Batterie-wahl der Qual / Qual der Wahl

  • Danke für das Mitdenken.

    Ich hab da mal eine Frage zu dem PVGIS: ich hab mir das mal kurz angesehen und hab den Eindruck man kann dort nur den täglichen Verbrauch für alle 365 Tage im Jahr angeben. Ich habe aber nicht immer den selben Strombedarf (in der Kalten Jahreszeit ca. 10-20 Wh/d und im Sommer zwischen 150 - 340Wh/d als absolut seltenes Maximum). Da es da aber um eine Gartenhütte geht, die nur an Wochenenden genutzt wird (und da auch nicht immer), und auch saisonal einen sehr unterschiedlichen Verbrauch hat, scheint mir das PVGIS (im Vergleich mit der Berechnung auf esomatic) recht ungenau und pessimistisch, oder irre ich da schon wieder?

    Nach meiner Erfahrung funktioniert PVGIS zuverlässig. Das Interessante daran ist, dass die Werte aufgrund von Messungen in den verschiedenen Regionen Europas erfolgen, es werden also z.B. auch ortsübliche Wetterlagen berücksichtigt. Eine reine Rechnung aufgrund von "legen wir mal soundsoviel Einstrahlung zugrunde" kann das nicht. Ich weiß nicht, wie Esomatic das macht, sie erläutern das nicht.


    Es hindert einen keiner daran, einen anderen Tageswert für die Stromentnahme einzugeben, also z.B. 20Wh. Dann kannst Du Dir anschauen, wie's im Winter aussieht. 150-340Wh/Tag im Sommer wird nichts, da killst Du Dir die Batterie.

    Darum die Überlegung die Banner ENERGY BULL mit 230Ah zu nehmen, aber eben nur wenn ich die dann auch ein paar Jahre verwenden kann.


    Bzgl. Reinigung/Begutachtung: Die Ausgangsbasis dürfte sich ja offensichtlich (jetzt: 72Wp gegenüber 2016: 130Wp) stark gebessert haben. Gereinigt wurden die Module nicht, nur ein Ast der teilweise über die Module hing ist jetzt weg, was die bessere Ausbeute ja schon mal erklären würde. Eine Drohne (wie vorgeschlagen) zur Begutachtung der Verschmutzung hab ich nicht zu Verfügung, ich hab aber die Module vom Boden aus mit Zoom fotografiert und da sehen sie eigentlich ganz sauber aus. (Fotos muss ich noch suchen, kommen noch nach)

    Wichtig ist halt bei geschlossenen Batterien auch, dass die ab und an mal gasen, um die Säure durchzumischen. Mit 13,6V wird das nix. Am besten wäre ein Laderegler, der Ausgleichsladungen kann und eine SOC-Steuerung hat - dann wird die Säure durchgemischt, und Du siehst, was da Ladetechnisch los ist.


    Ich persönlich würde es an den 70-80€ für einen PR2020 nicht scheitern lassen, wenn ich mir schon eine neue Batterie hole. Das sind ca. 25% vom Preis der Banner, wenn die gast, und Du auf Säurestand und gute Ladung achtest, sollte sich das über die längere Lebensdauer der Batterie auf jeden Fall rechnen.


    230Ah sind für 11A Ladestrom auch etwas hoch gegriffen. 180Ah + PR2020 fände ich gut abgestimmt, preislich käme das etwa aufs Gleiche raus.


    Edit: 150Wh/Tag im Sommer ist so das Maximum, was Du bei guter Batteriepflege rausholen kannst. Bleibatterien brauchen halt lange Phasen, in denen sie auf >=13,4V gehalten werden, auch wenn sie schon voll sind. "Ausmaxen" verträgt sich da schlecht mit. Mit Lithium-Batterien geht das besser, die sind aber schweineteuer, und für Outdoor-Anwendungen im WInter hierzulande schlecht geeignet.


    LG

    Boitel

  • Hallo Boitel,


    Danke für die vielen Infos.

    Ich weiß nicht, wie Esomatic das macht, sie erläutern das nicht.

    Steht dort:

    Benutzte Sonnenstrahlungsdatenbank: PVGIS-CMSAF (PVGIS © Europäische Union, 2001-2012)


    ....sollte also die gleiche Basis verwenden, oder?


    Ich bezweifle ja gar nicht dass die Berechnungen stimmen. Nur macht (so glaube ich) das Standard-PVGIS keinen Unterschied ob ich 1x pro Monat für 2 Tage einen hohen Verbrauch habe und in der zwischenzeit die Batterie genug Zeit hat um mehr als voll zu werden, oder ob ich den eingegebenen Wh/d Verbrauch jeden Tag im Monat entlade und wieder voll laden muss. Ich denke das muss doch definitiv einen großen Unterschied machen...


    Wenn mir jetzt einer von euch Wissenden sagt, dass das Tool von Esomatic nicht das Gelbe vom Ei ist, lass ich mich ja eh gerne belehren.


    Ich hab mir jetzt auch kurz die Mühe gemacht und Esomatic & PVGIS mit den unterscheidlichen Monatsverbräuchen verglichen. Als Grundlage dienten meine Erfahrungen der letzten 3 Jahre & Sicherheitspolster (sprich: ich hab in den Monaten wo wir tendenziell öfter/länger dort sind gleich mal 3 anstatt 2 Tage/Woche den maximalen Verbrauch eingetragen)


    Hier der Tagesbedarf der einzelnen Monate von ESOMATIC:

    ...und zum Vergleich die Berechnung für die "Spitzenbedarfszeit" von PVGIS (Juli, August und September) bei einem Verbrauch von 292Wh/d in Kombination mit einer 230Ah Batterie und einem 133Wp Modul.

    ....bis auf ein kleines "Restrisiko" im September scheint das doch zu passen, oder? In den übrigen Monaten gibt es garkein Problem - sollte also eigentlich immer voll werden. Da ich ja noch zusätzlich die Möglichkeit habe den Mast mit den Panelen dem Sonnenstand händisch nachzuführen wenn ich mal wirklich 3 Tage am Stück dort bin und der größte Verbrauch tagsüber bei schönem Wetter ist (ich lasse also die Kühlbox mit dem höchsten Verbrauch nicht die Nacht durchlaufen).

    Vielleicht bin ich da ja wirklich zu optimistisch....


    Also wo ist da mein Denkfehler??


    Bitte nicht falsch verstehen: Ich will Da jetzt nicht auf Biegen und Brechen meine (womöglich falschen) Ansichten gegen besseres Wissen durchsetzen. Ich will nur das ganze mal verstehen lernen.

    230Ah sind für 11A Ladestrom auch etwas hoch gegriffen. 180Ah + PR2020 fände ich gut abgestimmt, preislich käme das etwa aufs Gleiche raus.

    ....ist definitiv eine Alternative. Beim PR2020 könnte ich dann auch eine nicht gasende Batterie nehmen.... bin nämlich am Überlegen ob es nicht auch intelligent wäre die Batterie und den Laderegler in den 1. Stock nach drinnen zu verlegen. (1. wegen Diebstahl, 2. wegen Hochwasser und 3. weil es praktischer wäre). Schichtung wäre damit dann auch kein Thema mehr, oder? Da müsste ich lediglich die Modulkabel um 2-3m verlängern.


    ...da spricht ja nix dagegen, oder?


    LG, SuperSonnig

  • Hallo SuperSonnig,


    Das mit PVGIS als Datenbasis bei esomatic hab ich auf die Schnelle nicht gefunden, Entschuldigung.


    Noch ein Punkt, der für einen besseren Laderegler spricht, ist die schnellere Aufladung. Die verwenden höhere Spannungen als 13,8V. um die Batterie schneller vollzukriegen. Nach einer gewissen Zeit schalten sie dann auf eine niedrigere Spannung, damit die Batterie nicht anfängt zu gasen. Für das Gasen, wenn das gewünscht ist, ist dann hauptsächlich die Ausgleichsladung zuständig. Das Ladeverfahren heißt IUoU, und ist für das geregelte Aufladen von Bleibatterien das gängige Verfahren. Billiglösungen ausgeschlossen.


    Batterien mit fixiertem Elektrolyt kennen keine Säureschichtung, das ist richtig. Dafür sind sie etwas schwieriger zu handeln, man muss darauf achten, dass sie nicht gasen und das Überdruckventil öffnet, sonst trocknen sie aus. Dazu muss man das Ganze beobachten und ggf. etwas mit den Ladespannungen herumspielen, das ist einmalig ein recht großer Aufwand. Dann funktioniert's aber auch. Geschlossene Batterien verursachen weniger Aufwand - einmal im Monat Wasser auf Maximum auffüllen, empfehlenswerter Weise auch noch Säuredichte prüfen, fertig. Die verzeihen Fehler auch besser.


    Bleibatterien sollten im Sommer möglichst kühl stehen, also bodennah, das spricht gegen den ersten Stock. Wie sind denn so die Vorwarnzeiten bei Donau-Hochwasser, reicht das, um wichtige Dinge in Sicherheit zu bringen?


    Wenn Du versuchen willst, im Sommer etwas mehr als 150Wh/Tag aus der Anlage rauszuziehen, hol Dir auf jeden Fall einen Laderegler mit SOC-Anzeige. Wenn Du am WE rauskommst, und da steht nicht 100%, solltest Du dringend Deinen Stromverbrauch reduzieren, sonst nimmt die Batterie nach relativ kurzer Zeit Schaden (Sulfatierung).


    LG

    Boitel

  • Ich lass mich ja belehren...


    Wird dann wohl einen neuen Regler brauchen (PR2020) und eine geschlossene Bleisäure mit 180 - 230Ah.


    Hat die Banner EnergyBull mit 180 bzw. 230Ah eine Möglichkeit das Knallgas abzuleiten (so mit Schlauch?). Denn wenn es darum geht, dass die Batterie möglichst Kühl gelagert sein sollte habe ich dort auch einen fast ebenerdigen Keller, wo es auch im Sommer nie über max 18° C warm wird. Dort könnte ich in einem Schwerlastregal auf oberster Ebene die Batterie platzieren (wegen Hochwassergefahr) und die Entgasung nach draußen durch die Wand leiten. Die Vorwarnzeiten sind gut (ca.12-24 h) aber schwer einzuschätzen ob es denn wirklich bis zu mir kommt (da braucht es dann eher ein Jahrhunderthochwasser). In den letzten 3 Jahren war ja zum Glück nix.


    LG

    supersonnig

    PV-Module: 4x SIEMENS M55 (geschätzte 40 - 70Wp)
    Laderegler: ANDOER SOLAR 30
    Akku: LKW-Starterbatterie SHD 225Ah (bei SOC 80% ist wohl schluss)
    Wechselrichter: - kein WR -
    Verbraucher: 12v LED, 12v autom. Wasserpumpe (im Minimalbetrieb)

  • Ich wollte Dich nicht belehren, nur vor einer sulfatierten Batterie bewahren - ich hab's schon etliche Male miterlebt.


    Wegen dem bisschen Knallgas bei einer Batterie würde ich mir keine Sorgen machen, außer der Keller ist wirklich hermetisch dicht.


    18 Grad Umgebungstemperatur für die Batterie im Sommer ist traumhaft.


    LG

    Boitel