Erfahrungen mit Wärmepumpen?

  • Hallo Leute,
    Ich wohne mit meiner Partnerin in Österreich. Wir wohnen noch in einer Wohnung aber haben schon größere Pläne und wollen auch unser eigenes Häuserl "demnächst" mal bauen. Es liegt alles noch in der Anfangsphase der Überlegungen. Aber das Thema Heizen und Photovoltaik ist uns sehr wichtig. Das wird dann auch mit der Zeit schon sehr komplex, wenn man mal etwas genauer in die technischen Realisierbarkeit eintaucht. Der Baugrund ist auch noch nicht fix.

    Auf alle Fälle wird es ein "normales" Einfamilienhaus, ca. 120m^2 an Wohnfläche. Mehr brauchen wir nicht. Zum Heizen wäre eine Wärmepumpe schon sehr interessant. Mir ist schon bewusst, dass es bei Erdbohrungen natürlich auch von der Lage abhängt, da man auch Baugenehmigungen braucht und wohl nicht von der Gemeinde bekommt. Aber es kann ja auch eine Luftwärmepumpe sein oder auch Erdkollektoren.

    Persönlich würde mich nun sehr interessieren, wie es in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage ist. Wie hoch wären die Kosten für eine Wärmepumpe mit Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus und auf welche Zeitspanne rentiert sich das dann? Man kann schon vieles im Netz finden aber am liebsten sind mir persönliche Meinungen von Leuten die es schon länger installiert haben. Also welche Erfahrungen mit Wärmepumpen in Verbindung mit Photovoltaik habt ihr so? Danke jetzt schon mal für jeglichen Input.

  • zu dem Thema schon mal die Stichworte:

    -Ringgrabenkollektor

    -Bauteilaktivierung, "Energiespeicher Beton".


    Photovoltaik ist dazu eine gute Ergänzung.

    Die Gebäudetechnik auf jeden fall schon

    von Beginn an mit planen (lassen) und nicht erst,

    wenn der Rohbau schon steht.


    In Österreich habt ihr ja schon flexible Strompreise bei Awattar, da ist man hier

    noch nicht so weit...

  • Hallo

    Wir haben schon vor 25 Jahren Erdsonden WP gemacht und haben letztes Jahr die WP erneuert mit Solarboiler, Sonnenkollektoren inkl. Regeneration der Erdsonden. (weil Reparatur sehr teuer gewesen wäre wegen Gesetzesänderung in der CH betreffend Kühlmittel in der WP...)

    die Preise in der CH sind alle hoch in AT ist das sicher alles billiger:

    Erdsondenbohrung kostete damals ca CHF 12'000.-

    Wärmepumpe (für ca 240m2 beheizten wohnraum), Solarboiler 500 l (im Winter wenns nicht reicht heizt die WP den Boiler auf), Regeneration ca CHF 32'000.- .


    die heutigen Luftwärmepumpen sind aber sehr viel besser geworden. selbst in den Alpen in Oberurmein hat ein Nachbar von mir auf einer Meereshöhe von 1600müM. eine Luftwärmepumpenheizung, die vernüftig läuft (allerdings ziemlich mildes Klima für die Meereshöhe). Persönlich würde ich wohl nur Luftwärmepumpenheizung machen bis ca 1000 müM...


    egal welche Art WP Du wählst, eine Fotovoltaik Anlage ist dann sehr gut in Ergänzung auch für den Eigenverbrauch. wir haben die Heizung so gesteuert, dass diese nach Möglichkeit tagsüber läuft und sonst in der Nacht bei Niedertarif. unsere 10 kWP Anlage hat vor 6 Jahren 36'000 .- gekostet, heute wäre diese in der CH ca für 30'000 zu haben oder noch günstiger, usw..


    je nach dem wieviel die Staaten fördern ist es dann lohneswert oder eben nicht. Bei uns muss man Fan davon sein....

    eines musst Du wissen: im Winter wirst Du auch bei einer grossen Anlage zuwenig Strom generieren (Einstrahlwinkel, Nebel, Schnee, Regen, Bewölkung, Sonnenscheindauer, ist alles negativ für die Fotovoltaik). leider benötigt man am meisten Strom im Winter... mittels Batteriespeicher kann man das etwas verbessern der Eigenverbrauch meine ich auf maximal 70%... Problem: die Batteriespeicher sind einfach noch zu teuer...

    Du kommst nicht umhin, Offerten erstellen zu lassen (gut wenn die Firmen schon etwas Erfahrung haben.... ). Viel Spass beim bauen.

  • Eine Wärmepumpe soll möglichst immer laufen. Selbstverständlich nicht immer auf 100% Nennleistung.

    Die zur Zeit am Markt beste (Luft) Wärmepumpe hat bei -15°C 100 % ihrer Leistung . Logisch ohne Heizstab

    Das der COP dann nicht mehr bei 3 Liegt, ist ja klar!


    Von den Heizungsbauern werden ja keine Wärmepumpen verkauft sondern Kaltwasser-Sätze.

    Immer daran zu erkennen das Wasser nach Außen gelegt wird und meist Glykol Verwendung findet.


    Übergang von Heizgas ( z.B. R 410 A) auf das Wasser mit Glykol im Wärmeübertrager. (Im Kompaktgerät der den Verdampfer und Verflüssiger in einem Gehäuse hat.


    Richtige Wärmepumpen schauen im Haus so aus:





    in der Bildmitte kann man den Wärmeübertrager sehen. (kleine schwarze Ding unter dem grauen Kasten)

    Links die Patrone ist eine Speziallösung, weil es sich hier um ein nicht bewohntes Objekt handelt und daher die Wärmepumpe auch dann eingeschaltet werden könnte, wenn das ganze Objekt auf -5 ° C ausgekühlt ist und die Luftwärmepumpe auf dem Dach dann nach wenigen Minuten umschalten könnte (Enteisung/ Abtauung)


    In dem Kasten (WT) ist eine große Oberfläche, auf der einen Seite Heizgas (vom Verdichter bis zu ca. 90° C verdichtet ) auf der anderen Seite Wasser. In einem EFH kann man so drauf verzichten, Glykol zu verwenden. Zu beachten ist hier, das man eine Wärmequelle hat, die beim Umschalten auf Enteisung des Verdampfer (Draußen wo der Lüfter läuft) genug Wärme bereitstellt.


    Man kann das wie folgt lösen! Das Wasser aus dem Wärmetauscher (Vorlauf würde ein Heizungsbauer sagen) erst durch den Warmwasser Behälter führen und dann erst auf die Sammel Schiene Heizung ! So garantiert man , das immer genug Wärme zum Abtauen da ist. Da Warmwasser eh die höchste Priorität im Haushalt hat, passt das zusammen. 50° C sind da überhaupt kein Problem, denn die Enthitzung des Heizgases fängt oberhalb von 70° an!


    Die Wärmepumpe regelt sich selbst, bekommt sie die Wärme nicht mehr los , läuft der Verdichter langsamer (FU an Bord)


    Die Heizungsanlage selbst, steuert man wie immer!


    Warum dieser lange Text? Die Effizient einer Wärmepumpe hängt zum einen an ihrer Bauart und vor allem, ob man mit doofen Heizstäben nachhelfen muss!


    Die LWP einiger Hersteller, enteisen mit einem Heizstab! bei -15 °C ist dann immer ein Heizstab am Start, um noch 100 % Leistung zu bringen! UND genau das macht den Unterschied beim Betrieb.


    * Doof nur, da man bei -15° C auch wirklich 100% benötigt (über Stunden).


    Im o.g. Beispiel geht die Patrone genau 1 mal in Betrieb = bei der Wartung = Test)

    Niemals beim Abtauen/Enteisen

    Die Leistung ist bei -15 ° C = 30 KW! es gibt nur eine Ölsumpfheizung (sollten alle guten Geräte haben, um einen Kalt-Anlauf der WP nach einer Standzeit zu vermeiden (Wir reden ja nicht von einem ineffizienten Hubkolben)


    Die Baukosten einer kompletten Anlage (300 m2 Haus mit 15 KW Max) bis zur Verteilung (Heizung) inkl. Warmwasser Behälter , Regelung, Ausgleichsbehälter etc. würde ich inkl. 'Spaß' auf 15.000 € inkl. U-St. schätzen.

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010

  • Also im EFH lässt man einfach in den Haupträumen die ERR weg, macht Fussbodenheizung und BKA (Betonkernaktivierung) - für eine gute Senke am besten beides, und hat darüber auch immer genügend wärme zum Abtauen, es sei denn das objekt war komplett eingefroren wenn man die Heizung startet (passiert i.d.R. auch dann nicht wennim Winter wochenlang nicht gehizt wurde - und wenn doch dann ist i.d.R. Wassernetz und HEizung wegen Frostschäden eh kaputt.)

    So bekommt man dann das ganze warm ohne Heizsstab, ohne das Warmwasser zu kanibalisieren oder hydraulische WEichen, Pufffer oder ähliche teure Effizienzkiller einzubauen. Bauprinzip KISS.


    Ansonsten hat mir mdonau eh teile meines Standardtexts aus dem Haustechnikdialog geklaut. Such mal im Haustechnikdialog dyarne. Sowie im paralelen Hausbauforum in Österreich. Der schreibt ausgiebig zum Thema Ringgrabenkollektor, und wie man den passend in den Hausbau mit eintaktet.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Eine Wärmepumpe soll möglichst immer laufen. Selbstverständlich nicht immer auf 100% Nennleistung.

    Die zur Zeit am Markt beste (Luft) Wärmepumpe hat bei -15°C 100 % ihrer Leistung . Logisch ohne Heizstab

    Das der COP dann nicht mehr bei 3 Liegt, ist ja klar!

    Dann kennst du die besten Luftwärmepumpen am Markt noch nicht. Schau dir mal die Nibe F2120-16 und F2120-20 an, die haben bei -15°C und 35°C VL einen COP von 3,0.

  • das parallele Hausbauforum in Österreich heißt energiesparhaus.at. Melde dich da mal an und lies dich ein. Da wirst du schnell auf eine KNV/Nibe (EWP) mit Grabenkollektor eingenordet.

    Die Kosten variieren stark in Abhängigkeit vom Bundesland und der Eigenleistung. Im Energiesparforum findest du da aber viele KVA`s.

    Die PV zur (E)WP ist eine nette Ergänzung, du solltest dir aber bewußt sein, dass die PV im Winter minimale Erträge liefert, wenn die Heizung läuft. In der Übergangszeit und im Sommer aber top für die Warmwasserproduktion. Kosten der PV auch wieder stark abhängig von der Eigenleistung und den Fördermöglichkeiten und der Anlagengröße. Zu meiner Anlage habe ich auch die aktuellen Kosten dokumentiert: noch eine Anlage in Österreich

    Als Gedankenanregung solltet ihr das Thema Kühlung mit in die Überlegung aufnehmen und die KWL nicht vergessen.


    Bei mir läuft schon die KNV/Nibe mit selbstverlegtem Grabenkollektor und einer Kombination aus FBH (in den Bädern) Wand- und Deckenheizung in Lehmputz (alle anderen Räume). Heizungsrohre haben wir selbst verlegt und das Material auch selbst besorgt. Heiz-/ Kühlflächen selbst berechnet/ ausgelegt. Heizung, Sanitär, Wasser inkl. Material der Eigenleistung ca. 29k brutto für 160m².

  • Also im EFH lässt man einfach in den Haupträumen die ERR weg, macht Fussbodenheizung und BKA (Betonkernaktivierung) - für eine gute Senke am besten beides, und hat darüber auch immer genügend wärme zum Abtauen, es sei denn das objekt war komplett eingefroren wenn man die Heizung startet (passiert i.d.R. auch dann nicht wennim Winter wochenlang nicht gehizt wurde - und wenn doch dann ist i.d.R. Wassernetz und HEizung wegen Frostschäden eh kaputt.)

    So bekommt man dann das ganze warm ohne Heizsstab, ohne das Warmwasser zu kanibalisieren oder hydraulische WEichen, Pufffer oder ähliche teure Effizienzkiller einzubauen. Bauprinzip KISS.


    Ansonsten hat mir mdonau eh teile meines Standardtexts aus dem Haustechnikdialog geklaut. Such mal im Haustechnikdialog dyarne. Sowie im paralelen Hausbauforum in Österreich. Der schreibt ausgiebig zum Thema Ringgrabenkollektor, und wie man den passend in den Hausbau mit eintaktet.


    Welche Kategorie hast du?

    Hast du überhaupt schon mal Vakuum gezogen?


    Mein Ausführungen sind für einen Umbau gedacht, denn in 9 von 10 Fällen geht es um einen Umbau.

    Lade mal hoch, was du als "Kiss" hier verkaufst.

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010

  • Dann kennst du die besten Luftwärmepumpen am Markt noch nicht. Schau dir mal die Nibe F2120-16 und F2120-20 an, die haben bei -15°C und 35°C VL einen COP von 3,0.

    Wieder mal ein Kaltwassersatz für den qualifizieren Heizungsbauer.


    Nee! Im 'Datenblatt' finde ich das nicht bestätigt , daher ist das eine pure Marketingaussage

    Einen COP von 3 bei -15°C halte ich für relativ unwahrscheinlich. :cursing:


    Die Nibe ist eine schwedische Truppe! Kenne ich noch nicht.

    Was ich schon nicht mag, ist der Anschluss (Strom) 230 V . Nur 5 KW, ist auch beim Umbau keine Option!


    Das mag für eine Neubau Hutschachtel mit 120 m2 noch passen, aber mit sowas kenne ich mich nicht aus.


    Aber gerne stelle mal deine Daten ein, dann schauen wir mal, was real passiert ist (JAZ)


    für 16 K € bekomme ich 4 Anlagen a * 15 KW (ohne Witz) Was sind denn das für Preise?

    Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation. *diese Signatur ist aus dem Jahr 2010

  • Nee! Im 'Datenblatt' finde ich das nicht bestätigt , daher ist das eine pure Marketingaussage

    Nee! Im 'Datenblatt' finde ich das nicht bestätigt , daher ist das eine pure Marketingaussage

    Einen COP von 3 bei -15°C halte ich für relativ unwahrscheinlich.

    In der Installateursanleitung gibt es Diagramme für den COP.

    Ohne Warmwasser sind mit der F2120-16/20 JAZ über 5 möglich.