Zappelstrom hin oder her

  • Hallo zusammen,

    Ich bin bei meinen Recherchen über die Energiewende auf einen Vortrag von Prof. Hans-Werner Sinn aus dem Dezember 2017 gestoßen.


    Die allgemeine Position von Hans-Werner Sinn zur Energiewende in Deutschland ist wohl bekannt, er war ein Gegner des Atomausstiegs und daher

    verwundert auch seine Position zum grünen Strom nicht. Und auch als ehemaliger Chef des IFO-Instututs vertritt er eher die großen Energieerzeuger

    und nicht die dezentralen Erzeugungsvarianten.

    Da ich persönlich weiterhin von dem Erfolg der Energiewende überzeugt bin und das deprimierende Resultat von Prof. Sinn in Frage stellen möchte,
    suche ich nun nach entsprechenden Alternativdarstellungen.

    Das würde ich auch gerne mit Euch hier diskutieren, würde mich freuen, wenn ihr da mit einsteigt.


    Das Kernproblem, welches gelöst werden muß, sind die Energie-Langzeitspeicher, in diesem Punkt stimme ich mit Prof. Sinn überein.
    Pumpenspeicher und wandernde Autobatterien halte ich dafür für unrealistisch. Interessant finde ich den Hinweis auf Power-2-Gas und den "schlechten" Wirkungsgrad

    bei der Umwandlung in Gas und zurück (Gesetz von Carnot). Der Hinweis auf die Verfügbarkeit großer Methanspeicher (aus der normalen Gasversorung)
    könnte aber doch ein Anfang sein. Wenn wir also zu bestimmten Zeiten mehr Strom aus regenerativen Energieren erzeugen, als gebraucht wird, sollten wir keine

    Tauchsieder damit betreiben, um die Energie zu vernichten, oder den Strom ins Ausland verschenken, sondern eben Gas davon erzeugen und einlagern.
    Weiterhin finde ich den Gedanken der dezentralen Massenstromspeicherung wegen des Multiplikator-Effekts über die privaten Haushalte auch interessant.

    Ich freue mich auf Eure Diskussionsbeiträge...

    20,865 KWp
    107 x Stream SE195M-24F
    2 x Danfoss TLX 12,5/15

  • Das Hauptproblem ist die Nicht-Transparenz bezüglich Name-Plate oder Nenn-Kapazität und -Leistung , und effektiver Kapazität und effektiver Leistung .


    Wenn eine Windkraftanlage eine Nennleistung von 3 Megawatt hätte , bei Windgeschwindigkeiten von 12 m/s , dann suggeriert ein Kaffeklatsch-Zeitungsartikel der Leserin , daß "nur" 333 dieser WKA nötig wären , um ein Kern- oder Atomkraftwerk von 1 GW zu ersetzen .


    Grundsätzlich sind Erneuerbare Energien ein Bonus für die Zuvielbevölkerung , der Öffentliche Dienst bekäme immer seine Silberlinge .


    Darum wären simple Speicher sogar für Kleinunternehmer machbar . Jedes Kleinkraftwerk wird irgendwann einen Speicher gesetzlich verpflichtend aufgedrückt bekommen : Bei PV könnte eine Dauereinspeisung von 15% der kWp für 24 Std gesetzlich festgelegt werden , oder tagsüber von 33% der installierten kWp .

  • was geraucht, oder noch besoffen?

  • 24-Stunden-Speicher sind nicht ausreichend. Das zeigt ja im Vortrag von Prof. Sinn das Demand-Management (ab. Min. 21).
    Ich denke, wir brauchen Speicher für 3-6 Monate.

    Wie können wir also Speicher für ca. 11,3 TWh für 3-6 Monate realisieren ?


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  • Wie können wir also Speicher für ca. 11,3 TWh für 3-6 Monate realisieren ?

    P2G und/oder Pumpspeicherkraftwerke.

  • Sinn ist Atomfan und Windkraftgegner. Außerdem ist ein dich absoluter vollidiot wenn es um Energiethemen geht (und vermutlich noch bei einigen anderen Dingen)


    Zitat

    In seinem Aufsatz "Buffering Volatility"[60] stellt Sinn die These auf, dass es trotz der dramatischen Reduktion des Speicherbedarfs, die durch einen vollständigen Stromverbund von den Alpen bis nach Norwegen zustande käme, nicht möglich wäre, mehr als einen Marktanteil von 50 % für Wind- und Solarstrom zu erreichen, wenn man die Pufferung durch Pumpspeicherwerke vornehmen und auf eine Verklappung der den Verbrauch überschießenden Stromspitzen verzichten wolle. Wissenschaftler des DIW kritisierten Sinns Ausführungen und bescheinigten ihm "methodische Schwächen". Diese führen unter anderem dazu, dass seine Ergebnisse, bezüglich des notwendigen Ausbau von Stromspeichern, um bis zu zwei Größenordnungen von den Ergebnissen zahlreicher Fachstudien abweichen.[61][62] Diesem Vorwurf entgegnete Sinn mit dem Hinweis, dass sich die Autoren bei ihrem Vergleich nur auf einen ersten Analyseschritt ohne die Herstellung eines internationalen Stromverbundes und die daraus resultierende Senkung des Speichervolumens bezogen hätten.[63] Die Wissenschaftler des DIW bestätigen, dass sie aufgrund ihres eigenen Rechenansatzes "in der Lage sind, Sinns zentrale Ergebnisse zu replizieren"[64], betonen aber, dass es wirtschaftlicher sei, einen Teil der Stromspitzen abzuregeln, als ihn zu speichern. Dadurch sei es möglich, mit weniger Speichervolumen auszukommen. Die Autoren kommen in ihrem Fazit zu dem Ergebnis, dass "eine Vielzahl etablierter Studien und hier vorgestellte eigene Berechnungen zeigen, dass der weitere Ausbau fluktuierender erneuerbarer Energien keinen übermäßigen Stromspeicherbedarf mit sich bringen muss".[65]

    https://de.wikipedia.org/wiki/…sition_zur_Energiepolitik


    Nur um es nochmal deutlich zu machen: Seine "Studien" weichen um zwei Größenordnungen von denen anderer Wissenschaftler ab. Das ist ~100x so viel!!


    Der Typ ist ein Mongo gigantischen Ausmaßes.

  • Danke für die Quellenhinweise zum DIW, ich schau mir die mal genauer an.

    Ich denke schon, daß wir Energiespeicher in erheblichem Ausmaß brauchen und ob ein Modell mit Norwegen am Ende wirtschaftlich sein und skalieren kann, wird man sehen.

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  • Der Begriff Zappelstrom ist zweifelsfrei für KKW reserviert!


    Von einem auf dem anderen Moment sind bis zu 1,6 GW Leistung weg! * Brutto Leistung!


    Das heißt, ein KKW was nicht mehr liefert, weil es einen leichten Husten hatte , liefert nicht nur keinen Strom mehr, es saugt aus dem Netz auch noch Strom!


    Kriege das mal mit z.B. WKA hin! echt anstrengend.


    Wind und Sonne lassen sich heute bis auf < 5% genau auf 24 h genau vorrausagen! Damit ist der Strom aus diesen Quellen weit aus zuverlässiger, als alle Dampferzeugungsanlagen !


    Ex Prof Sinnlos ist die Zeit nicht wert, über seine Wirren zu diskutieren, zumal wir das schon einige male hinter uns gebracht haben. Der Mann ist nicht mal ein guter Ökonom, obwohl er davon felsenfest überzeugt ist.


    Ein Ökonom, der parasitär und alimentiert agiert, ist ein Widerspruch in sich! Wie ein Löwe, der zum Veganer wird.

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010

  • Ich denke schon, daß wir Energiespeicher in erheblichem Ausmaß brauchen und ob ein Modell mit Norwegen am Ende wirtschaftlich sein und skalieren kann, wird man sehen.

    Nein. Es braucht einen Abgestimmten Ausbau von PV und WKA. Grob gesagt liefert PV im Sommer den Strom (bzw große Anteile) und WKA im Winter. Kurzzeitspeicher wird man in der Größen Ordnung von 2-4 TWh brauchen. Sprich um 2-4 Tage zu überbrücken, also etwa 3-5 KWh pro Installiertem KWp. Oder 20-40 Mio 100 KWh-Teslas. Damit bleiben *am Ende* ca 10-20 % des Stromes für konventionelle Backups übrig. Das kann PtG sein - oder jedes andere beliebige Kraftwerk.

  • Alleine der Warmwasserbedarf in Deutschland beträgt 130 TWh und wenn man CO2 ernsthaft reduzieren möchte, muss der elektrifiziert werden (Solarthermie wäre höchstens mit saisonalen Speichern eine Option und ist aber ohnehin nichts für Städte).

    Angenommen man will nun z.B. im Schnitt jeden zweiten Tag (die Sonnen scheint ja nicht jeden Tag mit voller Kraft) während 4 Stunden elektrische Warmwassertanks laden, dann braucht man alleine dafür bereits 170 GW an PV-Leistung (nicht nur installierte Leistung, sondern tatsächlich am Netz zur Verfügung stehende überschüssige PV-Leistung).

    Klar mit Wärmepumpen würde man weniger Leistung benötigen - trotzdem - die 170 GW PV sind noch ohne Raumwärmebedarf und ohne Elektromobilität.

    Zuerst muss einmal EE ernsthaft zugebaut werden, bevor irgendwas exportiert, geschweige denn gespeichert werden kann.