Hilfe zur Planung PV auf EFH

  • Hallo Leute,

    ich möchte mich hier ganz kurz vorstellen und hier alle Mitglieder im Forum ganz herzlich begrüßen. Ich bin der Micha aus der nähe von Bayreuth und stecke momentan mitten in der Planung für eine PV Anlage auf unser Hausdach.

    Ich muss zugeben, ich habe eigentlich schon sehr mit einem Speicher geliebäugelt, je mehr ich hier aber lese und mich erkundige, werde ich wohl vorerst darauf verzichten. Am meisten hat mich da System "Sonnenbatterie" begeistert jedoch sind die Speicher doch schon sehr, sehr teuer. Auch Angebote mit System Senec habe ich mir geben lassen aber auch hier hat diese Cloud irgendwie nicht das Konzept was mich anspricht.

    Hier schreibt irgendwie jeder, dass sich das einfach nicht rentiert einen Speicher zu installieren und ich kann das jetzt auch nachvollziehen. Daher mein Entschluss, die Hütte so weit als möglich mit max. Belegung auszustatten.


    Zur Ausgangssituation


    Satteldach 45° Dachneigung mit Gaube (Verschattung auf einzelnen Modulen)

    Nahezu perfekte Südausrichtung


    Sole Wärmepumpe Verbrauch ca 6500 kWh momentan im HT/NT Ca. 19 ct Brutto pro kWh (Trockner/Waschmaschine/Kompressor etc. läuft da drüber daher der Verbrauch so hoch)

    Hausstrom ca 3700kWh pro Jahr momentan ca. 26ct pro kWh Brutto (6 Personenhaushalt)


    Mein Solarteur von Sonnenbatterie hat mir folgendes Konzept vorgeschlagen:

    31 Module IBC Monosol 310Wp Gesamt 9,61 kWp

    31 Moduloptimierer Solaredge P370

    Solaredge Wechselrichter SE17k (Erweiterung Flachdach ist geplant) sonst hätte einer mit geringerer Leistung genügt

    1 Sonnenbatterie eco 8 mit 12,5kWh

    (Gesamtpreis mit Montage ca 31.000) was ich schon recht hoch fand, als ich andere Angebote verglichen habe



    So seine Planung (habe ich mit Ashampoo 3D nachgebaut)


    Da ich aber nun volle Leistung aufs Dach haben möchte, habe ich nochmals einiges draufgepackt




    Der Anbau mit dem Flachdach kommt erst später.

    Entweder heuer (wird sehr Knapp) oder nächstes Jahr.

    Hier wird es sich um ein Pultdach handeln mit ca 10 Grad Gefälle. Die 16 Module möchte ich daher später irgendwie mit einbinden.

    Auf dem Hausdach an sich habe ich nun noch einige Module mit dazugepackt. So komme ich nun auf 37 Module bei dieser Anordnung.

    Was meint ihr zu diesem Konzept? Ich habe über dieses Vorhaben noch mit keinem Solarteur gesprochen, da ich ja eigentlich noch auf Speicher aus war und die Angebote dementsprechend zusammenstellen lassen habe.


    Zu meinen Fragen:


    Welcher Wechselrichter kommt in Frage, wenn ich die Erweiterung vom Pultdach später mit anschließen will? Oder sollen es dann lieber 2 einzelne Anlagen werden?

    Soll ich am Hausdach unter der 10 kWp Grenze bleiben oder trotzdem "Vollstopfen" auch wenn dann noch mehr Module in der Verschattung sind?

    Müssen die Solaredge Moduloptimierer bei jedem Modul angebracht werden? Oder kann man auf System Tigo gehen (habe gelesen da muss dann nur das verschattete Modul damit ausgestattet werden)

    Euphorisch wie ich bin, würde ich die Anlage gerne selbst installieren (Gerüst, Mut und Handwerkliches Geschick vorhanden)

    Inbetriebnahme dann durch erfahrenen Solarteur. Ist sowas ratsam, wenn ich die Komponenten direkt vom Netz etc. kaufe?

    Fragen über Fragen.


    Ich wäre für die ein oder andere Antwort sehr dankbar und sag schon jetzt mal Danke und einen schönen Abend.


    Viele Grüße Micha:danke:

  • SE = Optimierer an jedem Modul eines Strings, vorzugsweise an einem SE-WR. Bei SE-WR braucht jedes Modul Optimierer.

    Tigo kann m.W. für einzelne Module verwendet werden

    Das Süddach braucht kein SE.


    Hast du mit Querbelegung gespielt in den unteren 2-3 Reihen? Damit passen vlt. mehr Module.


    Unbedingt VORHER mit dem Elektriker die Konditionen SCHRIFTLICH festhalten!

  • Danke für die Antwort.

    Querbelegung unten geht nicht, da Abstand von Gaube bis Ortgang 322cm ist. Das klappt leider nicht.

    Und mischen möchte ich nicht.


    Also wenn ich die Tigo nehme dann nur für verschattete Module, die Solaredge dann für alle.

    Solaredge WR dann auch in Verbindung mit den Tigos?

    Oder gar keine Optimierer oder wie muss ich das verstehen?

    Wie sollten die Strings dann zusammengefasst werden?

    Ein String Gaube, ein String Rest des Daches und einer dann künftiges Pultdach?

  • Bei DN10 auf dem flachen Pult würde ich das definitiv nur hochkant bauen.

    Dach auf 5,1*7,1m erweitern und 3*7 bauen ...


    WR ... entweder mit SE bauen, dann sofort einen SE16K da hin setzen oder mit String WR für das Hauptdach und Pultdach planen und den Erker entweder leer lassen oder an einen SMA SB1.5 hängen mit 4/4 parallel

    Auch wenn ich SE nicht mag ... hier ist es angebracht ... 2*15 auf dem Haus, Pultdach dazu ... Erker mit 2*4 und nochmal 2 Ausrichtungen dazu.

    In Summe 59 Module ... mit 320Wp rund 18,5KWp ... SE16K!

  • Vielen Dank für die informative Antwort.

    Warum die Module am Pult in Längsrichtung ausrichten? Was für einen Grund gibt's dafür? (nur zur Information)

    Kann ich probieren das mal umzustricken. Machbar wird das sicher sein.


    Zur Gaube. Also dann 2 x 4 Module an Extra Wechselrichter OHNE Moduloptimierer? Z. B. Denn SMA den du nanntest oder gibt's nen bestimmten Grund für die Wahl des WR? Oder hier auch auf nen Solar Edge gehen?


    Am Hauptdach dann links 14 und rechts 15 Module mit dem Solar Edge 16k mit zusätzlichen Moduloptimierern (für jedes Modul?) auf einen String und später noch die 21 auf den 2. String des SK16 setzen? Ist das korrekt so?


    Habt ihr ne Modulempfehlung für 320 bis 330kWp?



    Gruß Micha

  • An der kurzen Kante haben Module einfach mehr Platz für Dreck, der sich auf DN10 zwangsläufig in der Kante sammeln wird. Anstatt 2 Mal im Jahr musst Du dann vielleicht nur 1 Mal im Jahr, im Frühjahr, putzen.


    Du kannst entweder mit String WR z.B. von SMA bauen, Hausdach und Pult an einen großen WR hängen mit 10 oder 12KVA. Den Erker mit 4/4 dann parallel an einen SMA SB1.5 ... der WR ist relativ günstig und läßt sich 70-weich einfach integrieren.

    Alternativ geht das auch mit einem Fronius Symo mit 12,5KVA für die großen Flächen und einem Fronius PRIMO 3.0-1 ... der hätte dann 2 Mpp Eingänge und wäre viel zu groß für die 8 Module ... auch da könnte man natürlich 4/4 parallel an einen Mpp gehen und den noch freien 2. Mpp für irgendwas nutzen ... Garage, Carport, Gartenhaus....


    Alternativ dazu baut man alles mit SE, Dach, Pultdach, Erker usw. kommt alles an den einen SE WR.


    Bedingt durch recht viel Schatten durch den Erker ist die Verstringung am String WR nicht einfach/optimal.

    Daher würde ich das eher mit SE weiter planen an Deiner Stelle.

    SE macht auch aus Schatten keine Sonne, aber Schatten ist dann eher egal.

    Mit der Verstringung, Einzel- oder Doppeloptimierer ... da bin ich zu wenig SE Profi ... sollen andere was zu sagen.


    Module ... Heckert, IBC, QCells, LG wird teurer sein ... ich würde auch Module mit 310Wp oder 315Wp anbieten lassen.

    Das kann zu einem attraktiven Angebot führen und es ist nicht wirklich nennenswert weniger KWp auf dem Dach.

  • Ich persönlich würde da nicht mit SE bauen, da tuts auch ein normaler Wechselrichter mit vernünftigem Schattenmanagement, und die Dachgauben dann weglassen.


    Warum das Pultdach (das ja noch gebaut werden muß) nicht mit Glas-Glas Modulen planen ? da braucht man dann auch keine Dacheindeckung, die Unterkonstruktion wird direkt auf die Module ausgelegt. Es gibt auch richtig schöne Glas-Module mit guter Lichtdurchlässigkeit, dann wird es nicht ganz so dunkel darunter (und vorallem in der Bude)...


    Für das Hauptdach dann z.B. Fronius Symo mit 2 Strings 14+15, für die Terassenüberdachung dann ein Symo light oder Primo, der läßt sich prima mit dem Master Symo verbinden.


    p.s. du hast ein ähnliches Hauptdach wie ich, da braucht man für die Verschattung kein SE.

    Hausdach:

    9,36 kWp, 70% dynamisch; 36x Heckert NeMo 260W
    Fronius Symo 8.2
    180° Süden, 40° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)
    Inbetriebnahme am 20.01.2016


    Terassenüberdachung:

    7,455 kWp, 70% dynamisch; 27x SI-Saphir 165W und 10x Heckert NeMo 300W

    Fronius Symo 6.0 light

    180° Süden, 5° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)

    Inbetriebnahme am 29.03.2019


    JK: 23 (D2, T1)

  • Auch hier: Gute Strings ohne SE, den Rest in einen SE- oder TIGO-String. So wie ich die verstanden habe *kann* ein solcher "optimierter" String an einem klassichen WR angeschlossen werden?

  • OK, also nochmals zusammengefasst und zum Verständnis für nen Laien wie mich.


    Alle Module die auf dem Hauptdach sind und nicht verschattet im Tagesverlauf, zusammenfassen und auf einen String des WR hängen


    Alle Module des Hauptdaches die Verschattung aufzeigen mit Tigos oder Solar Edge P370 ausstatten und auf den anderen string des großen WR?


    Die Ost und West ausgerichteten Module auf der Gaube auf einen extra Wechselrichter (oder lohnt die Investition auf der Gaube überhaupt nicht?)

    Oder kann ich die auch mit Moduloptimierern ausstatten und mit auf den "Verschattungsstring" setzen?

    :/

    Und die Module auf dem künftigen Pultdach auch mit auf den großen Wechselrichter als 3. String? Wieviel Strings kann denn so ein Wechselrichter? Der Solaredge 16K z. B.


    Gruß Micha

  • Ich stelle zur Diskussion 1 String mit den 20 flachen + ein String mit den 20 sonnigsten des Süddachs parallel, der Rest und auch die gemischten kleinen Dächer in einen "optimierten" String mit passenden Optimierern an den zweiten MPPT. Das ist noch keine Empfehlung.


    Empfehle ebenfalls hochkant und steileres Flachdach.

    Die Glas-Glas Idee ohne Dach drunter ist sehr gut, düsteres Haus möchte doch besonders im Alter niemand! Dann allerdings vorher prüfen ob die Spannungen passen! Weniger Zellen = mehr Licht = weniger Spannung.