Dimensionierung Speicher, Welche Speichergröße ist für mich sinnvoll?

  • Guten Morgen,

    ich möchte hier bitte keine Diskussion über Sinn und Unsinn eines Speichers führen, sondern suche Hilfe bei der richtigen Dimensionierung des Speichers für mich. Leider habe ich da online nicht wirklich etwas gefunden, was mir weiter hilft.

    Ich überlege den Kauf des Speichers nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil ich Freude an einer hohen Autarkie habe. Nennen wir es Hobby. Gefördert wird das Ganze in A aber auch, so dass ich nur ca. 50% davon selbst zahle.


    Eckdaten:

    • 14kWp NNO/SSW Anlage 10° aufgeständert (erst im September 2018 gebaut)
    • WR ist ein Plenticore 10
    • Speicher soll ein BYD HV werden
    • Speichergröße muss mind. 7.7kWh (Förderbedingung) haben, bis 11,5kWh würde ich auch nehmen
    • Förderung muss Anfang März beantragt werden


    Wir wohnen noch nicht im neuen Haus. Die erstellte Grafik mit Sromverbrauch und PV Ertrag beruht somit auf einer fundierten Schätzung. Geheizt und WWerzeugung funktioniert über eine EWP. Gekühlt wird passiv über Wand- und Decke. E-Auto wird mittelfristig angeschafft. Pro Jahr werde ich also ca. 5100kWh verbrauchen und ca. 13800kWh erzeugen.

    Der PV Ertrag im November und Dezember 2018 wich doch deutlich von der Prognose ab. Regen, Schnee und kaum Sonne. Kennt ihr ja, im Dezember waren es dann nur 140kWh Ertrag. Das würde ich aber auch als Minimum ansehen…

    Das Thema Ladezyklen hab ich absolut noch nicht verstanden. Was ist denn wünschenswert? Kernfrage ist, wie groß ich den Speicher wählen soll: 7,7kWh, 9,0kWh, 10,2kWh oder 11,5kWh. Oder macht es aus technischer Sicht gar keinen Sinn wegen der schlechten Erträge in Dezember und Januar?


    :danke:

  • Als sinnvolle Größe wird üblicherweise der mittlere Verbrauch einer Nacht erachtet. Das sind bei dir irgendwas zwischen 5 und 7,5 kWh (je nachdem, ob der Stromverbrauch mehr tagsüber oder nach Sonnenuntergang entsteht, davon hängt es im Wesentlichen ab).


    Wenn die Kosten nicht völlig egal sind, wäre deshalb die kleinste Variante für dich wohl ausreichend. Um Genaueres sagen zu können, müsstest du mal die Verteilung der Verbräuche über den Tag ermitteln.

  • danke euch beiden.

    Bastel : den Stromverbrauch nach Sonnenuntergang kann ich nicht messen, da wir ja noch nicht im Haus wohnen. Aber meine Frau und ich arbeiten beide voll. D.h. an drei Tagen in der Woche (inkl. Sonntag) ist evtl. jmd. tagsüber zu Hause. Sonst verlassen wir 8:00 das Haus und sind gegen 20:30 wieder da. Es gibt eine vergleichsweise hohe Grundlast durch einen Haufen Technik im Haus.

    Die 7,5kWh müssen es auf jeden Fall sein, wegen der Förderung.

    Und ich werde mir mal die Zählerstände im jetzigen Haus notieren, das sollte dann vom Haushaltsstrom ähnlich sein, käme dann noch die EWP dazu.

    lumpi : ja, der Aufpreis zur 11,5er schreckt mich nicht. Im Dezember und Januar krieg ich den aber sicher nicht mal an einem Tag voll. Maximale Tagesleistung lag im Dezember um die 10kWh.


    Welchen Nachteil hätte denn der 11.5er gegenüber dem 7.5er (mal abgesehen vom Preis)?

  • Keinen Nachteil aus meiner Sicht.

    Vorteil: Die Lade/Entladeleistung steigt pro Modul um ca. 600 Watt.

    11/2016 Ioniq electric - 07/2018 29 x 320Wp QCells Duo - Kostal Piko BA - BYD 7,7 kWh

  • Wenn ich an den Wirkungsgrad des Wechselrichters und den üblichen Verbrauch denke der anfällt, wenn überhaupt etwas im Akku drin ist (als eher nicht tagsüber im Winter, sondern nachts in der Übergangszeit und im Sommer; also eher Verbrauch kleiner 1kW) dann würde ich empfehlen, den Speicher mit dem kleinsten Wechselrichter zu nehmen. Sonst geht der Gesamtwirkungsgrad in den Keller.
    Siehe Diskussion "Grundlastspeicher". Lieber einen kleineren Speicher vernünftig auslasten, als einen großen (teureren) mit wenig Mehrnutzen vor sich hindümpeln lassen. Gerade dem Li sind die Zyklen doch relativ Wurscht, da macht es die kalendarische Alterung.

    Der Betrieb der Wärmepumpe wird sich sicherlich auch teilweise in die Tagstunden schieben lassen. Insbesondere in der Übergangszeit. An den Winter würde ich nicht groß denken. Da kommt in der Regel so wenig Strom vom Dach, dass der beste Speicher nichts nützt. Ich habe 18kWp mit Südausrichtung auf dem Dach und im Dezember/Januar bleibt vielleicht an einem Tag pro Woche überhaupt etwas übrig (nach Direktverbrauch), das im Speicher landet.

    Das eingesparte Geld für einen großen Speicher lässt sich sinnvoller in mehr PV investieren, solange noch irgendwo Platz ist. (Carport, Terassenüberdachung etc. geht auch mit PV :-) )

    Meine Anlage:
    38 Module GermanPV GPV260P-60 mit SolarEdge Optimierern; Neigung 45°, Süd 188°
    27 Module JAM60S01-300 mit SO, S und SW Ausrichtung
    Wechselrichter SolarEdge SE10K + SE7K
    SENEC.Home 8.0 Pb (16kWh brutto/8kWh nutzbar) mit Econamic Grid

  • MartinOBK : Aus wirtschaftlicher Sicht mag das ja stimmen, aber es geht dem TE ja um Selbstversorgung. Da bringt mehr PV auch nichts, wenn tagsüber keiner im Hause ist....

    Der WR ist hier ja gesetzt, insofern geht es rein um den Speicher.


    Stefan

  • Also ich habe auch einen BYD 11,52 kWh Speicher. Hatte in meinen Augen das beste Preis- / Leistungsverhältnis.

    Ich bekomme den Speicher selbst im Dezember und Januar zu 100% voll. Zwar nicht jeden Tag, wäre auch zu

    optimistisch für die Jahreszeit.

    Bei dieser Größe hast du zudem auch noch Reserven bis in den nächsten Tag hinein.

    30x LG330N1C-A5, WR: Kostal Piko 10BA, Speicher: BYD-HV 11,52 kWh

    Dachneigung: 28°, Ausrichtung: +15° (S)

    Standort: 82362 Weilheim

  • LumpiStefan : Ich dachte, der WR im Speicher ist abhängig auch von der Kapazität - also mehr Akkumodule, größerer WR.

    Und je nach Standort, v.a. Bewölkung im Winter (oder Schnee), hilft eine größere Kapazität kaum zu mehr Selbstversorgung. Eine größere PV manchmal schon, da in den Randphasen schneller mehr Strom produziert wird, so dass der Speicher schneller entlastet wird sowie das Laden früher beginnt (und andersherum abends), da die Erzeugungskurve auch breiter wird.


    Im Sommer wird er kein Problem haben, auch mit 7,x kWh Kapazität über die Nacht zu kommen, lange Tage, wenig Verbrauch. Im Winter helfen ihm auch 11kWh nicht weiter für den Fall, dass er üblicherweise keinen Ertrag hat (standortabhängig).
    Wenn ich als Beispiel RR808 nehme - dann würde ich auch sagen: großen Speicher nehmen.
    Wenn ich als Beispiel meinen Standort nehme: Von den letzten 31 Tagen kamen an 22 Tagen weniger als 3kWh vom Dach bei 18kWp Süd. Da hilft nur eine große PV, um mehr Selbstversorgung hinzubekommen.

    Oben schrieb der TE was von 140kWh Ertrag im Dezember. Das kommt meinem Beispiel näher als RR808.

    Meine Anlage:
    38 Module GermanPV GPV260P-60 mit SolarEdge Optimierern; Neigung 45°, Süd 188°
    27 Module JAM60S01-300 mit SO, S und SW Ausrichtung
    Wechselrichter SolarEdge SE10K + SE7K
    SENEC.Home 8.0 Pb (16kWh brutto/8kWh nutzbar) mit Econamic Grid

  • Der BYD ist der reine Akku, da ist kein WR drin. WR ist der Plenticore 10, der ändert sich nicht, ob 7kWh Speicher oder 11kWh.

    Im Sommer wird er den Speicher wird er den Speicher vermutlich nicht (immer) leer bekommen und im Winter nicht voll. Aber in den Randbereichen wird er aus meiner Sicht schon mehr davon haben. Mehr PV bringt ihm auch nichts, wenn er in der Dämmerung oder im Dunkeln heimkommt und was kochen möchte...


    Stefan