Frage zu bürokratischem Aufwand bei Direktlieferung an Dritte

  • Hallo zusammen


    Ich bin neu in diesem Forum und auch Neuling in Sachen PV und hoffe auf Hilfe bei meinen Fragen.


    Derzeit plane ich die Installation einer 24 kWp-Anlage auf dem Dach meines Bungalows in der Nähe von Augsburg.

    Das Pultdach ist exakt nach Süden ausgerichtet mit einer Neigung von 8°.

    Auf der Fläche ist Platz für 80 Module zu je 300Wp.


    Von dem geschätzten Jahresertrag von ca. 26.000 kWh werde ich, nach Anschaffung eines Elektroautos, ca. 4000 kWh selber verbrauchen können.

    Wenn ich den Rest einspeise würde sich die Anlage im Prinzip schon rechnen.


    Das Problem ist aber daß der Bungalow Teil einer größeren Wohnanlage ist die nach WEG geteilt ist.

    Ich habe an dem Dach ein Sondernutzungsrecht und könnte prinzipiell eine PV installieren aber ich benötige dafür die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft und die Stimmung ist da im Moment leider eher gegen PV.:(


    Ich hatte nun die Idee, den anderen Eigentümern den überschüssigen Strom zur Ladung von Elektrofahrzeugen in der Tiefgarage zum Selbstkostenpreis (also Einspeisevergütung + EEG-Umlage + Mwst. + Aufwandsentschädigung) anzubieten um in der Eigentümergemeinschaft "Verbündete" zu bekommen.

    Da ich für mein eigenes (noch zu kaufendes) Elektromobil ohnehin eine Leitung in die Tiefgarage legen muß könnten sich die anderen Eigentümer bzw. deren Mieter mit relativ wenig Aufwand direkt mit dranhängen.


    Damit wäre ich rechtlich gesehen ein EVU mit Direktlieferung an Dritte ohne Umweg über das öffentliche Netz, d.h. ich müsste EEG-Umlage und Mwst abführen und eine Steuererklärung machen.

    So weit so gut, aber ist der bürokratische Aufwand dafür überschaubar?

    Hat evtl. jemand Erfahrung mit einer solchen Lösung?

    Gibt es evtl. Dienstleister die einem diesem Aufwand abnehmen?


    Was ist wenn ich im Sommer Strom in einer Cloud (in meinem Fall z.B. bei LEW) speichere und diesen dann im Winter an die anderen Eigentümer verkaufe.

    Gilt das dann noch als selbst erzeugter Strom oder könnte ich da in eine rechtliche Grauzone kommen?


    Hat jemand evtl. eine andere Idee wie man die anderen Wohnungseigentümer von der PV-Anlage profitieren lassen könnte?


    So, das sollte erst mal reichen.

    Im Voraus schon mal vielen Dank für Eure Zeit!


    Grüße,


    Sascha

  • Das Problem ist aber daß der Bungalow Teil einer größeren Wohnanlage ist die nach WEG geteilt ist.

    Ich habe an dem Dach ein Sondernutzungsrecht und könnte prinzipiell eine PV installieren aber ich benötige dafür die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft und die Stimmung ist da im Moment leider eher gegen PV.:(

    Ich glaube, das wird eine Todgeburt. Wer vorher schon gegen PV ist, der wird sich auch kein E-Auto zulegen und wird auch nachher gegen PV sein.


    Wieviele müssen denn zustimmen? 100%?

    Und natürlich wirst du unabhängig von dem Prozentsatz im Ernstfall Allen einen Anschluss legen müssen? Wieviele sind Alle?

    Und schon gäbe es wieder Streit, weil natürlich alle glz. ihren PKW abends ab 17:00 Uhr laden wollen, was natürlich nicht funktioniert. Und wie kommen sie dann am nächsten Tag zur Arbeit? (Ich glaube, daraufzielte die Frage von chrisss83 ab?!)

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)

  • exakt :)


    Wenn du Glück hast, lassen sich ausreichend Leute überzeugen. Solltest nur darauf achten, dass du nicht die Kosten trägst um an jedem Stellplatz eine Steckdose legen zu lassen. Je mehr dann laden wollen, desto mehr ladet ihr alle mit normalen Netzstrom.


    Vielleicht kannst du sie überzeugen indem du Betrag x in die Rücklage der Anlage einzahlst?


    Brauchst du wirklich die Zustimmung aller, wenn du auf deinen Bungalow eine ob Anlage baust? Die sollte man doch kaum bis gar nicht sehen.

  • Hallo zusammen


    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen.

    Leider dürfte sich die Sache erst mal erledigt haben.


    Gestern war eine ausserordentliche Eigentümerversammlung.

    Dabei ging es eigentlich um ein anderes Thema aber ich habe die Gelegenheit genutzt um zum Thema Photovoltaik vor und nach der Versammlung mit einigen der anwesenden Eigentümer ins Gespräch zu kommen.

    Ich war durchaus darauf gefasst mit Ablehnung konfrontiert zu werden, aber die Reaktionen von einigen wenigen "Wortführern" kann man nur als blanken Hass gegen mich bezeichnen!


    Einziger Hoffnungsschimmer ist die Altersstruktur der betreffenden Eigentümern die schon fast alle in ihren 80ern sind oder stramm darauf zu gehen. Ich denke also daß sich das Problem in den nächsten Jahren auf natürlichem Wege erledigen wird.


    Gruß, Sascha

  • Ich fürchte, dass wird auch in Zukunft nicht viel, jedenfalls mit der Tiefgarage. Irgendeiner wird fragen, wie es mit der Haftung aussieht, wenn ein PKW-Akku während der Ladung explodiert/irgendeinen Schaden verursacht. Wer die Kosten für die höhere Versicherung trägt usw. usw. Mit deinem Dach hast du das Problem der Teilungserklärung, die müsste sicherlich einstimmig geändert werden. Sollte dann noch jemand einbringen, dass die WEG zum Unternehmer wird, da sie dir gegen Geld = Gewinnerzielung das Dach z. Verfügung stellt, ist alles vorbei. Kommt dann noch der letzte der fragt, wie es mit Mehrkosten bei Dachsanierung für deinen Bungalow aussieht, und wie man das rechtssicher in die Teilungserklärung reinbekommt, und was ist, wenn du deinen Bungalow verkaufst und der Käufer will die Anlage nicht übernehmen, du sie aber auch nicht mit umziehen willst????

    Schliesse lieber ein paar Module auf der Terasse an und decke damit die Grundlast, da kann niemand etwas gegen haben, so lange sie nicht fest mit dem Bungalow verbunden werden.


    Gruß


    gruennetz

  • WEG sind doch immer wieder eine Freude für die Energiewende. Irgendein Mensch der seine Halbwertszeit schon deutlich überschritten hat bremst/blockiert/... Rechtliche Folgen gewissenhaft prüfen und je nach Ergebnis vlt. einfach machen?

  • Rechtliche Folgen gewissenhaft prüfen und je nach Ergebnis vlt. einfach machen?


    Gib hier nicht solche Empfehlungen! Es gibt Teilungserklärungen, die untersagen zum Teil den Eigentümern, Dächer zu betreten, an Veränderungen ist ganz und gar nicht zu denken. Wenn man Wohneigentum kauft, muss man sich im Klaren sein, dass viele Dinge, die man unter normalen Umständen machen würde/macht, dort nicht gehen. Meistens reicht eine Clique, die sich einig ist um alles zu verhindern, bei manchen Sachen ist sogar Einstimmigkeit erforderlich.

    Wenn's nicht geht, den Betrag in sichere ökologische Projekte mit entspr. Rendite investieren, und aus dem Ertrag die Fahrzeuge laden.


    Gruß


    gruennetz

  • das was man machen könnte ist die Absätze der Teilungserklärung auf Ihre rechtliche Zulssigkeit überprüfen zu lassen, diese dann beseitigen und im Anschluss die PV Anlage bauen. Das wird aber wohl Jahre dauern und man hat danach sehr viele Freunde in der unmittelbaren Nachbarschaft....



    Alles blöd aber damit muss man wohl leider leben...