2.5 kwp Insel Parallel zur EEG-Anlage

  • Hallo,

    ich habe dieses Jahr 9 x 275W Module geschenkt bekommen und bin am überlegen was ich mit diesen Modulen mache.


    Momentan haben wir eine 9.9 kwp EEG Anlage mit 70% Regelung an einen 15kw Fronius WR. Diese Anlage wollen wir dieses Jahr noch auf 14.4 kwp erweitern, an dem WR kommen einfach noch mehr Module.


    Nun hätte ich noch eine kleine Fläche auf einem Garagendach. Auf dieser Fläche würde ich mir gerne eine Inselanlage mit den 9 Modulen aufbauen. Bei dieser Anlage ist es mir egal, ob dabei ein Plus raus kommt. Das ganze verbuche ich als Hobby. Wichtig ist mir nur, dass meine EEG Anlage ohne Beanstandung weiter laufen kann.


    Ich habe mir folgendes ausgedacht:


    3 x Victron SmartSolar MPPT 150/45

    1 x Victron MultiPlus-II

    1 x 5-8 kwh Selbstbau Speicher mit BMS


    Leider konnte ich ein paar Fragen nicht selbst klären und hoffe auf Hilfe aus dem Forum:


    1. Ich bin mir unsicher ob ich eine Insel neben einer EEG-Anlage betreiben kann. Anschließen wollte ich das ganze so




    2. Der MultiPlus-II wird nur an einer Phase angeschlossen. Ist meine Annahme richtig, dass er die Phasen saldiert? Sprich wenn Phase 2 Strom aus dem Netz holt drückt der MultiPlus Strom in Phase 1 rein?


    3. Auf der Victron Webseite gibt es einen Hinweis zur AC-coupling and the Factor 1.0 rule . Leider habe ich das gar nicht verstanden. Geht es darum das wenn das Netz ausfällt mein Fronius WR weiter Strom produziert und den MultiPlus überlasten würde. Dann wäre das Projekt mit dem MultiPlus gescheitert weil ich dann mehrere benötigen würde.


    4. Das ganze könnte ich auch mit einen PIP 4080 von MPP Solar umsetzen und 25-30% sparen. Ist Victron den Aufpreis wert?


    Vielen Dank

  • Guten Morgen,


    was du vor hast ist eigentlich keine Insel, sondern ein netzparalleles System ohne Einspeisung. Du musst die Anlage dann anmelden.

    Zitat

    Diese Anlage wollen wir dieses Jahr noch auf 14.4 kwp erweitern

    Bestehen die 9,9kWp denn schon ein Jahr?


    3 x Victron SmartSolar MPPT 150/45

    Weshalb drei Laderegler bei der geringen Leistung? 3x3 Module an einen Regler klappen super!



    1. Ich bin mir unsicher ob ich eine Insel neben einer EEG-Anlage betreiben kann. Anschließen wollte ich das ganze so

    Du kannst es sowohl als Insel beitreiben als auch so, wie du es anschließen magst :)

    Zitat

    2. Der MultiPlus-II wird nur an einer Phase angeschlossen. Ist meine Annahme richtig, dass er die Phasen saldiert?

    Mit einem externen PowerMeter klappt das, ja.


    3. Auf der Victron Webseite gibt es einen Hinweis zur AC-coupling and the Factor 1.0 rule . Leider habe ich das gar nicht verstanden. Geht es darum das wenn das Netz ausfällt mein Fronius WR weiter Strom produziert und den MultiPlus überlasten würde. Dann wäre das Projekt mit dem MultiPlus gescheitert weil ich dann mehrere benötigen würde.

    Das trifft nur zu, wenn du den Fronius am Ausgang vom Victron laufen hast. Am Eingang ist es kein Problem. Dann fällt der Fronius bei Stromausfall aber auch aus - wie bisher eben.



    Ich habe auch eine Frage an die anderen, weil ich von Netzanlagen wenig Ahnung habe.

    Es macht Sinn die Module ohne Vergütung beim Eigenverbrauch zu bevorzugen. Wie löst man dieses "Problem"? Die Netzanlage sollte im Idealfall ja nicht zum Batterie laden verwendet werden, wenn die anderen Module dafür ausreichen.

  • Vielen Dank für die Antwort.


    was du vor hast ist eigentlich keine Insel, sondern ein netzparalleles System ohne Einspeisung. Du musst die Anlage dann anmelden.

    Wie aufwendig ist diese Anmeldung? Muss ich dem Netzbetreiber nur sagen das ich so eine Anlage habe oder ist es wie bei der EEG Anlage mit Inbetriebnahme durch Elektriker?


    Bestehen die 9,9kWp denn schon ein Jahr?

    Ja. Seit 2017


    Weshalb drei Laderegler bei der geringen Leistung? 3x3 Module an einen Regler klappen super!

    Die Garage liegt im Schatten des Haupthauses. Es wird so sein, dass ich 3 Reihen machen kann. Der Schatten geht dann von Reihe 1 -> 2 -> 3. Ich dachte mir, dass ich durch 3 Laderegler noch Strom bekomme wenn Reihe 1&2 im Schatten liegen.



    Ich habe auch eine Frage an die anderen, weil ich von Netzanlagen wenig Ahnung habe.

    Es macht Sinn die Module ohne Vergütung beim Eigenverbrauch zu bevorzugen. Wie löst man dieses "Problem", dass der Eigenverbrauch nicht auf beide Systeme aufgeteilt wird, wenn das DC-System in der Lage wäre diesen komplett abzudecken.

    Sehr gute Frage.

  • Ich halte die Auskünfte von Schlosschänke für teils äußerst fragwürdig. Eine zusätzliche Anlage am Netz muss meies Erachtens angemeldet werden. Sie hat dann auch Anspruch auf EEG-Vergütung. Bei mehreren Anlagen und gemeinsamer Messung wird die eingespeiste Energie leistungsmäßig aufgeteilt und mit dem jeweiligen Satz vergütet. Willst du vorrangigen Eigenverbrauch aus der zusätzlichen Anlage, so muss das mt einer Kaskadenmessung erfasst werden. Ich rate von der Installation einer nicht gemeldeten Anlage parallel zu EEG-geförderen Anlagen ab, da du bei nicht korrekter Messung und Anmeldung die unberechtigte höhere Alt-Vergütung für eine Neuanlage erschleichst.

  • Ich halte die Auskünfte von Schlosschänke für teils äußerst fragwürdig.

    Welche Auskünfte hälst du denn für äußerst fragwürdig? Das Victron System kennt ja den aktuellen Wert des Fronius Netzwechselrichters sowie des EnergyMeters und speist aus der DC-Seite nichts ein, sofern diese Einstellung nicht gesetzt ist. Da der Netzwechselrichter auf der Eingangs-Seite hängt wird dieser nicht durch den Multi geregelt.

    Falls ich falsch liege bitte korrigieren! Bezüglich der Anmeldung hatte ich doch geschrieben:


    ein netzparalleles System .. Anlage dann anmelden.


    Sie hat dann auch Anspruch auf EEG-Vergütung

    Wer verschenkt denn Module, die noch Vergütung bekommen?



    Zitat von eAutoSun

    Wie aufwendig ist diese Anmeldung?

    Dazu kann ich dir leider keine Antwort geben. Ich bin mehr im Inselbereich zu Hause :oops:

  • Ohne Vergütungsanspruch (ersetzte Module) bliebe legal bei netzparallelem Betrieb nach meiner Einschätzung aber wohl nur die Begrenzug der Erzeugung auf den Eigenverbrauch in Verbindung mit einer Kaskadenmessung um die Einspeisung der vergütungsberechtigten Anlagen überhaupt messen zu können. Vergütung setzt eine eichrechtskonforme Messung voraus. Die Frage wird aber auch noch allgemein von Bedeutung werden, wenn Betreiber mehrere Anlagen haben, von denen eine aus der Vergütung fällt.

  • Die geeichte Messung erfolgt doch weiterhin durch den Zwei-Richtungs-Zähler wie bisher. Ob ein zweiter Zähler zum Beweis nötig ist, dass nichts (kaum was) eingespeist wird mag schon sein. Ist wie erwähnt nicht mein Gebiet, deshalb hatte ich dazu nichts erwähnt.


    Nach dieser Schilderung dürfte aber jeder netzparallele Speicher, den man theoretisch aus anderen Quellen laden könnte, einen eigenen Zähler benötigen. Zumindest rein von der Logik her. Könnte ja mehr rauskommen als man reinsteckt. :)

  • Der netzparallele Speicher ist wie alle Anlagen ja ebenfalls anzumelden, auch im Marktstammdatenregister. Es gibt eine neue VDE AR4105. Da ist fraglich, ob weitere Module überhaupt noch über den der alten AR 4105 entprechenden Wechselrichter neu angeschlossen werden dürfen.

  • Das mit dem Speicher ist schon klar. Die Zählergeschichte interessiert mich jetzt aber, nachdem du damit angefangen hast.

    Die 70% Begrenzung in den Wechselrichtern wird doch auch akzeptiert, also weshalb bei einer 0% Begrenzung einen separaten Zähler? Das ist im Prinzip nichts Anderes. In beiden Fällen bekäme man beim Überschreiten Vergütung, die einem nicht zusteht.

    Da ist fraglich, ob weitere Module überhaupt noch über den der alten AR 4105 entprechenden Wechselrichter neu angeschlossen werden dürfen.

    Guter Punkt. Das sollte vorsichtshalber bis zum 26. April geschehen oder zumindest geklärt werden.

  • Man kann ja über das Anfrageformuler der EEG-/KWKG-Clearingstelle deren gegenüber meiner maßgeblichere Meinung zu der Konstellation einholen, insbesondere, wie das gemessen werden muss. Vielleicht reichen ja die Bestätigungen des Installateurs und des Anlagenbetreibers, dass und wie für diese Anlage die Einspeisung auf Null technisch sichergestellt wird.