Hot Spot auf Modul - Defekt ?

  • Irgendjemand Erfahrung mit so was, vielleicht Betreiber von größeren Anlagen, die regelmäßig Prüfungen mit IR-Kamera machen?

    Hier gibt es gute Beiträge zum Thema Modulprüfung mit Thermografie und Outdoor Elektrolumineszenz.

    Photovoltaikbüro

    Ganz guter Beitrag auch im Buch von Volker Hense - PV Anlagen - Fehler erkennen und bewerten.

    Kapitel 6 - Service und Werkzeuge. Er setzt sich schon kritisch mit der Thermografie auseinander, Herr Diehl auch.



  • Richtig.

    Bitte den Artikel über Bypassdioden komplett lesen.

    Hier das Video welches die Auswirkung von aktivierten Bypassdioden zeigt.

    Anlagenstandort Köln. in allen Strings verteilt insgesamt 12x TIGO TS4-O mit Monitoring

    2018 31x 320W Q-Cells an Kostal Piko 8.3

    2019 30x 325W Q-Cells an Kostal Plenticore plus 7.0

    2019 2x 325W Q-Cells plus 1x 320W Q-Cells mit je einem Tigo direkt per DC am WW Boiler.

  • https://photovoltaikbuero.de/p…tovoltaikmodulen-teil-13/


    "Der Strom wird durch die teilverschattete, zum Verbraucher gewordene Zelle förmlich hindurchgedrückt. An dieser Zelle kehrt sich die Spannung dadurch um (Bild 2 links) und wird so stark negativ, bis sie vom Betrag her um ca. 0,35 – 0,5V (je nach Typ der Bypassdiode) größer ist als die Summe der Spannungen aller unverschatteten Zellen im betreffenden Teilstring. Die Spannung an der Bypassdiode dreht sich dann ebenfalls um, so dass diese leitend wird und einen Teil des Stromes übernimmt. Die Bypassdioden schützen die verschatte Zelle also davor, dass die negative Spannung an dieser immer weiter anwächst. Die größte mögliche Spannung ist hierbei die Summe der Leerlaufspannungen aller unverschatteten Zellen. Das Moduldesign muss so erfolgen, dass es bei Teilverschattung keinen Arbeitspunkt gibt, bei dem die Verlustleistung in der teilverschatteten Zelle eine Größe erreicht, die zu ihrer thermischen Zerstörung führt. Die größte Länge eines Teilstrings der durch eine Bypassdiode geschützt wird beträgt daher bei kristallinen Zellen 24 Zellen. (Bei Modulen mit 72 Zellen gibt es 3 Teilstrings mit jeweils 24 Zellen)"


    Damit lässt sich dann leicht die in der zum Teil verschatteten Zelle umgesetzte Leistung/m2 abschätzen. 3-5 Tsd W/m2 sind da nichts ungewöhnliches je nach Zellanzahl (15 bei 48er bis 23 bei 72er) und Einstrahlung. So viel Wärme mögen die Module(Folien, Lötstellen,...) eher nicht.


    19*20,5%*700W/m2 + 700W/m2 = >3426W/m2 für den beleuchteten Teil der teilverschatteten Zelle bei einem 300W 60Zellen Modul.


  • Nein macht es wirklich nicht, Haftreibung/Gleitreibung Temperaturunterschied(Längendehnung) Oxidation... . Also einfach nicht dran rum schrauben.

    Ich hab auch nicht den Beitragsersteller gemeint mit dem Aufmachen der Schrauben, sondern die Firma die es montiert hat oder wenn ein Gutachter o.ä. zum Einsatz kommt...

  • Nein macht es wirklich nicht, Haftreibung/Gleitreibung Temperaturunterschied(Längendehnung) Oxidation... . Also einfach nicht dran rum schrauben.

    Ich hab auch nicht den Beitragsersteller gemeint mit dem Aufmachen der Schrauben, sondern die Firma die es montiert hat oder wenn ein Gutachter o.ä. zum Einsatz kommt...

    Wer da dran rum schraubt ist auch egal, das ehemalige Anzugsmoment der Installation wird nicht so einfach, durch das Aufdrehen mit einem Drehmomentwerkzeug, festzustellen sein.

    Wird auch eher nicht die Ursache für die warme Zelle sein, da sollte halt der Schattenwurf beobachtet werden.

    Das wäre nicht das erste Modul, welches durch harte Teil Beschattung bei steilem Einstrahlungswinkel beschädigt/zerstört wurde. Gerade solche wie hier vorliegende Verschattungsverläufe sind gefährlich.

    Wenn hingegen in einer Freiflächenanlage die komplette untere Zellreihe von ganzen Modulstrings öfters(niedrigerer Sonnenstand) beschattet wird, ist das überhaupt nicht vergleichbar, denn da findet dann kein Durchschalten der Dioden und somit ein kurzschließen der Teilstrings statt.

  • Also, der Solateur war heute nochmal kurz da, er sagt auch es ist an der Stelle komisch, weil eine Abschattung da nicht stattfindet. Ja, die Cam hat auch Normalfarben Bilder aufgezeichnet, aber da siehst du auch nix Auffälliges.

    Wenn abgeschattet müssten mehr Zellen betroffen sein.

    Er tauscht es aus und prüft es, weil er ja selbst Garantie drauf hat. Ich hatte angeboten nochmal mit ihm zusammen IR-Fotos zu machen, aber er tauscht es lieber gleich. 2x herfahren kostet ihn mehr Zeit wie 1x tauschen.

    Die gute Nachricht aus den IR Bildern ist dass die Anlage ansonsten sehr homogen aussieht.

    2x Kostal Plenticore mit 18KWp und BYD HV 6.4 auf Ost-West Dach

  • Also, der Solateur war heute nochmal kurz da, er sagt auch es ist an der Stelle komisch, weil eine Abschattung da nicht stattfindet.

    Also ich sehe auf den Bildern eine Dachgaube, die wirft auf jeden Fall(Sonnenstand) Schatten auf die Module(untere). Wo genau die Verschattung derzeit beginnt, kannst nur du vor Ort beobachten, und das solltest du tun.

    Eine mechanische Beschädigung durch die Installation kann ich natürlich nicht ausschließen, aber wenn alle anderen Module einwandfrei montiert wurden, sehe ich die Wahrscheinlichkeit für die Problemursache durch Teilverschattung viel höher.

  • Auch ich sehe auf den IR-Aufnahmen ganz klar einen Gauben-Schatten.


    Davon abgesehen ist die Zelle gemäß Skala nicht heiß, sondern lediglich genauso warm wie die anderen Module.

    Die angezeigte Skala lässt vermuten, dass keine direkte Sonne schien? Oder ein extrem kalter Wind geweht hat? Oder ist es normal, dass die Skala so heftig daneben liegt? 20°C für eine "heiße" Zelle, das überschreitet man normalerweise bereits bei Frost...


    Relativ ausgedrückt ist die Zelle ca. 5K wärmer als ihre direkte Umgebung: Das könnte allerdings bereits auf ein kurzgeschlossenes Moduldrittel hinweisen (entweder wegen aktueller Verschattung, oder wegen Defekt der Bypassdiode).

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-