Magische Grenzen und Schwellenwerte

  • Hallo zusammen, wollte nochmal die Frage auf den Tisch bringen, was (und warum) denn die magischen Grenzen sind. Vielleicht kann einer der Cracks das nochmal kurz zusammenfassen. Mir sind beim Stöbern 7, 10, 30, 40 kWp - und auch noch ein paar Zwischenwerte, wie >10kWp lohnt ab 1XkWp - untergekommen - aber bin ja noch Laie ;)


    [edit admin] siehe auch Schwellenwerte und Grenzen

  • Sowie ich das verstanden habe:

    3,68: bis hier muss keine Blindleistung bereitgestellt werden. Ab hier 5%.

    4,6: bis hier kann man mit einphasigen WR arbeiten

    7: ab hier wird man früher mit einer intelligenten Messeinrichtung beglückt.

    10: ab hier wird anteilige(40%) EEG-Abgabe auf Eigenverbrauch erhoben

    13,8: ab hier 10% Blindleistung

    30:ab hier wird volle EEG-Abgabe auf Eigenverbrauch erhoben.


  • ->3,68kWp: bis hier muss keine Blindleistung bereitgestellt werden. Ab hier muss ein WR Blindleistung bereitstellen können. -> Vorgabe des Netzbetreibers in der Einspeisezusage


    bis 4,6kVA kann man mit einphasigen WR arbeiten, wegen maximaler Schieflast der Netzphasen. (Einsatz dreiphasiger Wechselrichter oder kommunikative Kopplung dreier einphasiger Geräte für die Leistung, die 4,6 kVA pro Phase übersteigt)


    >7kWp: ab hier wird man früher mit einer intelligenten Messeinrichtung beglückt. (eher unwichtig, kommt sowieso)


    >10kWp: ab hier wird anteilig (derzeit 40%) EEG-Abgabe auf Eigenverbrauch erhoben, Vergütungsstufung


    >13,8kVA: ab hier muss die Anlage Blindleistung im Bereich von -0,9->0,95 bereitstellen können

    (unwichtig, können alle; siehe Einspeisezusage des Netzbetreibers)


    >30kVA: ab hier wird in 99% der Fälle ein NA-Schutz erforderlich -> TAB Netzbetreiber, Ende Wahlbereich für Funkrundsteuerempfänger oder 70% hart/weich am Netzverknüpfungspunkt


    >40kWp: Vergütungsstufung


    >100kWp: Pflicht zur Teilnahem an der Direktvermarktung und Vergütungsstufung, Funkrundsteuerempfänger oder Fernwirkanlage verpflichtend (Ergänzung zu den TAB -> Netzbetreiber)


    >750kWp: Pflicht zur Ausschreibung, Ende der Vergütungsstufung


    > 30kWp ferngesteuerte Reduzierung der Einspeiseleistung z.B. durch Rundsteuerempfänger. Bei kleineren Anlagen kann stattdessen die Einspeiseleistung am Verknüpfungspunkt* auf 70% zu reduzieren.



    * Sensor für 70% darf vor ALLE Verbrauchszähler an die Hauszuleitung angeschlossen werden auch wenn z.B. ein Mieter einen eigenen Zähler mit Vollversorgung durch ein EVU hat.


    Danke für die Vorarbeit tnetwork


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg


    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung, Anlagenplanung und -Neubau

  • 30:ab hier wird volle EEG-Abgabe auf Eigenverbrauch erhoben.

    Das ist falsch.


    Ab 30kVA wird nach VDE-AR-N4105 ein externer Netz- und Anlagenschutz gefordert.


    Ab 30kWp muss die Anlage so ausgestattet werden, dass der Netzbetreiber die Einspeiseleistung ferngesteuert reduzieren kann. Das ist dann normalerweise ein Rundsteuerempfänger. Diese Forderung kommt aus dem EEG, bei kleineren Anlagen hat man die Möglichkeit, stattdessen die Einspeiseleistung am Verknüpfungspunkt auf 70% zu reduzieren.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • :danke:, das ist doch schonmal eine gute Übersicht, die ich so noch nirgends anders gefunden habe :)


    Gilt das alles pro gemeldeter Anlage oder pro Anschluss? Ich weiß, jetzt wird's kompliziert, aber wenn z.B. eine Anlage mit 9,9kWp mit einer weiteren Anlage mit 9,9kWp im Jahr danach erweitert wird? Naiv würde ich jetzt sagen die kWp-Grenzen zählen pro Anlage, die kVA-Grenzen pro Anschluss ?( - oder so :?:- aber da mach ich's mir bestimmt zu einfach.

  • Ja, nee, schon richtig, bei mehreren Anlagen zählt dann die 30KVA Grenze für NA- Schutz. Der müsste dann nachgerüstet werden. -> Einspeisezusage beachten. Manche VNB´s übersehen das...


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
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  • Aber wenn ich das jetzt richtig verstanden habe gibt es trotz aller Grenzen immer die gleiche Einspeisevergütung.

    Also für die ersten 10kwp xxx€

    10-40kwp xx€

    30-100kwp x€


    Nur wie wird das genau berechnet?

  • Die Anlage hat eine feste Leistung (KWp) 100%.

    Die Anlage speist eine best. Energiemenge ein 100%

    Wenn die Anlage 50KWp groß ist wird die Energie

    zu 20% ([10-0]/50) mit x€/KWh(0-10KWp)

    zu 60% ([40-10]/50) mit y€/KWh(10-40KWp) und

    zu 20% ([50-40]/50) mit z€/KWh(40-100KWp) vergütet.

  • Es gibt noch die Grenze ~41/43kVA (60/63A), bis zu der einige VNBs noch den Hausanschluss mit direktmessenden Zählern als Verknüpfungspunkt akzeptieren.

    Dann ~86kVA (125A), bis wohin einige VNB ggf. noch "Kleinwandlermessung" am HA zulassen, wenn es die Strippe zulässt.

    Umgekehrt wollen einige andere VNB diese Kleinwandlermessung schon ab 22kVA oder 30kVA haben.

    Dann noch (demnächst) 138kVA (200A), bis wohin man evtl. noch einen "eigenen" Trafoanschluss (Messwandlerschrank neben Trafo) bekommt, drüber dann wohl nur noch MS mit eigenem Trafo.