EEG-Umlagepflicht

  • Seid gegrüßt,


    ich steh bei den Gesetzestexten etwas auf dem Schlauch und bin in der Thematik noch recht neu (die Photovoltaikanlage war halt bei der Immobilie schon dabei).


    Frage:

    Wie verhalte ich mich bzgl. der Angaben zur EEG-Umlagepflicht.


    Die Anlage hat ca. 15 KWp, Baujahr 2012, mit teilweisen Eigenverbrauch und Einspeisung. Erworben wurde die Anlage inkl. "Einspeisevertrag" im Jahr 2017.


    Die "Netze BW" möchte nun was zur EEG-Umlage wissen. Kommt meine Anlage für eine Befreiung von Umlage in Frage? Was kostet das ca. mehr?


    Vielleicht ist ein von euch so lieb und schreibt mir 1-2 Sätze dazu.


    Vielen Dank und Gruß

    Jan

  • Da der Betreiber gewechselt hat, kannst du selbst (Personenidentität) die Anlage nicht als ältere Bestandsanlage schon als Eigenverbrauchsanlage nach §61f EEG 2017 betrieben haben. Damit ist EEG-umlagefreier Eigenverbrauch nicht mehr möglich.

    Es sei denn aus § 61h Rechtsnachfolge bei Bestandsanlagen ergibt sich etwas anderes.

  • (Korrekt) ausfüllen mußt du das sowieso (hättest du schon bei der Übernahme machen müssen).

    Zählerstände wurden ja hoffentlich übermittelt bzw. vom VNB selbst abgelesen, sonst das am besten gestern erledigen.

    war halt bei der Immobilie schon dabei

    Klingt jetzt nicht so, als hättest du das geerbt. Das wäre die einzige Rechtsnachfolge nach 31.12.2016, die die Umlagebefreiung aufrecht erhalten würde.

    Sofern Eigenversorgung vorliegt, fallen 40% der EEG-Umlage für den selbst genutzten Strom an, aktuell snd das 2,562ct/kWh. Sonst (und auch, wenn du deine Mitwirkungspflichten verletzt) 100%, derzeit 6,405 ct/kWh.

    Wollte gerade schreiben: "Da die Anlage noch unters MIM fällt, wäre bilanzielle Volleinspeisung vermutlich auch nicht günstiger (und vermutlich für 17 und 18 jetzt schon zu spät das noch umzustellen), weil du einen Teil nur nach Marktwert vergütet bekommst."

    Aber 2012 kann ja auch noch Selbstverbrauchsvergütung sein, hängt vom genauen Monat der Inbtriebnahme ab, da muß man wieder anders rechnen.


    OT: wenn du schon dabei bist dich nach über einem Jahr drum zu kümmern, vergiß die Registrierung im MaStR nicht.

  • OT:

    Aber 2012 kann ja auch noch Selbstverbrauchsvergütung sein, hängt vom genauen Monat der Inbtriebnahme ab, da muß man wieder anders rechnen.

    Wenn wir gerade schon dabei sind und bevor die Frage aufkommt.

    Eigenverbrauchsvergütung gibt es für Anlagen von Januar bis März 2012 oder Inbetriebnahme April bis Juni 2012 insofern ein Netzanschlussbegehren bis 24.02.2012 beim Netzbetreiber gestellt wurde.

    Andernfalls gilt ab April 2012 das Marktintegrationsmodell für die Anlage.

    Tell me moooooooore...

  • Danke für die schnelle Hilfe.


    Also im "MaStR" habe ich mich angemeldet. Das war ja auch nicht sonderlich kompliziert.


    Boecke : Das Inbetriebsetzungsprotokoll nennt den 19.03.2012, der Netzbetreiber und Bundesnetzagentur spricht vom 10.03.2012 für die Inbetriebnahme. Für den Eigenverbrauch werden bis 30% Eigenverbrauch 8,05 Ct/kWh vergütet. Mehr als 30 % werde ich aktuell kaum schaffen.


    alterego : Nein nicht geerbt, die Immobilie mit der Anlage habe ich gekauft.


    Trotzdem komme ich bei den Fragebogen nicht weiter und um so mehr ich die Paragraphen des EEG blätter, um so weniger verstehe ich. Aber sicherlich hat einer von euch den Durchblick, daher tippe ich den Fragebogen einfach mal hier ab.



    1. Art der Versorgung (Mehrfachnennung möglich)

    [ ] Eigenversorung gemäß §61 EEG 2017 (nur bei Personenid. von Anlagenbetreiber und Letztverbraucher)

    [ ] Belieferung Dritter gemäß §60 EEG 2017 (hiertunter ist nicht die Einspeisung des Stroms in das Netz der Netze BW GmbH zu verstehen)

    [ ] Es handelt sich um eine Abnahmestelle, an der die EEG-Umlage nach den §§63 bis 69 oder nach § 103 EEG 2017 begrenzt ist (BesAR-Unternehmen)


    2. Ausnahmetatbestände zur Befreiung von der EEG-Umlage (nur bei Eigenversorgung)


    ...


    [ ] Zur Befreiung von der EEG-Umlage mach ich den Ausnahmetatbestand gemäß §61 ....... EEG 2017 geltend.


    3. Angaben zu Bestandsanlagen (nur bei Eigenversorgung)


    [ ]Meine Stromanlage ist eine Bestandsanlage gemäß §61 ....... EEG 2017. Einen schlüssigen Nachweis habe ich beigefügt.



    Einen Teil des Stroms verbrauche ich ja selbst (ist das schon Eigenversorgung?). Meine Stromanlage ist seit dem März 2012 aktiv.


    Sorry, dass ich so blöd frage. Aber das Thema Photovoltaik habe ich überhaupt nicht auf den Schirm gehabt. Die Immobilie benötige ich hauptsächlich für meine berufliche Tätigkeit. Ansonsten hätte ich gerne darauf verzichtet.


    Grüßle

    Jan

  • Der Monat der Inbetriebnahme genügt, der genaue Tag ist egal, also kein MIM.

    Die selbst verbrauchte kWh kostet ich also 16,38ct plus 40 oder 100% EEG-Umlage netto.

    Die Immobilie benötige ich hauptsächlich für meine berufliche Tätigkeit.

    Gut zu wissen, macht es nicht einfacher.


    ist das schon Eigenversorgung?

    Wer betreibt die Anlage? Also z.B. die Person(engesellschaft) Sollarsolldruff, die Sollarsolldruff GmbH, die GbR Sollarsolldruff und Sollarsolldruffine, ...

    Wer nutzt den Strom? Gleiche Auswahlmöglichkeit wie oben.

    Nur, wenn die beiden identisch sind, liegt Eigenversorgung (40%) vor, sonst Lieferung an Dritte (100%) oder gar eine Mischung. Wenn du (stark vereinfacht) ein stromkostenintensives Unternehmen hättest, wüßtest du wahrscheinlich um die entsprechenden Befreiungstatbestände, der dritte Punkt bei 1. wird also entfallen.

    Punte 2 und 3 bleiben leer.

  • Die Immobilie ist eine Werkstatt mit meiner selbst genutzten Wohnung oben drüber und auf dem Dach der Wohnung ist logischerweise die PV-Anlage.


    Betreiber der Werkstatt als auch der Solaranlage bin ich als natürliche Person.


    Es gibt zwei Stromzähler. Einer für den erzeugten Strom durch die PV-Anlage und einer für die Messung des bezogenen und gelieferten Stroms (1.8.0 / 2.8.0).


    Den erzeugten Strom nutze also ich selbst für Wohnung und Werkstatt. Folglich sollte Eigenversorgung vorliegen.


    Nochmals Danke für die geduldige Hilfe.

  • Mit 15 kWp kommt für dich keine Befreiung infrage. Du musst verminderte EEG-U zahlen. Ja, dein MK beschreibt EV oder kaufmännisch bilanzielle Durchleitung (von letzterer gehe ich hier nicht aus).

    Vgl. auch Frage zur EEG Umlage auf EV