Eigenverbrauch über 750 kWp ohne Einspeisung möglich

  • Guten Tag miteinander,


    habe bereits ein ähnliches Thema gefunden hier im Forum, jedoch nicht die Antwort zu meiner Frage, hoffe es ist okai.


    Gerne würde ich wissen, wie es mit einer Anlage ( 2000 kWp) EEG rechtlich aussieht. Darf ich diese Anlage nicht mehr für mein Eigenverbrauch nutzen, da >750 kWp ?


    Habe gelesen gehabt:

    "neue Anlagen ab einer Nennleistung von 750 kW sind zur Teilnahme an Ausschreibungen

    verpflichtet und dürfen nicht zur Eigenversorgung beitragen;"


    Verstehe ich das richtig:


    1. Eigenversorgung ohne ins öffentliche Netz einzuspeisen ist erlaubt oder ist es verboten, da ich verpflichtet bin an der Ausschreibung teilzunehmen und somit ins Netz einspeisen muss ?

    2. Eigenversorgung und den Überschussstrom ins Netz einspeisen, dass ist verboten, da Zugang zum öffentlichen Netz und somit kompletter Strom eingespeist werden muss.


    :danke:

    Vielen Dank.

  • Geplante Anlage oder Bestand? Wie hoch ist der Verbrauch und wann fällt er an?

  • Es ist in Planung.


    Schwierig zu sagen, jedoch wird das meiste direkt selber verbraucht ( ca. 2,2mil kWh) und nur ca. 10% ins Netz eingespeist.


    Das bedeutet doch, dass eine Einspeisung ins Netz nicht sein soll, da ansonsten der Eigenverbrauch verboten ist?

  • Wenn du an einer Ausschreibung teilnimmst (und gewinnst) mußt du 100% einspeisen (außer in zeiten in denen die Anlage abgregelt würde oder bei negativen Preisen nichts bezahlt wird). Kommt für dich also eher nicht in Frage.

    Du kannst aber immer auch ohne Ausschreibung bauen (und hast auch alle Rechte, die das EEG einräumt, außer eben der zugesicherten Vergütung), dann darfst du auch selbst verbrauchen und die Überschüße darfst du auch direkt vermarkten (lassen). Ohne jegliche Abnahmegarantie, könnte die Finanzierung schwierig werden, aber, wenn du wirklich fast alles selbst nutzen kannst, sollte das auch kein größeres Problem sein.

    ca. 2,2mil kWh

    Was ja noch lang nicht bedeutet, daß der Verbruach auch zeitlich zur Erzeugung paßt.

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.

  • Etwas of-topic und nur aus persönlichem Interesse aber darf ich mal fragen wie du diese Menge an Strom selbst verbrauchen kannst? Bist du Betreiber einer Aluminiumschmelze oder was hast du mit der Anlage vor? ^^

  • Vielen Dank für die Antworten.


    Also darf ich Eigenverbrauch haben und direkt vermarkten lassen ( den Überschuss).


    Wie kompliziert ist so eine Direktvermarktung, brauche ich da ein Unternehmen / Berater der das alles macht, bzw. ist das auch kostengünstig?


    Ricross: Es handelt sich um ein Unternehmen, ja.

  • Grundsätzlich ist es ja ab 100 kWp verpflichtend an der Direktvermarktung teilzunehmen. In der EEG-Tabelle siehst du eine entsprechende Rubrik mit den Vergütungssätzen auf direkt vermarkteten Strom. Dieser Betrag setzt sich aus zwei Anteilen zusammen: Einem geringen Anteil (ca. 3 Cent) vom Direktvermarkter und der Rest wird staatlich bezuschusst. Dazu kann man einfach mal nach Direktvermarktern googeln und landet dann häufig bei den bekannten Versorgern (z.B. EnBW oder ähnliches). Dort kann man anrufen und sich ein Angebot unterbreiten lassen. Diese verlangen für Ihren Service in der Regel einen gewissen Betrag und schicken dir (nach Vertragsabschluss) nochmal zusätzliche Hardware um die Anlage überwachen zu können. Damit hast du dann deinen Stromverkauf auf 20 Jahre vertraglich geregelt.


    In deinem Fall würde die Sache dann aber vermutlich anders laufen und du würdest nicht zusätzlich bezuschusst werden, wie die anderen oben ja bereits erläutert hatten. Ich gehe davon aus, dass du das einfach direkt mit dem DV aushandeln würdest und dann die bereits beschriebenen ca. 3 Cent (oder was auch immer die dann anbieten würden) pro kWh erhalten würdest.

  • Prima, da hab ich auch was gelernt.

    M.W. kannst du auch jetz 750 kWp bauen und in einem Jahr wieder. Aber da wird das Kontingent vlt schon ausgebucht sein :( der Deckel muss weg.


    https://www.naturstrom.de/betr…tung-marktpraemienmodell/


    Toll dass du als Unternehmen auf PV setzt!

  • M.W. kannst du auch jetz 750 kWp bauen und in einem Jahr wieder.

    Bitte beachte, dass es bei PV Freiflächen ab Inbetriebnahme 1. Juli 2018 eine neue Regelung für die Prüfung der Ausschreibungspflicht gibt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Stichtag für eine Übergangsregelung, hier zählen nun die 24 Kalendermonate.


    Mal eben schnell n paar Googlelinks:

    https://www.pv-magazine.de/201…watt-freiflaechenanlagen/

    https://www.clearingstelle-eeg…files/Hinweis_2017_22.pdf

    Tell me moooooooore...