In wie weit bin ich als Solaranlagen Betreiber und Mieterstrom Verkäufer ein gewerbliches Unternehmen ?

  • Guten Morgen,

    ich betreibe zusammene ,bis jetzt 5 unterschiedliche Solaranlagen auf 3 unterschiedlichen eigenen Imobilien von zusammen 125 kwp

    Da zu gehört auch eine Anlage die ich seit März letzten Jahres, für den Mieterstrom , nutze.

    Nun habe ich die ersten Anstrengungen getätigt in einem anderen Objekt auch den Mieterstrom , allerding mit einem Nano BhkW

    pluss Akkuspeicher zu installierten.

    Ich war der Überzeugung, daß ich das alles ,meinem sogenannten " Gewerbe-"?? Solar Anlagen zu ortnen könnte ?

    Und auch so die Umsatzsteuer, ziehen , und vor Allem auch abschreiben könnte ?

    Da weißt man mich darauf hin, daß ein BHKW dem Gebäude zu ,zu ortnen ist, und so mit, nur die Erhaltungsaufwendungen

    an zu setzen sind ?

    Andererseits, speise ich den überschüssigen Strom doch ein, und muss auch da die Umsatzsteuer abführen ?

    Zu dem, bin ich durch das andere Mieterstromprojekt ungewollt zu einem sogenaten Energielieferunternehmer geworden.

    Wo mit ich mich im Grund immer mehr der Gefahr, der gewerblichen Infizierung, bewege ?

    Was mein Steuerbrater allerding auschließt ????

    Ich habe nun im Netz, etwas gesucht, sehe da aber, daß man das auch einem Gewerbe zu ordnen kann ?

    Für mich wird das uninteressant, wenn ich diese wirklich etwass höhere Investition, nicht gewerblich abschreiben kann.?

    Beim Kontakt zu meinem Steuerberater, kommt der mir jetzt sogar, noch mit einem neuen Probem!

    Er sagt, daß ich beim Mieterstrom für d en verkauften Strom, keine Umsatzsteuer berechnen muss ?

    Das bringt mich jetzt ganz durch einander !

    Denn, ich habe für die Abschläge die ich von meinm Mieter bekommen habe die Umsatzsteuer bereits abgeführt.

    Ich hoffe, daß sich unser bewerte Experte, - KPR, - meinem Problem, mal kurz widmet ?

    Besten Dank, im Voraus !!

    Aber das hat mich alles total, überascht , da es für mich eigendlich klar, und ohne Frage war.


    Gruß

    Fritz

    Fritz

  • Ich frage mich ja immer, wozu man einen Steuerberater beauftragt - der mit seiner Berufshaftpflicht für das was er verzapft den Kopf hinhält - und ihn dann hinterfragt. Ich nenne sowas gerne "öffentliches Misstrauensvotum".


    Gewerbliche Infektion (selbständiger Einkünfte) = Da ist ein Unternehmer, der erzielt Einkünfte aus selbständiger Tätikgkeit (Freiberufler, gewerbesteuerfrei, z.B. Zahnarzt) und dann erzielt er plötzlich auch noch Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit (z.B. Verkauf von Zahnbürsten, Zahnpasta etc.; = gewerbesteuerpflichtig). Nun hat er ins Klo gegriffen. Schon geringste gewerbliche Umsätze "infizieren" seine selbständigen Einkünfte - und der komplette Gewinn wird gewerbesteuerpflichtig.
    Zahlenbeispiel: 297.000 Euro Gewinn aus der Tätigkeit als Zahnarzt; 3.000 Euro Gewinn aus dem Verkauf von Zahnbürsten = 45.000 Euro Gewerbesteuer.
    Es ist nun keine große fachliche Herausforderung, um in Deinem Fall eine Infektion auszuschließen. Wo keine einkünfte aus selbständiger Tätigkeit sind, können auch keine infiziert werden.


    Bei der Zuordnung... ich fürchte Du verwurselst zwei Themen (ggf. ohne es zu merken).

    Ob das BHKW nur einen weiteren Betriebsteil des vorhanden Energieversorgungsunternehmen darstellt, oder ohnehin schon jede energieerzeugende Anlage einen eigenen Betrieb darstellt - wäre die erste Frage.
    Hier wäre es prinzipiell in Deinem Interesse, dass es sich jeweils um einen eigenen Betrieb handelt - wodurch Dir jedesmal der Gewerbesteuerfreibetrag zusteht - und (bei haushaltsüblichen Größenordnungen) nie niemals nie nicht Du auch nur in den Dunstkreis eines einzigen Cent Gewerbesteuer geraten würdest.
    (Umgekehrt... wenn alles in einem Betrieb gehalten wird... steht Dir der Gewerbesteuerfreibetrag logischerweise nur einmal zu; und bei Deiner Expansionsstrategie kommt dann halt früher oder später mal ein Heranziehungsbescheid der Gemeinde(n))


    Daneben wäre eine zweite Fragestellung zu beackern: Handelt es sich bei dem BHKW evtl. um einen Gebäudebestandteil der Immobilie - und somit nicht um ein eigenständiges Wirtschaftsgut. Wenn es kein eigenständiges WG ist, stellt sich die Frage, welchem Betriebsvermögen das WG zuzuordnen ist überhaupt nicht mehr.
    Das wiederum ist nur anhand genauer Kenntnis der Anlage und des Objekts möglich. Evtl. auch "diskussionswürdig".
    Da wird Dir Dein Berater sicherlich besser helfen können - weil er die Akte "in der Hand hält... dran packen und dran riechen kann".


    Durch den Mieterstrom bist Du nicht zum Unternehmer geworden. Sondern schon früher: Durch Installation von .. ich nehme an PV-Anlagen (wohl kaum Solaranlagen).. die technisch in der Lage sind, in das allgemeine Stromnetz einzuspeisen.
    Allerdings ist - völlig logisch - der Verkauf von Strom an Dritte (Mieter) natürlich ein Erlös / Einnahme in diesem (diesen) Unternehmen.
    Für umsatzsteuerliche Zwecke wäre zu klären, ob es sich um
    a) eine eigenständige Hauptleistung handelt (= eigenständiger Stromliefervertrag)
    b) eine Nebenleistung zur Hauptleistung ("Vermietung") darstellt.

    Im zweiteren Fall ist die Hauptleistung (Miete) steuerfrei (§ 4 Nr. 12 USTG)... und somit getreu dem Grundsatz "Nebenleistung teilt das Schicksal der Hauptleistung" ist auch die Stromlieferung umsatzsteuerfrei.
    Zurückgehend auf die Axiome von Peano gilt: 12 > 8... und somit ist der Vorsteuerabzug aus dem BHKW (aber auch den PV-Anlagen) anteilig gerade abgeraucht.


    Fazit: Ich kann aus den wenigen Silben die Du zu Deinem Steuerberater und dessen Meinung schreibst, nur erkennen, dass er da auf dem richtigen Weg ist.


    Mir fällt auf, dass Du mit dem Wort "PV-Anlage" vermutlich schon locker umgehst... und mal eine "Solaranlage" draus machst. Da ist nicht zu erwarten, dass Du mit den Wörtern
    "können", "dürfen" = Wahlrecht
    "muss", "ist", "sind" = Zwang
    "darf nicht" = Verbot
    "sollen" = müssen, wenn man kann
    präzise umgehst.

    An der STelle wird es verflucht schwer, auf Deinen Glauben / Deine Feststellung einzugehen, dass man "etwas einem Gewerbe zuordnen kann"


    Bei "etwas" muss es sich um ein selbständig bewertbares Wirtschaftsgut (EStG) bzw. einen eigenständigen Vermögensgegenstand (HGB) handeln. HGB ist auch beim 4-III-Rechner nicht völlig auszublenden, da für alles rund ums Anlagevermögen auch beim 4-III-Rechner die allgemeinen Vorschriften gelten; und somit das HGB über die Maßgeblichkeit der Handels- für die Steuerbilanz auch beim 4-III-Rechner Einzug hält.
    (Diese Detailfragen, die sich in üblichen Fragestellungen zur Bewertung von Anlagevermögen eher selten stellt, fällt Dir ja schon mal auf die Füße).

    Wenn wir das "etwas" gegriffen haben... stellt sich die Frage, ob es irgendwo

    - notwendiges Betriebsvermögen ist. = Nutzung > 50%.
    Wenn es notwendiges BV ist - hat sich die Sache mit der Zuordnung selbstredend gerade beantwortet.

    Wenn es kein notwendiges BV ist, wäre als nächstes zu prüfen, ob denn überhaupt irgendwo die unternehmerische Nutzung > 10% ist.
    Hier kommt nun ins Spiel: "Pro Betrieb". Und auch da ist bei Dir ja scheinbar noch eine Frage offen, ob nun jede Erzeugungsanlage ein Betrieb ist - oder alle Erzeugungsanlagen zusammen einen einheitlichen Betrieb bilden.
    (Ich meine... die Nummer ist seit Urzeiten durch.... hat mich nie betroffen... daher kann ich es mir nicht merken.... man möge mch abgrätschen wenn ich Unfug schreibe... ich meine jede Anlage ist ein eigenständiger Betrieb)

    Das nächste wäre die Frage.... was fließt denn in diese 10% ein?
    a) das was Du an den VNB verkaufst
    b) das was Du an Mieter verkaufst
    c) das was Du für Deine eigenen Zwecke entnimmst


    Liegt die unternehmerische / betriebliche Nutzung unter 10%, handelt es sich beim dem Wirtschaftsgut um zwingendes Privatvermögen. Und auch hier hätte sich die Frage nach der Zuordnung gerade erledigt.


    Nur bei einer unternehmerischen / betrieblichen Nutzung zwischen 10 und 50% besteht ein Zuordnungswahlrecht.



    Ich weiß nun nicht was eine "gewerbliche" Abschreibung sein soll.
    Aber mir fehlt im Moment jede Phantasie, wie sich der Sachverhalt so grausam dämlich entwickeln sollte, dass es sich bei dem BHKW um notwendiges Privatvermögen handelt.
    Eine Zuordnung zu einem Betriebsvermögen ist vermutlich auf jeden Fall gegeben.


    Wenn ein (abnutzbares) WG einem Betriebsvermögen zugeordnet ist, dann MUSS es abgeschrieben werden.
    Der GAU bei Deinem BHKW wäre, wenn es sich um einen Gebäudebestandteil handelt. Dann ist das BHKW genau wie die Heizung, die Fenster, das Dach, die Wände, das Fundament als Gebäude über 33 / 50 Jahre abzuschreiben. Als Gebäude halt. Und somit verflucht lang.

    Sobald man zu der Einschätzung kommt, dass es sich um ein selbständiges Wirtschaftsgut oder auch um eine Betriebsvorrichtung handelt (Betriebsvorrichtung = Gebäudebestandteil, der nur dem Betrieb und nicht dem Gebäude dient = WIE ein selbständiges WG zu bewerten; Lehrbuchbeispiele: Personenaufzug = Gebäudebestandteil; Lastenaufzug = Betriebsvorrichtung) wird über die 20 Jahre (bei PV; bei BHKW... ich glaube auch 20 Jahre) abgeschrieben.



    So.. ich hab mal versucht, die einzelnen Aspekte etwas zu ordnen und auf die sich vermutlich ergebenden Fragen das erforderliche Handwerkszeug zu liefern.

    Ohne Dir böses zu wollen:
    Der Sachverhalt wird Dich vermutlich steuerlich überfordern. Leg es in die Hände Deines Steuerberaters.
    Der Tip kommt wohlwissend, dass die Honorarrechnung vermutlich üppig wird.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Wo mit ich mich im Grund immer mehr der Gefahr, der gewerblichen Infizierung, bewege ?

    Was mein Steuerbrater allerding auschließt ????

    kpr hat sin seinem Beitrag chon viele Aspekte fachkundig angerissen. Seine Einschätzung, dass der eigene Steuerberater eine komplexe Situation viel besser beurteilen kann als wir hier mit einer nur "sehr laienhafte Skizze Deiner Situation" möchte ich voll unterschreiben.

    Zu Deiner von mir oben zitierten Aussage in Sachen gewerbliche Infektion kann ich antworten mit:

    "es kommt darauf an"


    Die Gefahr eine gewerblichen Infektion kann (z.B. bei einer Vermietungs- oder Freiberufler-GbR) sehr groß sein. Man kann dieses Problem aber, wenn man es erkennt, sehr einfach vermeiden. Wer da selbst ohne fachkundigen Steuerberater herumwerkelt, zahlt dann ggfls. "Dummensteuer". Bei einem Einzelunternehmer ist das Thema der Infektion oft harmlos.


    Die Anwtort auf diese Frage würde die vollständige und präzise Darstellung des zugrundeliegenden Sachverhalts erfordern und zwar von einem Fachmann / einer Fachfrau, der/die weiß, welche Details wichtig sind. Das würde die Grenzen dieses Forums sprengen.

  • Vielen Dank für die Blumen.


    Nachdem der Vorredner mich sachte mit der Nase ins Stempelkissen gedrückt hat, habe ich zwar nach wie vor keine klare Struktur vor Augen, die zur gewerbesteuerlichen Infektion führt - aber die Phantasie fehlt mir jetzt nicht mehr. Habe das gerade mal an den Geschehnissen in einem unserer JointVentures reflektiert... mir fehlt es dort auch am detaillierten Einblick..... aber auch dort kommt das Thema "Vermietung" und "Gewerbesteuer" (bei einem projektierten, errichteten, über ein Jahr vermieteten, und dann verkauftem) Objekt in eine Tüte.


    Daher "revoco".... das Thema Infektion könnte ein Thema sein.

    Und umso mehr: So ein komplexer Sachverhalt gehört in die Hände eines Steuerberaters. Und keines Ferkelstechers. (Der Unterschied besteht in der Bestellungsurkunde und der Versicherungspolice).


    Und auch: Die Struktur hätte man besser vorher gemeinsam mit einem Berater aufgegleist. Der hätte getreu dem Grundsatz "keep it simple" ein Struktur geschaffen, die jetzt tatsächlich leicht und einfach beherrschbar gewesen wäre. Die zumindest ein klares Ziel verfolgt hätte - statt in viele ???? zu führen.
    Hier gilt dann: Steuerberatung... findet in der Planung und in der Verteidigung statt. Dazwischen kommt Käsekästchen-Ankreuzen.

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  • Danke KPR und Kölner Sueden für Deine- Eure, umfangreiche Antworten !

    KPR zunächst,

    Ich wollte n meun Steuerberater, nicht in den Rücken Fallen.Aber sagte, daß er PV Strom nicht sein Haupzema war.


    Die Frage zu dem angehnden MietobjeKt

    Es ist in Privatbesitz

    Verbaut, ist auch eine 8,4 kwp PV Anlage BJ2010 Vollenspeisung

    Erträge daraus 4500€ pA Nettomiete ca 11260 pA zukünftiger Stromverkauf Mieter ca. 1500€

    500€ € öfenliches Netz

    Das BHKW erzeugt 1500Watt Strom zu 60 % Strom /40% Wärme es muss noch ein Brennwertkesel

    für die Spizenlast dazu installiert werden.

    Zu der gewerblichen Abfärbung ich bin Einzelunternehmer, und deshalb, so mein STB, besteht keine Gefahr??

    Von einer Veranstaltung bei Naturstrom ( auch Mieterstrom Verkäüfer ) weiß ich von den Vortragenden

    Steuer-und Finanzexperte, daß ich aufpassen muss , daß ich 24500€ Nettoeinnahmen nicht überschreite

    so lang besteht auch keine Gewerbsteuerpflicht. Deshalb, invetiere ich immer etwas


    Dein Vorschlag, für mehrere Unternehmem ist ein toller Tipp.

    Aber wenn ich alles mit einem tollen Exeltooll Von Paulchen buchen kann, ist das für mich und für evtl. Nachvolger

    besser überschaubar.

    Wie ein Schlag, hat mich dieser Tage ,die Eixistens einer Ergänzungsverfügung vom bayrischen Landesamt

    für Finanzen vom 01. 10.2015 getroffen. Das besagt daß BEkW Anlagen dem Gebäude zu , zu ortnen isind.

    Aber 2015 gab es das Mieterstromodell, noch nicht in der heutigen Form

    Bei der angesprochenen U Steuerfreiheit für den Strom der Mieter

    könnte es sein daß da was mit der Kleinunternehmerregelung, durcgheinander geworfen wird ?

    Also ich habe über 17500€ Netto gewerbliche Einnahmen

    Ich habe gestern im Netz, nach Lösungen gesucht.

    Ich bin da auf den Leitfaden Mietrstrommodell KWK- ASuE und noch ander Seiten gestoßen

    Da nach wird der Antei aus dem BHKW und den dazu gehörenden Anlagen Anteilig, nach Stromlieferung

    aufgeteilt. Strom, zum Gewerbe ,Wärme zum Gebäude. In meinem Fall 60/40

    Beim Stromteil, ist anscheinend kein Investitionabzug , und Sonderabschreibung mehr möglich.Dafür aber kann das auf

    10 Jahre abgeschrieben werden

    Beim Wärmeanteil sofort bzw. bis 5 jahre. Damit könnte ich leben.und es kann Morgen losgehen.

    Wenn nicht lasse ich die finger. davon !

    Allerdings gibt es wegen der U. Steuer für den Strom des Mieters wieder zweierlei Aussagen

    KPR. ich hoffe, daß ich deine Fragen alle abgearbeutet habe ??


    Euch beiden,

    herzlichen Dank für Euere Antworten!!


    Solltet Ihr, oder auch ander Forummitglieder in dieser Sache was kunkretes wissen ,

    Immer her, damit, mich beschäftigt das z Zt. sehr

    Danke

    Gruß

    Fritz

    Fritz

  • Zu der gewerblichen Abfärbung ich bin Einzelunternehmer, und deshalb, so mein STB, besteht keine Gefahr??

    So ist es !!

    Ich hoffe nur, Du bist wirklich in allen Aktivitäten Einzelunternehmer. Wenn Dein StB das sagt, wird es so sein. Wenn ein Laie so etwas behauptet, kann man manchmal nicht sicher sein, ob er weiß, was er ist und was nicht ^^

  • Also... vielen Dank.


    Zum Steuerberater. Die Aussage "ich bin kein Spezialist für PV".... nun ja..... 98:2, dass er damit sagen wollte "Sorry... aber mit dem Fall kann ich kein Geld verdienen. Wenn ich nur die Hälfte nehme, von dem, was ich mindestens bräuchte - wäre ich nach Ihre Empfinde schon bei 200% des Budgets". Es war nur höflicher formuliert.


    Fachlich, sind das alles nur einzelne Stimmen in einem Orchester. Jede einzelne Stimme ist eigentlich einfach zu spielen. BHKW / PV-Anlage, Einkünfte aus V+V.... das sind alles Themen, die jeder (gute) Auszubildende im zweiten, und jeder mäßige Azubi im dritten Lehrjahr beherrschen muss.

    Hier ist eine verworrene Situation entstanden. Die zu entwirren... kostet den Berater Zeit (und Dich Geld) - aber fachlich überfordert ist er damit definitiv nicht.


    Ein Forum ist hingegen an dieser Stelle überfordert. Wir sind hier aktenlos; können in nichts blättern... haben aber gefühlt auf tausend Dinge zu achten.
    Plus dem Problem was der Vorredner beschreibt. Man weiß nie, ob fachlich besetzte Begriffe auch wirklich das zum Inhalt haben, was ihnen die Definition beilegt.


    Ich hatte eine ähnliche Situation bei einem Invest eines Kollegen. Gewerbliche Immobilie... BHKW eingebaut um baurechtlich im grünen Bereich zu landen. Alles andere wurde vernachlässigt. Auf die steuerliche Seite wurde GAR NICHT geachtet. Das konnte ich auch nur lösen, weil ich komplett freie Hand hatte. Bis hin zu dem Punkt, dass ich Vertragswerke nicht nur "nach Belieben" anpassen konnte... nee... ich konnte sie auch noch sowohl für Mieter, Vermieter als auch Betreiber unterschreiben. Rückwirkend. Bis hin zur Gesellschaftsgründung. Honorar... Null Problemo. Da war schnell Ordnung drin. Hier ist die Situation einfach anders. Ich würde Dich sehen wollen, wenn ich Dir eine Rechnung präsentiere, die fünf Stellen vor dem Komma hat.....

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke KPR,

    aber, Rechnungen , kann man ja absetzen ??

    Die Sache scheint überingends zu klappen ?? Der gewerliche Teil, 10 Jahre abschreiben.

    Den Wärmeteil, sofort bis 5 Jahre.

    Da kann ich mit leben !

    Das soll angeblich, auch in der AFA Tabelle so stehen ??

    Gruß,

    Fritz

    Fritz

  • Auch wenn Du es nicht hören willst:
    Als erstes (=vorrangig) stellt sich die Frage, ob ein BHKW ein (unselbständiger) Gebäudebestandteil ist.
    Falls die Frage mit "ja" zu beantworten ist (und so scheinen es die Bayern ja lt. Deiner Darstellung zu sehen), dann hat sich die Sache mit "Abschreibung.... wie lange?" gerade erledigt.
    Die AHK des BHKW gehen in die AHK des Gebäudes ein; und das Gebäude wird abgeschrieben. 33 Jahre, 50 Jahre.. was auch immer sich für die Immobilie ergibt.


    Nur wenn es sich nicht um einen unselbständigen Gebäudeteil handelt, stellt sich die Frage, ob es sich um eine Betriebsvorrichtung oder ein selbständig bewertbares Wirtschaftsgut handelt. (Die Unterscheidung dient am Ende eher Ausweiszwecken und ist von daher beim 4-III-Rechner eher zweitrangig).

    Die AfA-Tabelle sieht für Blockheizkraftwerke eine ND von 10 Jahren vor.
    Prima.

    Allerdings kommt dann die Frage mit der "Bindungswirkung" der amtlichen AfA-Tabellen. Ja, nein, vielleicht - und für wen?
    Für den Steuerpflichtigen ist sie nicht bindend. (Wobei.... die Aussage ist sehr viel wertloser als man glauben mag).
    Abgeschrieben wird IMMER über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.
    Kann diese nicht verlässlich ermittelt werden, ist die AfA-Tabelle eine Fiktion der betriebsgewöhnlichen ND.
    Jetzt kommt man mit allgemeinen Grundsätzen weiter:
    Will der Stpfl. kürzer abschreiben.... wirkt das steuermindernd. Für steuermindernde Tatsachen trägt der Stpfl. die Beweislast - und die kann er regelmäßig nicht antreten - weil es meist an Aufzeichnungen fehlt. Beim BHKW erst recht nicht... weil die notwendigen Erfahrungswerte die man aufzeichnen müsste, einfach nicht existieren. So viele BHKW hat man ja meist nicht.
    Will der Stpfl. länger abschreiben - was er regelmäßig kaum wollen wird..... wird geschaut, ob dahinter eine trickreiche Motivation steht - und es entsteht das gleiche Problem.
    Faktisch.... die AFA-'Tabelle hat immer dann, wenn der Stpfl. es gerade nicht gebrauchen kann, mehr Bindungswirkung als es ihm lieb ist.

    Aus Sicht des FA.... ja .. klar... die AfA-Tabellen sind eine Dienstanweisung. Die ist zu beachten.
    Aber natürlich nur. solange dadurch nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird.
    Sobald das FA erkennt, dass die ND lt. AfA-Tabelle an der Realität vorbei geht.... hat sich das Thema "Bindungswirkung" gerade erledigt.
    Ist die tatsächliche ND länger... wird das FA auf den Zug aufspringen... und eine längere ND begehren.
    Ist sie kürzer.... wird das FA einfach nichts tun... und sich auf die Bindungswirkung berufen.
    Nimmt der Stfpl. die festgestellte kürzere ND zum Anlass, kürzer abzuschreiben - lässt das FA ihn an der Beweislast krepieren.
    Faktisch: Die Bindungswirkung fürs FA ist immer dann nicht gegeben, wenn der Stfpl. sie sich gerade wünscht.

    Man wird ein wenig schauen müssen, wozu das BHKW dient.
    Je weiter die Einspeisevergütung im Vordergrund steht.... umso eher wird man sich an der 20-jährigen AfA orientieren müssen. Ähnlich bei PV-Anlagen... aufgrund der garantierten Einspeisevergütung.
    Je weniger eingespeist wird... und je bedeutender das BHKW für die Wärmeversorgung der Immobilie wird.... umso eher geht es zwar in Richtung 10 Jahre... allerdings auch vorrangig in Richtung "Gebäudebestandteil".
    Sofern - den Fall hatte ich - das BHKW der Versorgung des immensen Warmwasser-Bedarfs des in der Immobilie untergebrachten Betriebs dient..... umso eher kann man eine Betriebsvorrichtung mit 10 Jahren ND herbeibeten.


    Am Ende bleibt es aber immer eine Problematik, die entweder vom FA einfach stillschweigend zur Kenntnis genommen wird - oder wo plötzlich ein Problem draus gezüchtet wird, das am Ende mit Kühen auf dem Rastplatz Marakesch-Süd gelöst wird.... in der "orientalischen Phase der Steuerfindung".


    Deine Idee... das BHKW in Teile zu zerlegen..... ist mir gleich doppelt fremd.
    a) Selbst wenn man das BHKW wirklich in die genannten Teile zerlegen könnte (ähnlich einem Flugzeug... in Triebwerke, Bestuhlung, Bordküchen, Entertainment-System, C-Check....), ist ein sog. "component approach" im Steuerrecht schlichtweg unzulässig.
    b) Meines Erachtens kann man ein BHKW nicht in Teile zerlegen, die der Stromerzeugung und der Wärmeversorgung dienen. Das gesamte BHKW dient einheitlich beidem.

    Entsprechend... wenn das BHKW als BV oder selbständig bewertbares WG abgeschrieben wird - dann einheitlich über X Jahre.

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