Erste PV-Anlage - Bitte um Planungsunterstützung

  • Hallo zusammen,


    dank meines Wunsches nach einer Stecker-Solaranlage bin ich vor einigen Wochen auf dieses Forum aufmerksam geworden und bin seit dem stiller Mitleser. Je mehr ich gelesen habe, desto mehr wurde mir klar, dass es doch eine "richtige" PV-Anlage werden soll. "Kein Speicher" und "Dach vollmachen" habe ich verstanden, aber darüber hinaus gibt es noch massig Fragezeichen und ich würde gerne ein Gefühl für ein sinnvolles Konzept haben, bevor ich konkrete Verhandlungen mit Solarteuren aus der Umgebung starte.


    Lange Rede kurzer Sinn, hier mal die Eckdaten zu meinem Projekt:


    - Nord/Süd-Dach nähe Detmold (sollten ca 8° sein)

    - Neigung 43°

    - PVGIS sagt bei 10% Verlusten ~880kWh für Süd und ~440kWh für Nord

    - Sonstige Dächer: Carport mit ca. 8x3m, Überdachte Terasse, kleiner Schuppen im Garten


    Ich habe mit PVSol mal etwas rumgespielt und eine mögliche Belegung von 23 Modulen (~7,48kWp) auf dem Süddach ermittelt. Auf dem Carport könnte ich nochmal 12 Module Richtung Süden (~3,9kWp) unterbringen, wenn ich die Abstände gering halte (mit 30° Aufgeständert). Ich bin mir aber nicht sicher ob das Nachbarhaus da Schatten auf die erste Reihe werfen wird. Alternativ könnte man ggf. auch Ost/West aufs Carport stellen oder die Module flach aufs Carport legen.


    Den Schuppen habe ich erstmal außen vor gelassen, da wahrscheinlich neue Kabel durch den ganzen Garten gelegt werden müssten und auf der Terasse wäre es ziemlich dunkel, wenn das PVC-Dach mit PV überbaut werden würde, aber ich bin erstmal für alles offen.


    Meine konkreten Fragen:

    - Lohnt es sich die Nordseite bei dem steilen Dach zu belegen? Auf Nord ist auch ein Dachfenster und der Kamin.

    - Wie sollte ich das Carport belegen? Auch Süd oder Ost/West? Aufständern oder Flach?

    - Welcher WR passt und wie baut man die Strings sinnvoll auf?

    - Der Zählerschrank ist 20 Jahre alt, muss der neugemacht werden?


    Vielen Dank für euer Feedback!


    Gruß

  • Willkommen und Glückwunsch zur richtigen Erkenntnis!


    Norddach lohnt sich nicht.

    Süddach ja, 22 Module, ein String.
    Carport würde von den Maßen her vielleicht O/W quer in vier Doppelreihen passen, wären 8 Module W und 8 Ost, die du gerade noch parallel an den zweiten MPPT hängen könntest. Die resultierenden 12 kWp wären nicht optimal, also vielleicht doch nur auf 10 KWp auffüllen (in Süd) oder Schuppen dazunehmen. Angesichts des erforderlichen Aufwands würde ich hier vermutlich auf 9.9 KWp gehen.


    Der Zählerschrank ist OK. Der Ferrariszähler wird durch eine Zweirichtungszähler ersetzt, und du hast genug freie Teilungseinheiten auf den Hutschienen für die PV-Sicherungen und den Verbrauchszähler für 70 weich.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Vielen Dank für deine schnelle Antwort.


    Ich werde mal das Dach vom Schuppen messen und schauen was da noch draufgehen würde, aber ich fürchte auch das sich das nicht lohnt. Wieviel kWp müsste man denn noch zusätzlich haben damit es Sinn macht über 10kWp zu gehen?


    Wird der WR eigentlich direkt neben den Zählerschrank gesetzt oder kann der auch in einem anderen Kellerraum untergebracht werden?

  • Norddach rentiert sich nicht.

    Ich würde da nicht über die 10kWp gehen.

    Dach mit 20 Modulen â 310W und den Carport (Südausrichtung) mit den 12 Modulen â 310W gibt ingesamt 32 Module und 9,92 kWp.

    Dazu einen Fronius 8.2 mit Smartmeter für 70-weich; String 1 die 20 Module vom Hauptdach; String 2 die 12 Module vom Carport.

    Der WR kann natürlich in irgendeinem Kellerraum sitzen, am besten mit einem guten Weg zu den Stringkabeln vom Dach. Als Verbindung zum Zählerschrank wird ein 5x4mm²-Kabel und eine Datenleitung gelegt, fertig.


    Bevor wieder der Mecker kommt, warum Smartmeter und nicht S0: Spätestens, wenn in ein paar Jahren doch noch ein Akku kommt, braucht es eine schnelle, genaue Messung und das kann ein S0-Zähler nicht.

  • Sehr schöne Vorarbeit! So macht das Spaß!

    43° => ~440kWh für Nord

    Nein, wurde ja bereits gesagt.

    Den Schuppen habe ich erstmal außen vor gelassen, da wahrscheinlich neue Kabel durch den ganzen Garten gelegt werden müssten und auf der Terasse wäre es ziemlich dunkel, wenn das PVC-Dach mit PV überbaut werden würde, aber ich bin erstmal für alles offen.

    Nicht zwingend. Hat der Schuppen Strom / was für eine Leitung geht dorthin? Wie viel würde draufpassen?

    - Wie sollte ich das Carport belegen? Auch Süd oder Ost/West? Aufständern oder Flach?

    Ost-West prüfen, z.B. wegen 70% weich. Wie ist es mit dem Baum auf der Westseite in den nächsten 10-15 Jahren? Wenn der viel Westschatten macht vlt doch eher nach Süd oder Süd-Ost ausrichten.


    "Nur" 10,0 sehe ich nicht in Stein gemeißelt. Wenn in paar Jahren die EEG-U und zweiter Zähler wegfallen lohnt es sich für kurze Zeit in den sauren Apfel zu beißen.


    Schrank ist technisch verwendbar. Welche Höhe hat er?

  • Sehr schöne Vorarbeit! So macht das Spaß!

    Danke! Aber ich denke das versteht sich von selbst, ich möchte ja schließlich was von euch. :)


    Nicht zwingend. Hat der Schuppen Strom / was für eine Leitung geht dorthin? Wie viel würde draufpassen?

    Habe gerade mal das Dach vermessen und es würden wohl knapp 7 Module draufgehen. Das Dach hat eine leichte Neigung (schätze 10-15°) gen Nord-Osten. Der Schuppen ist einphasig mit Strom versorgt, dieser wird allerdings vom Wohnzimmer zusammen mit der Gehweg-Beleuchtung geschaltet. Ich habe beim Messen des Dachs aber ein Leerrohr mit ca 30mm Durchmesser gefunden, muss aber noch verifizieren wo das rauskommt. Im Keller sind noch 1-2 Rohre, die ich bisher noch nicht zuordnen konnte, vielleicht habe ich ja Glück.


    Mit Süddach 24 + Carport 12 + Schuppen 7 wäre ich dann ca. bei 43 Modulen oder ~13kWp. Irgendwie finde ich in PVSol aber keinen WR an den ich das Anschließen kann ohne das die Software meckert.


    Wie ist es mit dem Baum auf der Westseite in den nächsten 10-15 Jahren? Wenn der viel Westschatten macht vlt doch eher nach Süd oder Süd-Ost ausrichten.

    Welchen Baum meinst du genau? Einzig großer Baum ist eigentlich die Eiche im Norden. Rund um den Schuppen sind eher Büsche und zwischen den Grundstücken im Süden (oder westlich des Carports) ist die Höhe auch überschaubar. Dient eher als Sichtschutz zwischen den Grundstücken.


    Wir haben allerdings Hanglage und im Westen gehts den Berg rauf. Die Scheune vom Nachbarn steht schon paar Meter höher als unser Grundstück (im Bild unten links). Wegen dem Berg verschwindet die Sonne hier auch etwas früher als aufm platten Land.


    "Nur" 10,0 sehe ich nicht in Stein gemeißelt. Wenn in paar Jahren die EEG-U und zweiter Zähler wegfallen lohnt es sich für kurze Zeit in den sauren Apfel zu beißen.

    Das verstehe ich nicht ganz. Soweit ich verstanden habe muss ich ab 10kWp für meinen Eigenverbrauch zahlen, daher ist macht es keinen Sinn knapp über die Grenze zu kommen. Du würdest also darauf pokern das die EEG-Abgabe auch für Bestandsanlagen verschwindet und es dann keinen Unterschied mehr macht ob man 9,9 oder 10,1 baut? Fragt sich ob das wirklich auch für Bestandsanlagen gelten würde, denn die Einspeisevergütung wird ja auf 20 Jahre festgeschrieben...


    Schrank ist technisch verwendbar. Welche Höhe hat er?

    Der Schrank hat ca 92x52cm

  • Dach mit 20 Modulen â 310W und den Carport (Südausrichtung) mit den 12 Modulen â 310W gibt ingesamt 32 Module und 9,92 kWp.

    Dazu einen Fronius 8.2 mit Smartmeter für 70-weich; String 1 die 20 Module vom Hauptdach; String 2 die 12 Module vom Carport.

    Hört sich vernünftig an, danke. Wäre ja gerne Richtung 20kWp rausgekommen, aber das das platzmäßig nicht geht ist mir leider schon beim Eingeben in PVSol klargeworden. Ich versuche mal auszuloten was das Maximum inkl. Schuppen etc. wäre und wenn sich das am Ende nicht lohnt werde ich das wohl so realisieren lassen.


    Zitat von passra

    Der WR kann natürlich in irgendeinem Kellerraum sitzen, am besten mit einem guten Weg zu den Stringkabeln vom Dach. Als Verbindung zum Zählerschrank wird ein 5x4mm²-Kabel und eine Datenleitung gelegt, fertig.

    Gut zu wissen, machts natürlich einfacher. Vom Carport aus gehen 2 Leerrohre in den Heizungskeller wo noch Platz wäre (Darf man den WR neben einer Gasheizung montieren?). Allerdings haben die Rohre keinen besonders großen Durchmessern und dort gehen schon Koax-Kabel für die SAT-Anlage durch. Alternativ müsste man wohl ne Bohrung vom Carport zum Keller vornehmen.

  • hier würde schon alles gesagt. Geh auf 10 kW mit voller südausrichtung. Hol dir zügig ein paar Angebote ein, damit die Anlage noch vor den hoffentlich tollen Sommermonaten steht.

  • Also ich seh da bis zu 47 Module!

    Mit 320W Modulen kommst da auf 15,04 KWp!


    Mal das Hauptdach komplett quer belegen. Oben 2 Reihen mit 6 Modulen und darunter 3 Reihen mit 4 Modulen.

    24 Module Süd


    Carport wie ein Anderer schon schrieb mit 8 Ost und 8 West

    16 Module Ost/West


    Und die anderen 7 auf den Schuppen/Gartenhaus.


    Dann die 15,04 KWp mit SE bauen wegen der unterschiedlichen Ausrichtungen.

  • Rentiert es sich wegen 0,04 kWp eine Smartmeter-Schwelle zu überschreiten?

    1 weniger stark gelegenes Modul = ca. 300 kWh = 30 EUR wengier vs. 30 EUR weniger Preisobergrenze für Smartmeter? POG irrelevant da wMSB als Vergleich besser geeignet?

    Bauen, besonders wegen zB Stringspannung - weglassen weil es ca. auf 0 kommt?


    Wünsche Glück mit den Rohren dass eines zum Schuppen geht :) - dann klappts auch mit SE!