Planungshilfe zu installierbarer Leistung gesucht

  • Hallo PV-Gemeinde,


    nachdem ich schon eine Weile mitgelesen und einiges gelernt habe, will ich mich jetzt auf den Weg machen, das eigene Dach auszurüsten. Das Fach- und Detailwissen hier im Forum lässt ja jedem Interessierten das Herz aufgehen ;-)


    Unser aktuelle Eigenverbrauch liegt bei ca. 3.500 kW. Durch den bevorstehenden Einbau einer Klimaanlage rechne ich dabei mit einer Steigerung. Wärme und Warmwasser wird mit Gas produziert, die Anlage ist auch erst vier Jahre alt, da steht nichts ans


    Nachdem ich gelesen und gerechnet habe, halte ich einen Speicher vorerst nicht für sinnvoll. Am ehesten kann es sein, dass in in bis zwei Jahren ein Elektroauto zusätzlich Energie aufnimmt. Nach den Kalkulationen die ich bisher gemacht habe, scheint hier aber auch nur im Sommer ein relevanter Anteil möglich zu sein (auch wenn ich die Gelegenheithätte, tagsüber zu laden).


    Ich habe ein älteres PV-Angebot, das sich an 10kWp ausgerichtet hat, aber nur einen Teil des Daches nutzt..


    Nach der Lektüre hier, habe ich diese (mentale) Grenze überwunden, frage mich allerdings, ob und wie ich hinreichend mehr auf unser Dach bekomme.


    Bei der Frage, welche Module sich auf dem Dach wie anordnen lassen und dabei auch noch ein anständiges Gesamtbild ergeben, hänge ich noch.


    Insbesondere weil ich nur ein paar PV-Standardformate kenne und keine Ahnung über die typische Anordnung habe und die (notwendigen) Abstände nicht einschätzen kann. Allerdings auch, weil ich zumindest auf einer Seite eine etwas ungewöhnliche Dachform habe.


    Hier würde ich mich über Unterstützung aus dem Forum freuen und dann auch gerne noch einmal genauer messen.


    Zum Standort der geplantenAnlage


    PLZ 45479

    Ausrichtung

    Dach vorne: -63°

    Dach hinten: +117°

    Dachneigung: 38°


    Dach vorne:


    Die folgenden Felder sind theoretisch vorhanden, jeweils BxH in [cm]:

    1: 130x570

    2: 130x200 (Schatten durch Gaube beim Nachbarn möglich)

    3: 130x270

    4: 130x200

    5: 170x570

    6: 170x200

    7: 350x570

    8: 90x— (Schornstein Gasheizungen)

    9: 90x270 (Entlüftung müsste geändert/überbaut werden)


    Die Größe der Felder habe ich durch Dachziegelzählen ermittelt, kann also auch mal knapp danebenliegen. Die Grenze zum Nachbarn ist geschätzt, hier können auch ein paar Zentimeter+/. liegen.



    Dach hinten:


    1: 180x200

    2: 60x400

    3: 60x200

    4: 60x150

    5: 120x400

    6: 120x150

    7: 435x400

    8: 435x200

    9: 120x400

    10: 120x150

    11: 120x400

    12: 120x200

    13: 120x150


    Vielen Dank für alle Hilfen und Anregungen, die mir in die richtige Richtung helfen, 10kWp zu überschreiten. Frohe Ostertage


    Martin

  • Ansatz ist richtig :)

    Pvsol Premium 30 Tage testen und dann kannst du die Belegung und viel mehr simulieren.

    Entlüftungen kürzen und überbauen.

    Hoch und quer darf gemischt werden.

  • Das in PV-Sol zu zeichnen ist aber auch eine anspruchsvolle Aufgabe.

    Alternativ zeichnet du mal deine Dächer massstäblich auf Papier, schneidest dir einen Schwung Module im gleichen Maßstab aus (Größe entweder 1mx1,7m oder 1mx2m) und fängst an zu puzzeln;)

    Die Belegung ist (von der Montage her) am einfachsten, wenn alle hochkant oder quer liegen, man könnte aber auch mischen, was aber sicher teuer wird.

    Abstände können bis auf 10cm bei First und Traufe runtergehen.

  • Hallo PV_MG,


    das ist schon ein ordentliches Puzzle!

    Das mit dem Papier von passra hätte ich dir auch empfohlen (er war schneller;)). Geht erstmal schneller und verspricht mit deiner Vorarbeit recht schnell ein Ergebnis.

    Zumindest auf der Vorderseite scheint bei dir vertikal eine Mischung aus 3x 72- und 1x 60-Zeller hochkant montiert am besten zu passen. Quer ist wegen der 1,3m Breite nicht optimal, auch 48-Zeller könnten knapp zu groß sein und sind nicht so leicht zu bekommen, wie 60-Zeller.

    Ob die Reihe 60-Zeller oben oder unten montiert wird, ist Geschmacksache (wie die Mischung von Modulgrößen generell).

    So könnte man also 18 x 72-Zeller (evtl. 19 mit 1x Feld 3) plus 4 x 60-Zeller (z.B. Felder 2, 4 und 6) legen. Dann noch ca. 2x 72 Zeller in Feldern 8 und 9 (Lüftung flacher ausführen und überbauen).

    Also sollte diese Seite allein schon mit knapp ca. 10kWp belegbar sein.


    Die Rückseite ist mir gerade etwas zu aufwändig, schaue später evtl. nochmal nach.


    Ist aber vom Ansatz her richtig, alles voll zu belegen. Kann ich nur unterschtützen :thumbup:

    9,6kWp 32 x Hanwha Q.Cells Q.Peak-G4.1 300, Kostal Piko 8,5
    Azimuth +40° (SW), DN38°

  • Ich würde aber erst mal einen (oder auch mehrere) Versuch(e) machen mit einer Sorte Module. Bei der Mischung von 60ern und 72ern bist du sonst an sehr wenige Hersteller gebunden, wenn zumindest die Optik gleich sein soll.

    Gundsätzlich bieten nur noch sehr wenige Hersteller 72er an und die muss ein Solateur erst mal im Angebot haben oder Willens sein, diese zu bestellen und zu verbauen. Schwacher Trost, wenn es super passen würde und sich dann weit und breit keiner findet, der es baut.

    Mit Standard-60ern bist du da deutlich flexibler unterwegs, da gibt es Hersteller wie Sand am Meer.

  • Danke schon einmal für die schnelle Rückmeldungen. Ich habe schon einmal folgendes mitgenommen:


    - Das Vorgehen und der Einstieg ist grundsätzlich richtig.

    - Meistverwendet sind scheinbar 60er mit 170x100

    - Es könnten auch mit 72er mit 200x100 verwendet werden.

    - Gemischte Verwendung geht, macht es aber schwieriger

    - Andere Formate wären eher unüblich und schwierig zu bekommen/verbauen zu lassen.

    - Abstand zu First und Rändern 10cm.


    Folgende Fragen sind mir noch in den Sinn gekommen:

    - Die 10cm Abstand vermutlich auch zum Schornstein?

    - Muss ich von den Fenstern Abstand halten? Sieht es von innen komisch aus, wenn die Module direkt dranliegen? Mir ist eigentlich gar nicht klar, wie hoch das Ganze mit Befestigung über die Ziegel aufragt?


    Ich werde das jetzt noch mal maßstäblich aufzeichnen und puzzeln. Wenn ich jetzt weiß, dass es im wesentlichen bei den beiden Maßen bleibt, kann ich an den Stellen wo es vielleicht knapp ist auch noch mal nachmessen. Feld 1 und 2 auf der Vorderseite sind vielleicht breiter als 130, aber auf 170 komme ich da auf keinen Fall.


    Wenn noch jemandem was einfällt, gerne noch mehr, sonst melde ich mich, wenn ich gepuzzelt habe.

  • An den Schornstein kann man von unten bis auf eine "Dehnungsfuge" von vlt 1 cm rangehen. Ein Abstand zu den Seiten ist auch nicht erforderlich und bzgl Abstand zum First kenne ich Anlagen die sogar ein paar Zentimeter darüber hinaus gehen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • bzgl Abstand zum First kenne ich Anlagen die sogar ein paar Zentimeter darüber hinaus gehen.

    Sieht halt von der Rückseite aus blöd aus, wär jetzt nicht meins.


    Beim Garagenfirst haben wir das komlett ausgereizt, OHNE das es übersteht:



    Sieht es von innen komisch aus, wenn die Module direkt dranliegen? Mir ist eigentlich gar nicht klar, wie hoch das Ganze mit Befestigung über die Ziegel aufragt?

    Blick aus dem Dachfenster (Velux mit Rolloaufbau) auf das naheliegenste Modul. Die Module sind in einem Einlagesystem montiert, das entspricht vom Dachabstand her einer Kreuzmontage wie bei Quermontage nötig. Werden die Module hochkant montiert wie auf meiner Garage, sind sie eine Schienenhöhe näher am Hausdach und wären fast eben mit den Rolloschienen.


  • "Abstand Traufe 10cm" kann problematisch sein bei Schnee wenn dieser ins rutschen kommt.

    Bei vorbeiführenden Wegen, Haustüren sollte man Platz für Scheefanggitter berücksichtigen.

    Grüße
    Didi

  • So, mit den neuen Erkenntnissen habe ich nach einem ersten Entwurf die relevanten Maße Vorderseite noch einmal nachgemessen.


    Der Plan der Belegung sähe dann folgendermaßen aus:


    Ich vermute technisch ist es den Modulen egal, ob sie hoch oder quer liegen. Wirkt sich die unterschiedliche Montage (oder etwas anderes) da auf den Preis aus?

    Die unterste Reihe müsste auch passen, unter dem Fenster sollte der Platz ausreichen.


    In der Variante wären es in der Tat 28 Module, ohne die quer liegenden 24. Das ist deutlich mehr, als ich erwartet hatte ;-)


    Schnee hatten wir die letzten Jahren zwar nicht in Massen, aber evtl. ist ein Schneefanggitter auf den zwei Metern die relevant sind dann noch eine Idee.

    Jetzt werde ich auf der Rückseite noch mal messen, die ist aber wirklich schwieriger.


    Danke schon einmal

    Martin