Welchen Wert hat CO2? bzw, welche Kosten entstehen, wenn man es aus der Atmosphäre holen möchte?

  • Um in der EU heute 1 Tonne CO2 100% aus dem System zu entnehmen, muss ich welches Geld investieren?


    Ein kanadisches Unternehmen erhielt 68 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln, um seine CO 2 -Aufnahmetechnologie kommerziell auf den Markt zu bringen . Der Techniker kann Kohlendioxid zur Lagerung oder Verwendung direkt aus der Atmosphäre ziehen.


    Das Unternehmen plant, das Geld für die Vermarktung und den Eintritt in den Mainstream-Markt zu nutzen. Die DAC-Technologie ist in der Lage, atmosphärisches Kohlendioxid (CO 2 ) für unter 100 USD pro Tonne einzufangen....

    Und damit alle wissen, um was es eigentlich geht:


    Zitat von weiteres Zitat aus der identischen Quelle


    Carbon Engineering kann seine DAC-Technologie auch in die "Air to Fuels" -Technologie integrieren. Diese Technologie ermöglicht es dem Unternehmen, das aus der Atmosphäre gewonnene CO 2 in „extrem kohlenstoffarme Kraftstoffe umzuwandeln , mit denen vorhandene Autos, Lastwagen und Flugzeuge ohne jegliche Modifikationen angetrieben werden können.“ Laut CE sind diese synthetischen Kraftstoffe mit „sauberer Verbrennung“ Drop-in-kompatibel mit heutigen Triebwerken und Infrastruktur.

    1 Tonne CO2 reicht für wie viel Liter 'sauberer' Energie? *Kraftstoff

    Oder besser, für wie viele Km mit einem SUV? 2,37 kg CO2 je Liter Diesel 1.000 Kg = 421,9 Liter zu 100$ nur CO2 Kosten = 0,237 $ Kosten je Liter nur für das CO2

    Plus dem Strom aus z.B. EE und der hoch effizienten Produktion von H2 aus dem 'doofen' Strom.


    Wo kommt da raus je Liter bzw. je 100 km Fahrleistung, ohne Steuern und sonstige Abgaben?

    Ist das für eine Volkswirtschaft überhaupt darstellbar?


    *Das es für bestimmte Anwendungen diese Technologie gibt, kann ich mir gut vorstellen: z.B. als Lösung für ein Sicheres Backup in D. um dei vorhandene Lager zu nutzen (Notstromdiesel etc.)

  • CO2 aus der Luft filtern um es dann energieaufwendig in einen Kohlenwasserstoff zu verwandeln den man nachher wieder verbrennt.

    Irrer geht es nicht mehr.

    Doch.

    Verdünntes CO2 aufkonzentrieren.

    Bei der Luftzerlegung tritt CO2 als durchaus erwünschter Beifang auf.

    In Kraftwerksnähe bekommt man das CO2 auch billiger https://www.solarify.eu/2017/0…abscheidung-aus-der-luft/

    Auch aus Quellen mit kohlensäurehaltigem Wasser funktioniert das ganz gut.

    Vielleicht saugt man demnächst die Luft aus Schlafzimmern ab oder zwingt die Leute direkt im Gewächshaus zu wohnen oder mindestens zu schlafen.

    Gabe es so ähnlich ja auch schon mal.

    Menschliche CO2 Generatoren https://de.wikipedia.org/wiki/Trockenwohner

    Das Verfahren nutzt eine uralte Technik mit der man das CO2 aus dem Atem in U-Booten und in Kreislauftauchgeräten entfernen konnte.

    Dass das jetzt billig wäre wüsste ich aber.

  • Das "geile" ist ja dass ich das gewonnene Kalziumkarbonat trocknen muss, kost ja nix, im Kalzinierofen bei hohen Temperaturen brennen, und was habe ich danach? CO2. Toll. Jede Menge Energie sinnlos umgesetzt um an etwas zu kommen was ich direkt für lau haben könnte und dennoch Abfall bleibt.


    Was zahlt man für CO2 wenn man es gerne hätte?

    In der Form von Trockeneis ca 2€/kg brutto bei Mengen ab 20kg.

    Ne Tonne wird wohl billiger sein, vielleicht 1€/kg netto.

  • Wenn man so rechnen möchte was eine Tonne CO2 im Abbau kostet müsste man aber die natürliche Abbaufähigkeit des Planeten berücksichtigen.

    Denn eine Tonne vom Menschen in die Atmosphäre geblasenes CO2 müsste ja nicht 100%ig technisch aus der Atmosphäre gefiltert werden um die Menge an CO2 im System auf einem für das Ökosystem umgänglichen Level zu halten.

    Genau berechnet würde es wohl einen dynamischen CO2 Preis geben müssen der je nach Ausstoß der Menschheit variiert.


    Allerdings muss man sich auch fragen was man da berechnet. Einige als recht sauber geltende Länder haben z.B. natürliche CO2 Quellen durch riesige Waldflächen mit dazugehörigen Verwesungsprozessen die CO2 in erhablichen Mengen freisetzen. Rechnet man also CO2 mit ein das praktisch Neutral / im natürlichen Kreislauf ist.

    Wenn nicht - wieso wird ein brennender Wald nicht gewertet aber ein brennendes Holz in meinem Kamin obwohl Beides über die Lebensdauer eines Baumes CO2 Neutral ist.


    Und ein Gedanke noch. Wie Effizient muss ein CO2 Filter sein (und wie lange halten) um den eigenen CO2 Rucksack zzgl. CO2 Handtasche für Wartungsarbeiten abzuarbeiten?


    Und wenn wir wirklich unseren Planeten retten wollen, wieso sehe ich dann noch immer so viele Autos, so viele Wegwerfartikel und qualitativ für kurze Lebenszeiten geschaffene Kosumartikel. Dann braucht es eine Welt in der man einen Bankberater in geflickter Lederhose nicht komisch findet sondern nickt und weiss „die trägt der Mann 10 Jahre, sehr nachhaltig“. Und nicht nur das wir die zwei Tonnen Blech zum rumgurken kaufen. Wir lackieren auch noch unsere Stoßstangen. Das ist ein Bisschen so wie wenn man seine Schuhsohlen mit Strassteinen beklebt. Verschwendung. Dumm. Nicht nachhaltig.


    Ihr lest auch etwas Bockigkeit in meinen Worten. Ich habe den Glauben verloren das wir Menschen die Kurve kriegen.


    Und da beginnen die guten Nachrichten. Nach einer schweren Zeit durch die Folgen des Klimawandels wird es nur noch sehr viel weniger Menschen geben. Und in dreihundert Jahren hat sich die Natur von uns weitgehend erholt.

    Ganz ohne Luftfilterkalkulationen.

    5,04 kwp / 16xLG315er Neon2 m.SolarEdgeSE4000, 2 Himmelsrichtungen (-25/65) & 3 Neigungen (60, 42, 20) bei teilw. Wandmontage.


    Soll PVGIS Clim.SAF = 912 kwh/kwp
    Soll SE Prognose = 992 kwh/kwp

  • Gute Frage „Welchen Wert hat CO2“? Schaut doch einfach auf den Holzpreis. Holz ist doch reines Luft-CO2! Kostet nichts. Damit hast Du den Preis für CO2. Also holten wir doch die Wälder ab und bauen obendrein Monokulturen an. Aus den Lebensmitteln machen wir dann Bio-Kraftstoff. Ist ja alles CO2-Neutral.


    Wie ist eigentlich der Wirkungsgrad von Bio-Kraftstoff? 5% ist ja schließlich Pflicht im Kraftstoffanteil. Die Menschen sind ja richtig „Doof“ dass sie den Bio-Kraftstoff E10 ablehnen. Ist doch schließlich CO2-Neutral. Haben sich die hohen Gelehrten schön ausgedacht. Muss ja gut sein!


    Also erklären wir uns alles schön, billig, CO2-Neutral und wundern uns, dass keine Bäume mehr den CO2 aus dem Luft verbrauchen. Dafür pflastern wir uns wenigstens noch die PV aufs Dach und reden uns die Welt wieder schön. Spült ja auch „Geld ins Säckl“. Schließlich ist ja alles sinnvoll, wenn es billig ist und/oder Geld einbringt. So bekommen wir die Energiewende bestimmt in den Griff (schöne verlogene Welt)! Jeder wirtschaftet nur in die eigene Tasche = Energiewende in reinster Form.


    Heizöl (Diesel???) wird steuerlich entlastet = halber Preis. Wie wird Heizstrom für Wärmepumpen entlastet? Daran wird doch klar ersichtlich, wie es mit CO2 und Energiewende steht = Lippenbekenntnis!

  • Hallo PV-Berlin,


    die Kosten sind doch im Augenblick der Erforschung vollkommen egal.

    Man geht von nicht verkaufbarem Windstrom aus und CO² kann man unterschiedlich gewinnen. Heute noch aus Kraftwerksabgasen später eventuell durch Kondensation in sehr kalten Gebieten zum Trockeneis.

    Der einfachste Einsatz wäre direkt den Wasserstoff zu benutzen, das ist Transport technisch nicht einfach zu gestalten.


    Die zweitbeste Methode ist die Umwandlung in Methan. Dieses kann in beliebiger Menge in die vorhandenen Gasleitungen eingespeist oder in Kavernen unterirdisch gelagert werden.


    Bei gibgas z.B. wird unter Power to X die Funktionsweise für Methan erklärt. Über die genauen Kosten ist nichts bekannt.


    Der Chemiker arbeitet mit Molekulargewichten und kann die theoretische Menge einer zu erzeugenden Verbindung angeben. In diesem Fall C =12, O = 16, H= 1 macht das bei CO² 44 g oder kg , Methan hat bei CH4 also 16 g/kg.

    Setzt man das ins Verhältnis ergibt das bei Einsatz einer Tonne und angenommener 80 % iger Ausbeute etwa 290 kg Methan.

    Die Summenformel für Benzin ist C8 H18 für Diesel C16 H18 , da kannst Du/Sie es selber errechnen. also von 8 bzw 16 CO2 ausgehen.


    Mein CNG Zafi verbraucht im Schnitt 5,6 kg CNG (die gängige Bezeichnung an den Tankstellen für Erdgas) was für etwa 5000 km reicht. Im Augenblick kostet Erdgas etwa 1,20 € wobei ich im Schnitt eher bei 1,10 € bin.

    Biogas aus Gülle oder anderem biologischem Abfall ist, vermutlich wegen der Förderung, im allgemeinen etwas billiger.


    Grundsätzlich kann man sagen, dass der/die Verbraucher zum günstigsten Angebot greifen und das wird wegen dem fortlaufend geringeren Einsatz fossiler Brennstoffe noch lange der ach so geliebte Diesel sein.

    Ohne Dieselskandal würde das vermutlich noch weit in die 2040 er so sein.

    In der heutigen Versuchsphase für alle flüssigen Erzeugnisse aus CO² ist eine wie auch immer gestaltete Preisfindung reine Spekulation. Wird das Elektroauto im laufe der Jahre billiger, wird sowieso das E-Auto nach und nach die Überhand gewinnen. Unklar ist nur der Zeitpunkt.


    Gruß
    Otti

  • Du bist süß! Möchtest mich auf das Glatteis Chemie führen! In die Deutsche Chemie sind wir mit Beträgen investiert, die ich hier nicht sagen kann.


    In der Chemie geht (gehe mal davon aus, das du Abi hast) alles! Man muss nur genug Energie haben, die Reaktionsbedingungen schaffen und schon kann man 'zaubern' .


    Der Witz der Chemie ist halt, die Kosten im Auge zu haben.


    Als reines Si noch 1.000 $ je kg gekostet hat, gab es viele, die da mithalten konnten, heute bei < 15$ je kg ist die Luft extrem dünn geworden.


    Es gibt kein Überschuss von EE! Und schon gar nicht von Windstrom!


    warum? Man kann Strom direkt oder über Wärmepumpen mit einem WG von 100% plus zu Wärme machen, die sofort Öl, Gas und Kohle ersetzt.


    Da alle Chemische Anlagen und die nötige Infrastruktur richtig teuer sind, muss man diese unterhalb von 5 Jahren komplett abschreiben und die Zinsen verdienen.


    Mit popligen 200 Bh * 5 Jahren kann keine Chemische Anlage sich rentieren.


    Es steht dir aber frei, uns eine Model Rechnung zu liefern, wie man aus Strom aus EE zu Erzeugungskosten von X am Ende irgendwas Gescheites macht.


    Das BASF & Co. u.U. bald aus EE 8.560 h p.A. Wasserstoff für ihre Chemischen Prozesse produzieren ist denkbar. Erdgas müsste dazu die BASF nur deutlich mehr als 1 Cent je kWh kosten und / oder die Politischen Rahmenbedingung passen.

  • Hallo PV-Berlin,


    ich wollte Dich damit nicht aufs Glatteis führen sondern eine deiner Fragen "wie viel wird erhalten" beantworten.

    Übrigens braucht man für diese Berechnung kein Abi (habe ich auch nicht), max. eine Tabelle wo die Atomgewichte aufgeführt werden (zu finden bei Wickie oder einer Schülerhilfe). Für Diesel ist die Summenformel 16 CO2 + 33 H2 = C16H34 +16 H2O
    Dann erhält man bei 100 % Ausbeute (was utopisch ist) 226 kg Dieselkraftstoff. Bei heutigen Preisen allenfalls Laborerfahrungen suchen.

    Natürlich gibt es heute noch Stromüberschüsse da die Leitungskapazität in den Süden zu gering ist und natürlich weiß ich, dass heutzutage der Wasserstoff wirtschaftlich nur aus Methan hergestellt wird.

    Da ich keine Beziehung zu Großprojekten der Chemie habe, verweise ich an einen heute zufällig in der Morgenpost erschienenen Artikel zu diesem Thema und einer Antwort auf die Anfangsfrage.
    Morgenpost vom 30.3.19 Seite 23 "Wenn der Strom in den Tank fließt" und da steht auch, dass mit einem Preis von 4,50 € an der Tankstelle gerechnet werden müsste. Ich denke, dass hier schon größere Anlagen als nur Pilotanlagen zur Preisfindung gedient haben.
    Und noch etwas, wer heute ein E-Auto kauft und nicht an der eigenen PV Anlage auflädt (so er denn tagsüber zu Hause ist), verbraucht den üblichen Strommix und nicht EE. Man kann also mit ruhigem gewissen weiter einen Diesel 6 fahren. Bis der Aufpreis für ein E-Auto drin ist, kann ich viel Diesel verfahren.

    Auch der Ratschlag eine Wärmepumpe anzuschaffen macht nur Sinn bei einem Niedrigenergiehaus und wer hat das schon?


    Gruß
    Otti