Bitte um Eure Meinung zur Anlagenplanung

  • Liebes Forum, liebe Super-Experten,


    als Solarfrischling mit beschränkter "Frisch-aus-dem-Internet"-Einsicht in das Thema würde ich gerne mal Eure Meinung und Expertise anzapfen.


    Worum geht es:

    wir möchten gerne (als längst überfällige Maßnahme) auf dem Dach unseres (großen) Hauses in 61250 Usingen/Hessen eine PV-Anlage installieren lassen. Der Familien-/Haus-Stromverbrauch liegt bei über 17.000 KWh p.a. (zur Ehrenrettung: Es gibt 360 qm Wohnfläche, ein Indoor-Schwimmbad, eine aufwändige Umluftheizung mit Ventilatoren, dazu den Elektrokrims einer fünfköpfigen Familie, und das ganze in einer offenen Architektur mit hohen Decken, vielen Fensterfronten und der Isolierung der frühen 1990er...) Demnächst soll auch noch ein Elektroauto (BMW i3) dazu kommen. Ich vermute also, die Wirtschaftlichkeit einer PV ist da fast keine Frage.


    Nach Aussage des ersten Unternehmens (großer überregionaler Anbieter), der dazu eine Planung/Angebot gemacht hat, passen auf die sinnvoll zu belegenden Dächer (Osten/Westen plus die Südseite des Carport-Dachs, jeweils 28 Grad Dachneigung) insgesamt bis zu 114 Module. Seine erste Belegungsplanung enthält allerdings "nur" 99 Module (vgl. Bild), weil damit 29,7 KWp erreicht werden und er "mehr nicht macht, wegen des damit verbundenen erwartbaren Aufwands/Ärgers mit dem Stromversorger".


    Die Eckpunkte des Angebots lesen sich dann wie folgt:

    - 99 Solarmodule 300 Wp schwarz-in-schwarz vom "Spotmarkt" (Whitelabel)
    - Wechselrichter SMA Sunny Tripower 25000 TL-30
    - Energy Manager SMA Sunny Home Manager 2.0 (inkl. Energy Meter)
    - Gestellsystem Standard
    - Zählerkasten, Zählerschrank-Umbau
    - APZ Abschlusspunkt Zählerplatz (extern)
    - SLS Selektiver Lasttrennschalter
    - Montage, Elektroinstallationen, Gerüst, Anträgemanagement, ...
    - Das ganze für knapp 30 T€ zzgl. USt.


    Zusätzlich bieten sie an, für das E-Mobil für rund 3 T€ mehr eine MENNEKES Wallbox Amtron Xtra 22KW mit Ladekabel Typ 2 gleich mit zu installieren, falls gewünscht.


    Meine Fragen an Euch:
    (1) Welche Anmerkungen habt Ihr zu diesem Angebot generell? Würdet Ihr das so empfehlen? Was sollte hinterfragt werden?

    (2) Da hier ja immer "Dach voll" gepredigt wird: Ist es trotzdem richtig, dem Rat den Anbieters zu folgen und auf jeden Fall unter 30 KWp zu bleiben, weil alles andere den Aufwand nicht lohnt? Und ist es dann auch schlau, eher mit (mehr) günstigeren 300 Wp-Modulen zu planen als mit (weniger) höherleistigen?

    (3) Die vorgeschlagene Wallbox-Lösung scheint mir teuer. Sollte ich da eine andere Lösung anpeilen?
    (4) Speicher und allen sonstigen Schnickschnack habe ich wie hier vielfach empfohlen gar nicht erst angefragt. Richtig so?


    Schon jetzt vielen Dank für alle hilfreichen Kommentare, Euer Mit- und Weiterdenken, Anregungen und Ideen!

  • (1)

    Ich vermute also, die Wirtschaftlichkeit einer PV ist da fast keine Frage.

    Das ist sie bei sonnigen Dächern und auch sonst passenden Vorassetzungen eh nicht. Gut geplant und gebaute PV rentiert sich immer!

    Der vergünstigte Eigenverbrauch ist dabei unerheblich oder ein Bonus.

    Isolierung der frühen 1990er...)

    Ich habe vor einigen Jahren die erhärteten einfachen Tür- und Fensterdichtungen durch solche mit Kammer ersetzt. Unterschied deutlich spürbar. Empfehlung!


    99 Module (vgl. Bild), weil damit 29,7 KWp

    Das sind Module mit 300 Wp.

    bis zu 114 Module

    à 330Wp = 37,62 kWp. In diese Richtung sollte man weitergehen. Das bleibt unter 30 kVA. Bitte lies Magische Grenzen und Schwellenwerte

    Aufwands/Ärgers mit dem Stromversorger".

    korrekte Bezeichnung: Netzbetreiber.

    Gute Energieversorger und weitere Tipps übrigens in meiner Signatur.

    schwarz-in-schwarz

    werden heißer, damit schlechterer Wirkungsgrad. Passen zu Bestattungsinstituten. Aber das ist deine Sache.


    (3)

    3 T€ mehr eine MENNEKES Wallbox Amtron Xtra 22KW mit Ladekabel Typ 2

    Deren Datenblatt lesen. Ich halte diesen Hype von Wallboxen für übertrieben. Da geht Strom rein und es kommt Strom raus. Was rechtfertigt 3 TEUR?

    Gute Leitungen, Rohre ja, gerne. Aber so überteuerter Schnickschnack? Wie lädst du dein Auto unterwegs wenn du "nur" eine Standard-Steckdose (auch mit Dreiphasenwechselstrom) vorfindest? Warum sollte das nicht auch zu Hause gehen?


    (2) Nein zu allem.

    (4) ja


    Nachtrag: Carport mal quer belegen, habe das Bild noch nicht genau angesehen.

    Wenn Carport Nord dauerhaft unverschattet kann man das mal durchspielen - sofern Spielraum bis zur nächsten Schwelle ist. PVGIS mal ansehen dazu!

  • Ich denke du hast dich gut eingelesen.

    Bis auf die überzogen teure Wallbox (ausser er muss 100 Wanddurchbrüche und sonstwas ungewöhnliches machen), liesst es sich für mich nicht schlecht.

    Ich würde bevor ich bestelle, aber gerne wissen welche Module draufkommen.


    Ich würde die Verbrauchsseite, wenn durch die PV Anlage deine Verbräuche greifbar sind, auch die Verbraucherseite mal angehen.

    11/2016 Ioniq electric - 07/2018 29 x 320Wp QCells Duo - Kostal Piko BA - BYD 7,7 kWh

  • auch die Verbraucherseite mal angehen

    Ja! Gefrierschrank enteisen oder abschaffen. Heizungspume prüfen. Auf Anlaufstrom achten, Effiziezpumpen können ältere Steuerungen zerstören!!!

    Aber ich widerspreche aus o.g. Gründen Roland81 dass der Auftrag sofort und so vergeben werden kann.

  • Ja! Gefrierschrank enteisen oder abschaffen. Heizungspume prüfen. Auf Anlaufstrom achten, Effiziezpumpen können ältere Steuerungen zerstören!!!

    Aber ich widerspreche aus o.g. Gründen Roland81 dass der Auftrag sofort und so vergeben werden kann.

    Ich glaube bei 17000 kWh/a gibt es noch andere Ansatzpunkte.


    Die 114 *330 Idee gefällt mir...hatte die 30kWp fälschlicherweise im Kopf

    11/2016 Ioniq electric - 07/2018 29 x 320Wp QCells Duo - Kostal Piko BA - BYD 7,7 kWh

  • Egal, ob es jetzt 30 oder bis zu 40 KWp werden, auf jeden Fall eine super Sache, freu mich für dich! Aber euer Verbrauch ist ja schon echt krass, denn wenn du nicht elektrisch heizt, was hat denn dann die Wohnfläche, die Raumhöhe oder die Dämmung mit dem Stromverbrauch zu tun? Wenn du dir also bei der Gelegenheit selbst einen Schubs geben könntest, wenigstens den Ursachen da etwas genauer auf die Spur zu kommen, wäre das eine gute Sache.

    Und mit Gefrierschränken, Standbygeräten und Unterhaltungselektronik brauchst du da gar nicht zu beginnen. Sowas kann eigentlich nur von dauerhaften und massiven Heizleistungen kommen, wahrscheinlich also das Schwimmbad. Vielleicht könnte man das auf Wärmepumpe oder zumindest Gas umstellen? Oder ganz abschaffen?

  • Liebe Roland81 , pflanze , Monsmusik , liebe alle anderen,


    Danke für Eure bisherigen Hinweise und Anregungen! Das macht alles viel Sinn für mich und hilft. Die Wallbox wie angeboten wird es dann sicher so nicht. Und das Thema "Ursachenforschung für den hohen Stromverbrauch" läuft auch schon.


    Zwei Anschlussfragen:
    (1) Wenn Ihr alle für "lieber Dach voll mit höherleistenden Modulen (114*330-Idee)" plädiert, wie überzeuge ich denn den PV-Anbieter, sich auf diese 37+ KWp-Übung einzulassen, weil es ja scheinbar diese "mehr als 30 KWp-mache-ich-nicht"-Befindlichkeit gibt? ( pflanze : ich habe wie empfohlen "Magische Grenzen und Schwellenwerte" gelesen, bin aber da leider nicht viel schlauer rausgekommen. Eine "Argumentation/Herleitung für Laien" würde mir helfen!)

    (2) Ist - wie vorgeschlagen - ein einziger Wechselrichter SMA Sunny Tripower 25000 TL-30 aus Eurer Sicht die richtige Lösung? Ich hatte auch die Empfehlung gehört, für drei Dachflächen/-ausrichtungen (Osten-Westen-Süden) lieber drei Wechselrichter zu nehmen.


    Danke für Eure Unterstützung!

    Die 114 *330 Idee gefällt mir...hatte die 30kWp fälschlicherweise im Kopf

  • Wer die drei WR für dafür ermittelt empfiehlt sollte dazu sagen dass er nicht sachkundig ist.

    Auftrag klar kommunizieren, du bist nicht der erste mit einer Anlage mit 38 kWp.

    Weitere Garagen/Dächer/Carports?

  • sich auf diese 37+ KWp-Übung einzulassen


    einziger Wechselrichter SMA Sunny Tripower 25000 TL-30 aus Eurer Sicht die richtige Lösung?

    Dein Anbieter könnte mal etwas über den Tellerrand schauen und die 40kWp mit einem Huawei KTL33-A (4 Tracker)

    angehen, sofern der Netzbetreiber sich auf RSE beschränkt sowie ggf externen NA-Schutz und bei den Kosten nicht

    übertrieben zur Kasse bittet. Fragen kostet nix ;)

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5

  • Der Familien-/Haus-Stromverbrauch liegt bei über 17.000 KWh p.a. (zur Ehrenrettung: Es gibt 360 qm Wohnfläche, ein Indoor-Schwimmbad, eine aufwändige Umluftheizung mit Ventilatoren, dazu den Elektrokrims einer fünfköpfigen Familie, und das ganze in einer offenen Architektur mit hohen Decken, vielen Fensterfronten und der Isolierung der frühen 1990er...)

    Kannst du das mal näher beschreiben? Wie wird der Pool beheizt, wie die Umluftheizung? Sind das Widerstands Heizelemente oder Wärmepumpen? Gibt es eine Abdeckung über der Wasserfläche zur Vermeidung von Verdunstung?

    Für ca. 40-60€ gibt es bereits sehr gute Steckdosen Energiemessgeräte, damit können bei Unterhaltungselektronik oder Küchengeräten Stromfresser entdeckt werden.

    Ältere Unterhaltungselektronik genehmigt sich auch gern mal so 30Watt im Standby das sind pro Gerät ~ 65€ im Jahr für ein rotes Lämpchen(24h*365) und Abwärme.