Strom- und Wärmebedarf möglichst komplett decken

  • Hallo, ich bin Neuling beim Thema Photovoltaik. Ich hatte vorletztes Jahr ein Haus gekauft, in dem ein Ölkessel seit 35 Jahre seinen Dienst tut, aber per EnEV wegen Eigentümerwechsel ersetzt werden muss. Bevor ich wieder ein System basierend auf fossilen Energieträgern einbaue kam mir die Idee, möglichst den kompletten Wärme und Strombedarf über eigen PV Anlage und Cloud basierenden Stromspeichern (evtl in Kombination mit lokalen Stromspeichern) abzudecken.


    Das Doppelhaus ist Baujahr 1984, im Rahmen der Sanierung wurden verschiedene Dämmassnahmen durchgeführt. In den letzte zwei Jahren lag der Verbrauch von Heizöl bei 1500l im Jahr (entspricht 15000 kWh für Heizung & Warmwasser). Dazu kommen 2000 kWh Stromverbrauch für den Zwei-Personen Haushalt. Das Dach ist mit 22° nach Südosten geneigt und hat eine Fläche von etwa 160m2.


    Die Idee: Ich ersetze den Ölkessel mit einem Elektroheizkessel und nutze damit die aktuelle Heizungsinstallation weiter (Verrohrung, Einzelheizkörper, Fußbodenheizung). Den Strom für Kessel und Haushalt erzeuge ich auf dem Dach, verbrauche sofort oder speichere/ beziehe ihn aus der Cloud bzw. lokalem Speicher.


    Eine Wärmepumpe hatte ich auch in in diesem Szenario auch in Erwägung gezogen, diese ist aber in der Anschaffung um etwa den Faktor 10 teuerer als ein Elektroheizkessel. Auch ist die Vorlauftemperatur von 50°C wohl nicht optimal.


    Hat schon mal jemand so was gemacht? Ist das Träumerei oder lässt sich das mit aktuellen StromCloud Anbietern realisieren?

  • delorean69

    Hat den Titel des Themas von „Strom- und Wärmebedarf komplett decken“ zu „Strom- und Wärmebedarf möglichst komplett decken“ geändert.
  • bau eine Wärmepumpe ein und verabschiede dich von deinem Schornsteinfeger.

    Wärmepumpen brauchen nur 1/3 des Normalstromes.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • speichere/ beziehe ihn aus der Cloud

    schon mal gefragt, was eine 20000 kWh-Cloud kostet und was die Voraussetzungen sind?

    Eine WP mag zwar teurer sein, aber du musst ja auch die Betriebskosten betrachten und auch Strom von der PV und noch schlimmer aus dem Speicher ist nicht umsonst.


    Oder kurzgesagt: Mit Direktstromheizun eine Totgeburt !

  • Heizöl bei 1500l im Jahr (entspricht 15000 kWh für Heizung & Warmwasser)

    das sind schon mal Gute voraussetzungen!


    Das Dach ist mit 22° nach Südosten geneigt und hat eine Fläche von etwa 160m2.

    das ist auch gut, 30kWp drauf, SO und NW!


    Auch ist die Vorlauftemperatur von 50°C wohl nicht optimal.

    Das ist zwar nicht optimal, aber daran kann man arbeiten!

    bei 24/7 durchheizen sollte da noch was machbar sein!

    Wand oder Deckenheizung oder ein paar Heizkörper gegen Typ 33 Heizkörper ersetzt

    in unterversorgten Räumen.


    Wenn das Grundstück passt: Erdwärme mit Ringgrabenkollektor

    sonst wird eine Luftwärmepumpe das auch packen, soo teuer

    ist das auch nicht und als Monoblock ebenso einfach montiert wie

    eine unsinnige Elektrotherme.

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5

  • Ich hatte für mich einmal die Senec Cloud durchgerechnet und war schon ohne die Speicherkosten zu berücksichtigen in etwa auf die Kosten gekommen, die ich ohne Cloud hätte plus Risiko, dass ich mit meinem Werten doch nicht hinkomme. Den Speicher gibts aber nicht für umsonst.

    Grundsätzlicher Gedanke zu Cloud-Lösungen: Die anbietenden Unternehmen wollen Geld verdienen. Das Risiko wird immer auf deiner Seite liegen. Meist soll ein Speicher mitverkauft werden. Man bindet sich ewig an ein Unternehmen (und die gehen auch mal Pleite...).


    Direkt mit Strom heizen geht gar nicht, weder ökonomisch noch ökologisch. Bedenke, dass die PV von November bis Januar fast nichts abwirft.

    Eine Wärmepumpe ist zwar in der Installation teurer, braucht aber für die gleiche Wärmemenge wesentlich weniger Strom. Wie oben schon geschrieben muss evtl. an der beheizten Fläche noch etwas gedreht werden (andere/größere oder zusätzliche Heizkörper). Eventuell reicht es aber auch. Die Heizungsinstallateure legen sich gern sehr auf die sichere Seite. Bitte auch berechnen, dass der nicht verbrauchte Strom eingespeist werden kann und vergütet wird.


    Das Dach vollständig mit PV belegen, Wärmepumpe dran, eventuell mit größerem Wärmespeicher, um die Wärmepumpe ggf. vorwiegend tagsüber laufen lassen zu können. Je nach Modell gibt es eine Kühlmöglichkeit = zusätzlicher Benefit.
    Das Geld für einen Akku würde ich mir sparen. Vielleicht später mal ein E-Auto.

    Meine Anlage:
    38 Module GermanPV GPV260P-60 mit SolarEdge Optimierern; Neigung 45°, Süd 188° (9,88kW)
    27 Module JAM60S01-300 mit SO, S und SW Ausrichtung (8,1kW)
    Wechselrichter SolarEdge SE10K + SE7K
    SENEC.Home 8.0 Pb (16kWh brutto/8kWh nutzbar) mit Econamic Grid

  • Welche "verschiedenen Dämmaßnahmen" wurden durchgeführt, und wie hoch ist der Energiebedarf und die Heizlast im sanierten Zustand?

    Mit diesen Werten kann man sich Überlegungen über die Deckung machen, ohne diese ist das nicht zielführend.

    Ein Tauchsieder als dauerhafte Heizung für ein Haus halte ich für eine eher ... nicht so gute Idee.

  • Danke für die Antworten!


    Bedenke, dass die PV von November bis Januar fast nichts abwirft.

    Deshalb die Idee mit der Cloud Speicherung. Die Nachteile scheinen aber zu überwiegen.


    Welche "verschiedenen Dämmaßnahmen" wurden durchgeführt, und wie hoch ist der Energiebedarf und die Heizlast im sanierten Zustand?

    Es wurden die Fenster ersetzt (Doppelfenster gegen zweifach Isolierfenster getauscht (UG 1,1)), die alten Umwälzpumpen gegen hocheffiziente getauscht, die Kellerdecke gedämmt. Die Fassade hat 8cm Styropordämmung. Auch das Dach ist styroporgedämmt. Der Energiebedarf liegt bei 79 kWh/m2 im Jahr, macht bei 140m2 Wohnfläche um die 11000 kWh. Heizlast um die 14 kW. Es gibt im Haus noch einen Grundofen, der im Winter täglich das Ergeschoß beheizt.


    eine unsinnige Elektrotherme


    Ein Tauchsieder als dauerhafte Heizung für ein Haus halte ich für eine eher ... nicht so gute Idee.

    Warum ist die Idee mit der Elektrotherme so abwegig?

  • 11000kWh und 14kW Heizlast ist völliger

    Unsinn. Google mal "schweizer Formel" 5-6kW sollte passen.


    jetzt rechne mal mit pvgis den Ertrag

    einer PV, streiche Mai bis August und erzeuge die Differenz zu deinem Heizwärmebedarf.

    Das ist dein Netzbezug.

    mit der Elektrotherme 1:1

    mit Wärmepumpe 1/3 bis 1/4


    Anschaffung WP vs. Elektrotherme

    3000€ Differenz in Eigenleistung.


    wann liegt die WP vorne? 3 oder 4 jahre?

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5