Unterdimensionierung des WR noch zeitgemäß?

  • Ja, da hab ich was in den falschen Hals gekriegt mit den 0-5 Sortierungen. Sind natürlich W und nicht %. Da hat sich dieses Problem schon mal erledigt.

    Und wenn ich die Umpp bei 25°C von 32,6 V und den Temperaturkoeffizienten -0,31 /%K nehme und auf -15°C runterrechne, komme ich auf 990V bei 22 Modulen. Da ist nicht mehr viel Luft.

    Allerdings kommen solche Bedingungen nur im Winter vor, und da steht die Sonne erheblich tiefer. Die Normeinstrahlung von 1000W/m² wird da lange nicht erreicht, schon gar nicht bei Ost-West mit 25° Dachneigung. Zumal die 22 Module auf dem ungünstigeren Dach mit eher WNW-Ausrichtung liegen. Lage ist Voreifel bei Euskirchen auf knapp 210 m üNN. Die Einstrahlung dürfte im Winter deutlich unter 800 W/m² liegen.


    Vielen Dank auch für die Tips, dass rechnerisch vielleicht ein WR mit 10 kVA, einer mit 12 kVA auf jeden Fall ausreicht. Das ist bekannt. Die Frage ist eher, ob einer mit 15 kVa in der Praxis einen monetär spürbaren Unterschied im Ertrag bewirken wird wegen ungünstigerem Wirkungsgrad. Wie gesagt, die Software von SMA hat einen Performanceunterschied von 0,1% ausgewiesen. Wenn das so wenig Unterschied ist, nehm ich die Mehrkosten für den WR mit 15 kVA gegenüber einem mit 12 gerne auf mich und montiere auf OSO 27 Module statt nur 26. Das macht mehr aus als das 0,1% schlechteren Wirkungsgrad. Außerdem sieht die Anlage optisch dann besser aus wegen der Symetrie, was bei einem einstöckigen, schmucken Bungalow nicht unerheblich ist und bereits die Mehrkosten für das Lorenz Plus in Schwarz und die Wahl der Module in Schwarz begründet hat.


    Und den Huawei hab ich mir angeschaut, der kann nur 18 A pro Mpp. Meine Anlage wird rechnerisch aber bis zu 19,1 A bringen. Damit fällt der raus. Außerdem möchte ich bei deutschen Produkten bleiben.

    14+13 Module OSO+22 Module WNW Heckert NeMo Black 310 Wp

    Kostal Piko 15 70% hart

  • der Huawei hat 3 Tracker, das ist ja das schöne und ist dazu passiv gekühlt.


    woraus werden Wechselrichter und Module wohl gefertigt?

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 2*17 LG360 Süd, 2*17 G5 Duo Nord, und 12 Sharp NU-SC 360 auf WiGa und Garage nach Süd

    an Fronius Symo 12,5 & Solis RHI 4,6

  • Einige eigene Erfahrungen zu den Wirkungsgraden der meisten 3 phasigen Wechselrichter:


    Die besten Wirkungsgrade werden im DC Nennspannungsbereich des jeweiligen Gerätes erreicht.

    Weicht die MPP Stringspannung nach unten und oben ab, fällt der Wirkungsgrad vor allen im

    obersten Grenzbereich ab. Deshalb würde ich raten nicht in den Grenzbereich von 1000 Volt zu

    gehen! Im Winterhalbjahr liegt man deshalb sehr ungünstig in der WG-Kurve

    Habe langjährige Messvergleiche getätigt und dabei spez. bei SMA-Tripower Geräten festgestellt, daß

    im Bereich 550 bis 650 Volt MPP Stringspannung der optimale Wirkungsgrad erreicht wird.

    Auch im Auslastungsbereich musste ich meine früheren Kenntnisse berichtigen, da der beste Wirkungsgrad

    bei Auslastung im 50 bis 80 % Bereich erreicht wird. Wobei die alte TL10 Serie im hohem Lastbereich >80%

    besser abschneidet als die neuere TL20 Serie.

    In wie weit sich diese Erfahrungen auf andere Hersteller übertragen lassen müsste an Hand der Datenblätter

    möglichst mit WG Kennlinien beurteilt werden.

    Den oben erwähnten knapp 1000 Volt erwähnten String würde ich falls möglich aufteilen auf 2 par. Strings und einen WR im

    möglichst niedrigen DC-Nennspannungsbereich auswählen. Dies kommt auch den Temperaturbereichen im

    Winterhalbjahr, sowie dem 2. String positiv entgegen.

  • Den oben erwähnten knapp 1000 Volt erwähnten String

    das ist die maximale Leerlaufspannung bei 35K unter STC,

    Vmpp wird im Bereich um 750V liegen für 22*34V.

    hier wird es aber kaum Erträge geben, da Winterhalbjahr, im Sommer geht es dann mit bis zu 35K über STC unter 600V.

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  • Dass dies die Leerlaufspannung ist, war wohl klar! Trotzdem liegt der hohe Spannungsbereich in der kalten Jahreszeit nicht im Bereich der meisten optimalen Nennspannungsbereiche von 3 phasigen Wechselrichtern.

    Bei neuen Anlagen steht meist der Eigenverbrauch an wichtigster Stelle und damit ist jede mehr erzielte kWh in diesem Zeitraum deutlich höher zu bewerten. Deshalb konfiguriere ich für diese Zeit den besten Wirkungsgradbereich.

    Diese Überlegung wird später und nach dem Förderungsende immer wichtiger, denn im Winterhalbjahr ist der Anteil des selbstverbrauchten Stromes deutlich mehr wert als eine geringe Vergütung des eingespeisten Überschusses.

    Dieser Faktor wird in Zukunft immer größer werden. Bereits heute kann man den Wertfaktor ca. auf ca. 2,5 bis 3 setzen und dieser wird bei Einspeisevergütungsende wohl noch gewaltig ansteigen (> 6...)

  • [..] im Winterhalbjahr ist der Anteil des selbstverbrauchten Stromes deutlich mehr wert als eine geringe Vergütung

    interessanter Ansatz.

    22 Module in 2*11 sind dann aber auch reichlich aus dem optimalen Bereich nach unten raus,

    dazu ggf. mehr Verluste durch doppelten Strom und schlechteres Schattenmanagement.

    da müsste man schon richtung 1phasig mit 2 Trackern um etwas zu "gewinnen", dann laufen die Kosten

    aber aus dem Ruder.


    der Piko 15 hat z.B. 680V Bemessungsspannung:

    hier sind die 700 bis 800V absolut kein Nachteil.

    und auch Fronius:

    als auch Huawei

    lassen nach unten deutlich mehr "Federn" als nach oben.

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

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    an Fronius Symo 12,5 & Solis RHI 4,6

  • Moinsen,


    ich interessier mich beruflich auch für solche Grundsatzaussagen, sehe da aber einen Punkt extrem vernachlässigt:


    In der Sekunde, wo ich aus 6 Kurzen String 4 lange mache, eliminiere ich sofort 33% der DC- Verluste. Auf >20 Jahre... Aussderdem spare ich 40% der DC- Verkabelung ein, welche in der Anschaffung und Montage und im Unterhalt auch Geld kosten.

    Weiter ermögliche ich dem Schattenmanagement viel mehr Spielraum, und kann z.BSP. 2/3 der Module im Schatten ausregeln.

    (Winter/Schnee/Bäume was weiss ich...) Überhaupt ist es mir erst dann möglich, jedem String einen eigenen Tracker zu verpassen, und habe 0 Missmatching- Verluste durch parallel geschaltete Strings, woher auch immer das kommen mag.


    Das sollte wohl in Summe schon locker ausreichen, um die eigentlich zugrunde liegende Diskussion zum Thema WG des WR an die Wand zu diskutieren. Wenn wir es jetzt noch schafften, die WR vernünftig zu montieren, um sie garnicht erst so warm werden zu lassen, dass sie wahlweise lüften oder abregeln müssen, dann wird das auch was.


    Wenn man dann noch bei der Wahl des WR- Herstellers auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis aufpasst, dann ist die Diskussion spätestens hier schon zuende.


    Alle diese genannten Punkte schlagen umsomehr ins Kontor, seit die Vergütung "verhältnismässig" gering ist, bzw. die Montage- und Materialkosten bei der Anschaffung immer gewichtiger werden.


    -> Quintessenz: 1h mehr vernünftige Planung, 1h mehr vernünftige Montage, 1 Stufe Querschnitt mehr bei Kabeln und Leitungen, 1 (Gesamt-) Monitoringsystem auf Stand der Technik sind sofort 10% mehr Ertrag auf die Lebensdauer der Anlage betrachtet.


    (Ganz drastisch ausgedrückt: wer nur 25€/h zahlen möchte bekommt exact diesen Gegenwert, wer sich "den Luxus" einer vernünftigen und passenden Auslegung/Ausführung gönnt, hat am Ende mehr davon.)


    -> Alles belegbar!


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg


    Wette: Zubau 2021


    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung, Anlagenplanung und -Neubau

  • In der Sekunde, wo ich aus 6 Kurzen String 4 lange mache, eliminiere ich sofort 33% der DC- Verluste. Auf >20 Jahre... Aussderdem spare ich 40% der DC- Verkabelung ein, welche in der Anschaffung und Montage und im Unterhalt auch Geld kosten.


    (Ganz drastisch ausgedrückt: wer nur 25€/h zahlen möchte bekommt exact diesen Gegenwert, wer sich "den Luxus" einer vernünftigen und passenden Auslegung/Ausführung gönnt, hat am Ende mehr davon.)

    Was hab ich lange mit dem Zollstock das Dach vermessen und viele Skizzen auf A4-blättern gemacht :lol:

    Das wäre unbezahlbar gewesen, aber so bin ich nun von 5,4kWp (Angebot) auf 9,92

    (in Eigenleistung) gekommen und kann noch mal 9,92 dran hängen, wenn nächstes Frühjahr

    die Dachflächen saniert/hergestellt sind. 8)

    Wieder mal Kenntnisse, die man quasi nur 1x sinnvoll nutzt :mrgreen:

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 2*17 LG360 Süd, 2*17 G5 Duo Nord, und 12 Sharp NU-SC 360 auf WiGa und Garage nach Süd

    an Fronius Symo 12,5 & Solis RHI 4,6

  • Zitat

    Und das du alle Module mit +5 Wp bekommst, eher unwahrscheinlich.

    Ich würde da nichts zusätzlich berücksichtigen.

    Na das kommt wohl auf den Lieferanten an.

    Ich habe gestern die Flashliste meiner Module bekommen.

    LG325N1K-V5

    Nennleistung : 325 Wp

    schlechtestes Modul : 326,1 Wp

    bestes Modul : 333,5 Wp

    Mittelwert : 330,1 Wp


    Das sind bei 30 Modulen gut 150 extra Watt.


    Die Spannungswerte der Flashliste Voc & Vmpp liegen alle leicht unter den Angaben im Datenblatt (Bei leicht erhöhten Stromwerten). Die tatsächliche Leistung der Module würde bei dieser Lieferung also keinen Einfluss auf die Stringplanung nehmen.


    Vielleicht habe ich mit den Modulen aber auch nur etwas Glück gehabt.

    Die drei schlechtesten Module stammen von einer Palette mit einer deutlich früheren Seriennummer.

    Bei den beiden anderen Paletten mit aufeinander folgenden Seriennummern

    sind jeweils nur einige wenige Module unter 330 Wp.

    Ab 12.07.1996 bis 24.04.2019 = 2,64 kWp

    Ab 25.04.2019 = 9,75 kWp.

    30 x LG Neon2 Black 325N1K-V5 mit SE10k-WR

  • Janinamalin,


    ich meine, das du so gute Werte bekommst, liegt eher an den erweiterten Bedingungen der Leistungsgarantie bei den LG Modulen.

    Die Module werden mit etwas stärkeren Zellen bestückt und damit sozusagen noch mehr vorgespannt als bei anderen Herstellern.

    Damit überstehen sie die Anfangsdegradation und liefern die 98% nach einem Jahr auf jeden Fall.


    Insgesamt prima Werte, du kannst zufrieden sein. :)