schreiben wie pflanze aber ich beschränke mich mal auf das Wesentliche ;)


    - Sat-Schüssel auf Nord umbauen und die Südseite voll machen, dabei wirklich den Platz vollständig ausnutzen.


    - West UND OST ebenfalls vollständig belegen.


    - Speicher weglassen, der ist noch zu teuer und erzeugt keinen Strom.



    Das Ganze entweder mit Solaredge oder auch mit zwei Stringwechselrichtern. Was da genau passt muss man sehen wenn die Belegung feststeht.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Moin, erstmal, ich bin ja schon zitiert worden :-).


    Ich habe einen Speicher, der lohnt sich aber nicht wirklich.

    Wie die Vorredner schon gesagt haben, lieber so viel PV wie möglich, wenn Du zu viel Strom hast -> einspeisen.

    Deine WP wird, wie meine auch, meistens im Winter laufen, dann bringt die PV "nicht viel", wobei "nicht viel" relativ ist . hängt unmittelbar von der Größe der Anlage ab. Ich verbrauche ab Mitte November bis ca Mitte Februar 100% des erzeugten Stromes meiner 10KWp Anlage, daran hat der Speicher nur einen sehr kleinen Anteil.

    Einzig in den Sommer/Sonnenmonaten kann ich quasi "aus dem Speicher leben", ich gebe aber zu Bedenken, dass ein Speicher ca 20% des Stroms vernichtet, also in Wärme umsetzt.

    Die Preise die Du hast erscheinen mir sehr hoch.


    Meine umgesetzte Anlage (mit sehr vielen Macken, usw.) hat im Oktober 2017 1330€/Kwp + USt gekostet.

    Der Speicher (den Du bitte nicht nimmst) hat zusätzlich mit 6.500€ zu Buche geschlagen (BYD 7.5KW + Sunny Island 4.4)


    Ein Förderprogramm habe ich nicht genutzt, dann hätten wir bei 50% abregeln müssen - welcher Idiot sich das auch immer ausgedacht hat.

    PV Anlage(n): 2x 9,9kWp und ein Energievernichter mit 7,6kWh von BYD

  • @smoker bringst auf den Punkt. Ich möchte noch hinzufügen, dass du die Belegung von O/S/W auch mit Quermontage und eventuell 72-Zellern (100*200cm) durchspielen solltest. Wenn die möglichen Modulzahlen dann festliegen, überlegen wir uns die Verstringung.

    Keine Akku, die WP saugt dir im Winter den Strom sowieso weg, und im Sommer kriegst du den gar nicht leer. Lohnt sich einfach nicht - nur Module bringen Ertrag!

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Ich schließe mich den monetären Aspekten der Vorredner an. Bin selber Speicherbesitzer und auch unser Speicher wird sich finanziell nicht lohnen (es sei denn, er wird innerhalb von 18 Jahren ersetzt, aber das ist eine andere Geschichte).


    Aber immerhin liefert er von März bis Oktober nahezu lückenlos nachts PV-Strom. Und bei vernünftiger Auslegung sind die Verluste ähnlich groß, wie die einer Südanlage mit Abregelung. Das wird hier immer etwas verzerrt dargestellt. Mit Speicher verbrauchen wir jährlich rund 600 kWh nicht erneuerbaren Strom weniger. Das macht über die Lebenserwartung des Speichers rund 10 MWh Kohle und Atom alleine in unserem kleinen Haushalt.


    Dir ist aber der finanzielle Aspekt wichtig, also baue ohne Speicher.

    12,06 kWp SMA Tripower 10.0 + 8,505 kWp SMA Tripower 6.0 + LG Chem Resu 10H + SMA Storage 2.5 + SHM 2.0 + Ost-West Flachdach 10° - -65° / 115° / Carport 10° - 25° - Renault Zoe R110 ZE50 Erst- und Einzig-KFZ - SMA EV-Charger 22 - Heizung noch Gasbrennwerttherme BJ 2004 - WP Vaillant Arotherm VWL 75/6 A im Bestellprozess.

  • Schneemann GN Ich mag dich ja, aber da muss ich schon wieder widersprechen. Dein Speicher spart keine einzige kWh Kohle oder Atomstrom, sogar im Gegenteil. Es ist dem Planeten herzlich egal, ob der Solarstrom von dir oder deinem Nachbarn verbraucht wird.

    Dass es Spaß macht, den eigenen Strom zu speichern und zu verbrauchen, da wäre ich aber sofort bei dir.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Schneemann GN Ich mag dich ja, aber da muss ich schon wieder widersprechen. Dein Speicher spart keine einzige kWh Kohle oder Atomstrom, sogar im Gegenteil. Es ist dem Planeten herzlich egal, ob der Solarstrom von dir oder deinem Nachbarn verbraucht wird.

    Dass es Spaß macht, den eigenen Strom zu speichern und zu verbrauchen, da wäre ich aber sofort bei dir.

    Danke für das Lob. Du hast natürlich Recht. Mein Speicher spart den Kohle- und Atomstrom nur, wenn das alle so machen. So ist es korrekt ausgedrückt. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, dass wir nachts mehr Fossile benötigen als tagsüber. Schon jetzt quetschen wir den Strom tagsüber ins Ausland, weil die Differenz Stromerzeugung tags zu nachts durch die bis zu 40 GW PV am Tag so eklatant ist. Und spätestens dann sollte eine ausgereifte Speichertechnologie zur Verfügung stehen und man sich nicht erst dann mit dem Thema beschäftigen.

    12,06 kWp SMA Tripower 10.0 + 8,505 kWp SMA Tripower 6.0 + LG Chem Resu 10H + SMA Storage 2.5 + SHM 2.0 + Ost-West Flachdach 10° - -65° / 115° / Carport 10° - 25° - Renault Zoe R110 ZE50 Erst- und Einzig-KFZ - SMA EV-Charger 22 - Heizung noch Gasbrennwerttherme BJ 2004 - WP Vaillant Arotherm VWL 75/6 A im Bestellprozess.

  • Kohle und Atom bitte auch für den restlichen Bezug abstellen, siehe Signatur!

  • Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen zu meiner Problematik. Wenn ich im Angebot B den Speicher weglasse, kostet die

    Anlage ca. 12.200,- netto. Das ist wirklich viel Geld für den Speicher. Wie hoch kann ich den bei meiner zukünftigen PV-Anlage

    OHNE SPEICHER den Eigenverbrauchsanteil einschätzen? Komm ich da mit ca. 25% hin?

    Wie ist eure Meinung zu den Optimieren von SolarEdge. Die beiden Solateure meinten das ich die brauche bei unterschiedlichen Dachbelegungen.