RCD/FI bei E-Auto Laden über PV

  • Hallo allesamt,

    ich erwarte im Frühjahr mein erstes Elektroauto (ipace),

    und um Nägel mit Köpfen zu machen, baue ich auf die Garage eine 10 kWp PV-Anlage.

    Dazu hätte ich eine elektrotechnische Frage:

    Ein RCD/FI-Schalter vom Typ B darf im Stromkreis ja nicht nach einem Typ A installiert werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…chalter#Selektivit%C3%A4t


    Andererseits habe ich nun aber beim Laden des Elektroautos über PV den Stromfluss vom RCD Typ A des Wechselrichters zum RCA Typ B der Wallbox.

    (Der SMA Sunny Tripower STP 7000TL-20 benötigt keinen Typ B, da er evtuelle DC Fehlströme intern erkennt.)



    Eine Notlösung wäre ein RCD Typ B auch am WR. Kostet aber gleich 200,- € extra.


    Ist das tatsächlich zulässig, so wie skizziert?

  • PV wird über RCD abgesichert, weil es in zig Planungsempfehlungen eben so ist. (Ja, nur ein mäßig gutes Argument)


    Oder auch, weil es der Netzbetreiber in seinen TAB fordert.


    Aber ehrlich gesagt, ich hatte einfach nur überlesen, dass der Sunny Tripower bereits eine "Allstromsensitive Fehlerstrom-Überwachungseinheit" besitzt. Ich hatte nur DC-sensitiv im Hinterkopf.


    Insofern, danke für das Mit-der-Nase-darauf-stoßen.


    Gut, dann fällt der diskutierte RCD Typ A am WR weg, und es gibt auch keinen Konflikt mehr mit dem Typ B an der Wallbox.


    Darf ich noch weiter nerven?


    Benötige ich in der PV-Anbindung einen extra Trennschalter, oder kann ich den LSS "missbrauchen"?

    Die Frage ist insofern eher theoretisch, da ich den Trennschalter vmtl. sowieso extra setze.

    Grund: Der WR ist 25 m vom Zählerschrank entfernt, und so kann ich dann mit dem Trennschaler am Zähler trennen und mit dem LSS direkt am WR.


    ad Larry03:

    Warum hast du dich denn für den 8000er entschieden?

    Regelst du nicht bei 70 % ab?

    Ich habe eine Nord-Süd-Ausrichtung bei 10 kWp, denke daher dass ich eh kaum über 7 kW Generatorleistung komme..

  • Der WR ist 25 m vom Zählerschrank entfernt, und so kann ich dann mit dem Trennschaler am Zähler trennen und mit dem LSS direkt am WR.

    Der LSS soll die Leitung vor Überlast und Kurzschluss schützen. Die Leitung wird so dimensioniert, dass der WR sie nicht überlasten kann, mehr als Nennleistung kommt da nicht zustande. Die Leistung aus dem Netz ist jedoch deutlich größer, also muss der LSS die Leitung vor Überlast und Kurzschluss aus dem Netz schützen. LSS wird am Zähler gesetzt, Trennschalter am WR.


    Ab 3680VA WR-Leistung muss Blindleistung vom WR bereitgestellt werden, es ist ein cos phi von 0,95 vorgeschrieben. Mit einem 7000VA WR würde ich bei 66,5% abregeln.

    P=S*cos phi

    P=7KVA*0,95=6,65kVA

    Ich habe auch noch den SMA HM2.0, damit regel ich auf 70% weich.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Verstehe. Einerseits.

    Ich mach den LSS natürlich in den Zählerschrank.

    Andererseits, wenn der auslöst, weil > 16 A in Richtung WR fließen, dann brennt die Bude vmtl. eh schon.

    Danke

  • Ich habe hier nun die Planung im Ganzen skizziert.

    Wäre nett, wenn jemand mit Ahnung gegenchecken könnte.

    Spricht etwas dagegen, die "Wallbox" in den Unterverteiler rein zu nehmen, und das Ladekabel einfach unten rauszuführen? Ich montiere alles schön auf Hutschiene und ohne lose Klemmen, wie es sich eben gehört.

    Danke


  • ad Larry03:

    Ich werte nur am Einspeisezähler den S0-Impuls aus, elektrisch oder mit Photosensor das Blinken der Zähler-LED.

    Irgendein BUS-Gepfriemel tue ich mir gar nicht an.

    Damit habe ich mehr oder weniger sekundengenau die Einspeiseleistung.

    Bei geringer Leistung nicht ganz sekundengenau, da bei 1000 Impulsen/kWh und z.B. 1 kW Leistung zwischen zwei S0-Impulsen 3.6 Sek. vergehen, das ist in diesem Fall die zeitliche Auflösung. Reicht natürlich für so etwas träges wie eine Ladesteuerung easy.

    Mal sehen, was ich vom Netzbetreiber als Zähler bekomme, notfalls klemme ich meinen Saia eben dahinter.

    Die PV- und EV-Zähler brauche ich für die Steuerung des Ladestroms nicht.

    Zwischen 6 A (Mindest-) und 32 A (Maximalladeleistung) passe ich die Ladeleistung über den Steuereingang der "Simple EVSE WB" https://www.elektrofahrzeug-umbau.de/download-1/ in z.B. 2 A Schritten an.

    Jeweils warten, bis das Fahrzeug den Leistungsbezug tatsächlich angepasst hat, und wieder von vorne.

    Der ESP32 bietet sich als Microcontroller an, da er im Gegensatz zu Arduino und ESP8266 einen DAC bereitstellt.

    Das Signal muss dann von 3.3 V nur noch etwas verstärkt werden. Insgesamt ein geradezu lächerlich geringer Aufwand.

    Das Ladekabel kostet 200 €, der gesamte Rest vielleicht 100 € (ohne den RCD Typ B)



    Achtung Kinder, garantiert nicht VDE-gerecht!

    Der Aufbau beinhaltet schon alles, was eingangsseitig notwendig ist und funzt 1a.

    Der Taster und die LED auf dem Breadboard sind nur zu Testzwecken und können weg.

    Der ESP32 liest das elektrische S0-Signal und auch die Zähler-LED aus und berechnet die Einspeise- bzw. Bezugsleistung.

    Um Stromfluss zu erzeugen hängt am Zähler ein alter 2000 W Staubsauger, mit dem Doppelschalter simuliere ich Einspeisung oder Bezug.

    Man beachte den selbst gebastelten Photosensor. Ein Photowiderstand (hatte nichts anderes rumliegen, ist aber ausreichend schnell), altes Telefonkabel (schön flexibel), zwei Mini-Stücke Kabelkanal, ausgegossen mit Schmelzkleber, fixiert mit Tesa Powerstrip.

    Die Ansteuerung der WB erfolgt dann über den DAC des ESP32, werde ich auch gelegentlich aufbauen und testen.