Batterien zuschwach

  • Hallo,


    ich habe da ein Problem mit den 12V 280Ah Winner-Batterien, denn sie werden viel zu schnell geladen und sind auch viel zu schnell wieder leer. Die Sonne scheint, aber die Batterien sind angeblich ganz schnell voll geladen, aber kaum geht die Sonne unter, halten die Batterien nicht lange. Ich nutze von Anfang an einen Steca Solarix Pi5000-48 mit einem Raspberry Pi 3 zur Protokollierung und dieser schreibt nun fast ein Jahr alle Daten von dem Steca in eine Datenbank.


    In meiner Verzweiflung habe ich den ortsansässigen Elektriker, der mir schon bei der Montage bereits behilflich war, um Hilfe gebeten. Er hat ein Messgerät und kann damit den Innenwiderstand messen, der je nach Batterie zwischen 18 und 22mΩ lag. Er hatte eher mit 5-7mΩ gerechnet.


    Sein Vorschlag war, in eine der Batterien in die mittige Zelle ein Loch zu bohren. Falls die Zellen nicht mehr mit Elektrolyt bedeckt sein sollten, dann die in der Mitte zuerst. Außerdem ist diese leicht zu treffen, ohne die Batterie zu beschädigen.


    Nach anfänglichen Unbehagen willigte ich ein, in eine der Batterien ein Loch zu bohren. Der Elektriker traf auch ganz gut die Stelle, wo sonst ein Verschlussstopfen vorgesehen war. Er hat eine Endoskop Kamera und man konnte damit sehen, dass die Zelle noch gut bedeckt ist. Auch hatte er einen Säureheber dabei. Seiner Meinung nach die sicherste Methode, den Ladungszustand exakt zu prüfen. Er konnte bei der voll geladenen Batterie aber nur 1,18g/ml messen. Dabei hat er mehrfach die Säure eingesaugt und wieder ausgestoßen, um eine eventuelle Schichtung der Säure zu verhindern bei der Messung. Seine Aussage war sofort, die Batterie wurde nicht richtig befüllt, denn Säure verdampft nicht. Er bohrte dann noch ein Loch in die mittige Zelle auf der anderen Seite und dort maß man den gleichen Wert mit 1,18g/ml. Er hat dann mit je einem Gummistopfen die Löcher wieder verschlossen.


    Das ließ mir keine Ruhe und ich kaufte mir so einen Säureheber, um das gegenzuprüfen. Ich habe die Batterie voll geladen. Der Ladestrom betrug dabei längere Zeit nur noch 0,4A. Danach habe ich die Batterie ca. 3h ruhen lassen ohne Anschlusskabel. Spannung war 12,6V. Da habe ich auch nur 1,17-18g/ml gemessen.


    Ehrlich, ich weiß nun nicht weiter. Hat jemand Erfahrungen mit sowas? Das Problem bestand von Anfang an mit den Batterien.


    bigobelix

  • Hallo bigobelix,


    willkommen im Forum :)

    Um das ganze besser einschätzen zu können, kannst du bitte deine Anlage kurz beschreiben?

    Deine Daten stehen zwar dabei (3.3 kWp; 24 kWh) nur wüßte ich gerne, welche Module angeschlossen sind und wie die Strings ausgebildet sind. Die Systemspannung ist mit 48 V vorgegeben? Dann müßtest du zB 4 von den Akkus in Reihe schalten und zwei Strings parallel angeschlossen haben? Kommt das hin?

    Wie wird die Anlage gefahren? Du schreibst, die Akkus werden viel zu schnell geladen und sind auch viel zu schnell wieder leer.

    Was bedeutet das in - Ah oder kWh? Und was genau hast du am Solarix eingestellt - Batterietyp, Ladeendspannung und die anderen Werte?

    Ja klar, wenn die Sonne scheint wird geladen! Nach Sonnenuntergang geht das nicht mehr, da kann nur noch entladen werden. Daran ist doch nichts verwunderlich. Nur 12.6 V, da ist der Akku eben nicht voll geladen. An der Stelle sollte man mal ansetzen.

  • https://www.steca.com/index.php?Solarix-PLI-5000-48


    Derzeit sind es erst 2x 3 Module 250W in Reihe und 2x 3 Module 275W ebenfalls in Reihe (meist so 100V). Kommen demnächst noch mehr dazu.


    2x 4 Batterien Winner 12V 280Ah in Reihe 48V. Ladestrom ist im Solarix auf 50A begrenzt, was dann maximal 2mal 25A wären. Prüfung mit Stromzange bestätigte das. Die beiden Akkusstränge laufen nahezu synchron.


    Eingestellt war im Steca nach Handbuch bis der Elektriker da war 59,2V und 54,8V. Er meinte, dass die Batterien trotzdem nur Nassbatterien sind und ich sollte im Steca auf Nassbatterien schalten, weil die Spannungen viel zu hoch seien. Nun laufen sie 14 Tage auf default. Seine Vermutung war, dass durch das "Kochen" der Batterien eine Schichtung vermieden wird, aber das die Lebensdauer senkt. Der Steca läuft noch immer mit 47V (unter Last) Abschaltung und bei 54V wieder ein. Er meinte, ich solle tiefer einstellen. Ich wollte aber, dass die Batterien lange halten.


    Natürlich sind sie nicht voll. Er hatte mind. 1,26 erwartet, aber doch nicht 1,18! Und die Batterie hatte dabei 12,697V angezeigt. Habe von den Messungen Fotos gemacht. Habe noch 7 ungeöffnete Batterien da, die auch nichts taugen. Multimeter kann als Fehlerquelle ausgeschlossen werden. Wurde erst geprüft. Kumpel arbeitet in einer Firma, die das regelmäßig machen müssen. Hat meins mal mit prüfen lassen. Ist erst im Herbst gewesen.

  • Heute war für Solar ein Schei.. tag. Aber der Übersicht halber der Sonntag. Die kleine Spitze war die Kaffeemaschine.

    Bei 47V schaltet der Steca zurück auf Netzstrom. Angeblich waren die Batterien voll. Ich runde immer und sage, ein Batterie hat 3kWh = 24kWh. Seht den geringen Verbrauch und vom Himmel kommt auch noch was und trotzdem schaltet der gleich wieder um auf Netzstrom. Hätte ich 4 billige Autobatterien hingestellt, das Ergebnis wäre auch nicht schlechter. Jetzt mit den Default Werten Nassbatterie geht das gefühlt nochmals schneller.


    Verkabelung: Zwischen den Batterien 50mm², je eine 160A (4x 40A) Kurzschlussicherung, von der Batterie zum Steca 35mm² (nur sehr kurz).



    Was noch zu erwähnen wäre, scheint die Sonne und im Display vom Steca stehen nur 500-600W Solarleistung, brauche ich nur mal den Wasserkocher einzuschalten und schon sind es 2k+ Solarleistung. Es könnte demach noch viel mehr Leistung in die Batterien gepumpt werden, wenn diese nicht immer angeblich voll seien. Und ich selbst gerde entdeckt habe, sind die 46V Abschaltung noch aktiv vom Elektriker. Es war aber ein Jahr lang 47V. Batterien taugen so oder nichts. Lasse die 46V jetzt stehen. Er meinte, unter Last bei dem hohen Innenwiderstand der Batterien sollte ich auf 44V gehen. Das war mir dann doch zu wenig.

  • Hast du die Möglichkeit an den Batterien selbst mal zu messen? So ganz trau ich nun deiner Laderegelung nicht, ich kenn das von meiner Mini-Anlage, 6 Stunden lang versucht der Regler die Batterie mit über 14 Volt zu laden, schafft er es nicht, dann halt morgen. Bei dir scheint das nie der Fall zu sein dass die 4 oder 6 Stunden erreicht werden. Warscheinlich können dir da die Spezialisten hier mehr dazu sagen.

  • Hallo Bigobelix,


    scheint mir ein typischer Fall von Säureschichtung zu sein. Am Ende der Ladephase sollte der Akku mit

    einer höheren Ladespannung ca. 1h Dauer und 2.7V/Zelle geladen werden.

    Falls das nicht geht, eine Ausgleichsladung bei ca. 32V (2.7V/Zelle) so lange durchführen bis die NennSD

    (meist 1.285) erreicht wird.

    Wenn das nicht durchgeführt wird, korrodieren dir die Bleiplatten an der Unterseite weg, da sich hier

    die Säure konzentriert.

    Im oberen Bereich ist die Säuredichte viel zu niedrig - so wie du es ja gemessen hast.

    Die genauen Ladespannungen sollten die empfohlenen Ladespannungen vom Akku-Hersteller verwendet werden.

    Meine obigen beziehen sich auf übliche Blei-Säure wie z.b. Trojan oder ähnlich.

    Bei denen kann aber auch dest. Wasser nachgefüllt werden. Bei den verschlossenen ist das nicht so ohne weiteres

    möglich.


    VG Dietmar

    12.2kwp SW 55° DN45°

    5.4kwp NO -125° DN45°

    Senec-G2+ 8kwh netto (Blei) + 2kwh "Grundlastakku"

  • Hallo,


    das kann bei den beiden geöffneten Zellen ja nicht der Fall zu sein, weil der Elektriker und auch ich bei der 2. Messung mehrfach eingesaugt und kräftig in die Zelle geblasen haben, um genau das bei der Messung zu vermeiden. Dabei gab es eine Umwälzung.


    Die Batterien haben immer beim Laden nach einer gewissen Zeit Geräusche von sich gegeben, als würden zahlreiche Bläschen aufsteigen. Außerdem habe ich eine Schaukel und schaukel die Batterien immer am Sonntag für 2min hin und her. Einen Sonntag die eine Hälfte, dem anderen Sonntag die andere Hälfte. Vielleicht ist das aber auch zu wenig gewesen? Aber sie wiegen über 60kg. Handlich ist was anderes.


    Ich messe immer an den Batterien selbst. Steca liegt je nach Stromstärke 0,1 - 0,2V daneben. Auch benutze ich 2 Ladungsausgleicher HA02 - 48V.


    Habe auch mal vor dem Aufbohren so einen Pulser (nachgebaut nach elektor, ca. 150A alle 30s) an der nun geöffneten Batterie 14 Tage laufen lassen. Der Innenwiderstand änderte sich in der Zeit gar nicht. Vielleicht war die Zeit zu kurz oder der Pulser ist hier nicht die Lösung oder doch nur Hokus Pokus?


    Der Elektriker meinte, letzte Chance wäre, alle Akkus öffnen und die Säure auf 1.28 anheben. Ich halte das für zu gefährlich und kostenintensiv. Auch ist der Deckel verschweißt/verklebt und lässt sich nicht so einfach entfernen. Ich müsste alle aufbohren...


    Eher nutze ich meine Rechtsschutzversicherung, falls man doch verdünnte Säure aufgefüllt hat? Bedenkt, sie funktionierten seit dem Kauf nicht richtig. Eigentlich dachte ich, mit den 4 fetten Batterien komme ich aus. Nun sind es 8 und es reicht nicht mal bis zum Abend!


    32V? ist das nicht ein bissel zu heftig?


    bigobelix

  • Ausgleichsspannung bei den Trojan und den baugleichen Akkus ist 2.7V/Zelle.

    Das sind aber auch offene Akkus. dest.Wasser nachfüllen ist problemlos möglich.

    Wird das nicht gemacht, kommt es zu dem von dir beschriebenen Effekt.

    Zusätzlich sulfatiert der Akku teilweise und die Kapazität verringert sich.


    "Verschlossene" Blei-Säure hatte ich bis jetzt keine im Einsatz.

    Im Zyklenbetrieb dürfte der Effekt ähnlich sein.


    VG Dietmar

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