Hauskauf mit PV aus 2010 - Wahl Regelbesteuerung oder Kleinunternehmerregelung?

  • Hallo,


    bin jetzt das erste mal hier aktiv, weil ich zukünftig durch einen Hauskauf Betreiber einer Photovoltaikanlage werde.


    Ich habe mich mit dem Thema in den letzten Wochen viel beschäftigt, komme aber weiter an einer Stelle gedanklich nicht weiter.

    Mir ist unklar, ob bei den gegeben Rahmenbedingungen der Vergütung auf Eigenbrauch die Wahl der Kleinunternehmerregelung sinnvoll ist.

    • Die Anlage wurde Ende 2010 vom Vorbesitzer installiert, somit Anspruch auf Vergütung für den Eigenverbrauch
    • Der bisherige Eigentümer hat zur Rückerstattung der Mehrwertsteuer auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet und befindet sich auch noch aktuell in der Regelbesteuerung
    • Anlage wurde im "Paket" zusammen mit dem Haus gekauft. Der ausgewiesene Kaufpreis ist mit ein paar Tausend Euro verhältnismäßig gering, somit auch geringe Abschreibungen
    • Es sind keine weiteren hohen Investitionskosten mehr zu erwarten

    Bei Anlagen ohne Vergütung auf den Eigenverbrauch wird ein Wechsel von Regelbesteuerung nach Kleinunternehmerregelung nach den ersten 5-6 Jahren ja meist aus steuerlicher Sicht empfohlen. Ohne vergüteten Eigenverbrauch wäre für mich die jetzige Wahl der Kleinunternehmerregelung klar.


    Ich bin mir aber sehr unsicher, da auf den vergüteten Eigenverbrauch die Umsatzsteuer seitens des Netzbetreibers ja nicht entfallen wird.

    Bei Regelbesteuerung würde ich für den sonstigen eingespeisten Strom die Umsatzsteuer ja nur durchreichen, ist ja ein Nullsummenspiel.

    Bei KUR entfällt beides, somit unterm Strich das gleiche Ergebnis.


    Hätte ich deutliche steuerliche Vorteile durch die Wahl der Regelbesteuerung, die mir nicht offensichtlich sind?

    Habe ich weitere Aspekte in meinen Überlegungen vergessen?


    Auf den ersten Blick würde mich mit der KUR besser fahren. Einfacher abzuwickeln und auf keine deutlichen finanziellen Vorteile im Vergleich zur Regelbesteuerung.



    Danke für Eure Rückmeldung.


    Chri

  • ja mach die KUR und gut.

    Zur Regelbesteuerung kannst du dann bei Bedarf zu Beginn jedes Jahres wechseln.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Dann mach KUR. Dir muss nur klar sein, daß du die USt auf den DV damit nicht los wirst, denn dein VNB wird nicht zur KUR wechseln. :)

    Hallo,


    Danke für die Antwort. Dass die Umsatzsteuer auf den Direktverbrauch dann nicht entfällt ist mir bewusst. Bin in dem Fall ja der Endverbraucher. Bei der Regelbesteuerung wäre das ja sehr ähnlich, dort könnte ich die Umsatzsteuer ja auch nicht gegenüber dem Finanzamt geltend machen.

    Für mich eigentlich die gleiche Situation, als Endverbraucher zahle ich schlussendlich die Umsatzsteuer.

  • Chri das kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe ähnliches Beispiel hier bei mir. Anlage von 2010 aber mit Regelbesteuerung von Anfang an, weil noch ein anderes Gewerbe da war und auf UST-Erstattung nicht verzichtet werden sollte.

    Später 2013 wurde meine Anlage auf Eigenverbrauch umgerüstet, zuvor Volleinspeiser.

    Da Du noch neu bist, hast Du noch nie eine Abrechnung des VTN gesehen und weist nicht um welche Beträge es geht.


    Die buchen alle KW/h ein und den Eigenverbrauch wieder aus jeweils mit MWST. Bei mir sind das ca.1000kw/h pro Jahr bei meiner 8,4kWp Anlage.

    Ich lade Dir mal meine Abrechnung hoch, damit Du weist, worum es geht (32,09€/Jahr bei mir).

    Also bei allen Überlegungen in die Regelbesteuerung zu wechseln, macht es nur Sinn, wenn man UST-Erklärung selbst machen kann. Beim Steuerberater wird es immer teurer als 32€. Das sollte klar sein.

  • Hallo hildefeuer,


    auch die genannten 32,09 Euro kannst du doch nicht gegenüber dem Finanzamt geltend machen, da du der private Endverbraucher in der "Umsatzsteuerkette" bist. Da gibt es meines Wissens keinen effektiven Unterschied zwischen Regelbesteuerung und Kleinunternehmerregelung.

    Mit Bezug auf das Bild deiner Endabrechnung: bei der Wahl der Kleinunternehmerregelung würde ich jetzt vom VTN erwarten, dass Erzeugung/Lieferung sowie Zahlung Einspeisung in der Abrechnung ohne Umsatzsteuer ausgewiesen werden.

    Umsatzsteuer bei Eigenverbrauch bleibt.


    Gruß


    Chri

  • ja Chri natürlich ist Deine Betrachtung richtig, auch was man ggf. bei Kleinunternehmerregelung erwarten kann vom VTN.

    Allerdings muss man sich wie gesagt, Gedanken machen, ob sich das ganze lohnt. Wenn man dann an anderer Stelle für den Steuerberater für eine UST-Erklärung eine Rechnung von 500€ bekommt. Wenn man, so wie ich als Kaufmann, das alles in Eigenarbeit machen kann, auch dann stellt sich die Frage wie viele Stunden man damit verbringt, z. B. eine UST-Erklärung zu machen und zu Übermitteln, die Umsatzsteuerzahlung dann anzuweisen. Klar wenn man eh eine Buchhaltung bzw. Einnahmen/Überschussrechnung macht, die dann die Zahlen ausspuckt, geht das innerhalb von 30 Minuten. Aber man muss auch immer auf dem neuestem Stand bzgl. der entsprechenden Gesetze sein, sonst wird das schnell zum Desaster.

    Klar ein Laie würde z. B. bei einer Versicherungsrechnung auch MWST buchen, was ja falsch ist.

    Kurz gesagt man muss in der Lage sein, eine Bilanzsichere Buchhaltung zu machen und das kann nur, wer es gelernt hat.

    Wer das nicht kann und alles zum Steuerberater gibt, für den lohnt das im allgemeinen nicht.