Renogy Rover 20A lädt mit weniger Strom als ein 10€ PWM Regler

  • Hallo,


    ich bin neu hier und auch in der PV Szene. Betreibe vorerst aus Spaß eine Inselanlage in NRW und benötige langsam immer häufiger eure Hilfe.

    Gleichzeitig kann dieser Thread auch als kleiner Erfahrungsbericht zum o.g. Regler dienen (da nichts darüber hier im Forum zu finden ist).


    Zu meine Problem:

    Meine Anlage lädt über den Tag verteilt seit einigen Wochen je nach Wetter mit einem 10€ PWM-Regler: 2 Watt bis 110 Watt die Batterie auf (etwa 0,1 - 4,5 A).

    Nun habe ich mir letzte Woche einen "MPPT" Laderegler von Renogy gekauft (70 €) und der lädt fast durchgehend mit 2 Watt (ein ganz kurzes Mal 25 Watt peak) und hat die gesamte Zeit gerade mal eine Ah Ladung generiert - dies deckt nicht meinen Konsum.


    Alle Werte werden vom Renogy geloggt und sporadisch von mir und Multimeter/Messzange überprüft - entsprechen also (mit Messtoleranzen) der Wahrheit.


    Kann mir einer erklären, warum ein (zugegeben günstiges) MPPT weniger liefert als ein total billiger PWM?


    Zu meiner "Anlage":

    - 180 Wp Canadian Solar PV Modul (Uoc= 35 V; Umpp= 28 V; tatsächlich bisher an den Klemmen gemessen: 23-29V je nach Wetter)

    - 2* 45 Ah Kfz Batterie in Reihe

    - alle Kabel äußerst üppig ausgelegt, da ich noch viel aus der Carhifi-Zeit übrig habe (zwischen PV, Regler und Batterie: 10 mm^2; Batterie zum Wechselrichter: 50 mm^2)


    Mir ist klar, dass ich vom MPPT keine Wunder erwarten kann, zudem meine PV Spannung in Relation zum Speicher zu niedrig ist. Jedoch habe ich den Wechsel nicht vollführt um mehr raus zu holen, sondern einfach wegen dem integrierten Data-Logger (Gleichstromzähler sind ziemlich rar auf dem Markt verfügbar - soweit ich das erkennen kann). Ich möchte gerne einfach wissen, was rein und raus geht. Das MPPT war nebensächlich als investition für die Zukunft.


    Das ich nun aber deutlich schlechter lade als vorher verstehe ich nicht. :-?


    :danke: schon mal im Voraus.

  • Deinem MPPT Regler fehlt evtl einfach die Spannung, um wirkungsvoll arbeiten zu können. Während ein PWM Regler einfach die Spannung abschneidet wandelt der MPPT diese nach unten um.

  • Danke schon mal.

    Ja, das denke ich auch, aber bin doch überrascht, dass eben so viel weniger als mit PWM raus kommt. Ich dachte er wird einfach ohne Transformator durch schalten (evtl. doch defekt)?!


    Die Frage ist nun nach der Alternative? Gibt es eine günstige Möglichkeit um meine Daten zu loggen? Ein gut ausgestattetes PWM vielleicht?


    Oder:

    Ein weiteres PV-Panel in Reihe schalten, oder meine Batterien zu 12 V parallel? Das wollte ich aber aufgrund der Verluste nicht. Zudem müsste ich mir eine Steuerung bauen um Ausgleichsstöme zu vermeiden - oder sind diese überbewertet?

    Einen neuen 12 V Wechselrichter bräuchte ich dann auch noch.

  • KlausAlb hat den Grund schon genannt.


    Lösung: Ein identisches/ähnliches Modul kaufen und in Reihe schalten.


    Du kannst auch mal provisorisch auf ein 12V System umstellen, dann wirst du sehen, dass es klappt.


    Gruß


    schlossschenke

    980Wp - Victron 100/50 - Soltronic MPPT7520 - 12V 260Ah - Multiplus 12/2000 - BMV700

  • 2. pv-modul in reihe anschließen und du hast spannung um die 60-70 volt... da arbeitet der mppt fein... kannst bei 24 volt batterie bleiben und so bis zu 520 Watt Modulleistung anschließen... denke der MPPT arbeitet schlecht bis gar nicht bei einer dc-spannung unter 30 volt...

  • Hi.

    Bringen die Module noch die Volle Spannung ?

    Wie lange sind die Leitungen ?

    Wenn eine Modul warm wird sinkt die Spannung.

    Etwa 0,4% pro 1°C von 25°C ausgehend.

    Bei 50°C kommen nur noch 30,6Voc/25,2Vmpp

    Um so näher man der Voc kommt um so geringer wird der Strom und somit auch die Leistung.

    Am Kabel fällt auch noch Spannung ab, gut kommt ja eh schon kaum Strom.


    1-2V braucht der Laderegler mehr Modulspannung um zu arbeiten.

    Bei einer Akkuspannung von 28,8-29,6V kann der Regler nicht viel umwandeln.

    28,8V + 1V über dem Laderegler = 29,8V, die Voc beträgt aber grade mal 30,6V.

    Da kann einfach nichts kommen.

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • Mit einem 60 Zeller-Modul und 24V-Akkuspannung bist du schon sehr nahe am MPP. da arbeitet ein PWM-Regler dann meist genauso gut oder sogar besser weil der kaum Spannungsdifferenz braucht. Ein MPPT-Regler braucht dagegen schon Spannungsdifferenz beziehungsweise mehr.

    Ich nutze das genau so und betreibe eine 24V-Inselanlage absichtlich mit mehreren 60- Zeller-Modulen die über günstige PWM-Regler angebunden sind. Ich habe auch einen meiner MPPT-Regler mit zwei Modulen in Reihe, also 48V auf 24V und einen der günstigen PWM-Regler mit 2 Modulen parallel, also 24V auf 24V mal länger gegeneinader verglichen. Der PWM-Regler brachte sogar leicht mehr Ertrag.

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Bei einer Anlage mit MPPT-Regler sollte die MPP-Spannung bei höchster Modultemperatur deutlich über der maximalen Ladespannung liegen.


    Wie viel die Spannung darüber liegen muss steht manchmal in der Spezifikation des Reglers. In der Regel reichen aber 5 V. D.h. wenn die maximale Ladespannung 28,8 V beträgt sollte das Modul im MPP bei unter allen Temperaturbedingungen mindestens 33,8 V liefern.


    Die folgende Tabelle ist eine Auswahlhilfe:


    Wie schon geschrieben wurde hilft es hier ein weiteres Modul in Reihe zu schalten. Du musst allerdings darauf achten, dass die Leerlaufspannung bei angenommenen -20° C nicht über der maximal zulässigen Spannung des Reglers liegt. Da der Renogy anscheinend 100 V verträgt ist ein weiteres Modul in Reihe kein Problem.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • Ich habe auch einen meiner MPPT-Regler mit zwei Modulen in Reihe, also 48V auf 24V und einen der günstigen PWM-Regler mit 2 Modulen parallel, also 24V auf 24V mal länger gegeneinader verglichen. Der PWM-Regler brachte sogar leicht mehr Ertrag.

    Also das halte ich für ein Gerücht oder du hattest einen ziemlich mistigen MPPT für den Vergleich :) Allein davon ausgehend das die Batteriespannung eine Arbeitssrang zwischen 24 und 30V hat kannst du den VMPP mit einem PWM nie permanent so treffen das der PWM gesamttechnisch die nase vorne hätte. Wenn man nur einen einzelnen Punkt vergleicht wo durch Hitze und Co die BatterieSpannung zufällig den VMPP dann ist das zwar möglich aber bitte sowas nicht für einen vergleich heranziehen.

  • Ich habe auch einen meiner MPPT-Regler mit zwei Modulen in Reihe, also 48V auf 24V und einen der günstigen PWM-Regler mit 2 Modulen parallel, also 24V auf 24V mal länger gegeneinader verglichen. Der PWM-Regler brachte sogar leicht mehr Ertrag.

    Servus, schön dass dies nicht nur bei mir so geht:)

    egn , deine Tabelle ist aber wohl schon "etwas" älter bzw. aus den Anfängen der PV.

    Oder es ist alles um eine Zeile verrutscht...

    lg,

    e-zepp