Solaranlage 24V mit 100Ah oder 120Ah im Wohnmobil

  • Hallo Solarfreunde,


    ich überlege gerade eine Solaranlage mit 24V anzuschaffen und selbst in mein Wohnmobil einzubauen. Der schlimmste Verbraucher ist der Kompressorküli (im Winter ausgeschaltet), deshalb denke ich, das es energetisch von Vorteil (Anlaufstrom) wäre, ein 24V System gegenüber dem 12V System zu betreiben. (Das Fzg. hat aktuell 12V, wäre aber umrüstbar auf 24V.)


    Allerdings bin ich, da dies mein erstes Projekt ist noch nicht mit allem so vertraut, sodass ich gerne eine Einschätzung/Alternativen zum Vorgehen und einzelnen Komponenten hätte. Vielen Dank.


    Verbraucher :

    1.      Kompressorkühlschrank 65W/d (Dometic CoolMatic CRX 140 ~1200€)

    2.      Vermutlich weitere 35W+/d für andere Verbraucher (Laptop, Licht usw.)

    3.      Optional für den Notfall: Sinus Wechselrichter 24V =>230V 2000W (4000W) 24V auf 230V ~ 150€

    Solar:

    1.      130Watt (7,3A/St.) Solarmodul 12V Monokristallin 90€ => 6 oder 8 St. 480€/720€

    2.      VICTRON Laderegler Energy BlueSolar MPPT 150/35 150Volt / 35Amper 300€ (Variabel für die Zukunft)

    3.      Victron Batterie Monitor BMV-712 Smart mit Meßshunt 6,5 - 95V DC 210€


    4 x Bleibatterien Nass 24V@120Ah

    1.      Lade-Wandler VCC 1224-25 IUoU 360€ (Optional; Laden während der Fahrt)

    2.      Langzeit Batterie 120Ah / 105€ => 420€ (kein AGM)

    3.      Nass-Batterieladegerät 24V 30-50A => 70-250€ ?


    8 x Alternative Lithium 24V@100Ah

    1.      LiFeYPo 100AHA Winston 3,2V ~169€ x8 = 1360€

    2.      BMS123SM-SET-24 Volt 250A ~ 479€

    3.      Ladegerät: Fraron BLG15M24V ~ 250€

  • Wenn du die Infrastruktur des Fahrzeugs ohne nenneswerte Mehrkosten auf 24V ändern kannst, dann geh auf 24V.

    Wenn nicht, dann sehe ich bei den von dir genannten Verbrauchern gar kein Problem auf 12V zu bleiben!


    Zum Thema Solar:

    Gute Wahl von Laderegler und Monitor. Victron ist da echt eine gute Wahl.

    Die Anzahl der Module hängt natürlich vom verfügbaren Platz ab. Wie willst du die Module verschalten? Jeweils zwei in Reihe und dann 2*3 oder 2x4 parallel?


    Zum Thema Batterie:

    Bitte bloß keine Nassbatterien! Damit tust du dir keinen Gefallen. Wenn dann zyklenfeste AGM oder besser gleich auf Lithiuim.

    Hier zwei Vorschläge von Lithiumbatterien die ich kenne:


    Lintron 12,8V 100Ah


    oder


    CS Batteries 12,8V 100Ah >> die hat das beste, mir bekannte Preis-/Leistung-Verhältnis


    Beide haben ein integriertes BMS, können also direkt an dein 12V Boardnetz angeschlossen werden ohne Änderungen der Infrastruktur. Du sparst dir somit viel Geld!

    Ein Ladebooster könnte aber sinnvoll sein um sie im Fahrbetrieb schneller über die Lichtmaschine laden zu können...



    Willst du jeweils noch ein zusätzliches Ladegerät für die Batterien haben, also für Landstrom?

  • Hallo Jetlag,

    die Lichmaschine ist aktuell alt und auch zu schwach. Im Plan gibt es eine neue mit 100A@24V oder halt bis 110-180A@12V. Zwei parallel zu betreiben wird schwierig, da ist echt wenig Platz im Motorraum. Zusätzlich muss man den Regler anpassen. Darüber habe ich sehr lange Nachgedacht um es doch wieder zu verwerfen. Deshalb kam ich auf den B2B Lader.


    Ich mag keine Batterie BMS Komplettsystemlösung, wenn die hin ist, kann ich das System abschreiben und nicht ins nächste Fahrzeug übernehmen. Darum ist der Laderegler auch etwas überdimensioniert. Die Winston Variante bleibt flexibler, aber halt auch was für Bastler. Nur die Investition liegt halt auch bei etwa (1800€-420€ =) 1400€ teurer Nass vs. Lithium. Das ist dann schon viel extra Holz.


    Gedanken zu Nass:

    Ich kann die Batterien einfach täglich gut kontrollieren. AGM sind 40-60% teurer als Nass.

    Bei einer Tiefenentladung/Zyklenzahl wären sie vermutlich aber genauso schnell hin - es wird zwar eine Abschaltautomatik geben aber dennoch. Bei NASS benötige ich keine teure Landstromladetechnik. Die zusätzliche Ladetechnik benötige ich für eventuelle Lagerhallenaufenthalte.


    Durch meine 3 Dachluken kann ich nur max. 130W Module auf etwa 11m² anbringen. Auch wird die Montage einfacher, immer dasselbe Modul 3 bzw. 4 mal 2 zu verbauen (24V). Ich tendiere eher zu 4, da ich dann immer noch ein Reservemodul für Frühjahr/Spätherbst habe und die Kosten nicht so viel höher ausfallen. Für den Sommer (der letzte 2018) ist es vermutlich deutlich zu viel Reserve.

  • Ein 24 V System bringt nur dann einen nennenswerten Vorteil wenn man eine Leistung > 2000 W benötigt. Der Kühlschrank hat zwar einen hohen Anlaufstrom, dann braucht er während er läuft aber nur noch 65 W.


    Bleibe beim 12 V System, das ist viel einfacher. Mit soviel PV reicht die alte Lichtmaschine bestimmt aus. Ich würde den Umbau schrittweise vornehmen, und erst Mal die Aufbaubatterie gegen LiFePO4 austauschen und PV installieren. Den Umbau der Lichtmaschine kannst Du auch später noch machen, falls es wirklich nötig ist.


    Ich kann Dir den Selbstbau mit Winston Zellen jederzeit empfehlen. Etwa 15 kWh meiner 25 kWh im Wohnmobil sind damit aufgebaut.

    Bilder

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1000Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BTM-III

  • Servus, also wenn Blei dann bloß nicht diese Billig-"Kurzzeit"-Klötzchen;)

    Entweder sowas in der Art von Banner Energy Bull (gut& günstig) oder falls lieber verschlossen z.B Sonnenschein GF Gel.

    Aber wenn Du die entnehmbare Kapa betrachtest siehst Du auch dass der Preis-Sprung zu den Winston LiFePO-Zellen gar nicht mehr soo weit ist. Gewicht ist kein Thema?

    Ob Du wirklich soviel Kapa brauchst hängt halt von Deinen Reisegewohnheiten und Zielen ab.

    Die Li-12V-Klötzchen würde ich auch nicht nehmen, da ist nix gespart.

    Ob Du die teueren Zusatzlader brauchst mit genug PV auf dem Dach und dem guten Victron, hm.

    Würde ich erst bei echtem Bedarf dazukaufen.

    lg,

    e-zepp

  • Wir wissen jetzt zwar nicht welches WoMo du hast, aber wenn es nicht gerade ein >40 Jahre altes Modell ist, dann müsstest du die ganze Boardelektrik ändern auf 24V... Oder wolltest du die Originale Elektrik/Elektronik über einen 24V zu 12V DC/DC Wandler laufen lassen? Das hab ich aus deinen Texten noch nicht rauslesen können...


    Zu den Winstonzellen kann ich nicht viel sagen, man liest "nur" gutes darüber, aber sie sind auch teurer. Und die Frage ist ja, wie exzessiv du dein WoMo nutzt. Für den Sommerurlaub und ein paar weitere Ausfahren lohnt sich LiFePo4 sicher nie!


    Was verstehst du unter NASS-Batterien? Das sind entweder gewöhnliche Starterbatterien oder die OPzS? Aber sowas im WoMo?!?!?

    Weiterhin kann ich deine Abneigung gegen AGM nicht verstehen. Wie kommst du auf diese Annahmen / Zahlen.

    Eine zyklenfeste 120Ah AGM Batterie kostet ~200€. Zeig mal bitte einen Link zu einer vergleichbaren (ich meine Preis-Leistung) NASS-Batterie wie du sie einsetzten willst.

    Und zur Tiefentladung, - die AGMs die ich meine, können (nach Datenblatt) ca. 800 Mal auf/um 50% der Nutzkapazität entladen werden. Es geht sogar noch weiter runter bei entsprechend weniger Zyklen.


    Und auch diese Batterien brauchen keine "besondere" Ladeinfrastruktur. Wenn du mit einem dicken Kabel und einem Trennrelais z.B. die Aufbaubatterien mit 20A laden kannst ohne dass dir die Spannung zu weit einbricht, dann brauchst du nicht mal einen Booster...

    Und ein normales 20A IUoU Ladegerät tut's auch für die Halle.


    Ich denke du könntest/solltest uns vielleicht etwas mehr über den Einsatz des WoMo erzählen. Wie häufig soll es genutzt werden, planst du eine lange Reise etc...

  • Um das Thema noch zu beschreiben:

    Mein Wohnmobil hat ein aufgerüstetes 5,5t Fahrwerk und eine Lichtmaschine mit 45Ah mit einer 110Ah Starterbatterie und ist etwa 40 Jahre alt. Ich gedenke mich über 200 Tage pro Jahr darin aufzuhalten. Zusätzlich ist Urlaub, falls Zeit ist, im Süden von Europa angedacht.


    Der B2B Lader ist eher als spontane Winternotfalllademöglichkeit vorgesehen, um nicht an Landstrom gehen zu müssen. Z.B: ein Honda Generator ist halt teurer und benötigt ein Ladegerät.

    Ich denke, dass ein Ladegerät mit 20A für 200-240Ah zu schwach ist (8-10%).

    Mit Nass meine ich „klassische“ Starterbatterien, die aber auf Langzeit Wohnmobil optimiert sind. AGM benötigt auch ein BMS, was es aktuell bei mir nicht gibt. Deshalb der etwas vorsintflutliche Ansatz.


    Beispiele aus der Bucht:

    LANGZEIT AGM SOLAR 110AH 12V ~ 150€

    LANGZEIT Solar 100AH 12V Batterie ~ 90€

    => 4*60€ sind Rund 250€ extra für AGM und teurere Ladetechnik.

    Ob Langzeit oder eine andere Marke, kann man diskutieren, ändert aber das Problem der Kosten bei einem defekt nicht.

  • Auch wenn du es nicht hören willst, - diese Batterien sind meiner Meinung nach nicht dafür geeignet.

    Die werden bei deinem Nutzungsverhalten sehr schnell kaputt gehen... Nicht auf einmal, aber schleichend immer an Kapazität verlieren. Bei so häufiger Nutzung, d.h. bei so vielen "Zyklen" ist selbst AGM grenzwertig...


    Und wie kommst du immer darauf, dass AGM Batterien ein BMS und eine Sonderbehandlung brauchen?!

    AGM sind robuster als normale Starterbatterien und kommen mit widrigen Umständen sogar besser klar. Warum meinst du baut man in den neuen Start-Stopp-Automatik Fahrzeugen mit Euro6 nur noch AGMs ein? Weil nur die das lang genug aushalten... ;) (kannst ja mal Googeln was die Lichtmaschine bei Euro6 Fahrzeugen mit der Batterie macht)

    Hierzu kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass AGM kein BMS oder sonst spezielle Ladeelektrionik braucht. Hab selber zwei Batterien im Bus und WoWa laufen, eine schon fast 6 Jahre...


    Aber wie oben geschrieben, - bei der häufigen Nutzung lohnen sich definitiv LiFePo4 Batterien schon.

  • AGM ist ja die Weiterentwicklung bzw. die Symbiose von Nass und Gel Batterie.

    Auto Starterbatterien haben kurzfristig große Ströme (Anlasser) und sind keine Wohnmobil Batterien (optimiert auf längerfristige kleine Ströme).

    Es gibt verschiedene Ladekennlinien (für herkömmliche Batterien und dann halt für die Gel und AGM Versionen). Das Gasen soll damit verhindert werden. Idealerweise lädt man die Batterien damit. Soweit ich mich erinnere ist in jedem modernen Auto soetwas verbaut. Auch sollte der Regler angepasst sein. Deshalb baue man besser nur die Batterie ein, die dafür original vorgesehn sind.

    Wenn man die Kosten zur zeitlichen Nutzung setzt, müsste eine Auto AGM Batterie 40% länger halten. Also 10 anstatt 6 Jahre.

    Im Wohnmobil sind die Nassbatterien sind vermutlich nach 2-3 Jahren hin bzw. stark geschwächt. Also müsste man für 1700€ 4mal Nass kaufen können (8-10Jahre).

    AGM sollten dann 4-5 Jahre halten (2xkaufen). Und Litum 10+Jahre (1x).

  • Soweit passt das ja. Und genau diese Einstellungen kannst du an den Solarladern oder B2B Ladern ja vornehmen. Dann werden die AGM Batterien mit Kennlinien für AGM geladen. Meistens werden dabei nur ein paar Werte angepasst und das war's.

    Und rein rechnerisch magst du recht haben, aber keine Standard Starterbatterie überlebt 100 Zyklen bei 50% Entladung. Da ist die schon vorher hinüber. Und zwischen neu und ganz hinüber geht sie einen immer schlechter werdenden Weg.


    Aber das musst du wissen. ;)