Rendite und Kosten schlüsselfertiger PV-Anlagen (Sunshine Energy, Milk the Sun, Solar-Direktinvest u.ä. Anbieter)

  • er rechnet noch...:mrgreen::lol:

    Meinst du?:rolleyes:


    Ich weiß, dass es bei der NASA/ESA komplizierte Rechenprozesse gibt............aber bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage:?:

    Na. ja, vielleicht unterschätzen wir das auch alle und daher dauert heutzutage eine Angebotserstellung so lange.;)

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo "Bento",


    sorry - das ich erst jetzt antworte - ich bin einfach nicht täglich hier auf dem Forum, zu Deinen Fragen:

    a) Eigentlich ist es mir relativ egal, wie jemand seine eigene Investitionsplanung kalkuliert, wenn DU der Meinung bist ein Photovoltaik Investment rechnet sich nicht für Dich, ist das doch alles völlig ok, ich will und muss doch niemanden davon überzeugen. Ich gehe auch nur von Fakten aus und nicht von Annahmen.


    b) Unsere Pachtverträge laufen immer auf 20 Jahre Grundlaufzeit zzgl. 2 x 10 Jahren Option, somit kommen wir auf eine Gesamtlaufzeit von 40 Jahren - wie lange Solarmodule halten ( Thema Degradation - hat das Fraunhofer Institut getestet und publiziert) - einfach googeln.


    c) Deine Aussage, das Du in Deiner Berechnung die Anlage nach 20 Jahren mit 0 Euro bewertest ist doch ok, für Dich.
    Ich würde gerne alle Deine Anlagen nach 20 Jahren dann kostenlos übernehmen, dürfte ja kein Thema sein.

    Ich kalkuliere meine Anlagen so, das ich die Restlaufzeit nach Ende der ersten 20 Jahre ( in diesem Fall weitere 20 Jahre) nehme und mir ausrechne, welchen Stromertrag kann ich in diesem Zeitraum noch generieren und welche Erlöse habe ich hierdurch. Das ist für mich der Wert, den die Anlage dann für mich noch wert ist. Da ich nur weis, wie sich der Strompreis in den letzten 20 Jahren entwickelt habe, aber keine Glaskugel habe um den Strompreis im Jahre 2039 vorher zu sehen, setze ich bei meinen kalkulationen den heutigen Strompreis von ca. 8,2 Cent an. Ich glaube das ich diesen auf jeden Fall erzielen werde. ( BSP: 1 Mio. E Autos sollen geladen werden - bedeutet wir brauchen 350GigaWatt an Strom, heute liefert unser Stromnetz nur 69 GW - also glaube ich, das der Strompreis ( nicht nur deswegen) sehr stark steigen wird ( Angebot & Nachfrage)

    Wie Du das für Dich rechnest, bleibt alles Dir überlassen.

    d) Fakt ist doch mal - wenn ich 100% EK einsetze erziele ich nach Kosten einen Ertrag p.a. von etwas über 6%, wenn ich das Geld auf dem Konto lasse werden mir 0,5% p.a. Strafzinsen abgezogen und ich habe zusätzlich die Inflation an der Backe.

    Wenn ich meine Anlage mit ca. 1,5% finanziere ( btw. es gibt demnächst KFW Darlehen mit MINUS 0,5% Zinsen!) dann habe ich über den leverage Effekt einen noch höheren Hebel.


    e) Rückbaukosten
    Gibt es bei uns keine - entweder der Verpächter übernimmt die Anlage nach 40 Jahren oder wir übernehmen diese zurück.




    Aber nochmal - es scheinenen hier ja nur "PV Hater" zu schreiben, keiner zwingt euch eine PV Anlage zu kaufen, wenn Ihr unsicher seit, oder es nicht leisten könnt, oder es euch nicht sicher genug ist, dann lasst es einfach, ist doch besser so.

    Für mich persönlich ist es das "beste Investment" welches ich kenne - 6% p.a. staatlich garantiert und ich kann die PV Anlage im Jahr des Erwerbs bis zu ca. 55% abschreiben und bezhalte Steuern zurück holen, ich keinen keine Alternative hierzu, bin aber offen für Tipps und Vorschläge.



    Wenn ich mir jedes Jahr vom Finanzamt für das PV Investment - von meiner gezahlten Lohnsteuer - 40.000€ zurück holen kann und diese in meine PV Anlagen investiere als EK - den Rest finanziere - dann ist eine PV Anlage einfach nach 15 Jahren von alleine bezahlt. Das kann sich jeder in einer Excel in 2 Minuten nachrechnen.


    Die Stromerträge sind durch das EEG der Höhe nach staatlich garantiert, die möglichen Schwankungen die es geben kann auf Grund Wetter u.a. habe ich über die Allianz versichert - so habe ich 20 Jahre + das Jahr der IB garantierte Einnahmen in Höhe von besagten mind. 6% p.a.


    Wer die Anlagen selber bauen kann, da er ausreichend Dachflächen zur Verfügung hat und die Anlage selber bauen kann, hat natürlich noch bessere Zahlen - aber wer hat schon 3.000 - 4.000m² Dachflächen und hat dann noch das Konw How und die Zeit sich seine Anlage selber zu bauen? Ich kaufe meine Autos auch lieber vom Hersteller als das ich mir selber eines baue - obwohl das dann wohl günstiger wäre.



    Liebes Forum - wenn Ihr wirklich sachliche Fragen habt, beantworte ich diese gerne - da ch in dieser Branche schon lange Jahre tätig bin, behaupte ich mal, das ich eine gewisse Grundkenntnis habe. Wir bauen ca. 20 MegaWatt pro Jahr verteilt auf ca. 40- 50 Anlagen pro Jahr.


    Wünsche euch einen schönen Tag

    mit freundlichen Grüssen
    Deutsche Contracting AG



    Wir sind gewerblicher Anbieter von Photovoltaikanlagen für Kapitalanleger und Steuersparer - auch wenn Sie kein Dach haben.

  • Hallo DCAG,


    schön, dass du noch da bist!

    Liebes Forum - wenn Ihr wirklich sachliche Fragen habt, beantworte ich diese gerne - da ch in dieser Branche schon lange Jahre tätig bin, behaupte ich mal, das ich eine gewisse Grundkenntnis habe. Wir bauen ca. 20 MegaWatt pro Jahr verteilt auf ca. 40- 50 Anlagen pro Jahr.


    Ich zitiere mich mal selbst:

    Wäre nett, wenn du hier mal ein Beispiel für einen Otto-Normalverbraucher vorrechnen würdest.


    Und noch eine Frage:

    Warum gibt es eure Internetseite nicht mehr?

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Interessant, wie sich die Prämissen der Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen und damit die Argumente im Laufe der Jahrzehnte geändert haben. Ich war seit dem EEG 2004 unterwegs und habe PV-Anlagen aus 2004, 2005, 2009, 2010, 2011 und 2012. Ich war einer der ersten Investoren im Forum die versucht haben eine seriöse Rentabilitätsberechnung unter Berücksichtigung der Lage, Ausrichtung und des Betreiberrisikos herzuleiten. Damals waren die Komponenten und die fachgerechte Installation sehr teuer (Anfang 2004 ~ 4000 €/kWp, 2005 ~ 5000 €/kWp) und die Vergütung anfangs bei 57,4 Cent/kWh. Meine stark vereinfachten Faustformeln wurden im Forum populär z.B. beschrieb die "Kollektorformel" den maximalen Preis den man bezahlen konnte um überhaupt in die Wirtschaftlichkeitszone zu gelangen. Mehr als den zehnfachen Jahresertrag durfte man keinesfalls bezahlen wenn man wenigstens eine kleine Rendite oberhalb des damaligen Zinsniveaus (~ 5% p.a.) einfahren wollte. Ich selbst habe nie mehr als den 8-fachen prognostizierten Jahresertrag bezahlt und war nach Pacht, Kreditbedienung und Kosten meist nach etwa 10 Jahren in der Phase wo die Anlage amortisiert war. Teils deutlich länger dauerte es bei Anlagen mit technischen Problemen, z.B. mit Dünnschichtmodulen, das Risiko musste eingepreist werden.


    Die Randbedingungen waren damals anders als heute, bei EEG-Vergütungen oberhalb der Stromeinkaufspreise war kaufmännischer Eigenverbrauch nicht sinnvoll. Die damals hohen Pachtpreise und sonstige Kosten kann man nach Ende der EEG-Vergütung nicht mehr bezahlen weshalb man froh sein konnte wenn man die Anlage nach 20 Jahren dem Dachbesitzer schenken kann und man keine Rückbaukosten mehr aufbringen muss.


    Auch damals schon wurden Investoren PV-Anlagen schlüsselfertig angeboten, aber der Preis war deutlich höher als wenn man alles selbst organisiert wobei die Suche nach einem geeigneten Dach sehr arbeitsintensiv war. Der Preis von schlüsselfertigen Projekten lag etwa auf dem Niveau von PV- und Windparkbeteiligungen oder schlüsselfertig angebotenen Immobilien mit Mietgarantie und Verwalter, z.B. bei Seniorenheimen. Nachträglich wird immer alles irgendwie teurer, die Prognosen werden nicht nachhaltig erreicht, die Initiatoren werden insolvent und die Garantien werden wertlos etc. Die Geldflut in der Tiefzinsphase tut ihr übriges um hohe Preise am Markt durchzusetzen.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Die Geldflut in der Tiefzinsphase tut ihr übriges um hohe Preise am Markt durchzusetzen.

    Moinsen Kollektor ,


    viel zu lange nix gesehen und gehört von dir.


    Ich habe den Satz zitiert, weil ich damit "Bauchweh" habe. Es ist im Jahre 2019 nach meinem Gefühl nicht so, als dass zu hohe Preise am Markt durchgesetzt werden, und ich mag mich auch nicht auf das Tiefschlag/Totschlagargument zurückziehen "Angebot und Nachfrage".


    Wir, also das PV- Forum, sind gerade der (sehr!!) lebendige Beweis dafür, dass sich jeder mit weniger als 5 Sekunden Internet Recherche schlau machen kann, was derzeit üblich oder angemessen oder eben preiswert/günstig/Schnäppchen ist.

    Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.


    Richtig ist, das häufiger eben jene Kunden hier landen, die hochpreisige Angebote bekommen haben, und dadurch angespornt waren mal einzelne artikel aus dem Angebot zu googeln.


    Aber nirgends wird was "durchgesetzt". Immer ist da ein Kunde, der den Auftrag vergibt, also jederzeit das Heft des Handelns in der Hand hat.


    Wer bei einem Invest von mehreren tausend Euro nicht bereit ist, sich innerhalb einer angemessenen Frist zu informieren, der zahlt eben ungeprüft das, was ihm angeboten wird. (Und verwirkt damit in meinen Augen das Recht rumzujammern)


    Um auch mal ein bisschen rumzujammern (nicht ernstgemeint) ich bin satt von Interessenten, die glauben zu wissen, was ein von mir angebotenes Modul in einem Internetshop kosten soll und darf, aber nicht begreifen, dass ich kein Internetshop bin, sondern jemand, der sein Schwarzbrot damit verdient, Anlagen ganzheitlich zu betrachten (also erstmal zu sortieren, was will er erreichen), zu planen, zu errichten und in Betrieb zu nehmen - und im Nachgang den Kunden und die Anlage zu betreuen.


    Herr Witt, zu teuer, dass höre ich garnichtmal so selten, häufiger aber: "Gut Sie gefunden zu haben".


    Das mal als Stellvertreter- Lanze für die rechtschaffenden Solarteure. Leider hat besonders diese Branche ne Menge Scharlatane hervorgebracht, und tut es noch immer, auch in Webshops... Das macht diesen Beruf nicht leichter, weil einem viel Aufwand abgefordert wird, den Mist der anderen auszubügeln, und verlorenes Vertrauen in die Branche wiederzugewinnen.


    Das Hauptproblem aber bleibt: Der Interessent kann auch erstmal nur bunte Webseiten lesen, vielleicht noch anrufen, aber ein wenig Restvertrauen in die Welt da draussen muss da sein. Ob er ein Arsch... an der Angel hat, weiß er ganz lange nicht.


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg


    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung, Anlagenplanung und -Neubau

  • Die Geldflut in der Tiefzinsphase tut ihr übriges um hohe Preise am Markt durchzusetzen.

    Ich habe den Satz zitiert, weil ich damit "Bauchweh" habe. Es ist im Jahre 2019 nach meinem Gefühl nicht so, als dass zu hohe Preise am Markt durchgesetzt werden, und ich mag mich auch nicht auf das Tiefschlag/Totschlagargument zurückziehen "Angebot und Nachfrage".

    Damit meinte ich keinesfalls die Preise von einzelnen Komponenten oder der Arbeit von Solarteuren, deren Preise nach Renommée und Qualität oft nicht genug gewürdigt werden. Hier gibt es zudem einen harten Wettbewerb und örtlich eine hohe Transparenz zu hohe Preise dämpft.


    Ich zielte auf den Preis von schlüsselfertigen Finanzprodukten wie z.B. PV-Anlagen an reine Finanzinvestoren die keine Lust haben sich selbst ein passendes Dach zu suchen, die Anlagenplanung selbst zu übernehmen und Angebote anzufordern.


    Warum ich selbst keine neuen PV-Anlagen mehr plane liegt hauptsächlich an mehreren Gründen:


    - Mein Alter.

    - Bei gleicher Investitionssumme wird die Dachfläche (Preis!) und die Anbindung viel größer als damals.

    - Eigenverbrauch nur schwer realisierbar und nicht garantierbar über 20 Jahre.

    - Dadurch und wegen der Dachpacht bei Volleinspeisung eine insgesamt zu niedrigere Rentabilität.


    Für Dachbesitzer mit Strombedarf sieht die Sache viel besser aus als für externe Investoren mit komplizierten Verträgen, die machen es sowieso selbst. Hätte ich selbst ein Dach würde ich es sofort belegen.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • setze ich bei meinen kalkulationen den heutigen Strompreis von ca. 8,2 Cent an. Ich glaube das ich diesen auf jeden Fall erzielen werde.

    Wirklich? Im Sommer, wenn genug übrige PV-Leistung im Netz ist? Sind wir da nicht eher bei 2-3 Cent/kWh, und neuen Phantasie-Kosten des VNB, der sich die Messung fürstlicher bezahlen lassen will als bisher? Ich kenne eine kleinere Anlage auf Pachtdach, da geh ich davon aus dass die der Dachbesitzer mit Glück geschenkt nimmt, oder der Betreiber sie abbauen muss. Denn der Dachbesitzer hat üblicherweise noch ein paar eigene Anlagen auf dem Objekt, die vorzugsweise für Eigenverbrauch verwendet werden.


    Fakt ist doch mal - wenn ich 100% EK einsetze erziele ich nach Kosten einen Ertrag p.a. von etwas über 6%, wenn ich das Geld auf dem Konto lasse werden mir 0,5% p.a. Strafzinsen abgezogen und ich habe zusätzlich die Inflation an der Backe.

    Das gilt aber nur, wenn dich grad eine halbe Million "drückt", die "weg" muss. Das ist die "Geldflut", die Kollektor meint. Dann kann man bei einem Teil des Vermögens ein höheres Risiko akzeptieren, um einen realen Inflations-Schutz zu haben... Aber das auch nur, wenn man sich zur Risikostreuung gleich einen ganzen Strauß solcher Anlagen leisten kann, und sich sehr sicher ist dass man perfekte Komponenten erwischt. Wenn die Modul-Charge auch nur etwas übermäßig degradiert, ist man gleich bei 0% Rendite oder darunter.


    Wenn ich als begüterter Privatmann in der glücklichen Lage wäre, ein paar 100.000€ "übrig" zu haben, dann krieg ich die auf jeden Fall ohne Strafzinsen unter :-) Wenn ich die Wahl habe zwischen sicherer Anlage für 0% Zinsen, und PV-Projekt auf Pachtdach für 2,5% Rendite, dann nehm ich auf jeden Fall ersteres. Nicht zuletzt, weil ja in 10-20 Jahren die Zinsen wieder anziehen könnten.

    Der typische private Aufdach-Anlagen-Käufer hat keine Geldflut, daher ist hier wohl auch der Preisdruck höher, als im Großanlagen-Segment.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Gibt es hier jemanden der eine PV-Anlage auf gepachtetem Dach über so einen Full-Service-Anbieter gekauft hat? Da ich gerade überlege dies zu tun würde ich mich sehr über Erfahrungsberichte freuen!