Stadtwerke stellen sich noch quer. Fordern Anschluss durch Fachfirma

  • Hi,


    bin noch relativ Neu hier und habe auch die SuFu intensiv genutzt aber ich finde nicht mehr die Stelle an der explizit gesagt wird das die Abnahme nicht durch eine Fachfirma mit Konzession gemacht werden muss.


    Erst einmal bin ich schon mal froh das meine Stadtwerke Frankenthal nicht total abblockt aber Sie fordern das das Anschließen durch eine als konzessionierten Elektroinstallationsunternehmen erfolgen muss.


    In meinen Fall geht es um eine 600WP Anlage mit 2 EVT248. Also um max. 500W AC die ich auch schon bei der MaStR angemeldet habe


    Zitat:

    ....


    Leider Fordert das Regelwerk an dieser Stelle Explizit das Anschließen durch einen als konzessionierte Elektroinstallationsunternehmen.

    In der DIN Norm 4105 (die gilt auch für Anlagen <0,8kW) wird Bezug auf Stecker fertige Anlagen genommen die Ausnahme gilt allerdings nicht für Anlagen die direkt in das Kundennetz eingebunden werden.

    Seite 25: für steckerfertige Anlagen <600VA soll eine vereinfachte Anmeldung möglich sein und die Angaben und Unterschrift des Anlagen Errichters kann entfallen!

    Ebenfalls zu beachten ist auch der Textauszug der NAV §13 Abs. 2:

    Unzulässige Rückwirkungen der Anlage sind auszuschließen.…. errichtet, erweitert, geändert und instand gehalten werden. … Die Arbeiten dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden;

    Hiermit wird sichergestellt das alle Vorgaben der VDE und unter Umständen notwendigen Messungen durchgeführt wurden.

    Dieser Nachweis kann auch im Falle eines Brandes vom Sachversicherer nachgefordert werden.

    Daher ist es nicht möglich Ihnen zu gestatten die Anlage selbst anzuschließen,

    außer sie sind als konzessionierte Elektroinstallationsunternehmen eingetragen.

    ...

    Zitat Ende


    Der Mitarbeiter verweist auf die Ausnahme bei Steckerlösung und meint das dies nicht für fest verdrahtete Lösungen gilt so wie es bei mir geplant ist. Es interessiert die auch nicht das ich Elektroingenieur bin und die komplette Elektroinstallation in meinem Haus selber gemacht habe. Ich habe sogar die Leitungssicherung des Stromkreises für die PV Anlage gegen eine 10A Sicherung getauscht und der Strang der zur PV Anlage geht hat einen Kleinsverteiler mit 6A bekommen. Überall Aderendhülsen wo es erforderlich ist und WAGO Klemmen verwenden. Also alles das was in irgendwelchen DIN und VDI Normen verlangt wird.


    Natürlich könnte ich jetzt vor der festen Installation eine RST20 WIeland Steckdose setzen aber auch hier verlangen meine Stadtwerke das dies durch eine Fachfirma gemacht wird. Meine Stadtwerke haben mir auch eine FAQ mitgeschickt (Anhang)


    Ich finde das absurd und suche jetzt nach Argumente das ich keine Fachfirma benötige. Bin für jede Hilfe dankbar


    Viele Grüße

    Mathias



  • Warte bis Ende des Monats und kontaktiere parallel EmpowerSource ; der kann Dir genau sagen, was in den Hirnströmen der Stadtwerke-Mitarbeiter vor sich geht.

    Ich meine in Erinnerung zu haben, dass die Netzbetreiber aus Deiner Region (Pfalzwerke etc.) sich im Mai treffen wollen, aber da kann dir EmpowerSource weiterhelfen...

    Letztlich gibt es nach der bald geltenden Norm für Anlagen wie du sie vorhast keine Probleme. Wenn man bei Dir einen Zähler austauschen muss (Zweirichtungszähler), wird man es Dir in Rechnung stellen.

    0,6 kwp ohne EEG;)

  • NAV §1 Abs. 1


    Sie[Anm. die NAV!] gilt nicht für den Netzanschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien und aus Grubengas.


    D.h. du musst überhaupt nichts aus der NAV für den Anschluss deiner Anlage beachten.


    Warte bis zum 27.04. Dann ist dein Netzbetreiber verpflichtet, die vereinfachte Anmeldung nach der neuen AR-N 4105 2018/11 zuzulassen.

  • Schon mal Danke für den Hinweis.


    Die Hirnströme sind wahrscheinlich soweit in Ordnung bei den Mitarbeitern. Sie befolgen halt auch nur Ihre gerade gültigen Normen.


    Ich möchte halt meine Anlage so früh wie möglich in Betrieb nehmen. Es gibt jetzt mehre Optionen.

    1. Einfach betreiben (illigal)

    2. Anschließen, Netzbetreiber darüber informieren und sich stur stellen das man das nicht über eine Fachfirma gemacht hat.

    3. Nicht anschließen und warten bis Ende Mai und hoffen das man sich geeinigt hat.

    4. Eine Fachfirma beauftragen die das abnimmt.


    Der Zähler muss ausgetauscht werden weil ich einen alten Zähler ohne Rücklaufsperre habe. Mit was für Kosten muss ich denn da rechnen.? Mein Haus ist von 1970 und Platz für weitere Einheiten auf der Hutschine habe ich leider nicht. Kann man nicht an der Stelle wo jetzt der alte riesige Zähler ist ein Kleinsverteiler im Sicherungsschrank installieren?

  • vor der gleichen Problematik wie du stehe ich auch. Ich möchte ebenfalls eine Nicht-EEG-Anlage mit 600W Ausgangsleistung installieren.

    ich warte aber noch bis zum 27.04. und schreibe dann an dem Tag meinen Netzbetreiber an, dass ich Mitte-Ende Mai die Anlage in Betrieb nehmen möchte. Den genauen Wortlaut des Schreibens muss ich mir noch überlegen.


    Ich habe aktuell auch nur einen alten Zähler ohne Rücklaufsperre. Laut der neuen AR-N 4105 2018/11 wird ein Zweirichtungszähler "auf dem zentralen Zählerplatz" gefordert. D.h. der müsste einfach getauscht werden. Was da genau für Kosten kommen, ist unklar. Soll zwischen einmaligen 0-150€ liegen und jährlich kostet neue Zähler bis zu 20€ an Messstellengebühren.

  • Was ist denn mit der allgemeine Regel, was in einem EU_Land zugelassen ist, ist damit in alle EU-Ländern zugelassen?


    Gibt es keine EU-Länder, wo man einfach selber anschließen darf ? Dann müsste man hier auch selber anschließen dürfen.... das mögen die Lobbyvereine der Stromanbieter natürlich nicht. Gegen Großerzeuger können sie sich nicht wehren, aber für den Kleinerzeuger macht man es unwirtschaftlich durch hochtreiben der Kosten.

    Ich sehe darin eine ungesetzliche Verhinderungstaktik, die die Energiewende zum Solarstrom erschweren soll, weil sie die Kosten und Schwierigkeiten für den Kleinerzeuger hochtreibt.

    Anfänger.... zusätzliches 24V Netz für Beleuchtung in den Wohnräumen, der Rest kommt später...
    Garagendach mit 2 Module 260Watt mit je 1 EVT248 angeschlossen.

  • äh. Das klingt aber seltsam. Dann könnte man ja auch einfach eine Solaranlage mit Schuko-Stecker anschließen und sich auf die entsprechende Norm aus Österreich berufen? :D

  • Was ist denn mit der allgemeine Regel, was in einem EU_Land zugelassen ist, ist damit in alle EU-Ländern zugelassen?


    Gibt es keine EU-Länder, wo man einfach selber anschließen darf ? Dann müsste man hier auch selber anschließen dürfen....

    Diese allgemeine Regel gibt es nicht. Ansonsten könnte man auch mit 0,8 Promille durch die Gegend fahren und sich auf die in England geltende Regelung berufen.

    0,6 kwp ohne EEG;)