PV auf Carport aufständern oder flach

  • Hallo Zusammen,


    Inselanlagen habe ich schon einige verbaut aber nun geht es um Eigenverbrauch oder einspeisen. Und es ist die eigene Anlage! :/


    Wir planen einen Neubau ohne PV auf dem Dach. Warum? Die Preise für die Montage ohne Eigenleistung sind hier oben jenseits von gut und böse.

    Aber was wir aufstellen, ist ein Carport. Und hier kann ich selbst Hand anlegen und die Anlage in Eigenleistung erbringen.


    Flach passen ca. 6,3 KWp auf das Dach, aufgeständert ca. 3,6, die Ausrichtung ist jeweils 200 Grad., Bauort Wismar.


    Eigentlich ist geplant, die Anlage ausschließlich für den Eigenverbrauch (Hausstrom) zu nutzen, ohne EEG-Vergütung. So zumindest der Plan bei der Aufständerung.

    Nun hat abe der Hausbauer statt einer Gasheizung eine Wärmepumpe angeboten.

    - Nun stellt sich die Frage, doch flach und voll belegen und die Wärmepumpe mit einbinden?

    - Wärmestromtarif fällt in dem Fall wohl weg. Und dreihphasig ist wohl Pflicht.

    - EEG-Vergütung ist hier schon notwendig bei der Einstrahlung im Sommer.

    - Der Carport steht übrigens ca. 20m vom Haus entfernt. Verkabelung? Den 230V soll ja auch im Carport liegen (Licht / Geräte).

    - Wie bastelt man so eine Lösung um mal später ein E-Fahrzeug zu laden?



    Ich hoffe das Forum kann mir an dieser Stelle weiterhelfen, ich tue es an anderer Stelle auch.


    Danke!!!


    1,4 kWp, Tarom 245, Solarix PI 1100, PAx4, 486 Ah PzS 24V
    200 Wp, an Schwimmteichpumpe OASE Aquamax Eco 6000 12 Volt

  • Vor allem würde ich nicht auf das Dach verzichten, gerade in Kombination mit Wärmepumpe (auf jeden Fall machen, sonst bereust du das). Hol dir doch erst mal ein paar Angebote, bevor du wegen hypothetischer Preise den Plan verwirfst. Wenn in Weimar die Preise schon hoch sind, was sollen wir im Süden dann erst sagen?


    Hat denn der Carport eine Dachneigung? Da er noch nicht gebaut ist, ist das doch sicher noch planbar. Neig das Dach 15 Grad, dann kannst du voll belegen und brauchst keine Aufständerung. Sieh im Carport DC-Leitungen in den Keller vor. Wenn es nur beim Carport bleibt, kannst du den WR auch dort aufhängen und ihn ans Hausnetz anschließen. Ansonsten stellst du ja keine Fragen, sondern listest nur korrekte Feststellungen auf.


    Falls im Carport später mal ein BEV geladen werden soll, musst du für die geplante Ladeleistung ausgelegte Drehstromkabel dorthin legen lassen, das ist ganz unabhängig von der PV.

  • Danke für deine schnelle Antwort.


    Wismar ;) aus der Nähe von Weimar komme ich her.

    Drei Angebote habe ich bekommen, alle weit über 2.000 €/KWh und das obwohl das Gerüst schon steht. Sonst hat sich niemand gemeldet.


    Carport mit der Dachneigung geht nicht, Flach ist vorgeschrieben und die aufgestellte Seite ist die Hauptwindrichtung, da möchte ich an der See nichts riskieren. Daher bleibt entweder nur aufständern oder flach. Und daher ja die Überlegung, wo ist der höchste Nutzen?


    Na ja, einphasig kann ich mit Schieflast 3,6 KW ins Hausnetz leiten. Darüber nur dreiphasig.

    Die Technik muss auch im oder am Carport angebracht werden und von dort 20m zur Hausverteilung.


    Ok, zur Frage, kann ich mir das Kabelchaos sparen wenn ich nur einphasig einspeise? D.h. trotzdem Licht und Strom im Carport und ein BEV kann auch einphasig geladen werden.


    Oder 5x4 verlegen und schon dreiphasig ausrichten und voll belegen?


    1,4 kWp, Tarom 245, Solarix PI 1100, PAx4, 486 Ah PzS 24V
    200 Wp, an Schwimmteichpumpe OASE Aquamax Eco 6000 12 Volt

  • Oh, hab ich mal wieder zu schnell gelesen. 2000 € ist wirklich viel zu teuer, aber so schnell würde ich aber nicht aufgeben. Bei uns im Süden hört man immer, dass es im Norden billiger wäre!


    Der höchste Nutzen ist im Falle einer so kleinen Anlage, wie du sie planst, sicherlich bei der größtmöglichen Wp-Leistung, also flach. Sieht auch besser aus und erzeugt weniger Windlast. Schieflast ist soweit ich weiß 4.6 kW, nicht 3.6. Eine 6 kWp-Anlage im Norden und flach sollte da noch einphasig passen. Aber wenn du jetzt frisch baust und schon an ein BEV denkst, würde ich auf jeden Fall einen dreiphasiges Kabel in den Carport vorsehen. Es gibt nichts, worüber man sich später mehr ärgert, als fehlende Kabel und Kabelschächte. Da zu sparen ist m.E. der irreversibelste Fehler den man beim Bauen machen kann.

  • Flach ist im Sommer ja ganz nett, aber im Winter wird da so gut wie nix rauskommen wenn die Sonne Mittags grad mal bei 17° über dem Horizont steht. Bei der aufgeständerten Variante wird mangels kWp aber auch nicht viel ankommen. Fazit: Such weiter, auch hier im Nordosten gibt es Solateure die brauchbare Preise um die 1200 ... 1300 €/kWp aufrufen. Wärmepumpe will Strom, besonders im Winter.

    26 Aleo S25 240 Wp
    Fronius Symo 6.0-3-m mit Smart Meter 63A-3


    Wir neigen dazu, die kurzfristigen Auswirkungen einer Technologie zu überschätzen und die langfristigen Auswirkungen zu unterschätzen (Amaras Gesetz)

  • Na mal schauen, zumindest ein wenig schlauer.

    5x16??? Oh man, 11 KW Wallbox sollte eogentlich locker reichen.


    Ggf. ständere ich hinten auf und vorn wird flach verlegt um auf etwas mehr als 4,5 kWp zu kommen. Dann kann man im Sommer zumindest kühlen.


    Nordlicht , das heißt aber auch, WP ans Hausnetz und nicht einen extra WP-Tarif?

    Aber dafür bräuchte man doch noch deutlich mehr PV um den Preisunterschied auszugleichen.


    Hauptziel soll es sein, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen, Einspeisung eher als Abfallprodukt.


    Danke schon mal


    1,4 kWp, Tarom 245, Solarix PI 1100, PAx4, 486 Ah PzS 24V
    200 Wp, an Schwimmteichpumpe OASE Aquamax Eco 6000 12 Volt

  • Aber dafür bräuchte man doch noch deutlich mehr PV um den Preisunterschied auszugleichen.

    Genau, du bist auf dem richtigen Weg der Erkenntnis.

    Hauptziel soll es sein, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen, Einspeisung eher als Abfallprodukt.

    Viel Strom selbst verbrauchen ist gut, aber eine PV-Anlage lohnt sich auch bei Volleinspeisung. "Abfallprodukt" ist zu despektierlich. Einspeisung befördert die Energiewende, ersetzt Graustrom bei deinen Nachbarn, und generiert für dich Einkommen, um die Anlage zu refinanzieren.


    Was das Aufständern betrifft hat -Nordlicht- völlig recht. Das nutzt dir im Winter auch nichts. Du kannst maximal die Strahlungsenergie ernten, die auf die Dachfläche fällt. Aufständern spart Module, flach legen spart Fläche. Und das ist die knappe Größe in deinem Fall.

  • Nordlicht, das heißt aber auch, WP ans Hausnetz und nicht einen extra WP-Tarif?

    Aber dafür bräuchte man doch noch deutlich mehr PV um den Preisunterschied auszugleichen.


    Hauptziel soll es sein, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen, Einspeisung eher als Abfallprodukt.

    Ich hab keine Ahnung, was Dein Zähler für die WP so an Grundgebühr kosten wird. Auf alle Fälle muss man diese Summe erst mal einsparen. Das kann gegebnenfalls schon mal schwer fallen, wenn die GG hoch und der Wärmebedarf klein sind.

    Und ja, man sollte ruhig bauen, was geht und nicht so wenig, wie manche Leute auf Grund des Strombedarfs meinen. Die PV bezahlt sich schließlich von alleine, der Strombedarf kann sich ändern und Einspeisen ist nichts schlimmes. Haupziel bei mir ist übrigens nicht, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen. Ich verbrauche lieber möglichst wenig Strom, wenn davon ein Teil vom eigenen Dach kommt, umso besser.

    26 Aleo S25 240 Wp
    Fronius Symo 6.0-3-m mit Smart Meter 63A-3


    Wir neigen dazu, die kurzfristigen Auswirkungen einer Technologie zu überschätzen und die langfristigen Auswirkungen zu unterschätzen (Amaras Gesetz)