PV-Anlage, Walmdach, kein Speicher, max. 30kWp, Bin ich richtig unterwegs?

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich jetzt eine Woche hier gelesen und mich eingearbeitet habe, traue ich mich mal die Experten dieses phantastischen Forums um Rat zu fragen:


    Ich habe auf Basis meiner Vorstellungen und vieler Textblöcke hier im Forum einen Text zusammengestellt, der als Grundlage für die Gespräche und Angebote der Solateure diesen soll.


    Und los geht's:

    ----------------------------

    Ich bin auf der Suche nach einer Firma, die ein Photovoltaik-Komplettsystem liefern und als langfristiger Partner begleiten kann.


    Daten des Privathauses:

    Stadtvilla mit Walmdach, Baujahr: 2014

    Länge x Breite des Hauses: 12,75x13,75 (plus 0,5 Meter Dachüberstand pro Seite)

    Dachneigung: 18 Grad, Dachfarbe: Anthrazit

    Ich habe ca. 213 qm Dachfläche zur Verfügung (inkl Dachüberstand).

    Dachfirstlänge: ca. 1,8 Meter (in Ost-West-Richtung)

    Nach grober Planung ergeben sich folgende mögliche Modulzahlen (Annahme: Modulgröße 1,6x1,1 Meter):

    Süd-Dach und Nord-Dach: je 25-30 Module

    Ost-Dach und West-Dach: je 20-25 Module

    Es wäre somit konservativ 90 Module möglich.

    Es fällt kein Schatten auf das Haus

    „Normale“ Braas-Ziegel mit Standard-Sparrenkonstruktion

    „Kaltes“ Dach (keine Dämmung, stattdessen Betondecke und Esstrich mit Wärmedämmung unterm Dach), d.h. sehr gute Zugänglichkeit des Daches von innen.

    Auf der Ostseite befindet sich eine Sat-Anlage, die nicht versetzt werden darf.

    Das Leerrohr (mit 5-adrigem Kabel) vom DG in den Technik-Kellerraum für die PV-Leitung ist bereits vorhanden und sollte genutzt werden.

    400-V Anschluß ist in der Garage vorhanden (e-Auto nicht vorhanden)

    Ertragsprognose:

    pvgis Ausrichtung der Hausdächer Ertragsprognose in kWh pro 1kWp

    Süd-Dach

    -20 Grad

    958

    Ost-Dach

    -110 Grad

    811

    Nord-Dach

    160 Grad

    731

    West-Dach

    70 Grad

    894


    Dachfoto und Dachflächenzeichnungen habe ich beigefügt.


    Stromverbrauch:

    Privater Stromverbrauch: 4000 kWh pro Jahr (aktueller Strompreis eon: ca. 0,25 Euro pro kWh)

    Split übers ganze Jahr (geschätzt): 6-22: 3600 kWh, 22-6: 400 kWh

    Luft-Wärmepumpe: 6000 kWh pro Jahr (Hoch+Niedertarif angeschlossen)

    Split übers ganze Jahr (aus eon-Abrechnung):

    HT Hochtarif (6-22): 3118 kWh, NT Niedertarif (22-6): 2885 kWh


    Platz im Zählerschrank für weiteren Zähler ist vorhanden.


    Zur gewünschten PV-Anlage:

    Grundsatz „Möglichst kurze Amortisationszeit der Investition“.

    Ich möchte so viele Module wie möglich aufs Dach – die 10kWp-Grenze spielt keine Rolle.

    Ich möchte aber unter 30kWp bleiben.

    Alle 4 Dächer sollten belegt werden.

    Kein Speicher!!!

    Der oder die Wechselrichter sollen(en) als 70%-Regelung "hart" haben (außer „weich“ rechnet sich).

    Überschüssiger eigenproduzierter Strom soll ins öffentliche Netz eingespeist werden.


    Für die Luft-Wärmepumpe sollte eine Kaskadenschaltung mit eingeplant werden (zur Nutzung des NT-Tarifs bzw. der PV-Module).

    Ein „Feuerwehrschalter“ soll mit eingeplant werden.

    Notstromfunktion nicht erforderlich

    Die Option für eine spätere e-Auto-Ladestation-Nachrüstung soll ins Angebot integriert werden.

    Möglichst robuste und langlebige ausgereifte Komponenten (Nachweis?)

    Möglichst hoher Wirkungsgrad aller Komponenten (Nachweis?)

    Neben der Lieferung, Montage und Inbetriebnahme sollte auch Wartung und Service (Reinigung o.ä.) mit angeboten werden (als „optional“).

    Ich würde gern eine Systemgarantie bis zum Amortisationszeitpunkt angeboten bekommen (d.h. nicht nur die Garantie der einzelnen Komponenten). Falls das nicht möglich ist, würde ich gerne etwas angeboten bekommen, was dem möglichst nah kommt.

    Bitte fügen Sie Ihrem Angebot eine Amortisationsschätzung bei sowie den Installationszeitpunkt und 3 Kundenreferenzen.

    Bitte weisen Sie in Ihrem Angebot die Preise für die Komponenten separat von den Preisen für Arbeiten aus.

    -----------------------

    Soweit der Text.


    Noch ein paar Worte zu meiner "PV-Intention":

    Grundsätzlich soll sich die PV-Anlage in möglichst kurzer Zeit rentieren (Payback-Time).


    Ich bin kein „PV-Junkie“, sondern möchte jetzt 1x Aufwand treiben und dann die Anlage nach Inbetriebnahme noch feinjustieren. Danach soll die Anlage einfach nur laufen (normales Lebensrisiko wie Defekte, Sturm etc ausgenommen). Ich plane nicht, jeden Tag zu schauen, ob man jetzt duschen kann oder erst am Nachmittag.

    Ich mache bewußt keine Vorgaben bzgl. Module, Wechselrichter o.ä.

    Üblicherweise haben Firmen ihre eigenen Präferenzen bzgl. der Komponenten und mir ist es wichtig, einen (möglichst lokalen) Solateur zu finden, der alles aus einer Hand macht.

    Natürlich wird noch ein Check der Komponenten gemacht. Aber da bin ich Realist (eine 10 Jahres-Garantie hilft nix, wenn man so heftige Verluste wie SMA macht).

    Deshalb werde ich auch die Planung, wieviele Module aufs Dach kommen, nicht starr vorgeben, sondern im Dialog mit der Firma meiner Wahl festlegen.

    Meine Fragen, bevor ich meine Osterwunschliste auf die „Solateure“ loslasse:

    Meine Fragen, bevor ich meine Osterwunschliste auf die „Solateure“ loslasse:

    1)      Stimmt die geplante Modulzahl (und mögliche kWp) mit euren Erfahrungen bei dieser Dachgröße und -Form überein?

    2)      Kann man jetzt schon eine Vorgabe machen bzgl. der Strings und der Wechselrichtertypen/größen?

    3)      Ich habe trotz intensivem Suchen hier im Forum keine „Formel“ o.ä. zur Frage „70% hart oder weich“ gefunden. Da ich grundsätzlich möglichst wenige Komponenten haben möchte (was nicht da ist, geht nicht kaputt), plane ich zur Zeit mit „70% hart“. Wie ist eure Meinung dazu?

    4)      Bei 90 Modulen würde ich mir ca. 1,8 Tonnen zusätzlich auf Dach packen. Sollte ich das mit dem Statiker/Dachdecker abklären?

    5)      Was habe ich vergessen?



    Ich freue mich auf eure Anmerkungen - und werde natürlich die Angebote hier einstellen und über die Erträge berichten....


    Österliche Grüße


    Nash

  • Nash_Bridges

    Hat den Titel des Themas von „PV-Anlage, kein Speicher, 30kWP?, Walmdach, bin ich richtig unterwegs?“ zu „PV-Anlage, Walmdach, kein Speicher, max. 30kWp, Bin ich richtig unterwegs?“ geändert.
  • Warum scheust du dich 30 kWp zu überschreiten? Wie viel würde auf die Garage passen?

    Wie viel würde max. passen? Module passen oder nicht, da brauchst du keinen konservativen Puffer kalkulieren.

  • Ganz ehrlich, so viel Text würde ich mir als Anbieter nicht antun.

    Kurz und knackig das Ziel formulieren, ein paar aussagekräftige Fotos und ggf Pläne vom Dach dazu und fertig.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Ob 70% hart oder weich spielt bei deinen versch. Dächern wohl keine Rolle, da du eh nie oder kaum über 70% kommen wirst.

    Die Steuerung ist nur nett zur aktiven Regelung des EIgenbedarfs.

    Garantie für die Gesamtanlage kannst du höchstens als Zusatzversicherung kaufen. Aber das Hauptrisiko sind die Module und die haben ja Garantie. Für die Wechselrichter gibt es oft eine Garantieverlängerung zu kaufen, ob sich die lohnt ist aber fraglich.

    Pack nicht zuviele Anforderungen zusätzlich in deine Anfrage, sonst bekommst du nachher gar kein Angebot (vor allem die letzten Zeilen würde ich eher weg lassen).

  • Ich würde trotzdem 70-weich bauen, da du sonst nicht mal deinem Verbrauch visualisieren kannst, und glaub mir, dieser Wunsch kommt über kurz oder lang. Der finanzielle Aufwand ist relativ gering, der Nutzen hoch.

    Man muss ja sein Leben nach der Sonne richten, diese Aussage ist doch Blödsinn, aber mal schauen, wo die Energie eigentlich hinkommt, ist auch ganz spannend und im weiteren Lebenszyklus der PV vielleicht auch mal für anderes (Speichernachrüstung) interessant.

  • Vergiss den Garantie-Quatsch und mach dir ne private Rücklage in der Höhe. Der bekannte Energiemess-Dienstleister M... sagte zu einem nach ca. 2 Jahren defekten Heizkostenverteiler (10 Jahre garantierte Batteriehaltbarkeit) "na, da wird sich wohl keiner mehr zuständig fühlen".


    Exakte Maße, Module draufrastern und du weißt was aufs Dach passt. Geringfügige Überstände im cm-Bereich sind bei deiner Dachform sicher auch kein Problem.


    > eine Sat-Anlage, die nicht versetzt werden darf.


    Gibt es dafür gute Gründe?


    Die Balkone und die vielen großen Glasflächen gefallen mir sehr gut!

  • > eine Sat-Anlage, die nicht versetzt werden darf.


    Gibt es dafür gute Gründe?

    Position der Sparren, Position des "Durchführungsziegels" ... z.B.

    2014: 887,2 kWh/kWp - 2015: 938,2 kWh/kWp - 2016: 908,2 kWh/kWp - 2017: 845,8 kWh/kWp - 2018: 999,2 kWh/kWp - 2019: 936,3 kWh/kWp - 2020: 963,6 kWh/kWp - 2021: 853,90 kWh/kWp

  • pflanze: das Versetzen der SAT-Anlage bringt nicht wirklich viel (sie ist eh schon sehr weit oben am Dach). Wenn, dann müsste ich komplett auf sie verzichten (Fernsehen wird eh überbewertet ;)). Aber das kostet dann Kabelgebühren.....mal sehn....

    ja, die Glasflächen sind ein Traum....und bieten aus PV-Sicht noch viel Potential :saint:


    Erratika: danke für deinen Punkt bzgl. "Romane" als Angebotstext - ich werd das kürzen!


    passra: danke - ich geh dann mit 70% weich ins Rennen....


    Koelner-Sueden: danke für den Hinweis auf den Zählerschrank - Foto hab ich hier noch eingestellt (Maße: 55x140)


    ca. 90 Module sollten aufs Dach gehen -> geschätzter Ertrag nach pvgis: 24426 kWh/a (bei 320er Modulen), 27480 kWh/a (bei 360er Modulen). Damit ergibt sich auch, wieviel die 360er teurer sein dürfen als die 320er-Preis-Leistungs-Sieger (ca. 44 Euro pro Modul inkl. Montage).


    dann geht's ab morgen los....


    Danke euch!


    Nash