Steuer, hab ich es richtig verstanden?

  • Hallo zusammen,


    Ich bin in der Steuer absolut nicht fit. Ich hab bisher nur die Voranmeldungen gemacht und das ist ja immer das Gleiche. Also erstmal entspannt.

    Ich kann leider kein Steuer-Tool nutzen da ich nur nen Mac mit Open-Office habe und Paulchens Tool nicht passen würde.

    Ich bitte auch mir alle dummen Fragen nachzusehen. Ist alles schon besprochen worden aber mir fällt es schwer die für mich passenden Teile richtig zu deuten.

    Leider denkt mein Hirn auch noch nicht in Umsatzsteuer und Einkommenssteuer...


    Eckdaten zur Anlage...


    Inbetriebnahme war 01.01.2018

    Regelbesteuerung

    Anlage bezahlt Ende 2017

    Rückerstattung der USt 2018

    Erweiterung in 2018

    Rückerstattung Erweiterung 2018


    Ich habe in den Umsatzsteuervoranmeldungen bisher nur die Einnahmen vom Netzbetreiber angegeben und im Juli die Rechnungen von der Erweiterung. Den Direktverbrauch hab ich außenvor gelassen und wollte das zum Jahresende glattziehen. (kostenfreies Berechnungstool von Paulchen welches mit meinem Rechner funktioniert)


    Jetzt kam vor kurzem ein Schreiben vom FA, dass ich beantragen kann, dass ich nur noch jährlich die Umsatzsteuer mache und keine Voranmeldungen. Daher fehlt mir jetzt das glattziehen.


    So, nun steht ja die Umsatzsteuererklärung für 2018 an.


    Umsatzsteuer: (Frist bis 31.01.19 ?? )


    - die AfA

    - die Nettoüberweisungen vom Netzbetreiber

    - Umsatzsteuer auf die Nettozahlungen von Netzbetreiber (hab ich ja monatlich abgeführt durch die Voranmeldungen)

    - die Unentgeldliche Wertabgabe die ich mit Paulchens Tabelle ermittelt habe (Jahresbezug EVU, Eigenverbauch, Einkaufspreis vom EVU)



    So, nun die EÜR:


    - Summe der Nettozahlungen vom EVU

    - Rückerstattung der USt vom FA für die erste Anlage und die Erweiterung

    - der Entnahmewert des Direktverbrauch (Berechnung wie oben oder hier kwh* entgangene Einspeisevergütung?)

    - Umsatzsteuer auf Summe Nettozahlungen EVU + Entnahmewert Direktverbrauch


    Einkommenssteuer:

    - Hier hab ich mir auch mal die Sachentnahme gelesen...also kwh* entgangene Einspeisevergütung...


    gehört die EÜR zur Umsatzsteuererklärung oder zur Einkommenssteuererklärung?


    So, ich hoffe ich konnte mich relativ verständlich ausdrücken.

    Hab ich was vergessen? Muss noch etwas berücksichtigt werden


    Mein Schwiegervater macht die Steuer. der ist eigentlich fit aber ne Umsatzsteuer und PV hat er auch noch nicht gemacht. Wir haben die Broschüre vom Bayrischen Finanzamt die er sich mal durchgelesen hat. Aber ich muss es ja auch irgendwann mal alleine machen und würd das alles auch gerne irgendwie verstehen.


    Danke euch schonmal für eure Hilfe und Unterstützung.


    Gruß Matze

  • Den Direktverbrauch hab ich außenvor gelassen und wollte das zum Jahresende glattziehen.

    ...
    Jetzt kam vor kurzem ein Schreiben vom FA, dass ich beantragen kann, dass ich nur noch jährlich die Umsatzsteuer mache und keine Voranmeldungen. Daher fehlt mir jetzt das glattziehen.

    Kein Problem. Das machst du mit der Dezember UStVA 2018, die bis 10.1. bzw. mit Fristverlängerung bis 10.2. abzugeben ist.

    Frist für die UStE ist der 31.7.

    - AfA taucht in der UStE nicht auf.

    - Du gibst den Umsatz (netto) an. Das sind die Kundenzahlungen (netto) zw. dem 1.1.18 0:00 Uhr und 31.12.18 24:00 Uhr.

    - Die zu entrichtende USt rechnet das Programm aus.

    - uWA nach Paulchens Werkzeug ist ok.

    - Vorsteuern aus rechnungen von anderen Unternehmern

    - Voruazahlungssoll (die Summe aller UStVA 01-12/18)


    So, nun die EÜR:


    - Summe der Nettozahlungen vom EVU

    - Rückerstattung der USt vom FA für die erste Anlage und die Erweiterung

    - der Entnahmewert des Direktverbrauch (Berechnung wie oben oder hier kwh* entgangene Einspeisevergütung?)

    - Umsatzsteuer auf Summe Nettozahlungen EVU + Entnahmewert Direktverbrauch

    Sieht gut aus

    - Kundenzahlungen zw. 1.1. und 31.12.18 unter Berücksichtigung der 10-Tage-Regel

    - Ja, Rückerstattung der Vorsteuer ist Einnahme. (Zahlung der Vorsteuer in 2017 war Ausgabe, hoffentlich nicht in der 2107er EÜR vergessen)

    - Jepp, Sachentnahme direkt verbrauchte kWh x entgangene Vergütung (Opportunitäskosten)

    - USt aus Kundenzahlungen


    EÜR ist Teil der Einkommensteuer.

  • Danke donnermeister1 , das bringt schon etwas Licht ins Dunkel. ein paar Fragen bleiben trotzdem noch...


    mit dem Glattziehen hab ich ja das Problem. Die Voranmeldung für Dezember wurde schon gemacht und da taucht kein Direktverbrauch auf. Ich wollte es ja mit der Umsatzsteuererklärung glatt ziehen und nicht mit der Voranmeldung.

    Das ist jetzt falsch wenn ich das richtig verstanden habe.

    Jetzt muss ich ja zukünftig wohl keine Voranmeldungen mehr machen... Dann fließt aber ja auch zukünftig der Direktverbrauch nur in die Umsatzsteuererklärung ein. Dürfte also eigentlich nicht so schlimm sein oder?


    Dann noch etwas wegen der Afa. Ich habe zum 01.06. eine Erweiterung gemacht. Solarthermie demontiert und das Dach aufgefüllt. Beim Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur läuft das jetzt als zweite Anlage die nur zusammengeführt werden. Eine Anlagenerweiterung, also die erste Anlage nur vergrößern, gibt es im EEG wohl nicht.

    Die Abschläge haben sich seither aber nicht erhöht und eine separate Zahlung gibt es seither auch nicht. Das kommt ja dann aber mit der Jahresrechnung vom Netzbetreiber.

    Wie handhabe ich das dann mit der Afa, muss ich für beide Anlagen (die ja nur eine auf dem selben Dach mit dem gleichen WR sind) eine Afa bei der Steuer angeben oder reicht da ein Betrag summiert für beide Anlagenteile?

    Muss ich das steuerlich irgendwie anderst behandeln bzw. eine zweite Steuer machen oder ist das dem Finanzamt egal?


    Im Juni werde ich noch eine zusätzlich Anlage auf der Garage montieren bzw in Betrieb nehme (12 Monate nach letzter IB). Für die dürfte das Behandeln der Erweiterung ja dann auch gelten.


    Noch eine Frage zur Einkommensteuer... Letztendlich kommt in die Einkommensteuer nur das Ergebnis aus der EÜR und mehr muss nicht berücksichtigt werden...außer halt das andere übliche Steuergedöns?


    Vielen Dank.

  • mit dem Glattziehen hab ich ja das Problem. Die Voranmeldung für Dezember wurde schon gemacht und da taucht kein Direktverbrauch auf. Ich wollte es ja mit der Umsatzsteuererklärung glatt ziehen und nicht mit der Voranmeldung.

    Das ist jetzt falsch wenn ich das richtig verstanden habe.

    Richtig, ein Feld für uWA gibt es in den UStVA nicht. Wenn man sich mal durchliest, was in der Zeile steht, wo man den Umsatz einträgt, dann ist klar, wo die uWA eingetragen wird.


    Richtig falsch ist es nicht. Nur nicht richtig richtig. :) Ist schöner, wenn die UStE bis auf Rundungsdifferenzen den gleichen Betrag ergibt wie die UStVA des Jahres.



    Wie handhabe ich das dann mit der Afa, muss ich für beide Anlagen (die ja nur eine auf dem selben Dach mit dem gleichen WR sind) eine Afa bei der Steuer angeben oder reicht da ein Betrag summiert für beide Anlagenteile?

    Zwei PV-Anlagen, zwei bewegliche Wirtschaftsgüter in Anlageverzeichnis der EÜR.



    Im Juni werde ich noch eine zusätzlich Anlage auf der Garage montieren bzw in Betrieb nehme

    Dann hast du drei PV-Anlagen, drei bewegliche Wirtschaftsgüter in Anlageverzeichnis der EÜR.

    Noch eine Frage zur Einkommensteuer... Letztendlich kommt in die Einkommensteuer nur das Ergebnis aus der EÜR

    Das Ergebnis der EÜR kommt in Anlage G der EkStE.

  • Hallo Matze 320d,

    wie Du beschreibst, kannst Du Paulchen´s Tool nicht nutzen. Da wäre vielleicht unsere Online-App etwas für Dich, die Du mit Deinem gewohnten Browser nutzen kannst. Du kannst damit bis zu 3 PV-Anlagen separat das ganze Jahr über laufend bearbeiten und dann für die Steuererkärungen zusammenführen. Da Du künftig die Steuern selber machen möchtest, wäre es für das erste Jahr vielleicht eine gute Hilfe, um mehr in die Systematik einzusteigen und zur leichten Berechnung von unentgeltlichen Wertabgaben etc. Ich überlasse einfach mal ein paar Muster-Screenshots als Ausschnitte für einen Eindruck. Wenn noch Fragen bestehen, kannst Du mich gerne ansprechen.

    VG photovoltax









  • Ja klar.

    Erst die "normale" Bürokratie wie Marktstammdatenregister die auch bezahlt werden muss wenn man das Handling abgibt, dann der Messstellenbetrieb, dann der Steuerberater oder die Steuerapp und nicht zu vergessen die Steuer selber.

    Am Schluss bleibt nichts mehr übrig außer Aufwand und vielleicht ein bisschen gutes Gewissen.

    Danke.

    Anlagenstandort Köln. in allen Strings verteilt insgesamt 12x TIGO TS4-O mit Monitoring

    2018 31x 320W Q-Cells an Kostal Piko 8.3

    2019 30x 325W Q-Cells an Kostal Plenticore plus 7.0

    2019 2x 325W Q-Cells plus 1x 320W Q-Cells mit je einem Tigo direkt per DC am WW Boiler.

  • ...oh je, das klingt ziemlich frustriert. Wir können doch alle nichts dafür, dass die EEG-Vergütungen immer mehr sinken, der Verwaltungs- und Steueraufwand immer mehr werden und zu guter Letzt auch noch Steuern bezahlt werden müssen.:(

  • So, jetzt fülle ich gerade die Umsatzsteuererklärung aus.


    Die erhaltenen Zahlungen belaufen sich auf Netto 462€

    Es geb im März eine Verrechnung der Einspeisung mit dem Bezug. Als Einspeisevergütung wurden Brutto 62,77€ angegeben also 52,74. Die kommen zu den 462€ dazu....also 514€


    Die Vorsteuer der Anlagenerweiterung beträgt 527,23


    Die uWa also Direktverbrauch Laut Paulchens Tool beträgt 562,42€


    Die Summe der UstVa beträgt durch die Rückerstattung der Vorsteuer der Erweiterung -440,40


    Das bedeutet ich fülle die Umsatzsteuer wie folg aus (Elster):


    38: 514 (Nettozahlungen)

    39: 562 (uWa)

    122: 527,23€ (Vorsteuer der Erweiterung)

    168: -440,40€ (Summe der UstVa...Minus wegen der Erstattung der Vorsteuer aus Zeile 122)


    Kann da mal bitte jemand drüber schauen ob das so korrekt ist?


    Da ich in den UstVa den Eigenverbrauch bzw die uWa nicht angegeben habe sondern nur die Zahlungen vom Netzbetreiber muss ich natürlich nachzahlen. Die Nachzahlung beläuft sich dann auf 117,52€


    Es gab 2018 noch eine Rechnung wegen Zählertausch. Diese beläuft sich auf 101,15€ Brutto. Die würde ich jetzt in der EÜR als Ausgabe verbuchen. Oder schreib ich die auch in die Umsatzsteuer mit rein? Und wenn ja...Wo? (ist reine Arbeitszeit)


    12/2017 wurde die Hauptanlage gekauft. Die Vorsteuer der Rechnung taucht in der Umsatzsteuer von 2017 auf, keine Einnahmen sondern nur Ausgaben durch den Kauf der Anlage.

    Die Vorsteuer wurde dann aufgrund der Umsatzsteuererklärung 2017 logischerweise erst 2018 ausbezahlt.

    Den Betrag brauch ich dann in der Umsatzsteuererklärung 2018 nicht mehr angeben...wohl aber in der EÜR als Einnahmen verbuchen. Ist das so korrekt?


    Sorry es ist etwas lang geworden aber vielleicht seh ich ja langsam Licht am Ende des Tunnels....hoffe ich zumindest.


    Gruß Matze