Frostschäden - keine Produktgarantie?

  • Hallo zusammen,

    ich habe auf meinem Dach 2012 IBC Solarmodule der PremiumLine installieren lassen. Letzte Woche habe ich ich bemerkt, dass in der unteren Modulreihe fast sämtliche Module verbogen sind und teilweise die Aluschienen schon wegstehen. Ich vermute aufgrund von Frostschäden. Es wirkt als wäre Wasser zwischen Schiene und Modul gelaufen und anschließen gefroren. Aufgrund der Höhe des Hauses kann ich den Schaden jedoch noch nicht näher begutachten, da auch noch Schnne auf den Modulen liegt. Hat jemand so etwas schon gesehen? Was ist eine mögliche Ursache?




    Der Installateur war heute da und meinte, es handelt sich hierbei um höhere Gewalt und die 10 Jahre Produktgarantie würde in diesem Fall nicht greifen.

    Ist das wirklich so? Habe mich damals bewusst für die teureren Module entschieden.


    Gruß

  • Was steht denn in dem Datenblatt für die Module, für welche Witterung(en) die ausgelegt sind - wenn es denn drin steht. Oder etwas zum Temperaturbereich, in dem sie eingesetzt werden dürfen....

    4,81 kWp / 31 x TS CIGS-Hochleistungs-Solarmodule 155W / Kostal Wechselrichter PIKO 4.2 / seit 09/2013

    Ausrichtung 46° Dachneigung 36°

    Standort: 51° 54‘ 22” Nord, 8° 37‘ 52“ Ost

  • Wenn das Produkt alle normativen Modulbauarttests zur Eignung und Widerstandsfähigkeit erfolgreich absolviert hat und die im Zertifikat referenzierte BOM nicht verändert wurde, dann ist das so, dass höhere Gewalt den Hersteller/Inverkehrbringer nichts mehr angeht. Falls der Hersteller beansprucht würde, wird er zunächst prüfen, ob die Module gemäß seinen Vorgaben richtig und verträglich auf dem Dach installiert/montiert worden sind. Da gab es dann in Einzelfällen schon mal Überraschungen für den Errichter.

    Es gibt spezielle Versicherungsverträge, die im Bedingungswerk hier eventuell doch noch greifen, aber das müsstest du ggf. selber abklären, falls versichert.

    Höhere Gewalt ist dein Lebensrisiko im Allgemeinen, egal wie viel Geld anfänglich eingesetzt wurde. Aber nur wenn alles richtig hergestellt und richtig verbaut und richtig verwendet wurde, kann man annehmen, dass der Schaden auf höhere Gewalt alleine zurückzuführen ist.

    Grüße

  • Servus, ich habe auch IBC-Module auf meinem Tracker verbaut, allerdings wesentlich ältere(ca 1999)

    Während der Rahmen an den Längsseiten unten noch einen horizontalen Winkel hat ist auf der Schmalseite nur ein hauchdünner, senkrechter Schenkel. Bei allen unteren Modulen ist die Schmalseite auch etwas nach unten verbogen.

    Schätze dass bei Dir das Eis mit jedem Mal den Rahmen weiter aufgebogen hat. Schaut echt krass aus, mein Beileid.

    Zur Garantie kann ich Dir nix sagen.

    lg,

    e-zepp

  • Hallo zusammen,

    ich habe auf meinem Dach 2012 IBC Solarmodule der PremiumLine installieren lassen. Letzte Woche habe ich ich bemerkt, dass in der unteren Modulreihe fast sämtliche Module verbogen sind und teilweise die Aluschienen schon wegstehen. Ich vermute aufgrund von Frostschäden. Es wirkt als wäre Wasser zwischen Schiene und Modul gelaufen und anschließen gefroren.

    Im Prinzip richtig, das ist ein typischer Frostschaden.

    Schnee ist an der unteren Modulseite auf Glas und Rahmen festgefroren.

    Durch die Ausdehnung des Eises zieht es den Rahmen teilweise ab.


    Zwischen Glas und Rahmen kann nicht so ohne weiteres Wasser laufen, da der Zwischenraum bei den meisten Modulen mit Silikon aufgefüllt ist. Wenn der Rahmen jedoch mechanisch durch das Eis weggedrückt wurde, schon. Das würde dann den Spalt noch verbreitern.

    Das ist jetzt erst mal ein optisches Problem, sieht nicht schön aus.

    Das Modul in seiner Funktion dürfte noch nicht beeinträchtig sein, da die Dichtigkeit hauptsächlich durch das Laminieren gewährleistet wird. Allerdings sollte schnell nachgeschaut werden, ob evtl eine Scheibe gebrochen ist. Dann muß das Modul ausgetauscht werden.

    Vielleicht ist der Solateur bereit, im Frühjahr mal zu versuchen, die Rahmenteile vorsichtig mit einem Gummihammer wieder in die richtige Form zu bringen. Ist nur nicht ganz einfach und man kann vorher nicht sagen, ob es gelingt.

  • Habe gerade noch mal das Bild vergrößert. Bei drei Modulen schaut es demnach mehr so aus, als ob sie regelrecht geknickt wurden. Das könnte dann noch ein ganz anderes Problem sein.

    Ist es nicht möglich, dichter an die Module heranzukommen und nachzuschauen und ein paar Fotos zu machen?

    Der Schnee kann ja auf dem Dach nicht so hoch gelegen sein, dass er die Module so stark geknickt hat?

    Das könnte dann doch wieder ein Garantiefall werden.

  • Danke für die Antworten. Im Datenblatt steht nichts über die Witterungen oder Temperaturbereiche. Zu finden ist dort nur "getestet nach IEC61215 für Schneelasten bis 5400 PA (ca. 550 kg/m2). Aber die Schneelast wurde sicher nicht überschritten.


    Sollte der Installateur sich also weiter auf höhere Gewalt berufen, werde ich mich mal direkt an IBC solar wenden. Kann mir nicht vorstellen, dass die Solarmodule diese Witterung nicht aushalten. Ich kann ja schlecht alle paar Jahre die Module austauschen müssen.


    Ich habe eine Elektronik-Versicherung, die laut Vertrag u. a. Wasser, Feuchtigkeit, Sturm, Frost, Eisgang und Überschwemmung absichert. Sollte sich von Seiten der Firma IBC nichts ergeben, werde ich diesen Weg noch probieren.

  • Danke für die Antworten. Im Datenblatt steht nichts über die Witterungen oder Temperaturbereiche. Zu finden ist dort nur "getestet nach IEC61215 für Schneelasten bis 5400 PA (ca. 550 kg/m2). Aber die Schneelast wurde sicher nicht überschritten.


    Sollte der Installateur sich also weiter auf höhere Gewalt berufen, werde ich mich mal direkt an IBC solar wenden. Kann mir nicht vorstellen, dass die Solarmodule diese Witterung nicht aushalten. Ich kann ja schlecht alle paar Jahre die Module austauschen müssen.


    Ich habe eine Elektronik-Versicherung, die laut Vertrag u. a. Wasser, Feuchtigkeit, Sturm, Frost, Eisgang und Überschwemmung absichert. Sollte sich von Seiten der Firma IBC nichts ergeben, werde ich diesen Weg noch probieren.

    Ja, das meinte ich. Die Schneelast muß man auf einem Schrägdach (> 30° ?) erst mal zusammen bringen (550 kg/m²).

    Das geht meist nur, wenn der Schnee antaut und danach wieder gefriert. Da legt er dann übel an Gewicht zu.

    Trotzdem sollten die Module (hoffentlich) nicht gebrochen sein.

    Dann seh ich da allerdings einen klaren Mangel am Rahmen und somit schon den G... Fall.

    Bin mal gespannt, was sich ergibt.


    Einen Plan B zu haben, ist immer gut. :)

  • Heute habe ich noch einmal probiert bessere Bilder meiner Solarmodule zu machen. Wie es scheint sind die Module wirklich stark durchgebogen. Bin echt gespannt, wie die aussehen, wenn der Schnee endlich vom Dach rutscht. Kann mir echt nicht vorstellen, dass die Module nicht für diese Schneelast ausgelegt sind. Bei meinen Nachbar scheinen die Module ja auch alle in Ordnung zu sein.