Laie und Neuling hofft auf Einstiegshilfe... :-)

  • Guten Morgen,


    ich stöbere hier in diesem tollen Forum schon eine Weile herum und stelle fest, dass es (wie immer) die Super-Experten und die Daus gibt. :-)
    Ich zähle mich aktuell noch zu Letzteren und entschuldige mich schon einmal vorab dafür, dass ich garantiert einige der am häufigsten gestellten Fragen in diesem Forum erneut stellen werde.


    Ich möchte voraussichtlich noch in diesem Jahr eine PV-Anlage installieren lassen.
    Wirtschaftlichkeit spielt natürlich auch eine Rolle - mein Hauptimpuls ist jedoch Unabhängigkeit.
    Das jährliche Wechseln des Stromanbieters und die immer gleichen Abzockmaschen gehen mir derartig auf den Keks, dass ich größtmögliche Unabhängigkeit anstrebe.


    Ich habe in der Zwischenzeit gelernt, dass man mit PV alleine auf etwa 30% Autarkie kommen kann und mit Speicher auf etwa 60%. Ich hoffe, dass wir auf etwas höhere Prozentsätze kommen können, da wir hauptsächlich tagsüber Strom verbrauchen bzw. unsere Abläufe ein wenig an die Stromproduktion anpassen können.

    Ein erster PV-Anlagenanbieter war vorgestern hier und schwärmte von einer "Strom-Cloud". Diese hat bei mir sofort Abwehr erzeugt. Um vom einen Verbrecher-Unternehmen wegzukommen soll ich zu einem anderen wechseln und diesem monatlich Geld überweisen?! Das macht für mich gar keinen Sinn.... Aber vielleicht habt Ihr ja eine andere Meinung zu dem Thema Cloud?!


    Langer Rede kurzer Sinn - mich bewegen folgende Themen zu denen ich mir hier Anregungen, Links, Erfahrungen erhoffe:

    1. Welches Setup soll ich generell wählen?
    (Nur PV mit Einspeisung, PV mit Speicher und Einspeisung, PV + Speicher + Cloud, ...)


    2. Welche Dimensionen soll ich grundsätzlich wählen?
    Wir verbrauchen aktuell etwa 5000 kWh/Jahr, planen aber unter anderem auch noch den Bau eines Pools, der beheizt werden will.
    Insofern würde ich eher in Richtung >7000 kWh/Jahr an Eigenbedarf planen wollen.

    Empfohlen wurden uns von oben genanntem Handwerker 9,75 kWp + 5 kw Speicher.


    3. Welche Technologien für Module, Wechselrichter, Speicher sind für uns am besten geeignet?
    Polikristallin, Monokristallin, Lithium, Blei, ...


    4. Welche Hersteller, Modelle sind empfehlenswert (bzw. von welchen sollte ich unbedingt die Finger lassen)?

    5. Ich bin ein alter Kontrollfreak 8) und möchte daher eine maximal hübsche Administrations-/Auswertungsoberfläche für die Anlage haben. Bevorzugt Web. App ist nicht soo wichtig. Je mehr Auswertungen und Export-Optionen umso besser... :-) Vielleicht gibt es dafür ja auch einen Anbieter, der unter anderen hervorsticht und mir daher empfohlen werden kann.


    Nochmals sorry für die Redundanz und die Länge meines Beitrags - ich freue mich auf anregende Hinweise.


    Viele Grüße.

  • Die erste Frage ist eher, welche Möglichkeiten hast du?

    Wie groß ist dein Dach? Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung usw.?


    Strom-Cloud ist meiner Meinung nach reines Marketing, da es viele Leute gibt, die so denken wie du. Ich will möglichst unabhängig sein, meinen eigenen Strom verbrauchen, höchstmögliche Sicherheit. Aber das hat alles seinen Preis und führt im schlimmsten Fall zu negativer Rendite.

    Bei dem hohen Stromverbrauch solltest du daran denken, sofern die Möglichkeiten gegeben sind, das Dach maximal zu füllen. Wie viele hier sagen: entweder 9,9 oder dann 15 kWp, aber nicht 11,x kWp.


    Der Speicher bringt dir vielleicht 10-20 % zusätzlichen Autarkiegrad, mehr aber auch nicht. Der Speicher "verbraucht" auch Strom.

    Wenn du eh ne hohe Grundlast am Tage hast, bringt dir der Speicher bezüglich 70% Abregelung auch nix.


    Ich habe alles mit SMA-Komponenten gebaut. Visualisierung und Speicherung ist top meiner Meinung nach.

    Bezüglich Module ob mono oder polykristallin gibt sich das nicht viel. Letztendlich kommt es auf das Angebot und den Hersteller an und die eigene Beurteilung, wie man das Unternehmen auch in Zukunft einschätzt. LG ist wahrscheinlich am zukunftssichersten von allen Anbietern, aber auch der höchste Preis.

  • Danke für die schnelle Antwort.

    Möglichkeiten sind meines laienhaften Erachtens bestens. Dach steht eigentlich den ganzen Tag in der Sonne. Verschattung ist null da wir keinerlei Bäume oder größere Häuser in der Umgebung haben.

    Aus einem Angebot, welches ich 2013, als wir das Haus gekauft haben, bekommen habe, habe ich folgende Angaben (keine Ahnung ob die stimmen):

    Ausrichtung: 30° West
    Aufstellwinkel: 35°

    Wirkungsgrad: 15,2%
    Eingestrahlte Energie: 74891,07 kWh
    Strahlung geneigt: 1164,38 kWh/m²

    Strahlung horizontal: 1044,39 kWh/m²
    Performance Ratio: 74,9%
    Systemnutzungsgrad: 11.35%

  • Poly oder Mono kannst du gleich wieder aus deinem Anforderungskatalog streichen.

    ALLE aktuellen Module über 300W, also das, was man heutzutage so verbaut, sind Monomodule.

  • Bitte lies meinen Beitrag in Fragen zur Planung einer neue Anlage

  • Das jährliche Wechseln des Stromanbieters und die immer gleichen Abzockmaschen gehen mir derartig auf den Keks, dass ich größtmögliche Unabhängigkeit anstrebe.

    Verständlich, dass dir das auf den Keks geht, aber warum machst du es dann? Such dir einmal einen gescheiten und fairen Anbieter heraus, wenn du magst echter Ökostrom, und dann bleib da einfach :).


    zu deinen Fragen:


    1.) aus ökonomischen oder ökologischen Erwägungen heraus viel PV und keinen Speicher. Der erhöht natürlich deinen Autarkiegrad, aber wenn du kurz drüber nachdenkst gibt es sowas wie "partielle Unabhängigkeit" sowieso nicht.

    2.) Die Größe richtet sich nicht nach deinem Verbrauch, sondern nach dem, was möglich ist. Deine Autarkie steigt immer mit der Anlagengröße (natürlich zunehmend langsamer). Deine angestrebte Quote von 30% ist nicht sehr ehrgeizig, ich denke auf 40-45% kommst du mit einer größeren Anlage und etwas Motivation zur Lastverschiebung relativ leicht. Mit einer Poolheizung auch darüber.

    3.) Bei Modulen würde ich dir nur monokristalline empfehlen, wenn Speicher dann Li.

    4.) Bei den Modulen kann man eigentlich nichts falsch machen. Bei WR sind SMA, Fronius, Kostal und vielleicht noch Solaredge so die Referenzen.

    5.) Geht soweit ich weiß bei allen, zur Not per selbstgebauten Loggern (wenn das ein Hobby ist). Stichwort "70 weich"


    Nach deiner Empfehlung des Solarteurs passen ja mindestens 9.x kWp drauf. Diese Empfehlung ist übrigens Standard und bedient in erster Linie die Interessen des Solarteurs. Die können mi´t deinen übereinstimmen, müssen aber nicht. Du solltest also als erstes mal Maße und (Google-)Bilder deines Dachs einstellen.

  • Wie sind denn die Dachabmessungen?

    Es wird dich freuen zu hören, dass es seit 2013 große Fortschritte in Bezug auf die Leistung der Solar Module und auch auf die Preise gegeben hat.

    Also die Unterlagen noch mal neu zusammen stellen (Fotos vom Dach, Abmessungen des Daches, Type der Dachziegel, wo kann der Inverter installierte werden) und neue Anfragen starten. Zu einem Angebot gehört auch eine Ertragsprognose.

    Je nach Standort weißt du dann, wie viel kWh/kWp oder insgesamt deine Anlage pro Jahr erzeugt.

  • Ich lese hier heraus, dass Ihr alle von Speicher eher abratet und eine maximal mögliche PV-Anlage empfehlt.
    Diese Empfehlung setzt ja unter anderem voraus, dass ich für meine nicht selbst genutzte Stromproduktion eine Vergütung erhalte (andernfalls würde ich den Überschuss im Zweifel ja verschenken).
    Mir stellt sich da noch die Frage, was denn wird wenn die Einspeisevergütung nach 20 Jahren wegfällt?


    Ich habe gestern eine Webseite gefunden, die auf Basis von Google-Maps eine Kalkulation erstellt. (Inwiefern valide kann ich nicht sagen.) Das Ding hat auf jeden Fall 78m² Dachfläche berechnet.

    Laut Bauplänen ist die Dachneigung 36°.
    Die Dachziegel sind schwarz matt glasiert.

    Foto kann ich gerne im Laufe des Tages auch noch nachliefern.

  • Zitat

    Mir stellt sich da noch die Frage, was denn wird wenn die Einspeisevergütung nach 20 Jahren wegfällt?

    Das wird sich zeigen, wenn in den nächsten Jahren immer mehr Anlagen aus der Vergütung fallen.

    Aber selbst wenn du den Strom dann verschenken oder abregeln müsstest, wäre es egal, weil eine vernünftig geplante Anlage bis dahin komplett refinanziert ist und somit der Strom vom Dank wirklich kostenlos wäre. Und dein direkter Eigenverbrauch bleibt dir ja immer noch.

    Eventuell wird DANN auch ein Speicher finanziell interessant.

  • Ich habe gestern eine Webseite gefunden, die auf Basis von Google-Maps eine Kalkulation erstellt. (Inwiefern valide kann ich nicht sagen.) Das Ding hat auf jeden Fall 78m² Dachfläche berechnet.

    Wie schon geschrieben wäre es wichtiger, die Abmessungen des Daches zu kennen.