Solarthermie und Photovoltaik

  • @Rumbelstilzchen:

    Bitte nicht falsch verstehen, aber ich verstehe den Sinn dieser gigantischen Haustechnik nicht. Solarthermie und Wärmpumpe zusammen ergibt einfach keinen Sinn. Von Mai bis September verbraucht meine WP 260 kWh für Warmwasser... das sind 5 €! Damit rechnet sich die Solarthermie in 100 Jahren nicht.

    Kleine PV mit Akku in Kombination mit einer Wärmepumpe ist ein absoluter Kraus ||


    Die 100€ die man mit der Kaskade spart retten einen bei einer solchen Kombination beim besten Willen nicht mehr.


    Was war der Hintergedanke an dieser Haustechnik?

    Einmal editiert, zuletzt von Elektron () aus folgendem Grund: Thema getrennt

  • Christian1012

    Den Hintergedanken verstehe ich auch nicht. Will mal den Vorbesitzern unterstellen, dass vor zehn Jahren die Themen noch nicht gut verstanden waren... Oder PV zu teuer, oder schlecht beraten...

    Müsste ich es heute neu machen, würde ich die Solarthermie weglassen und komplett auf PV setzen. Vor allem da der Wirkungsgrad PV+WP ähnlich zur Solarthermie ist. Und dann würde sich vermutlich auch die Kaskade lohnen. Aber die Solarthermie abzureißen für eine größere PV fand ich bislang auch nicht sinnvoll. Aber vielleicht irre ich mich da auch?

    7,68kWp mit LG320N1K-A5, Kostal PIKO 8.0 BA und BYD HV-Box 8.96kWh

  • Danke für die Antwort.

    Ne Abreißen würde ich es auch nicht.


    Ich war vor meinem Neubau auch auf der Suche nach Häusern und was ich da alles an Haustechnik gesehen habe ||<X

  • Hallo Christina1012 + Rumpelstilzchen.

    Wenn Ihr bei der Solarthermie nur an WW denkt, dann gebe ich Euch recht. Das ist dann wohl aber eine Primitivanlage.

    So was sollte aktuell gar nicht mehr verkauft werden.


    Wenn Solarthermie dann auch mit Speicher für die Heizung, bzw. Heizungsunterstützung + ein paar Feinheiten die ich aber jetzt nicht erkläre.


    Aktuelles Beispiel: Wenn das Dach voll ist mit PV kann die WP trotzdem nur das umsetzen was sie max. verbraucht.

    Den PV-Überschuß kannst natürlich Einspeisen. Viel Geld gibt's da nicht mehr.

    Mit der WP (läuft mit max. Leistung) wird das Haus jetzt am Tag mit PV-Strom geheizt u. das was die Heizung nicht braucht geht als Überschuß in einen Speicher. Der gespeicherte Überschuß reicht je nach Aussentemp. bis ca. 2 Uhr Nachts. Die WP läuft nur so lange genug PV-Strom da ist. In der Nacht ist sie dann natürlich aus.


    Sind PV u. Solarthermie am Dach hat die WP fast den ganzen Strom benötigt, Überschuß zum Einspeisen gabs keinen.

    Haus u. Speicher wurden trotzdem wie oben beschrieben beheizt.

    Aber die Solarthermie hat über den Tag das WW auf 60° geheizt und den Heizungsspeicher aufgeladen.

    Die gespeichere Wärme der WP u. die der Solarthermie reichen dann bis zum nächsten Sonnenaufgang.


    Willst Du das nur mit PV erreichen braucht es entweder eine überdimensionierte WP oder eine zweite WP.

    Bei einem Niedrigenergiehaus siehts natürlich völlig anders aus u. es muß alles anders geplant werden.

    Aber nicht jedes Haus ist ein Niedrigenergiehaus u. kann mit der gespeicherten Wärme im Estrich durchhalten bis zum nächsten Morgen.


    Ich habe das bei meinem über 100 Jahre alten Haus so umgesetzt + die paar Feinheiten.

    Ergebnis: In den letzten 5 Tagen mit viel Sonne, Gesamtenergieverbrauch 7 kwh


    Wenn die Solarthermie durchdacht ist u. das System auf das Haus abgestimmt ist, dann macht die Kombination schon Sinn.


    Gruss Schraubermeistro

    13 kwp gesamt, ost, süd, west, nord, auch süd senkrecht, Akkus 24V ca. 1000Ah. Solarthermie mit 20m³ Speicher + WW WP. Kleine LW WP. Steuerung mit UVR16x2.

  • Einige Heizungsbauer sind bereits damit überfordert, eine Brennwertheizung so zu installieren, das die so effizient laufen kann wie vom Hersteller versprochen. Wie sollen die eine ordentliche ST Anlage aufbauen können?

    Mit Heizungsunterstützung sinkt der Jahres Ertrag einer ST pro Quadratmeter ins Bodenlose, wenn kein Saisonal Wärmespeicher verfügbar ist.

    Im Sommer wenn keine Wärme benötigt wird sinkt durch die hohen Temperaturen der Wirkungsgrad der PV um 8-16% ab, bei ST steigt er dagegen noch an. Während der Heizperiode und vor auch bei wenig Einstrahlung ist das genau anders herum. Heißt die PV liefert bezogen auf den Jahresertrag einen größeren Anteil zur richtigen Zeit.

    Eine PV Anlage liefert pro Quadratmeter Generator Fläche (Modulabstände sind berücksichtigt!) und Jahr ~180-190 KWh Strom (Netto). Bei ST sind die Erträge pro Quadratmeter so schlecht(auf Kollektorebene trotzdem besser als PV) das da sehr oft, vollkommen Unsinnig, die Erträge auf die Aperturfläche gerechnet werden und die Kollektorrahmen und schon gar nicht die Abstände zwischen den Kollektoren berücksichtigt werden. Da müsste bei PV auch nur die Zellfläche abzüglich der Busbars und Leiterbahnen gelten.

    Die Maße (inkl. Anschlüsse...) der ST Kollektoren sind dazu noch häufig nicht mit PV Modulen kompatibel, wodurch auf den Dächern freie ungenutze Flächen entstehen, die bei nur PV meist zu mehr zusätzlicher PV Fläche führen als der ST Kollektor überhaupt selbst belegt. Das wirkt sich dann so aus, das der theoretische Wirkungsgradvorteil der ST sich im Extremfall sogar umkehren kann(PV>ST).

    Kostensenkung gab es bei ST in den letzten Jahren auch kaum, dh. ST, die nicht selbst gebaut werden kann, im Eigenheim ist tot und wird mit jeder Kostensenkung bei PV nur noch tiefer begraben. Es gibt nur leider noch Heizungsbauer sich nicht mit PV Auskennen und deshalb Ahnungslosen Kunden noch eine unwirschaftliche ST mitten auf ein perfekt ausgerichtetes Dach schrauben.

  • Aus heutiger Sicht macht das, glaube ich, nicht mehr viel Sinn!


    Ich habe mein Passivhaus 2010 gebaut. PV relativ noch teuer und nicht wirklich, damals, im Blick.

    Mein Haus verbraucht so wenig Wärmeenergie das ich keinen Wärmepumpenstrom genommen habe, somit mir den zweiten Zähler und dessen Grundgebühr gespart habe.

    Ich habe eine überteuerte Solarthermieanlage installiert.

    Weil ich es nicht ertragen kann wenn draussen die Sonne knallt und nur für das Warmwasser wertvoller Strom verbraucht wird. Ich rechne mir die Anlage in dem Sinne schön, dass ich die Wärmepumpe im April - Mai abschalte und erst wieder Sept. - Okt. einschalte. Ich hoffe damit Kompressorstarts zu sparen und das die Wärmepumpe länger hält.


    Die PV kam ein Jahr später hinzu und letztes Jahr noch mehr und sein Febr. der Speicher.

    Ich Steuer es so das meine Wärmepumpe so viel Wärme wie möglich über den Tag ins Haus drückt mit direkt Verbrauch aus der PV. Klappt im allgem. recht gut.


    Aus heutiger Sicht würde ich die Solarthermie weglassen und den überschüssigen PV Strom per Heizstab in den Puffer drücken. Das macht mehr Sinn. Aber wie gesagt das sah vor knapp 10 Jahren anders aus.

    Passivhaus mit Erdwärmepumpe + Lüftung
    30,2 Kwp PV, Speicher 46Kwh
    7m² Vakuumröhrenkollektor, e - Golf (11. 2018), Zoe (seit 11/2018)
    Verbrenner frei und Start mind. 80% Energieautark!

  • Nein. Das ist klar. Aber ich meine für die jetzigen Anlagen.

    Meine Bestandsanlage ist von 2011 mit 9kwp. Ich habe jetzt nochmal nachgelegt bis auf die 30kwp.

    und bei einer jetzigen Vergütung um die 10Cent ist das anders.


    Bzw. rechnet mal durch wenn ihr PV nehmt und direkt an den Heizstab anschliesst, ohne WR und EEG.

    Ich glaube das das sogar billiger ist als Solarthermie.

    Passivhaus mit Erdwärmepumpe + Lüftung
    30,2 Kwp PV, Speicher 46Kwh
    7m² Vakuumröhrenkollektor, e - Golf (11. 2018), Zoe (seit 11/2018)
    Verbrenner frei und Start mind. 80% Energieautark!

  • Du kannst gut und gerne über 30 kWp gehen oder ist dein Dach voll?

    Hast du die Zähler als Kaskade angeordnet?

  • Bzw. rechnet mal durch wenn ihr PV nehmt und direkt an den Heizstab anschliesst, ohne WR und EEG.

    Ich glaube das das sogar billiger ist als Solarthermie.

    Das wird wohl nicht richtig funktionieren. An einem konstanten Widerstand wird PV kaum optimale Leistung erbringen können. Am Wechselrichter variiert der Strom viel stärker als die Spannung. Außerdem bräuchte man lichtbogenfeste Schalter und Sicherheitstemperaturbegrenzer.