Kommen die Giga Batterien?

  • Zitat

    "Aus Gründen der Akzeptanz und der Kosten gibt es Grenzen für den weiteren Netzausbau"

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es günstiger ist gigantische Batterien zu errichten als das Netz weiter zu verstärken. Wenn man die Energiewende allerdings weiter ausbremsen und teuer machen möchte, scheinen die Batterien genau der richtige Weg zu sein.

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6

  • Endlich ein netzdienliches Konzept für Speicher. Doch einerseits fehlt die Angabe über Kapazitäten und anderseits glaube ich nicht, dass solche stationären Grossprojekte noch mit Lithium realisiert werden können...

    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • so etwas ähnliches gab es doch schon mal in Berlin....

    leider ist die Anlage wegen Unwirtschaftlichkeit außer Betrieb gegangen.



    Batterie-Speicherkraftwerk Berlin-Steglitz (bis 1994)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Vor der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Stromnetz in West-Berlin als Inselsystem von der Bewag betrieben. 1986 wurde in Berlin-Steglitz ([Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9a/Erioll_world.svg/15px-Erioll_world.svg.png]) das bis heute in Deutschland größte Batterie-Speicherkraftwerk als Energiereserve und zur Frequenzstabilisierung in Betrieb genommen. Die Anlage hatte eine Spitzenleistung von 17 MW, welche nach Vollladung 20 Minuten lang abgegeben werden konnte, und konnte im optimalen Fall in Summe 14,4 MWh an elektrischer Energie speichern. Die Batterie bestand aus 7080 Bleiakkumulatoren in 12 parallelen Strängen zu je 590 Zellen.

    Nach der Wiedervereinigung und dem Synchronschluss ging die Anlage Ende 1994 wegen Unwirtschaftlichkeit außer Betrieb. Auf dem Gelände befindet sich nun das Energie-Museum Berlin.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Da haben wir ja auch schon diverse neuere Anlagen im zweistelligen MW-Bereich, die letztlich der Netzstabilisierung dienen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…terie-Speicherkraftwerken


    Li-Ion-Zellen sind da natürlich vorherrschend. Aber auch bei NaS tut sich da momentan wieder einiges. Da hat Vorreiter NGK gerade 108 MW/648 MWh errichtet. https://cleantechnica.com/2019…s-largest-storage-device/


    In Varel wurde gerade ein Hybridspeicher eingeweiht. 11,5 MW/22,5 MWh - LIB: 7,5 MW/2,5 MWh; NaS: 4,4 MW/20 MWh.


    War es nicht so, dass der Netzbetreiber alle Kosten auf die Stromkunden umlegen kann?


    Dann spielen die Kosten doch überhaupt keine Rolle.

    Da muss man aber auch fairerweise sagen, dass man hier eine Lösung für das Nimby/Politik-Problem (bitte keine WKA im Süden und bitte auch keine Leitungen) sucht.

  • Für die Netzbetreiber sind Batterien natürlich ähnlich attraktiv wie neue Leitungen. Die bekommen für ihre Investition in jedem Fall eine eine Garantierendite von ~7%.


    Aber letztendlich muss man auch sehen: Was sollen die Netzbetreiber machen? Wenn die Politik und Wutbürger gegen Trassen und Windparks vorgehen, gleichzeitig Kohle-und Atomkraftwerke vom Netz gehen und die Netzbetreiber am Ende für die sichere Energieversorgung verantwortlich sind.


    Man baut jetzt ja schon ein paar Reserverkraftwerke (Erdgas) in Süddeutschland. Ich denke die Batterien sind als weitere Maßnahme durchaus in Ordnung. Kosten von einer Milliarde sind nicht wenig, aber vertretbar. Ich meine ein Teil der Investition werden sie auf alle Fälle wieder einspielen. Vielleicht auch die komplette Investition.


    Und Batterien haben noch andere Vorteile: Sie sind eine sichere Sache, man wird sie auch noch in 15 Jahren brauchen, gegen sie gibt es keine Wutbürger und sowohl Zeitlich als auch finanziell sind sie sehr gut planbar.



    Was ich kritisch finde: Das die Netzbetreiber die Batterien scheinbar selbst bauen und betreiben wollen. Die Batterien sollten ausgeschrieben werden, so hat man es bei den Resevekraftwerken auch gemacht. Dann würden die Netzbetreiber nämlich keine Garantierendite darauf erhalten.

  • Denk es dir so: Begrenzt sind die Übertragungskapazitäten von Nord nach Süd.


    Tagsüber, wenn der Bedarf am höchsten ist, sind diese ausgelastet, da bringt es logischerweise wenig Batterien im Norden zu haben. Nachts, wenn der Bedarf eher niedrig ist und die Leitungen nicht voll ausgelastet sind, würden Batterien im Nordern auch nichts bringen. Wenn man aber Nachts die Leitungen voll ausnutzt, in dem man Batteriespeicher im Süden aufläd, holt man das Maximale raus.

  • Außerdem werden im Norden auch Batteriespeicher aufgebaut, zwei davon stehen bei mir direkt um die Ecke, man beachte, daß Jardelund über die Hälfte der Leistung aller installierten Systeme hat:


    (aus Wiki) "Allein in Deutschland sind, Stand Juli 2018, 42 Batteriespeicherkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 90 MW im Betrieb"

    Batteriespeicher Jardelund

    In der Gemeinde Jardelund, nahe Flensburg, wurde im Mai 2018 das bis dato größte Batterie-Speicherkraftwerk Europas in Betrieb genommen. Die auf Lithium-Ionen-Akkumulatoren basierende verfügt über eine Leistung von 48 MW und eine Kapazität von mehr als 50 MWh.

    Hybridbatterie-Kraftwerk Braderup

    In Braderup in Schleswig-Holstein betreibt die Energiespeicher Nord GmbH & Co. KG seit Juli 2014 eine Anlage besteht aus einem Lithium-Ionen-Akkumulatoren, mit 2 MW Leistung und einer Speicherkapazität von 2 MWh Speicherkapazität, und einem Vanadium Redox-Flow-Batteriespeicher mit 330 kW Leistung, 1 MWh Speicherkapazität aufgebaut.


    Beide dienen dazu bei Überlast des Netzes die Energie zwischen zu speichern und dann später wieder abzugeben. Möglicherweise werden dann damit nachts die Akkus's im Süden geladen.