Denkfehler bei Berechnung günstigstes Szenario?

  • Hallo zusammen,


    Ich habe eine 24 kWp-Anlage, die 2014 in Betrieb gegangen ist, natürlich mit Gewerbe. Kein Speicher. Bislang war ich der Ansicht, es sei immer am günstigsten, den Strom selbst zu verbrauchen bevor man einspeist. Entsprechend unser bisheriges Verhalten: Elektroauto und Wäsche bevorzugt bei Sonne.


    Jetzt ist mir aber folgende Überlegung durch den Kopf gegangen: ich bekomme grob 13 ct. für die Einspeisung und bezahle grob 23 ct. für Netzstrom.


    1 kWh selbst verbrauchter Strom kostet nach Steuern ca. 18 ct. (aus entgangener Einspeisevergütung plus persönlicher Ekst.-Satz aus Vergleichspreis). Denke ich jetzt falsch, wenn ich rechne:

    1 kWh eingespeist und später vom Netz gekauft:

    13 ct - Ekst. darauf ca. 2,5 ct - 23 ct Einkauf = 12,5 ct?


    Denn wenn das stimmen würde, müsste ich mein Nutzerverhalten ja gerade wieder umdrehen und Elektroauto und Wäsche in die Nacht verlegen.


    Kann mir einer von euch beim Denken und Rechnen helfen?

    Vielen Dank im voraus!

  • mit Gewerbe oder privat als nur-PV-Unternehmer?


    grob 23 ct. für Netzstrom.

    Netto oder brutto? Anständiger Strom oder hinterlässt du deinen Erben Atommüll?


    Verstehe den Sinn deiner Rechnung nicht. Was ist mit EEG-U und MwSt?

    Bei mir ist unterm Strich die eigene kWh um ein Drittel günstiger als auf dem Netz.

  • Ich hoffe ja auch auf einen Denkfehler meinerseits...

    Wie beschrieben als Gewerbe, also eines als Stromverkäufer und gleichzeitig eines als Selbstständiger. Das ganze auf dem Privathaus installiert, das einen bestimmten Anteil an gewerblicher Zuordnung (Home Office) hat.


    Die 23 ct Bezug sind brutto und eben das, was das Haus derzeit an bezogenem Strom bezahlt.


    Nochmals:

    Mir wurde vom Steuerberater erklärt, dass ich auf jede selbst verbrauchte kWh nicht nur die USt. auf die entgangene Einspeisevergütung bezahlen muss, weil ich ja bei der Anschaffung die USt. erstattet bekommen habe, sondern auch noch Ekst. auf einen fiktiven Bezugspreis, z.B. 22 ct. Somit kostet der Eigenverbrauch eben nicht nur die entgangene Einspeisevergütung, sondern zusätzlich USt plus Ekst auf den fiktiven Bezugspreis. So weit richtig?


    Wenn ich dann also mit all den Steuern auf Kosten von etwa 18 ct für Eigenverbrauch komme, ist die Frage, ob es nicht günstiger ist, den Solarstrom für 13 ct einzuspeisen, darauf Ekst zu bezahlen und somit noch ca. 10,5 ct zu verdienen. Dafür nun den Strom aus dem Netz für 23 ct eingekauft macht das für mich eine Differenz und somit Kosten von 12,5 ct. Deutlich weniger als 18 ct.


    Wenn das soweit kein Denkfehler ist, warum heißt es dann überall, der Eigenverbrauch sei günstiger? Irgendetwas stimmt doch bei dieser Überlegung nicht, oder?

  • Die Info deines StB ist m.W. fehlerhaft.

    Der StB oder Steuerkundige kpr erklärt dass öfter: Eigenverbrauch - 2 alternative Berechnungen, welche stimmt?


    Nach deinen Angaben bist du als Selbstständiger VSt-abzugsberechtigt. Auf diesen Teil des Stroms ist m.E. die MwSt. zum VSt-Abzug geeignet. Rechnung PV an Selbstständigen. Privat ist das die ueW die eine Art

    Rechnung PV an Privat darstellt.

    Ob das abgekürzt wegen kann und ueW nur auf den privaten Teil erhoben werden kann kann vlt. kpr sagen.


    Verkauf nach deiner steuerl. falschen Rechnung:

    +10,5 Cent

    Einkauf

    -23

    = -12,5 Cent auf deinem Konto um eine kWh in der Hand zu halten.


    EV

    Auf die entgangene Vergütung fällt EkSt, ggf. MwSt und ggf. EEG-U an

    -6 Cent ca.

    Dafür kannst du die kWh nutzen. Ich meine du übersiehst sie als "Ware oder Gegenwert".

    Hättest du sie verkauft und Netzstrom gekauft wäre dein Minus größer gewesen.


    Wenn du schaust was du hättest haben können musst du abziehen was du hättest aufwenden müssen.


    Genau genommen müssen zusätzlich die Gestehungskosten berücksichtigt werden.

  • Zunächst mal kostet dich eine selbst verbrauchte kWh nicht 18 Cent, weil "entgangene Einspeisevergütung" keine Kosten sind.


    Eine selbst verbrauchte kWh ERSPART dir 23 Cent abzüglich dessen, was du (anteilig) für die Anlage bezahlt hast, gerechnet über die Nutzungsdauer, zuzüglich Steuern. Das ist das, was real auf dem Konto passiert.


    Die Alternative besteht darin, den Strom erst einzuspeisen und dann vom VNB zu beziehen. In diesem Fall passiert auch was auf dem Konto, aber es wird dich schlechter dastehen lassen - rechne einfach mal nach.

  • Erst mal vielen Dank für eure Mühe, meinen Hirn-Knoten zu entwirren! :)


    Ich denke, die Ust.-Frage ist gar nicht die wesentliche, sondern, wie Bastel wahrscheinlich richtig angesprochen hat, dass die entgangene Einspeisevergütung keine Kosten darstellt. Das leuchtet mir zwar noch nicht vollständig ein, aber ich bin auch nicht so größenwahnsinnig anzunehmen, dass alle PV-Betreiber in Deutschland das nicht verstanden haben und nur ich den Durchblick habe! :)


    Insofern werde ich mein Nutzerverhalten so weiter betreibe, wie in den letzten vier Jahren der Fall und möglichst bei Sonnenschein Strom zu verbrauchen.


    Nochmals danke an euch alle und einen schönen Sonntag!

  • Gerne und schule deinen StB wie oben erwähnt nach!

  • Darüber kann tagsüber Strom genutzt werden der sonst der 70%-Abregelung zum Opfer fallen würde.

    Die steuerliche Betrachtung des über-70%-Stromes interessiert mich noch, hat dazu jemand einen Link?

  • Selbst verbraucht ist selbst verbraucht, da macht der Fiskus keinen Unterschied unter- oder oberhalb von 70 %.