Netzbetreiber verweigert Anschluss, Möglichkeiten?

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier, aber schon seit einigen Monaten stiller Mitleser im Forum und möchte mich schonmal vorab für die ganzen interessanten Infos und auch für die Hilfe bedanken.


    Leider habe ich zu meinem speziellen Fall nichts über die SuFu gefunden und hoffe dass ihr mir weiterhelfen bzw. mir eine Rat geben könnt welche Möglichkeiten ich nun habe und ob das überhaupt alles so rechtens ist.


    Wir wollten dieses Jahr gerne das Thema PV auf unserem Dach angehen, auch wenn wir keine optimale Lage dafür haben (Verschattung durch Wald und Hanglage), daher hatten wir mal bei einigen Solarteuren in unserer Umgebung angefragt um das prüfen zu lassen.


    Leider hat sich jetzt einer der Solarteure zurückgemeldet, dass er uns leider kein Angebot machen kann, da der Netzbereiber den Anschluss einer PV-Anlage verweigert mit der Begründung, dass wir "außerhalb einer geschlossenen Siedlungsstruktur" liegen würden.


    Wir haben uns vor 3 Jahren ein Einfamilienhaus gekauft was etwas außerhalb liegt, also ca. 1,5km vom eigentlichen Ort entfernt.

    Wasser und Abwasser ist bei uns über einen eigenen Tiefenbrunnen und eine eigene Kleinkläranlage geregelt.

    Strom war bisher nie ein Problemthema, da die Leitungen existieren und der Strom bisher problemfrei von unseren Stadtwerken zur Verfügung gestellt wurde.


    Meine Fragen wären jetzt, ist die Aussage von unserem Netzbetreiber/Stadtwerken so korrekt?

    Können sie das einfach so verweigern?


    Falls nein, was kann man dagegen machen?

    Rechtlich dagegen vorgehen?


    Falls ja, welche Möglichkeiten bleiben uns?

    Vermutlich nur eine PV-Anlage ohne EEG-Einspeisung die auf maximalen Eigenverbrauch mit Speicher ausgelegt ist, wobei ich mir hier nicht sicher bin ob sich das so schon lohnt.


    Hier noch ein paar allgemeine Infos, die eventuell hilfreich sind:

    - Jährlicher Stromverbrauch ca. 3000kWh, könnte aber in den nächsten Jahren steigen

    da der Austausch der alten Ölheizung durch eine Wärmepumpe geplant ist

    - Ziel ist/war es so viel wie möglich (erstmal ohne Speicher) für den Eigenverbrauch zu nutzen und den Rest einzuspeisen

    - Laut Solateur würden zwischen 13-17kWp auf unser Dach gehen, wobei es vermutlich nur finanziell sinnvoll wäre, dass Dach voll zu machen, wenn man auch die Möglichkeit hat den überschüssigen Strom einzuspeisen

  • Hallo Vidar,


    willkommen im Forum. :)

    Erst mal würde ich mich durch so eine Aussage nicht gleich verunsichern lassen.

    Wie groß soll die PV Anlage werden? Was für eine Leitung wurde zu euerm Haus verlegt?

    Ruf doch besser selber bei den SW / Netzbetreiber an und erkundige dich.

    Vielleicht liegt da nur ein Mißverständnis vor?

  • mit welcher Absicherung ist euer Haus denn an das Stromnetz angeschlossen?

    selbst bei nur 25A 3-phasig müssten da bis zu

    20kWp möglich sein...

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5

  • Verweigern ist schon eine seltsame Reaktion auf das Netzanschlussbegehren. Normal wäre ggf. die Zuweisung eines weiter entfernten Netzverknüpfungspunktes. Liegt das Gebäude vielleicht außerhalb seines Konzessionsgebiets und der nächste mögliche Netzverknüpfungspunkt im Gebiet eines anderen VNB?


    Laut EEG ist allerding bis 30 kW der bestehende Stromanschluss der Netzverknüpfungspunkt. Siehe §8:


    Zitat

    2Bei einer oder mehreren Anlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt

    höchstens 30 Kilowatt, die sich auf einem Grundstück mit bereits bestehendem

    Netzanschluss befinden, gilt der Verknüpfungspunkt des Grundstücks mit demNetz

    als günstigster Verknüpfungspunkt.

    So könnte der VNB sogar zur Verstärkung des Netzes verpflichtet sein. Siehe §6:

    Zitat

    (4) Die Pflicht zum Netzanschluss besteht auch dann, wenn die Abnahme des

    Stroms erst durch die Optimierung, die Verstärkung oder den Ausbau des Netzes

    nach § 12 möglich wird.

    Ich würde ihn mit beiden Auszügen aus dem EEG konfrontieren.

  • erst einmal sollte man wissen was der Netzbetreiber tatsächlich sagt, und warum.

    dann kann man sich überlegen wie man drauf reagieren kann

    Gedanken machen darf man sich ja wohl auch schon auf der Basis der zur Verfügung stehenden Informationen. Auch sollte man nicht immer auf Begründungen des VNB hoffen. Aber es mag durchaus sinnvoll sein, das der TE selbst ein Netzanschlussbegehren (formlose Anfrage reicht) an den VNB stellt. Dann bekommt er auch direkt eine Antwort aus erster Hand.

  • Danke schonmal für eure Antworten, ich versuche die nächsten Tage mal weitere Details vom Netzbetreiber zu bekommen und werde dann berichten;)

  • Hats du schon mal die Spannung gemessen, wenn du z.B. einen Wasserkocher einschaltest?

    1,5km ist schon viel, müßte man halt wissen, was da für ein Kabel liegt um das beurteilen zu können.

    Bei der Gelegenheit kannst du auch gleich fragen, ob du die angedachte WP überhaupt anschließen kannst.


    Ansonsten gibt es natürlich zum bereits geschriebenen die Ausnahme, daß (sinngemäß) eine Netzverstärkung nicht durchgeführt werden muß, wenn es nicht wirtschaftlich ist. Das sollte dann aber auch so begründet werden und zwar beweisbar, also zum selbst nachrechnen.

  • Leider hat sich jetzt einer der Solarteure zurückgemeldet, dass er uns leider kein Angebot machen kann, da der Netzbereiber den Anschluss einer PV-Anlage verweigert mit der Begründung, dass wir "außerhalb einer geschlossenen Siedlungsstruktur" liegen würden.

    Das habe ich noch nie gehört.


    Netz zu schwach ... Trafo voll ... soll vorkommen.


    Ansonsten ... weit ab vom Schuss und auch keine perfekten Dächer ... dann baust Du halt eine Guerilla Anlage.

    Wie hoch ist denn der Stromverbrauch am Standort pro Jahr?

    Heizung ist Flüssiggas, Öl oder Holz/Pellets?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5