SMA STP7000TL-20 mit verminderter Leistung

  • Hallo große Fachgemeinde,


    mein Wechselrichter bringt nicht seine vorgegebene Leistung. Kennt sich jemand mit der SMA-Technik aus?


    Meine Anlage hat aktuell 10,6kWp an PV-Leistung und hängt an einem SMA STP7000TL-20. Da jetzt ein Teil der Anlage nach „W“ und ein zweiter Teil nach „O“ ausgerichtet ist, kam der WR bisher noch nie an seine Leistungsgrenze. Allerdings wurde die Anlage erst im März in der PV-Leistung erweitert.


    Leider muss ich feststellen, dass der WR bereits bei 6,680kW hart abregelt. Es ist für mich nicht erkennbar, warum der WR das so früh macht. Da mein Solateur nicht mehr greifbar ist und SMA nicht mit Endkunden kommuniziert, brauche ich mal Eure Unterstützung.


    Im WR wurde die Wirkleistungsbegrenzung gelöscht und auf 100% gesetzt, um mögliche Einstellfehler auszuschließen. Damit müsste doch der WR seine 7kW Leistungsgrenze ansteuern und dürfte auch erst über 7kW Generatorleistung abregeln.Er regelt jedoch schon früher ab.


    Weiß jemand

    -       woran die verfrühte Abregelung liegen könnte?

    -       Ob es so vielleicht doch normal ist

    -       Wie man den WR auf seine 7kW Leistungsgrenze bringt?

    -       Wie man den Hersteller in die Verantwortung bekommt, wenn der Solateur nicht mehr verfügbar ist


    Wie würdet Ihr vor gehen?


    Danke vorab für Eure Unterstützung.

    Gruß Maria1959

  • Maria1959

    Hat den Titel des Themas von „SMA STP700TL-20 mit verminderter Leistung“ zu „SMA STP7000TL-20 mit verminderter Leistung“ geändert.
  • Der Grund nennt sich Blindleistung und liegt über 3,68KVA bei 5%.

    Die Anlage kann max 6650W einspeisen ... 350W stellt der WR als Blindleistung bereit.


    Der WR ist für 10,8KWp zu klein ... wer hat das geplant?


    Welche Dachneigungen hast Du?

    Wie viele Module liegen auf Ost und auf West?

  • Meine Anlage hat aktuell 10,6kWp an PV-Leistung und hängt an einem SMA STP7000TL-20.

    Klarer Fall, der Wechselrichter ist zu klein. Bei 10,6 kwp braucht man für 70% hart 7,8 KVA Wechselrichterleistung. Passen würde da ein 8 kVA Gerät.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

    • Offizieller Beitrag

    Da jetzt ein Teil der Anlage nach „W“ und ein zweiterTeil nach „O“ ausgerichtet ist, kam der WR bisher noch nie an seineLeistungsgrenze. Allerdings wurde die Anlage erst im März in der PV-Leistungerweitert.

    Was heißt das genau?


    Um zumindest die vollen 7kWac zu nutzen, kann man den VNB fragen, ob er wirklich darauf besteht dass du induktiv Blindleistung verbrauchst. Sinn macht das nur, wenn du an einer langen Leitung hängst und mittags die Netzspannung zu hoch wird.

  • Hallo große PV-Glaubensgemeinschaft,


    die Anlage war ursprünglich völlig verplant. 7kWp PV-Leistung wurden an den 7kW SMA-WR geklemmt. Dabei wurden 13 Module mit 280W mit 45° nach Süden und 12 Module mit 12° nach Süden montiert und getrennt an jeweils einen MPPT angeschlossen. Mit meiner Akku-Förderung lag die Einspeisebegrenzung bei 60%.

    In der Historie lag die Max.-Leistung am WR bei ca. 5kW Erzeugung an außergewöhnlichen Tagen (kaltes Wetter) ging es auch mal leicht darüber. Die Ausbeute lag bei 920kW/a


    Mit der ganzen Anlage war ich insgesamt unzufrieden und hatte ja vor über einem Jahr hier im Forum nach einer Alternative angefragt. Weit verbreitete Meinung war ja: Alte Anlage nicht anfassen und weitere Dachflächen belegen, was mein eigentliches Problem nicht gelöst hätte.


    Also habe ich mich nach eingehender Prüfung zu einer Lösung entschieden, die nicht so populär ist und nur von sehr Wenigen - wenn überhaupt - als sinnvoll betrachtet wird.


    Ich habe die 12 Module die nach S ausgerichtet waren mit 15° nach W aufgestellt. Damit wird die Ausbeute dieser Module natürlich schlechter. Ich konnte jedoch auf die gleiche Dachfläche 12 weitere Module mit 300W mit 15° nach O aufstellen. Diese wurden parallel zu W an den gleichen String angeschlossen. Besonderes Augenmerk bei der Auswahl der Module war die Spannung. Somit sind jetzt an meinem WR 10,6kWp angeschlossen. Die neuen 3,6kWp laufen mit 70% Einspeisebegrenzung.


    Letztlich liegt meine Einspeisegrenze bei 63,XX% auf die 10,6kWP. Das wären 6,68kW, Außerdem liegt am Tage meine Grundlast bei ca. 400W. Somit läge bei gleichmäßiger Erzeugung und Verbrauch die max. Erzeugungsleistung (??weich??) bei etwas über 7kW. Damit erscheint der Austausch des WR nicht wirtschaftlich darstellbar.


    Es gibt noch eine weitere Betrachtung: Wenn die alte PV mit 7kWp nur eine Max-Leistung um 5kW erreichte, dürfte der 10,6kWp-Kollektor auch nur auf 7,5kW kommen. Unter Berücksichtigung einer schlechteren Ausrichtung – da S nach W wechselte, wohl eher weniger! Auch diese Betrachtung würde den finanziellen Mehraufwand für den Austausch des WR nicht rechtfertigen.


    Mich hat jetzt nur irritiert, warum der WR die angegebenen 7kW nicht bringt. Hätte er die 7kW gebracht, so gäbe es an kalten sonnigen Tagen ca. 1-2kWh mehr an PV-Leistung. An wärmeren Tagen komme ich wohl an diese Leistungsgrenze nicht ran. An den 30-50 kalten Tagen im Jahr - wenn überhaupt - kann ich damit ohne erneute WR-Ausgabe gut lebe. Dann weiß ich jetzt, dass es kein Defekt am WR ist, sondern mit den technischen Werten zusammen hängt.


    PS: Das eigene Gebastel hat weniger als die Hälfte gekostet, als hiesige Solateure für meine „Optimierung“ aufgerufen hatten. Damit bin ich so schon recht zufrieden! Die Stromerzeugung im April2019 liegt recht genau 50% über den Werten der Vorjahre. Ich denke das passt schon mit der Erzeugungsausbeute.


    Weidemann

    Mit der Blindleistung habe ich nicht recht verstanden. Könnte man die abschalten? Allerdings liegt mein Hausanschluss nur ca. 50-70m vom Netzverteiler entfernt. Damit wäre das wohl weniger sinnvoll, so ich es richtig verstanden haben.


    Danke für die Unterstützung!

    • Offizieller Beitrag

    Ich behaupte sogar: Die meisten (kleineren) VNB fordern nur deshalb die Standardeinstellung, weil sie nicht wissen dass sie auch was anderes verlangen dürfen -> frag deinen VNB, ob es gewollt ist dass du induktive Blindleistung verbrauchst mit deiner Anlage, oder ob du den WR lieber auf cos(phi)=1 stellen sollst.


    Einige größere VNB scheinen standardmäßig cos(phi)=1 zu fordern, und das macht auch Sinn! Blindleistung erhöht schließlich die Verluste im Netz, und muss irgendwo wieder kompensiert werden...

  • Kannst Du mal ein Bild der PV Flächen zeigen ... das klingt nach Flachdach und aus 15 Grad nur Süden wurde Ost/West mit 15 Grad und doppelt so großen PV Generator. Durchaus sinnvoll und hätte Dir hier auch jeder dazu geraten.


    Die Module mit 45 Grad nach Süden habe ich noch nicht verstanden.


    Eine "verplante Anlage" ... das trifft es ganz gut.


    In Summe wirst Du es mit mehr Modulen am gleichen WR sicher verbessert haben, denn der WR war viel zu groß.

    An den 5% Blindleistung kommst Du nach meinem Stand nicht rum.

    Mit größeren VNB muss man da gar nicht erst in die Diskussion gehen, z.B. meine Westnetz ist da einfach stur.

  • Aber wenn Du einen Akku hast, wäre es doch sinnvoller, das was nicht eingespeist werden darf (>60%) in den Speicher zu laden. Da sollte sich doch ein größerer WR lohnen...


    Stefan

    Wie kommst Du auf diese theoretische Aussage. Kannst Du diese mit Zahlen untermauern?


    Gemäß meiner historischen Daten (siehe Anlage) könnte ich es in der Spitze auf 7,5kW Erzeugung schaffen. Das wären mit meine WR in der Spitze ca. 1kW verschenkt. Die Überschreitung kann max. 4h am Tag erreicht werden. Damit könnten es verschenkte 4kWh am Tag werden. Optimistisch könnten es 50Tage am Tag werden. In der Summe wären es 200 verschenkte kWh/a. Bei 0,11€ Einspeisevergütung wären es in 20 Jahren im günstigsten Fall ca. 440€ Vergütungsverlust (eher weniger). Welchen 8kW-WR bekomme ich dafür, Monatgekosten mit berücksichtigt?


    seppelpeter

    Stimmt, die 45° Module der alten Anlage sind nicht nach Süden sondern nach W ausgerich. Die Südmodule sind auf einem Flachdach. Dennoch sah Dein Rat auch etwas anders aus!;)

    Eure Meinung zum PV-Umbau