Fragen zur steuerlichen Behandlung einer Neuanlage

  • Um vorsteuerabzugsberechtigt zu sein benötigst du unbedingt eine USt-Ident-Nr.. Die vergibt auf Antrag das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn (online: http://www.bzst.de), denn du erhälst ja nicht nur die Vorsteuer für die Anlage zurück, sondern musst ja für die Einspeisevergütung des Netzbetreibers 19 % Umsatzsteuer abführen. Dazu schreibt das Gesetz eine monatliche USt-Erklärung vor. Für deine Einspeisung wirst du monatlich ca. 37 - 39 €/Monat (incl. MWSt) erhalten (= monatliche USt-Erklärung für ca. 6 € MWSt/Mon.).


    Die monatliche Meldung ist echt nervig . Sprich' 'mal mit deinem Finanzamt, ob du die USt nicht für ein Jahr im Voraus zahlen kannst (ca. 70 - 75 €) und am Ende des Jahres mit der 'echten' Steuerforderung aufrechnen kannst (nach Abrechnung der tatsächlichen Einspeisevergütung durch den Netzbetreiber). Das ist der wesentlich 'elegantere' und einfachere Weg, denn das kannst du dann in einem 'Aufwasch' zusammen mit der Einnahmenüberschußrechnung (EÜR) erledigen, die du ja auch jährlich für die PV-Anlage erstellen musst.


    Wenn du dir den 'Kram' mit der USt. ersparen willst, dann beantragst du die steuerliche Behandlung als 'Kleingewerbetreibender' (Jährl. Umsatz < 19.500 €). Dann brauchst du keine USt. abführen - allerdings bekommst du dann die Vorsteuer für die Anlage auch nicht erstattet.


    Alternativ dazu kannst du auch vollends auf eine Einspeisung verzichten und den PV-Strom ausschließlich selbst verwenden. Dann wird deine Anlage vom Finanzamt als Hobby betrachtet und ist steuerlich nicht relevant (weder Vor- noch USt, keine EÜR)


    Gruß, URI - und willkommen im Club

  • benötigst du unbedingt eine USt-Ident-Nr..

    Bullshit... Nein. Da du keinen Strom im innergemeinschaftlichen (EU) Verkehr verkaufst.

    Die monatliche UStVA ist nicht nervig, sondern dauert maximal 5 Minuten.


    Zur Erleuchtung:


    Mit dem Wegfall der Binnengrenzen der EG zum 1. Januar 1993 entfielen auch die Grenzkontrollen und damit die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer. Als Ausgleich hierfür wurde zur Sicherung des Steueraufkommens das sogenannte Umsatzsteuer-Kontrollverfahren entwickelt. Dieses beruht auf einem IT-gestützten Informationsaustausch bestimmter Daten zwischen den Mitgliedstaaten. In diesem Informationsaustauschverfahren kommt der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) eine Schlüsselfunktion zu. Sie dient der korrekten Anwendung von umsatzsteuerlichen Regelungen im europäischen Binnenmarkt.


    4,81 kWp / 31 x TS CIGS-Hochleistungs-Solarmodule 155W / Kostal Wechselrichter PIKO 4.2 / seit 09/2013

    Ausrichtung 46° Dachneigung 36°

    Standort: 51° 54‘ 22” Nord, 8° 37‘ 52“ Ost

  • sorry - ja mit der USt-ID-Nr. hat Udo2009 recht. Die dient tatsächlich nur noch dem innereuropäischen Waren- und Dienstleistungsverkehr.


    Was 'nervig' ist, muss jedoch jeder selbst für sich entscheiden - mir geht's 'auf den Geist' monatlich wegen der paar
    'Piepen' beim FA 'anzuklopfen' (12 x 5 Minuten sind auch eine Stunde ;)).

  • Jahreszahlungen, Dauerfristverlängerung, dann macht man alle 2 Monate 2 Nullmeldungen in einem Rutsch.

    Nach 2 Jahren einmal jährlich und gut ist.

  • Ich habe nachdem ich nicht mehr monatlich abgeben musste, freiwillig vierteljährlich gemacht. Ich wollte nicht ein Jahr ohne jede Ausgabe in der Buchführung haben...

    4,81 kWp / 31 x TS CIGS-Hochleistungs-Solarmodule 155W / Kostal Wechselrichter PIKO 4.2 / seit 09/2013

    Ausrichtung 46° Dachneigung 36°

    Standort: 51° 54‘ 22” Nord, 8° 37‘ 52“ Ost

  • ich weiß nicht, wie ihr mit dem FA umgeht. Ich mache jedes Jahr für das vorangegangene Jahr meine Einkommensteuererklärung mit EÜR (zukünftig mit 2. EÜR für die PV-Anlage) - und sonst das Jahr über nix. Meine Einnahmen und Ausgaben erfasse ich monatlich in meinem Buchhaltungsprogramm. Was ich da das Jahr über verbuche geht das FA einen feuchten Kehricht an. Im neuen Jahr gibts die ESt-Erkl., die beiden EÜR's und die USt.-Erkl. per ELSTER (falls vorhanden, gewerbliche USt + USt aus der PV-Anlage zusammengefasst - darauf legt das FA gesteigerten Wert).


    Merke: Die EÜR will das FA getrennt haben - die USt-Erkl. aber zusammengefasst (bei 'echten' Gewerbetreibenden/Selbständigen)

  • Die "echten" Gewerbetreibenden/Selbständigen sind hier aber wenig vertreten.

    Hier tummeln sich weit überwiegend sog. Unternehmer, weil sie steuerlich als Betreiber einer PV-Anlage als solche gelten.

    IBN 18.07.2017
    Module 29 x Aleo Solar S59 HE 305
    WR SMA SB 3.6-1-AV-40
    WR SMA SB 4.0-1-AV-40
    Speicher RWE Storage flex 6 kWh

  • Die "echten" Gewerbetreibenden/Selbständigen sind hier aber wenig vertreten.

    Hier tummeln sich weit überwiegend sog. Unternehmer, weil sie steuerlich als Betreiber einer PV-Anlage als solche gelten.

    auch kein Problem - dann eben nur die jährliche Lohn- oder Einkommenst.Erkl. + EÜR für die PV-Anlage. Vorsteuer-/USt-Handling wie bereits beschrieben - dann braucht nur noch die Sonne scheinen ;)