EEG Umlage bei Eigenverbrauch?

  • Hallo Fachmänner


    Bin neu hier und habe Fragen zur Planung, zu denen ich trotz langer Suche nichts finden kann, bzw. nur auf Widersprüche stoße, oder einfach nichts verstehe.


    Ist der Eigenverbrauch einer Anlage unter 10Kw/p befreit von der EEG-Umlage?


    Wenn nicht, dann speise ich ein für ~11 Cent und bezahle für den Eigenverbrauch - also für das nicht eingespeiste KW auch noch die 6,41 EEG-Umlage?

    Speise ich also 1 KW ein und verbrauche 1 KW selbst, dann bringt die Anlage nur noch 4,59 Cent pro KW ?


    Dann muss ich also rund 6 KW einspeisen, um 1 KW aus dem Netz auszugleichen? :roll:


    Kann das sein?


    Danke für Eure Antworten und Gruß

    OP

  • H...


    Ist der Eigenverbrauch einer Anlage unter 10Kw/p befreit von der EEG-Umlage?

    ...

    Ja, der Eigenverbrauch unter 10 kW installierter Leistung ist bis zu 10.000 kWh pro Jahr von der EEG-Umlage befreit. Für Anlagen über 10 kW wird eine reduzierte EEG-Umlage fällig.

  • Danke EN

    Dann ist der Text (unten in Blau) aus der Seite >Netztransparenz< falsch, bzw. es fehlt bloß der Hinweis auf diese Ausnahme?

    EEG-Umlage 2019

    Gemäß § 60 EEG haben die Elektrizitätsversorgungsunternehmen für jede an Letztverbraucher gelie-ferte Kilowattstunde Strom eine EEG-Umlage an die Übertragungsnetzbetreiber zu entrichten. Darüber hinaus besteht gem. § 61 EEG eine Umlagepflicht für die Eigenversorgung und sonstigen Letzt-verbrauch. Mit diesen Zahlungen soll die Differenz aus den Einnahmen und den Ausgaben der Übertragungsnetzbetreiber bei der EEG-Umsetzung nach § 3 Abs. 3 und 4 EEV sowie § 6 EEAV ge-deckt werden.

    Die Übertragungsnetzbetreiber sind gemäß § 5 EEV verpflichtet, bis zum 15. Oktober eines Kalenderjahres die EEG-Umlage für das folgende Kalenderjahr zu ermitteln und zu veröffentlichen.

    Die EEG-Umlage für nicht privilegierten Letztverbraucherabsatz beträgt für das Jahr 2019 6,405 ct/kWh.

  • Du musst bei einer Anlage über 10 kWp 40% der EEG-Umlage (also etwa 2.6 ct/kWh) auf den Eigenverbrauch bezahlen. Bei 1000 kWh sind das also 26 Euro pro Jahr. Dem gegenüber steht natürlich die Ersparnis für den vermiedenen Bezug. Das ist dann in Summe immer noch günstiger als die Einspeisevergütung.

    Diese EEG-Umlage auf Eigenverbrauch wird gemäß EU-Vorgabe auch fallen, wann genau die Umsetzung in nationales Recht erfolgt, kann ich dir nicht versprechen. Rein theoretisch sollte das recht schnell gehen.


    Und unter 10kWp bist du, wie du richtig vermutest, jetzt schon komplett befreit.

  • Danke für die Antwort, und noch eine Frage.


    Ist es erlaubt eine Anlage derart zu splitten, dass die 10 KW/p an den Zählern hängen und weitere 6 KW/p für den direkten Verbrauch als Inselbetrieb (eigenes internes Netz ) separat geschaltet sind? Wenn die beiden also komplett getrennt sind?

  • Also wenn das wirklich eine INSEL ist (also nicht mit dem Stromnetz verbunden, sondern ein eines kleines Netz), dann kannst du dir die Anlage zusammenbauen wie du lustig bist, das ist privatvergnügen.


    Wenn du allerdings die Anlage an das Netz hängst, dann wirds interessant.


    Wenn du beide Anlagen ans Netz hängst, kannst du natürlich eine 10 kWp anlage NETTO bezahlen und dem Unternehmen zuweisen, und die 6 kWp Anlage Privat BRUTTO bezahlen und als Privatvergnügen deklarieren.

    Wichtig st, dass die 6 kWp Anlage nicht einspeisen darf, bzw. man muss eindeutig erkennen können, wieviel Einspeisung die 10 kWp Anlage geleistet hat, damit man nicht dem Verdacht ergeht hier EEG Förderungs-betrug zu versuchen.


    Das ist allerdings meistens trotzdem weniger wirtschafltich interessant als direkt eine 16 kWp Anlage als EEG Anlage laufen zu lassen. Das wäre auch bürokratisch einfacherer ^^

  • Was hat das damit zu tun, ob eine netzparallele Anlage einem Unternehmen und eine andere einer Privatperson zugeordnet wird? Nach EEG sind die Anlagen in unmittelbarer Räumlicher Nähe (hier ja wohl sogar am selben Netzanschluss) hinsichtlich der Vergütungshöhe und der EEG-Umlagepflicht zusammenzufassen, wenn sie innerhalb von 12 Kalendermonaten errichtet wurden. Mit dem genannten Trick, kommt man jedenfalsls nicht legal aus der Umlagepflicht.

  • Ist es erlaubt eine Anlage derart zu splitten, dass die 10 KW/p an den Zählern hängen und weitere 6 KW/p für den direkten Verbrauch als Inselbetrieb (eigenes internes Netz ) separat geschaltet sind? Wenn die beiden also komplett getrennt sind?


    ja, erlaubt ist das.

    ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

    besonders wenn du, wie du schreibst, gewohnt bist jeden cent unzudrehen.


    ich halte es für ungeschickt, um das mal freundlich zu formulieren, weil du damit auf die EEG Vergütung für die 6 kWp verzichten würdest.


    Manchmal ist es besser ein wenig zu rechnen als cents umzudrehen.

  • Auch mit < 10kWp musst du die EEG Umlage auf EV bezahlen, wenn > 10.000kWh im EV verbraucht werden, dann aber nur für den Anteil > 10.000kWh.

    Da meist kaum mehr als 1000kWh/kWp erzeugt werden hat man so die Grenze (willkürlich) gezogen.

    Tesla P85+ seit 8/13 >471.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. Seit 12/19 fährt Frau Tesla M3 AWD. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Es sind noch 4x320W hinzugekommen = 1280W d.h. Gesamt PV-Leistung nun 29,329kWp. Seit 1.11.20 werden die eAutos gesteuert per E3DC-Control und Teslatar zum Börsenpreis von aWATTar geladen.