Eigenverbrauch statt Einspeisung?

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe Ihr könnt mir behilflich sein.

    Ich habe 2009 eine PV-Anlage mit einer Leistung von 9,8 kWp installiert. Eigenverbrauch war zum damaligen Zeitpunkt kein Thema. Die Vergütung beträgt 43 Cent pro Kw/h.


    Ich erziele jährlich ca. 11.000kWh, dem Gegenüber stehen ca. 4.500kWh Verbrauch. Ich habe quasi jährlich einen Ertrag von 4.730 Euro, den ich versteuern muss.

    Bei einem angenommenen persönlichen Steuersatz von 40% würde ich 1.892 Euro Steuern bezahlen (Abschreibung nicht miteingerechnet). Somit ist mein Ertrag nach Steuern bei 2.838 Euro. Wenn man diesen Wert durch die 11.000kWh teilt, so ergibt sich daraus ein "Preis" von 25,8 Cent. Da mein aktueller Stromtarif bei 29 Cent liegt stelllt sich mit folgende Frage:


    Wäre es nicht besser meinen Strom direkt zu verbrauchen als ihn ins Netz einzuspeisen und den Ertrag versteuern zu müssen?



    Ich hoffe der Fall ist verständlich und freue mich auf eure Antworten!:)

  • Bedenke, dass du für den Eigenverbrauch eine reduzierte EEG-Umlage zahlen musst, da du von Übergangsregelungen nur hättest profitieren können, wenn du schon vor z.B. 2011 umgestellt hättest. Siehe §61 und


    § 61b Verringerung der EEG-Umlage bei Anlagen


    Der Anspruch nach § 61 Absatz 1 verringert sich in einem Kalenderjahr auf 40 Prozent


    der EEG-Umlage für Strom, der zur Eigenversorgung genutzt wird, wenn in


    dem Kalenderjahr in der Anlage ausschließlich erneuerbare Energien oder Grubengas


    eingesetzt worden sind.

  • da bringst du etwas durcheinander. Steuern bezahlt man nicht auf die Einnahmen, sondern auf den Gewinn den du mit der EÜR ermittelst.

    Du musst also grob gerechnet von den 4730€ Einnahmen, 1/20 der Anschaffungskosten der Anlage sowie sämtliche Ausgaben abziehen.

    Dann bleiben geschätzt 1000-1500€ zu versteuernder Ertrag übrig.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Also wenn du schon Steuern ins Spiel bringst, solltest du wenigstens die Abschreibung vorher abziehen... Da kommst du dann bestimmt deutlich über 30ct.

    Das ist dann dein NETTO-Ertrag pro kWh nach Steuer, deine 29ct für Bezug sind aber Brutto (auf EV müsstest du auch USt zahlen),... Also nochmal 19% weg, macht 24ct.


    Und du siehst es macht keinen Sinn, bei so einer alten Anlage an Eigenverbrauch zu denken. Freue dich lieber über den Gewinn nach Steuer. Die PV-Anlage hat sich bestimmt schon amortisiert...

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Wäre es nicht besser meinen Strom direkt zu verbrauchen als ihn ins Netz einzuspeisen und den Ertrag versteuern zu müssen?

    Dazu müßtest du vor dem "Einspeisezähler" einen Verbraucheranschluß 230VAC- (ob das überhaupt zulässig ist?), oder auf der PV-Seite einen DC-Anschluß installieren. Ohne einige zusätzliche Geräte (WR, oder ggf. Direktverbrauch DC für Warmwasser-Boiler....) geht das nicht ab.

    Wechsel doch den Stromanbieter! E-Wie einfach: z.B. 25 Cent/kWh plus 7€ Grundgebühr/Monat. (Mit GG: 26,6C/kWh)

    Wäre mein Vorschlag, weil Veränderung an einer abgenommenen Einspeise-Anlage evl. nicht erlaubt sind.

    Gruß Claus


    PS: Und was meine Vorredner geschrieben haben ist auch richtig .....

  • Vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten!


    Ich habe zum 1.1. den Stromanbieter gewechselt, kurz darauf war er pleite (BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft)

  • Hallo Maxal,

    gibt es evtl. noch Einsparungspotential an den 4500kWh?


    Auch damit könnte man dann was erreichen.


    (Angebote der EVU´s sind regional unterschiedlich, man kann nicht direkt davon ausgehen das man bei einem geposteten EVU in seiner Stadt das gleiche bekommt.)

    Grüße
    Didi

  • 2009 eine PV-Anlage mit einer Leistung von 9,8 kWp

    Für eine Anlage aus 2009 bekommst du auch für den selbst genutzten Strom eine Vergütung von 25,01ct/kWh. Effektiv kostet die kWh dich also 18ct netto, das war damals noch nicht wirtschaftlich, heute ist es das meistens. Statt es Einspeisezählers brauchst du halt einen Erzeugungszähler, de Anzahl der Zählre bleibt also gleich und in aller Regel sollte der Elektriker das auch auf dem vorhandenen Platz hinbekommen.

    Steuerlich ist es bei den Anlagen völlig egal, weil wie Volleinspeisung gerechnet wird und der selbst vor Ort verbruachte Strom wie eine Lieferung von einem Versorger (in dem Fall vom VNB) behandelt wird.

    Bei 9,8kWp fällt auch keine EEG-Umlage an, selbst wenn du erst jetzt wechselst.


    Nach EEG darfst du jederzeit zwischen Volleinspeisung und Überschußeinspeisung wechseln, da kann dir also niemand Steine in den Weg legen, außer der Elektiker, der keinen Termin findet ;)

    Der VNB ist keine Rechtsberatungsstelle für Betreiber für Fragen zum EEG.

  • Schau mal, wann das EEG 2009 in Kraft trat.