Alt-PV-Anlage auf der Suche nach dem zweiten Frühling

  • Hallo,


    mein erster Beitrag hier im Forum. Ich habe zwar schon viel gelesen und würde mich freuen, wenn ich von Euch noch den einen oder anderen Tipp bekommen könnte.


    Die Situation:

    - Meine PV-Anlage ist stolze 26 Jahre alt und besteht aus ...

    - 60 Solarmodule (Siemens M 50 L) mit zusammen 3,0 kWp Leistung (15 * 4 Module, Leerlaufspannung 85 V, Betriebsspannung um die 64 bis 68 V)

    - Netzsynchroner Wechselrichter (ASP Top Class 3000 Grid)

    - Keinerlei Energiespeicher im Haus, der Solarstrom wurde bisher zu 100% ins Netz abgegeben.

    - Dauerbetrieb seit 1993 ... ohne irgend welche Pausen oder Defekte.

    Und:

    - Meine fürstliche Einspeisevergütung aus dem EEG wird nächstes Jahr (nach aktuellem Stand) komplett wegfallen

    - Der Wechselrichter hat sich letzte Woche mit einem lauten Knall und einer dicken Wolke final verabschiedet.


    Der Plan ... und da bitte ich um Eure Meinung:

    - Für die nächsten 18 Monate würde ich gerne nochmal einspeisen was eben so geht.

    - Danach würde ich mir gerne einen Satz Batterien (Bleiakkus ... vermutlich irgend was um die 10 kWh, 48 V) zulegen und nichts mehr ins Netz einspeisen.

    - Demnach würde jetzt ein Hybrid-Wechselrichter Sinn machen, der vorerst nur Solarstrom einspeist und später auch Batterien laden kann, richtig?

    - Evtl. kommt noch ein zweiter Solar-Strang dazu. Verglichen mit meinen alten Siemens-Modulen sind die Preise heute ja gerade unanständig niedrig.

    - Mit welchem Wechselrichter wäre ich da gut bedient? Worauf muss ich achten? Woran habe ich noch gar nichts gedacht?


    ich war jetzt 26 Jahre solartechnisch sozusagen offline und muss mich jetzt erst mal wieder zurecht finden :).


    Danke

    H-P

  • Hallo H-P,

    wohnst Du im gleichem Haus?

    Falls ja was liefert deine Anlage an kWh pro Jahr und wie hoch ist deine Grundlast im Haus?


    Evtl. wäre Umstellung auf EV die Lösung und den Überschuss quasi zu verschenken.


    Die Frage wäre auch was kostet ein einfacher WR und was kostet ein Hybrid WR als Vorbereitung für einen Speicher.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

  • Gratuliere zu dieser alten Anlage! Hast Du die damals ohne Förderung gebaut? Oder 1000-Dächer-Programm?


    Ich würde an deiner Stelle jetzt den Rest der EEG-Zeit weiter voll einspeisen und dann auf Direktverbrauch umklemmen. Kauf dir eventuell eine Split-Klimaanlage, mit der du den Eigenverbrauch hochhalten kannst, entweder zum Kühlen oder auch zum Heizen. Auch eine Brauchwasserwärmepumpe wäre eine Idee, falls du keine Solarthermie hast. Verbrauch dann so viel wie möglich selbst und verschenk den Rest. Ich glaube, das wäre die wirtschaftlichste Lösung.

  • 1, Schnellstens einen preiswerten modernen 3 KW Stringwechselrichter anschaffen, um nicht allzuviel EEG Vergütung zu verlieren.


    2. Die 15 x 4 Module gruppenweise z. B. 3 x 5 seriell verschalten, damit es mit der Wechselrichterspannung

    max. ca. 500V und max. 10 A stimmt. Beispiel:


    3. Nach Ablauf der Volleinspeisung Anschaffung eines AC gekoppelten Speichersystems z.B.

  • 1. verstringung ändern in 3 Strings zu 5*4

    Module (5 alte Strings in Reihe) das gibt

    425V Leerlaufspannung parallel an einen

    1phasigen Wechselrichter, gibt da genug

    gebraucht oder z.b. einen 3000er Growatt.


    2 . sonst mein abgefahrener Vorschlag:

    15 Solaredge doppeloptimierer P650 oder P730 mit SE17K und in 18 Monaten wird mit ~60 neuen Modulen belegt, da müsste man nur noch mal 15 Optimierer dazu kaufen, neue Anlage ~20kWp mit Überschusseinspeisung,

    wenn man mag einen kleinen Speicher dazu.


    Die Akkugeschichte könnte man sonst

    jederzeit bei 1. nachrüsten mit einem

    victron multiplus 2 z.b.

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5

  • oder 4 strings a´ 15 module bilden (sofern die module die spannung von 330V verkraften) und je zwei strings parallel (max 8A) an einen Growatt 2500 MTL-S mit zwei MPP-eingängen (Spannung 80-500V) bringen...

  • Hallo,


    vielen Dank schon mal für die vielen Antworten.


    didimausi: Ja, ich wohne in dem Haus. Die Anlage liefert etwa 2400 kWh pro Jahr. Und wir verbrauchen etwa 3500 kWh. Aber ich habe das (ehrlich gesagt) in der letzten Zeit nicht mehr beobachtet. Was bedeutet "Umstellung auf EV"? Gegen verschenken hätte ich nichts einzuwenden. Immerhin ist die Anlage bezahlt. Aber ich bin gerade dabei auszuloten, welche Optionen ich habe.


    Monsmusik: Wir waren damals voller Euphorie und überzeugt von dieser Technik. Alle haben uns für verrückt erklärt. 3 kWp war damals die größte privat betriebene PV-Anlage im ganzen Landkreis. Das kann man sich heute sicher nicht mehr vorstellen. Bei 16 Pfennige pro kWh Vergütung war uns klar, dass das ein Draufzahlgeschäft wird. Aber das haben wir bewusst in Kauf genommen. Und über das 1000 Dächer Programm wurde unsere Anlage mit 70% gefördert. Trotzdem blieben noch 21.000 DM an eigenen Kosten übrig. Das war viel Geld damals. Und dann kam das EEG und alles wurde ganz anders. So rückblickend auf das letzte Vierteljahrhundert: Die PV-Anlage gehört ganz sicher zu unseren besseren Entscheidungen.


    den Rest muss ich mir noch mal in aller Ruhe ansehen (und verstehen). Super wäre es, wenn ich für die Restlaufzeit der EEG Einspeisung möglichst wenig umbauen müsste (... das dauert erfahrungsgemäß bei mir immer etwas länger, und die Zeit läuft). Und ob ich mich mit den alten Kabeln an 400 Volt und mehr heran traue, muss ich mir nochmal gut überlegen.


    Weitere Antworten werden gerne gesehen !!


    H-P

  • guter einwand - das mit den alten kabeln... vielleicht doch noch dieses jahr eine neue anlage mit einspeisung und vergütung bauen? auf die 25 qm passen vielleicht 3 reihen mit je 5 modulen hochkant mit gesamt 4,8 kWp...