Velomobile

  • Ich finde Velomobile verdienen einen Thread.


    "Ein Velomobil (Kofferwort von frz. und schweizerdt. „vélo“ – Fahrrad und -mobil in Anlehnung an „Automobil“) ist ein muskelkraftbetriebenes Fahrzeug, das mit einer geschlossenen Verkleidung (Stromlinienverkleidung) ausgestattet ist, die den Fahrer vor Fahrtwind und Regen schützt. Velomobile werden oft aus Liegedreirädern entwickelt und haben daher in der Regel drei Räder.

    Vom Zweck und von der Bauform her sind Velomobile meist deutlich sportlicher ausgelegt als zum Beispiel Rikschas; außerdem sind sie leicht. Unterstützung durch Motoren ist oft möglich."


    "Im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern bieten geschlossene Velomobile hervorragenden Wetterschutz vor Wind, Regen, Schnee, Hagel und Kälte. Sie können meist ohne Regenschutzkleidung gefahren werden. In Velomobilen, bei denen der Kopf des Fahrers dem Fahrtwind ausgesetzt ist, sind jedoch Mütze oder Helm erforderlich. Alternativ dazu bietet zum Beispiel der Hersteller des Versatile ein leichtes, halboffenes und klappbares Dach an, das sich auch an vielen anderen offenen Velomobilen montieren lässt. Die meisten Velomobile können weitgehend als allwettertaugliche Ganzjahresfahrzeuge bezeichnet werden."


    "Ein wesentlicher Vorteil gegenüber Fahrrädern (ohne Anhänger) ist der größere Stauraum, der sich verschließen lässt und von außen nicht einzusehen ist."


    "Verglichen mit dem Auto sind Velomobile als umweltschonende Niedrigstenergie-Verkehrsmittel für den Alltagsgebrauch zu sehen. Elektroantriebe zur Ergänzung der Muskelkraft werden manchmal gegen Aufpreis angeboten bzw. können wie bei herkömmlichen Fahrrädern nachgerüstet werden. Vergleichsweise einfach ist die Umrüstung zum sogenannten Pedelec; hier leistet der Motor lediglich eine Tretunterstützung, die oberhalb von 25 km/h endet. Wird ein Velomobil mit einem Motor ausgestattet, der auch das Fahren ganz ohne Mittreten erlaubt, bzw. der Tretunterstützung bis 45 km/h ermöglicht, wird das Fahrzeug versicherungspflichtig; die Zulassung eines solchen Antriebs als Einzelumbau ist extrem aufwendig und kostspielig. Einige Hersteller bieten die dann S-Pedelec genannten Fahrzeuge, die ein Versicherungskennzeichen wie Mofas oder Kleinkrafträder tragen müssen, ab Werk an. In Deutschland gelten S-Pedelecs, anders als Pedelecs, nicht mehr als Fahrrad, sondern werden laut Kraftfahrtbundesamt als Leichtmofas klassifiziert. Daher dürfen sie innerorts ohne die Beschilderung „Mofa frei“ ([Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/55/Zusatzzeichen_1022-11_-_Mofas_frei_%28600x450%29%2C_StVO_1992.svg/25px-Zusatzzeichen_1022-11_-_Mofas_frei_%28600x450%29%2C_StVO_1992.svg.png]) nicht auf Radwegen benutzt werden. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen S-Pedelecs, wie auch Mofas, Radwege benutzen. Es ist seit einer Gesetzesnovelle im Jahr 2009 umstritten, ob Mofas – und damit auch S-Pedelecs – bei abgeschaltetem Antrieb sogenannte Gebotsradwege (Zeichen 237[Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/91/Zeichen_237_-_Sonderweg_Radfahrer%2C_StVO_1992.svg/25px-Zeichen_237_-_Sonderweg_Radfahrer%2C_StVO_1992.svg.png], 240 [Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/08/Zeichen_240_-_Gemeinsamer_Fu%C3%9F-_und_Radweg%2C_StVO_1992.svg/25px-Zeichen_240_-_Gemeinsamer_Fu%C3%9F-_und_Radweg%2C_StVO_1992.svg.png] und 241 [Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/86/Zeichen_241-30_-_getrennter_Rad-_und_Fu%C3%9Fweg%2C_StVO_1992.svg/25px-Zeichen_241-30_-_getrennter_Rad-_und_Fu%C3%9Fweg%2C_StVO_1992.svg.png]) benutzen dürfen oder gar müssen."

  • Ich finde die Teil super und auch Interessant. Wusste auch nicht das man sie auch schon mit E-Motor bekommt. Ist auf jeden Fall eine gute Alternative zum normalen Fahrrad und man ist von jedem Wetter geschützt. Wo liegt man bei solchen Teilen Preislich eigentlich?

    LG. Mario


    Standort: HU

    1100Wp | Victron MTTP 100/30 | 12V Banner Energybull 230Ah

    SmartLog: Raspberry Pi Debian 9.5 MQTT & Node Red

    Standort : AT

    Mini-Solar-Anlage | 3x 275 Trina Solar Module | AEConversion 90/500

    Testumgebung:

    275Wp | Victron MPTT 75/15 | 24V Batterie 260Ah

  • Andere Frage noch an die Besitzer eines solchen Velo, besteht die Gefahr hier nicht mehr das man von den PKW oder LKW leichter mal übersehen wird. Da man doch sehr tief sitzt?

    LG. Mario


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  • Andere Frage noch an die Besitzer eines solchen Velo, besteht die Gefahr hier nicht mehr das man von den PKW oder LKW leichter mal übersehen wird. Da man doch sehr tief sitzt?


    Ich hab die gleiche Sorge. Man wird wohl unter Inkaufnahme einer grösseren Frontfläche ein etwas höheres und breiteres Velo fahren müssen. Oder eines, mit dem man Fahrradwege benutzen kann. Und an Kreuzungen sehr vorsichtig sein.


    Hab letzte Woche in der Stadt einen Streamliner auf der Hauptstrasse fahren sehen - hab ihm thumbsup gegeben und innerlich für sein Wohlergehen gebetet. Die Dinger sind ja von vorn oder hinten wirklich kaum zu sehen.

  • Die Kölner Akkurad GmbH bietet meines Wissens mit seiner Alleweder-Reihe den besten Kompromiss zwischen cw-Wert und Alltagstauglichkeit an. Es ist das höchste "reine" Velomobil, das ich kenne (ok, auf Augenhöhe mit SUV-Fahrern oder noch höherem kommt man einfach nicht) und ist auch von Einstieg und Sitzkomfort her für "Jedermann/-frau" geeignet.
    Ich spiele selbst stark mit der Anschaffung des Alleweder 4 T45.

    Das ist die (auch ohne Mittreten) bis 45 km/h zugelassene Version. Kommt in der Tat inklusive einiger sinnvoller Anpassungen / Extras auf über 10k€, bei meiner geplanten Akkukonfiguration locker auf ein paar k€ mehr. Lieferzeit eher wie bei einigen E-Autos, also bis zu einem oder über ein Jahr. :whistling:


    Probegefahren bin ich ein modifiziertes Schwestermodell auf der Spezialradmesse SPEZI 2019.

    Noch nicht zugeschlagen habe ich eigentlich nur, weil ich auf eben der Messe von einem geplanten Joint Venture mit dem Hannoveraner Mitbewerber Räderwerk (Hersteller des sehr sportlichen (Renn-)Velomobils "Milan") erfahren habe, für welches sie angeblich "nur" noch das unternehmerische Risiko für eine TÜV-zertifizierte Kleinserie aushandeln müssen.

    Außerdem möchte ich erst meine PV-Insel fertigstellen, damit ich "echten" Ökostrom laden kann. Aber bei den Lieferzeiten sollte das kein Argument sein. ;)


    Warum kein Podbike? Mir zu langsam... 8o (ich suche einen Auto-/ Motorradersatz für Langstrecke). Es unterstützt nur bis 25 km/h, kann aber beliebig schneller werden, so die Muskelkraft das schafft (bergab?). Naja, nicht ganz beliebig: Bei 60 km/h wird aus Sicherheitsgründen via Rekuperation (Wirbelstrombremse) sanft abgebremst. Diese etwas komplizierte Konstellation hat leider zu einem grottig schlechten Galileo-Beitrag geführt, der nahezu alle Fakten verdreht hat. :(

    Das Podbike war entgegen erster Ankündigungen übrigens doch nicht auf der SPEZI 2019 vertreten.

    Aber die Messe war auch ohne der reine Wahnsinn. ^^


    Zu Litholas einführenden Infos und Rahmenbedingungen:

    Super Sammlung! :thumbup: Meinem aktuellen Stand nach ist das eine oder andere "Rechtliche" evtl. mittlerweile überholt, ich kann als alternative Infoquelle noch das Wiki des Pedelec-Forums anbieten. Es beschreibt zwar in erster Linie die Situation für 2-Räder, ist aber gut übertragbar, da Velomobile ohne oder bis 25 km/h-Unterstützung rechtlich als Fahrräder gelten (EG-Klasse L1eA) und bis 45 km/h entweder als S-Pedelecs (mit Kurbelkraftsensor, also Zwangsmittreten, 2-rädrig EG-Klasse L1eB, hier 3-rädrig L2e) oder Kleinkrafträder (EG-Klasse auch L2e, in Deutschland am ehesten "Moped"). Ab 45 km/h wird ein Versicherungskennzeichen benötigt, (noch) kein Helm (bei 2-rädrigen S-Pedelecs schon, aber noch ohne Normen). Damit sind ab 45 km/h übrigens Fahrradwege generell, tabu, egal ob inner- oder außerorts und egal ob mit oder ohne Zusatzzeichen ("Mofas frei") - ist halt kein Mofa, sondern Moped.

    Für mich am ärgerlichsten: Das KBA hat leider bislang noch keine einzige Anhängerkupplung für 45 km/h-Velomobile zugelassen, was meine Pläne für einen Solaranhänger nachhaltig torpediert. :(

    Aber zu diesen Plänen werde ich hier wohl noch öfter schreiben...

  • Dass das Podbike nicht auf der Spezi war liegt daran dass intensiv an der Serienfertigung und Zulassung nach den einzelnen Kriterien jedes einzelnen Ziellandes gearbeitet wird.

    Ein größerer Akku bzw. Modulare Akkustrategie sowie 45kmh s-ped oder sogar mehr werden folgen - das Pedelec soll den Weg/Markt bereiten.

    Alles auf Nachfrage zu erfahren :).

    Ich hatte eine Email geschickt weil ich hauptsächlich wegen des Podbikes zur Spezi wollte.

    Für mich wäre es egenau das richtige auch wenns oder mehr weil es mehr Fahrrad als Auto ist.


    Gruß Flo

  • Hi Flo,


    ja so ging es Freunden von mir auch, weshalb ich aufgrund deren Empfehlung und einer Einladung von Akkurad letztlich allein dort war.


    Von den Zukunftsplänen fürs Podbike weiß ich auch, bin selbst allerdings bereits schon so lange am planen,dass ich diese Zukunft nicht mehr abwarten möchte.

    Aber davon abgesehen, dass es diesem Land noch immer am politischen Willen für eine breiter aufgestellte Förderung (und eben auch Zulassung) solcher mobilen Lösungen als Teil der Mobilitätswende mangelt, gibt es weltweit ja durchaus so einige existierende Umsetzungen, sowohl in Planung, als auch mit mehr oder weniger langer Erfahrung "auf der Straße" (oder wo immer zugelassen). Ohne besagte Förderung ("Lobby") kommen solche Fahrzeuge halt leider nicht über Einzelanfertigungen oder max. Kleinserie hinaus, was nun mal keine massentauglichen Anschaffungspreise ermöglicht (siehe erstes Tesla-Modell).


    BTW: Mein "Traum" wäre ein Fahrzeug etwa im Format eines Velomobils, Kleinkraftrads oder Kleinstwagens, zugelassen bis mind. 60km/h, 80 km/h wären besser, 100 die Obergrenze (Fahrstabilität und exponentiell ansteigender Windwiderstand => Verbrauch).
    Auf jeden Fall sollte das Gewichtsverhältnis von Fahrzeug zu Insasse(n) deutlich weniger fahrzeuglastig sein als bei den etablierten Pkw (auch den elektrisch betriebenen! Bei Motorrädern ist das als "Leistungsgewicht" bekannt). Jeder PV-Betreiber, insbesondere jeder Insel-PV-Betreiber weiß aus praktischer Erfahrung, dass Verbrauchsoptimierung der Königsweg ist. Und E-Autofahrer sollten dies auch wissen.;)

    Ggf. sollte die Flexibilität durch einen Anhänger gesteigert werden können.

    Wenn ein solches Fahrzeug nun noch seinen Betriebsstrom photovoltaisch selber generieren könnte (siehe Sion, Lightyear & Co.)... Ok, das wird noch ein weiter Weg. :roll:


    Gruß

    Gwydion

  • 60km/h wären gut, damit man nicht ein rollendes Verkehrshindernis ist. Noch besser wäre ein separates Wegenetz für Fahrräder und Velos. Über 45km/h wird der Windwiderstand so gross, dass es kaum noch einen Unterschied macht, ob man in die Pedale tritt oder nicht. Der Elektroantrieb sollte eher eine kleine Unterstützung sein, und nur dann signifikant dazuleisten, wenn es bergauf oder gegen den Wind geht.


    Mit einem separaten Wegenetz gäbe es nicht mehr die Gefahr, von PKW und LKW übersehen zu werden, die Velos könnten flacher sein und damit weniger Luftwiderstand haben.


    Aber das ist Zukunftsmusik. 25km/h ist besser als man oft denkt. Damit braucht man zwar evtl eine Stunde hin eine Stunde zurück, aber hat dabei eben gleich noch Sport gemacht. Für die wichtigen gesundheitlichen Effekte braucht man ja keine Höchstleistung, sondern moderate Leistung über längere Zeit.


    Um damit in den Urlaub zu fahren muss man halt umdenken: Nicht mehr der Aufenthalt am Ziel ist alleinig seligmachend. Dabei wird ja so getan, als ob alle Punkte auf der Strecke dahin völlig uninteressant wären. Aber eventuell könnte man Velos so bauen, dass sie sich einfach zu einer Liege umbauen lassen!?