Wärmepumpentarif oder alles über Haushaltsstromzähler?

  • Bei der Planung meiner PV Anlage stehe ich im Moment vor der Entscheidung ob weiterhin Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom separat über zwei Zähler laufen zu lassen (inkl. HT/NT mit Abschaltung der WP durch Netzbetreiber) oder alles zusammen über den Haushaltszähler laufen zu lassen. Technisch möglich ist nach Rücksprache mit dem Anlagenbauer und dem Netzbetreiber beides. Der Grund warum ich überhaupt darüber nachdenke, ist die Tatsache, dass ich den Überschüssigen Strom möglichst in die Brauchwasserwärmepumpe stecken möchte. Die WP hat einen Eingang, der bei Überschussmeldung vom Wechselrichter den Wasserspeicher auf 70°C aufheizen lässt (anstatt nur 48°C). So könnte man die Überschüssige Energie optimal umsetzen.


    Was aber, wenn am Nachmittag, wenn die Sonne optimal auf das S/W Dach scheint, die EVU Sperre vom Netzbetreiber aktiv wird? In diesem Fall würde die WP für ca. zwei Stunden gesperrt werden, was zur Folge hätte, dass der Strom nicht für die WP genutz werden kann. Meistens kommt die Sperre so gegen 16 - 17 Uhr und dauert bis um 19 Uhr an. Unter Umständen wäre das genau die Zeit, in der der Wasserspeicher nochmal richtig hätte aufgeheizt werden können, um genug Reserven für den Abend und die Nacht zu haben. So kann es nun passieren, dass der Puffer nicht genug Reserven für die Nacht hätte und die WP in den frühen Morgenstunden anspringen muss.


    Ein paar Eckdaten:


    Anlagengröße 7 - 8 kWp

    Verbrauch Haushalt ca. 4000 kWh im Jahr, Stromtarif: 0,27 € pro kWh (Brutto)

    Verbrauch WP ca. 3000 kWh im Jahr, Stromtarif: 0,17 € NT und 0,22 € HT (Brutto) Aufteilung NT/HT ca. 50/50

    Zählermiete entfällt bei uns, da in unserer Region der Zähler gekauft werden musste.

    Ca. 2/3 des WP Verbrauchs fällt logischerweiße auf die kalten Monate Januar bis März und Oktober bis Dezember.


    Wenn ich nun auf einen Zähler umsteigen würde, hätte ich Mehrkosten von ca. 210€ pro Jahr (ohne PV Anlage)


    Ich müsste ca. 800 kWh vom selbst erzeugten Strom für die WP nutzen, damit ich diese 210€ wieder rausholen würde. Ist das realistisch?


    Hat jemand Erfahrungen mit der oben beschriebenen EVU Problematik? Wenn ja, sind meine Sorgen berechtigt bzw. wie groß schätzt ihr bei euren Anlagen den Verlust durch die Abschaltung?

  • Habe auch ne Kaskadenmessung. Man zahlt allerdings 2x die Grundgebühren (für die beiden Zähler). Das wird dann ein Rechenspiel, womit man günstiger fährt...

    PV: 9,4Kwp, LG 335, Kostal Plenticore, BYD 6,4

  • Hallo Thomas6789 ,


    zunächst ein paar Fragen:

    was meinst du mit "überschüssigem Strom"? Den Teil über der 70%-Abregelung oder ganz allgemein nicht selbst verbrauchten PV-Strom? Und reden wir hier von einer separaten Brauchwasserwärmepumpe oder der ganz normalen Heizungswärmepumpe?

    Wenn die WP wirklich auf 70 Grad gehen kann, würde ich erstmal schauen, wie sie das macht. Ist das ein Heizstab? Dann vergiss die ganze Idee. Wenn nicht, welche Arbeitszahl schafft sie dann noch bei dieser Temperatur? Das musst du in deine Rechnung natürlich mit einfließen lassen.


    Alternativ zu deinen Ideen gibt es natürlich noch die Möglichkeit, über eine Zählerkaskade beide Tarife zu behalten und trotzdem eigenen Strom zu verbrauchen. Frag mal pflanze  :)

  • Erstmal Danke für die Rückmeldung. Das mit der Kaskadenschaltung wäre auch meine bevorzugte Lösung, allerdings habe ich dann ja noch immer die Zwangstrennung durch den Rundsteuerempfänger, welcher unter Umständen die WP genau dann vom Netz nimmt, wenn ein Überschuss an nicht selbst verbrauchten Strom von der PV-Anlage zur Verfügung steht.


    Bezüglich der Fragen:

    -Unter "Überschuss" verstehe ich wenn z.B. die PV Anlage 3000W bringt und ich im Haushalt aber nur 400W an Verbraucher habe und der Rest eingespeist werden würde. Die 70% Grenze war nicht mit gemeint, da dieser Fall sowieso selten eintreffen wird.


    -Es handelt sich über eine separate Brauchwasserwärmepumpe, die bis ca. 55 Grad läuft (ca. 450W Leistungsaufnahme). Um auf 70 Grad zu kommen, wird zusätzlich ein Heizstaab mit 1,5kW aktiviert. COP der Wärmepumpe ist 4,28 nach DIN 16142. Wie hoch der bei 55°C ist kann ich nicht sagen.

  • Also, wie gesagt, überschüssigen PV-Strom in einem Heizstab zu verballern ist sinnlos. Die KWh Wärme kostet dich dann die entgangene Einspeisevergütung, wenn du alternativ einfach deine BWWP mit COP 4.28 mit eingekauftem Strom betreibst, kostet die dich keine 5 ct. Eine ökologische Betrachtung kommt zum selben Ergebnis.

  • Überschuss an nicht selbst verbrauchtem Strom von 16-17 Uhr gibt es, aber du hast den ganzen Tag vorher Zeit sie moduliert! laufen zu lassen.

    Passt dir Größe deines Puffers, kannst du die Isolation verbessern, ...?

    Heizstab ist keine prima Idee.

    (Abends steigt der Bedarf in Netz, da ist es ökologisch sinnvoller tagsüber zu verbrauchen. Um das mal nicht auf Hausebene zu betrachten.)

  • Vielleicht noch ne andere Betrachtung, die vielleicht weniger den ökologischen - und mehr den ökonomischen Gesichtspunkt betrachtet.

    Die Verdichter der Wärmepumpe haben auch ne gewisse Lebensdauer. Wenn man sowieso einen Heizstab hat, kann man den auch etwas betreiben ohne die Betriebsstunden des Verdichters in die Höhe zu schrauben. Das ist dann vielleicht eher ein "weicher" Faktor, den man mit einbeziehen kann.

    PV: 9,4Kwp, LG 335, Kostal Plenticore, BYD 6,4

  • Brauchst du die Temperatur oder kannst du mit mehr Speicher und niedriger arbeiten?


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