Hilfe zu Kühlschrank betreiben

  • Hallo zusammen,


    bin neu hier und absoluter Laie.

    Ich habe bereits bei mehreren Firmen mein Anliegen angefragt und preislich von 500,00 euro bis 2.500,00 euro so viele verschiedene Anlagen angeboten bekommen, dass ich komplett den Durchblick verloren habe.


    Evtl. kann mir hier jemand helfen ?


    Es geht um folgendes:

    Wir haben einen Kleingarten (in Nürnberg) ohne Strom und sind am überlegen uns eine Solar Inselanlage (Photovoltaik) anzuschaffen.

    Wir möchten gerne von April bis Oktober folgendes betreiben:



    Telefunken CF-32-150-W Kühlschrank / A+++ / 62 kWh/Jahr / 73 Liter /

    • Energieverbrauch: 62 kWh / Jahr
    • Energieeffizienzklasse A+++
    • Klimaklasse: N (16°C - 32°C)
    • Luftschallemission: 39 dB(A)
    • Stromversorgung: AC 220 - 240 V; 50 Hz
    • Anzahl Abstellflächen: 2
    • Abstellflächenart: Glas
    • Türablagen: 3 + 1
    • Kühlart: statisch
    • Schubladen Kühlteil: 1
    • **Gefrierfach, Nutzinhalt: (brutto/netto): 10 L / 8 L
    • Nutzinhalt Gesamt (brutto / netto): 74 L / 73 L

    der Kühlschrank soll non stop durchlaufen


    - falls es noch möglich wäre, ein wenig Licht, z.b. 2x kleine LED Lampen



    Kann mir jemand definitv sagen welche Anlage ich benötige ?


    - Solarpanele ? wieviele ? (wieviel Watt ?)

    - Batterie ? (welche Leistung) ?

    - wird ein Wechselrichter benötigt ?

    - Umwandler ?


    Wir haben ein Schrägdach, Pfannendach, mit ca. 60 grad Neigung, ausgerichtet SüdWest.


    Wäre sehr dankbar für Eure Hilfe und Infos.



    danke + grüße

    alex

  • Warum kein 12/24V Kühlschrank ? Würde die Sache sehr vereinfachen. Klar der Kühlschrank für die Spannung kostet . Aber man spart an der Anlage die eh in der sonnen reichen Zeit läuft ;)


    Auch für die Beleuchtung sollte das Ziel sein ohne Wechselrichter zu arbeiten .

  • Warum kein 12/24V Kühlschrank ? Würde die Sache sehr vereinfachen. Klar der Kühlschrank für die Spannung kostet . Aber man spart an der Anlage die eh in der sonnen reichen Zeit läuft ;)


    Auch für die Beleuchtung sollte das Ziel sein ohne Wechselrichter zu arbeiten .

    Der Kühlschrank ist bereits vorhanden. Von daher geht es mir darum, genau diesen Kühlschrank zu betreiben. Beleuchtung ist zweitrangig...

  • Hallo Alex.


    Ist der Kleingarten in einem Kleingartenverein organisiert ? Dann gibt es da Richtlinien, was du max machen darfst nach dem deutschen Kleingartengesetz.....

    Ja ist er. Genehmigung ist kein Problem.

  • Hallo Alex9900,

    willkommen im Forum.
    Du brauchst einen Wechselrichter, der der Anlaufstrom des Kühlschranks liefern kann. Eine Batterie, die nicht nach zwei Jahren kaputt ist, und Solarmodule, die die Batterie vollladen können, während der Kühlschrank läuft.
    Angaben zur Stromaufnahme, sind ja nicht in den, umfangreichen, Angaben enthalten. Da müsstest du mal nachmessen. Dafür kannst du ein Energiekostenmessgerät verwenden.

    MfG Georg

  • Hallo Alex,


    Schön, dass Du da bist und Dich für PV interessierst.


    Ich muss in zweierlei Hinsicht raten: Zum einen bei der Leistungsaufnahme (Watt) Deines Kühlschranks, weil das im Datenblatt nicht angegeben ist. Zum anderen die Benutzung des Kühlschranks: Wer im Sommer häufig den Kühlschrank aufmacht, Getränke rein, Getränke raus, verbraucht viel Strom, wer nur zwei Mal am Tag aufmacht, um die Butter rauszuholen, verbraucht viel weniger.


    Ich gehe jetzt in beiden Fällen vom ungünstigeren Fall aus, das Ganze ist also recht großzügig ausgelegt:


    Wechselrichter/Laderegler: z.B. Studer AJ 700-48-S, ca. 550€, 10 Jahre Garantie

    Solarmodule: 2 Module, >300Wp, z.B. Q-Cells Q.PEAK DUO G5, ca. 320€, 12 Jahre Garantie

    Batterien: 4 x 80 Ah / 12V, z.B. Hoppecke SUN POWER VR M 12 - 80, ca. 850€


    Käme, inklusive Montagematerial, auf etwas < 1900€. Höchstwahrscheinlich wird als Wechselrichter für Deinen Kühlschrank auch der Studer 400-48-S reichen, dann käme es auf < 1700€.


    Wenn Du sagst, o.k., ich bin nur selten im Garten und benutze daher auch den Kühlschrank sehr wenig, kannst Du es auch mit einem Modul versuchen.


    Wechselrichter/Laderegler: z.B. Studer AJ 600-24-S, ca. 520€, 10 Jahre Garantie

    Solarmodul: 1 Modul, >300Wp, z.B. Q-Cells Q.PEAK DUO G5, ca. 160€, 12 Jahre Garantie

    Batterien: 2 x 100 Ah / 12V, z.B. Hoppecke SUN POWER VR M 12 - 105, ca. 500€


    Käme dann auf < 1300€, inkl. Montagematerial.


    Das Ganze ist auf verschlossene Batterien ausgelegt, also Wartungsfreie. Lebenserwartung ~5 Jahre, bei geringer Belastung mehr. Wenn Du Batterien mit Stopfen haben willst, um selbst Wasser nachzufüllen und die Säuredichte prüfen zu können, wäre ein Laderegler, z.B. von Steca, erforderlich. Preislich bliebe es etwa gleich, weil die Wechselrichter ohne eingebauten Laderegler etwas billiger sind. Bei solchen wartbaren Batterien sollte dann, bei guter Pflege, eine Lebensdauer von ~10 Jahren erreichbar sein. Generell ist zu den Batterien noch zu sagen, dass Batterien, die nicht regelmäßig wirklich voll aufgeladen werden, keine Lebensdauer von fünf Jahren erreichen werden, egal welcher Typ.


    Die preisliche Stellschraube, die Du hast, sind hauptsächlich die Batterien. Das geht auch wesentlich billiger. Einsparungen bei den Batterien werden aber meist mit einer deutlich verringerten Lebenserwartung belohnt.


    Preiswertere Wechselrichter gibt es auch. Was mich bei Studer überzeugt, sind die 10 Jahre Garantie. Die Studer-Wechselrichter, die ich im Betrieb kenne, haben sich alle als sehr robust und zuverlässig erwiesen.


    Bei den Solarmodulen kannst Du natürlich auch andere nehmen. Zu bevorzugen wären meiner Meinung nach Module mit 72 Zellen, oder mit 60 Zellen und einer Nennspannung (Ump, ist im Datenblatt angegeben) von > 33V. Nimmst Du andere Module mit 60 Zellen, wird die Ladetechnik (Laderegler) deutlich teurer, weil Du dann auf MPPT-Laderegler angewiesen bist.


    Du siehst, ich kann aufgrund fehlender Angaben (Anlaufstrom des Kühlschranks, Stromverbrauch) nur eine von-bis Empfehlung geben. Ich hoffe, das hilft aber trotzdem etwas.


    Ich bin kein Händler, wenn Du Bezugsquellen haben willst, werden Dir hier im Forum sicher gerne welche genannt.


    Alles unter dem Vorbehalt, dass Dein Dach unverschattet ist.


    LG

    Boitel

  • Guten Morgen Alex,


    Zitat


    Wir haben ein Schrägdach, Pfannendach, mit ca. 60 grad Neigung, ausgerichtet SüdWest.


    Ist das Dach im angestrebten Zeitraum ganztags schattenfrei?


    Der Studer, den Boitelratte vorgeschlagen hat, hat einen PWM Laderegler integriert. Bei 48V Systemspannung und 2x60-Zeller Modulen wäre das nicht optimal (es funktioniert mit Leistungseinbußen). Falls es der 48V Studer und ein Bleispeicher wird solltest du besser 72-zellige Module verwenden.


    Ein alternativer Vorschlag:


    Victron Phoenix 800/24

    Victron MPPT 100/20 (bis 550Wp genügt ein 100/15)

    2x 60-Zeller PV-Modul oder alternativ 3-4 gebrauchte 72 Zeller


    Falls du die Möglichkeit hast die Batterien extern/belüftet aufzustellen, kannst du "offene" Batterien nehmen

    Relativ günstig wird es mit folgenden, durstigen Kammeraden:


    4x Trojan T-105 - die machen etwa 7 Jahre mit

    oder 4x Q-Batteries 6DC-225


    alternativ 2x Banner Energy Bull 230Ah mit ggf. etwas niedrigerer Lebenserwartung, aber dafür nicht so durstig.


    Inklusive Montagematerial musst du bei einer vernünftigen Lösung mit 1500€ rechnen.


    Zwar würde das System auch kleiner funktionieren, aber bei einem Kühlschrank, in dem Lebensmittel verderben können, würde ich keinen Ausfall riskieren wollen. Die kleine Überdimensionierung kommt außerdem der Lebenserwartung der Batterien zu gute.

    980Wp - Victron 100/50 - Soltronic MPPT7520 - 12V 260Ah - Multiplus 12/2000 - BMV700

  • Bei 48V Systemspannung und 2x60-Zeller Modulen wäre das nicht optimal (es funktioniert mit Leistungseinbußen).

    Die Aussage ist, bezogen auf 60-Zeller mit 33-34V Ump, falsch. Ein Kühlschrank verbraucht bei hohen Temperaturen am meisten Strom, und dann werden die Module besonders gut auf dem Arbeitspunkt laufen, auch ganz ohne MPPT. Ich bestreite, dass das irgend einen praxisrelevanten Unterschied macht.


    Edit: Victron bietet 5 Jahre Garantie, das sollte im direkten Vergleich noch erwähnt werden.


    LG

    Boitel

  • Die Aussage ist, bezogen auf 60-Zeller mit 33-34V Ump, falsch

    In der Tat ist es erstaunlich, dass moderne 60-Zeller mittlerweile schon 34V im MPP liefern können. Dieser Wert ist identisch mit meinen alten Shell 72-Zeller. Dennoch erreicht nicht jedes 60-Zeller-Modul diese Spannung und arbeitet dann bei Hitze ggf. über dem MPP.
    Richtiger wäre gewesen meine Aussage auf die Ump zu beziehen.


    Klar, selbst wenn die Module überhalb des MPP arbeiten wird es noch für den Kühlschrank reichen. Ich bin da möglicherweise auch etwas altmodisch und verwende die 60er im 2er Verbund deshalb bei 48V Systemen nur für Li-Batterien.

    Je nach Anwendungszweck und Batterie halte ich 72er bei Blei nach wie vor für sinnvoller. Das betrifft vor allem Batteriesysteme, die regelmäßig mit >64V ausgeglichen werden müssen.


    Zitat


    Ich bestreite, dass das irgend einen praxisrelevanten Unterschied macht.

    Bezogen auf deine gewählten Komponenten wird es das zugegeben nicht.

    Die 80AH 48V Batterie für 850€ ist wieder ein anderes Thema :mrgreen:

    980Wp - Victron 100/50 - Soltronic MPPT7520 - 12V 260Ah - Multiplus 12/2000 - BMV700