EEG-Umlage Eigenverbrauch - Mietermodell Gewerbe?

  • Hallo zusammen!


    ich habe eine Frage zur EEG-Umlage auf Eigenverbrauch in Bezug auf Gewerbe, da ich leider komplett unterschiedliche Aussagen vorliegen haben und langsam auch an mir selbst zweifle :/:


    Wir sind ein kleines Unternehmen und wollen gerne eine Solaranlage mit ca. 60 kWp installieren. Auf dem Firmengelände gibt es vier rechtlich eingeständige Firmen (Verwaltung,Operative GmbH [beide uns],+2 fremde Untermieter), die auch jeweils einen Stromzähler haben und auch Strom verbrauchen.
    Im Angebot für die Solaranlage wurde bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung immer der verminderte EG-Umlagensatz für den Eigenverbrauch angesetzt (2,x Cent). Auf Nachfrage wurde uns vom Solateur gesagt, dass wir ein Vermietermodell anwenden könnten - das wäre auch bei Firmen möglich (da habe ich aber eine gewisse Unsicherheit im Telefonat rausgehört...). Deshalb habe ich versucht selbst zu recherchieren, habe aber dazu aber ichts gefunden (nur für private Mietwohnungen) :|.

    In einem der ersten Gespräche wurde auch gemeint, dass an alle vier Stromzähler ein zusätzlicher Stromzähler für den Eigenverbrauch installiert werden müsste. Nun wurde mir gesagt, dass nur einer pro Stromanschluss möglich wäre. Wir wollen keinesfalls irgendeinen Ärger mit dem Finanzamt oder zwei Untermietern und es einfach sauber abrechnen.


    1. Gibt es dieses Vermietermodell auch für gewerbliche genutzten Eigenverbrauch?

    2. Wie könnte eine ordentliche Abrechnung sichergestellt werden?


    Ich hoffe ich bin in dieser Kategorie richtig, zu meinen Fragen habe ich leider keine passende Einträge gefunden (bei Einträgen, welche mehr als 3 Jahre zurückliegen weiß ich leider auch nicht, ob die rechtliche Situation sich nicht komplett geändert hat) ?(. Vielen Dank bereits!


    Beste Grüße

  • Hallo Pflanze,


    danke für deine Antwort. Ich muss nur leider zugegeben, dass die beiden Links mir nicht wirklich weiterhelfen (wie ich diese verstehe, geht keiner der Artikel auf die Wohn- oder Gewerbeimmobilien ein) - vielleicht habe ich die Frage auch unkonkret gestellt.


    Wir haben 100% Gewerbefläche vorliegen (auch die Untermieter sind "Unternehmen") und der Solarteur meinte zu uns, das trotzdem das Mietermodell möglich wäre. Soweit ich weiß, ist das Mietermodel nur für Wohnhäuser gedacht:

    https://www.bmwi.de/Redaktion/…trom/faq-mieterstrom.html

    Somit wäre das Mietermodel nicht für uns anwendbar, ist das korrekt?


    Ich habe mir den Link zu den Eigenverbrauchs-Messkonzepten durchgelesen, dann sind wohl doch mehrere Zähler möglich und sinnvoll.


    Vielen Dank!

  • das mit dem Mieterstrom ist wie es aussieht ein ziemlicher Zirkus, da stehen Aufwand und Ertrag in keinem gesunden Verhältnis.

    Bleibt immer noch Volleinspeisung, bzw. Direktverbrauch durch den Anlagenbetreiber.

  • Da bringt dein Link wiederum weiter: "Können gewerbliche Mieter ebenfalls vom Mieterstromzuschlag profitieren? 

    Mieterstrom kann auch in Gebäuden mit einer teilweisen gewerblichen Nutzung gefördert werden. Voraussetzung ist, dass mindestens 40 Prozent der Gebäudefläche dem Wohnen dient."


    Mir ging es in den Links in erster Linie um die technische Umsetzung / Messung. Zu deiner Frage passt ein Messkonzept aus dem Mieterstrombereich.

  • jodl , pflanze

    Danke für die Infos, das mit dem Mieterstrom sehe ich auch skeptisch und ihr habt meine ersten Bedenken auch leider bestätigt.

    Wir werden die Tage mal die Wirtschaftlichkeit prüfen und dann entweder die Volleinspeisung oder einen tw. Eigenverbrauch+Netzeinspeisung wählen.

  • Ich hatte in der letzten Woche das Vergnügen ein Update zum EEG zu bekommen und über Mieterstrom solltet Ihr imho nicht nachdenken. Allerdings ist mit Blick auf die Lieferung an Dritte mittelfristig Besserung in Sicht... Empfehlung des Referenten war beim Thema Mieterstrom: Finger weg, Dach vollmachen und in die Überschusseinspeisung am Allgemeinstromzähler. Bei der Überschusseinspeisung am Allgemeinstromzähler wurde im Vergleich zur Volleinspeisung der Vorteil kommuniziert, dass es dann zukünftig, falls sich die Rahmenbedingungen bessern, einfacher sei, davon auch zu profitieren. Ich sehe die Situation bei Euch weitgehend analog.


    Zitat


    Wir wollen keinesfalls irgendeinen Ärger mit dem Finanzamt oder zwei Untermietern und es einfach sauber abrechnen.


    Wenn die GmbH, die den Strom verbraucht auch die Anlage betreibt gibt es diese Probleme nicht. Anscheinend gibt es aber teilweise Schwierigkeiten, wenn Ihr einem Kaffeeautomaten geleast habt die ein Caterer betreibt, da das dann kein Eigenverbrauch ist. Das ist zwar Korinthenkackerei, aber anscheinend (!) schaut das ein oder andere Finanzamt auf sowas. Wenn es eine solche Konstellation gibt und alles zu 100% richtig sein soll, dann spricht das wiederum für die Volleinspeisung.

  • Hallo,

    so wie ich das jetzt mehrfach gehört habe,

    musst Du bei Lieferung an " Dritte", den kompletten Strom liefern !

    Auch den Zukaufstrom.

    Die Leitungen, Deine Abnehmer, werden dann gekappt .

    Gruß

    Fritz

    Fritz

  • Danke für die weiteren Infos!


    Ich muss ehrlich zugegeben, je mehr wir uns mit der Bürokratie beschäftigen, desto komplexer (abschreckender) und nicht einfacher wird es...
    Dann spreche ich das noch einmal gegenüber unserem Solateur an. Vermutlich wird die Anlage dann für den Eigenverbrauch nur an einen Stromzähler "gehängt", den nur eine Firma nutzt (zur Einhhaltung der Personenidentität). Zum Glück kochen wir dort den Kaffe selbst ;)

    Der weiter produzierte Rest kommt dann als Überschuss ins Netz. Wegen einer Batterie mache ich mir jetzt noch keine Gedanken, dafür möchten wir erst einmal den Eigenverbrauch und die Einspeisung beobachten und dann bei eventuell gesunkenen Preisen für Speichersysteme noch einmal nachdenken.

  • wenn Ihr einem Kaffeeautomaten geleast habt ... dann spricht das wiederum für die Volleinspeisung.

    Oder gegen den Kaffeeautomaten

    Die Leitungen, Deine Abnehmer, werden dann gekappt .

    ?


    Wenn die GmbH, die den Strom verbraucht auch die Anlage betreibt gibt es diese Probleme nicht.

    Genau, "Verwaltung" oder "Operative GmbH" betreiben die Anlage und können sie für EV und damit Überschusseinspeisung nutzen. Ob man da mit Warmmiete gegenüber der eigenen Zweitfirma arbeiten könnte in der ggf. der EV enthalten ist mögen Rechtskundige Menschen beantworten.