Kleine Eigenverbrauchsanlage mit Speicher, erweiterbar

  • Hallo Forum,


    nach mittlerweile längerer Suche nach passenden Komponenten für eine Eigenverbrauchsanlage habe ich beschlossen, hier um etwas "Nachhilfe" zu bitten. Es geht mir hier in erster Linie um die technischen Aspekte, die Anlage muss nicht unbedingt wirtschftlich sein. Aber natürlich will ich auch keine unnötigen oder unnötig teueren Komponenten kaufen.

    Ich betreibe bereits zwei EEG-Anlagen und bin auch nicht ganz unbedarft, was Strom angeht, aber ich bin kein Fachmann.Wie bei meinen anderen Anlagen hätte ich mich zuerst an den freundlichen Solateur gewandt, aber da war wohl der zu erwartende Beratungsbedarf zu hoch gegenüber dem zu erwartenden Ertrag...


    Derzeit plane ich eine Anlage mit 1360Wp zur Verschattung eines Wintergartens (Solarwatt Vision 36M, die einzigen, die vom Format her passen). Den erzeugten Strom würde ich gerne komplett selber nutzen, und mir die Einspeisung sparen.

    Erste Frage: Bis zu welcher Leistung wäre eine bloße Einspeisung ins Hausnetz und damit auch Rückspeisung ins Stromnetz (Guerilla-Anlage) theoretisch zulässig?

    Mir ist klar, dass man damit natürlich auf keine nennenswerte Eigenverbrauchsquote kommt. Daher dachte ich an ein (kleines) Speichersystem mit Bleiakkus. (Unser momentaner jährlicher Stromverbrauch liegt bei 2700kWh)

    Nun geht es um die Komponenten im Keller:

    Batteriewechselrichter oder Hybridwechselrichter gibts ja anscheinend wie Sand am Meer.

    Da ich mir die Möglichkeit offen halten wollte, meine 2024 frei werdende EEG-Anlage dann auch mit einzubinden, denke ich eher an einen "modularen" Aufbau, statt eines "All-In-One Gerätes". Außerdem soll eine Notstromfunktion und die Möglichkeit die PV auch bei Stromausfall weiter zu betreiben enthalten sein.

    Gelandet bin ich dann beim Victron MultiPlus II. Nun sind mir aber trotz Studium der Bedienungs- bzw. Insatllationsanleitung und verschiedener Infoseiten ein paar Sachverhalte nicht ganz klar:

    Misst der Stromsensor alle drei Phasen, sodass ich bei der Eingenstromnutzung auf allen drei Phasen quasi Eigenstrom nutzen kann (Nicht pysikalisch aber zumindest im Saldo)

    Kann ich das System so aufbauen, dass ich ohne Umverdrahtung meiner Hausverteilung eine Notstromfunktion habe. Oder muss ich einen separaten Notstromkreis ("No-brake-Loads") einrichten?

    Welche zusätzlichen Komponenten brauche ich dann ggf. noch (NA Schutz oder ähnliches) außer natürlich Batterie und Laderegler.

    Gibt es noch andere interessante Hersteller, welche die von mir beschriebenen Anforderungen leisten können?

    Freue mich auf Eure Antworten

    Gruß

    Thomas

  • Misst der Stromsensor alle drei Phasen, sodass ich bei der Eingenstromnutzung auf allen drei Phasen quasi Eigenstrom nutzen kann (Nicht pysikalisch aber zumindest im Saldo)

    Du speist in eine Phase ein und den Rest macht dein vorhandener Netzzähler (saldieren)


    Kann ich das System so aufbauen, dass ich ohne Umverdrahtung meiner Hausverteilung eine Notstromfunktion habe.

    Ja! Aber natürlich nur auf der Phase an der dein MultiPlus angeschlossen ist.


    Welche zusätzlichen Komponenten brauche ich dann ggf. noch (NA Schutz oder ähnliches)

    Auf jeden Fall noch ein CCGX oder Venus. NA-Schutz ist beim MultiGrid und dem neuen MultiPlus II integraler Bestandteil.

  • Ok, alles klar, danke Seevetaler.

    Dann würde mich nun interessieren, ausgehend vom Multiplus II, welche "Topologie" oder "Hub" für meine Anwendung/Wünsche die beste ist.

    Ich möchte, wie gesagt (vorerst, mit lediglich 1,4kWp PV) nicht einspeisen. Zumindest nicht offiziell. (Ist es trotzdem erlaubt, Überschüsse ohne Zähler ins Netz zu schieben?) Später, wenn ich dann die frei werdende EEG Anlage mit hineinnehme, wäre natürlich Einspeisen trotzdem interessant.

    Ich hatte gedacht, die erstmal geplanten 1,4kWp mit einem MPP-Batterielade DC-Seitig ins System zu bringen. Aber was passiert, wenn dann eine weitere PV-Anlage AC-seitig mit angebunden wird. Es kann dann vorkommen, dass sowohl der Batterielader der einen Anlage und die andere Anlage über den Multiplus den Speicher laden wollen. Können zwei Laderegler gleichzeitig einen Akku laden? Falls ja, dann würde ich die Topologi(en) in Reihe zum Netz mit MPPT Solarladeregler und PV-Wechselrichter zusammen mit einem AC Powermeter wählen.

    Oder sehe ich da was falsch bzw. habt ihr anregungen?

    Gruß

    Thomas