EFH mit großem Dach

  • Wir wollen auf unsere Dachhälfte (ca 100qm, DN 33Grad, Südausrichtung. Raum Stuttgart) eine PV-Anlage installieren. Eigenverbrauch mit 2 Kindern aktuell 4300 kWh.

    Dazu eigentlich gerne einen Speicher auch wenn das wohl weniger wirtschaflich ist.

    Es stellen sich jetzt einige Fragen. Vielleicht gibt es hier im Forum die eine oder andere interessante Meinung dazu.

    - Wieviel kWp sollen drauf. 9,9 kWp (37x270kWp) oder bis ans Limit von ca 17,2 KWp (53x325kWp). Hier spielt ja die EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch eine Rolle.

    - Wie groß soll der Speicher werden? Ich tendiere im Moment zu 6 kWh

    - das KfW-Programm 275 ist kaum interessant da die Förderung nur bei ca 300,- liegt

    - das Programm des Landes Ba-Wü wäre schon interessanter. Da gäbe es in 2018 noch 6x300= 1800,-. Plus 250,- für eine intelligente Steuerung. Allerdings gibt es hier die 50% Abriegelung bei der Einspeisung. Da bin ich noch sehr unsicher.


    vielen Dank vorab für jede Unterstützung

    Einmal editiert, zuletzt von Martina S. ()

  • Hi Martina,


    schön, dass du den WEg ins forum gefunden hast :-)


    Ich sehe du hast dir schon grundlegend Gedanken gemacht, as ist auch schön so.


    Um allerdings festzustellen, WAS für dich am besten wäre ist es notwndig zu wissen, WAS möchtest du mit der PV erreichen?

    Die meisten sehen hier die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Das heißt, man möchte mit seinem Invest möglichst viel Geld sparen oder sogar einnehmen. Dies wird bei den aktuellen Preisen am ehesten mit einer "normalen EEG Anlage" ohne Speicher erreicht.

    Jetzt schreibst du schon, dass die Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund steht, sondern du gerne einen Speicher haben möchtest, auch wenn du weißt, dass der Speicehr mehr GEld kostet als er bringt.


    Also stellt sich nun die Frage, WAS erhoffst du dir von der Anlage? Weil wir können dir Infos zu der für DICH am besten passenden Anlage nur geben, wenn wir wisseen, WAS genau du möchtest mit der Anlage.

    Häufig kommt dabei rum, dass man es nicht so genau weiß und man eben gerne "seinen eigenen Strom verbraucht". Das ist zwar grundlegend nett, aber um die Auslegung der Anlage festzulegen müssen wir da tiefer einsteigen, welcher Part der Eigenversorgung dir am wichtigsten ist :-)


    Also erklär mal :mrgreen:

  • Sorry, aber dieses Wort "Eigenverbrauch" geistert deutlich zu oft rum und wird in völlig falschen Zusammenhängen benutzt.

    Ihr habt einen Jahresstromverbrauch von 4300KWh

    Strom, der von der PV erzeugt wird und direkt verbraucht wird, kann man Eigenverbrauch nennen, treffender ist aber Direktverbrauch und das Ziel ist sicher nicht die EV Quote zu erhöhen, dafür kann man die PV auf ein Modul reduzieren und ist fertig. Dein Ziel ist es doch eine möglichst hohe Deckung also eine hohe DV Quote zu erreichen. Ob dafür ein Speicher her muss, steht auf einem anderen Blatt ... das aus Zahlen besteht.


    Zum Thema:

    Die 100m² sollten mit PV voll gemacht werden und der Speicher muss aus wirtschaftlichen Gründen leider weg gelassen werden. Die KWh aus dem Speicher wird dich 30-50 Cent kosten. Ist aber Deine Entscheidung.


    Es macht absolut keinen Sinn, die PV auf 9,9KWp zu limitieren und gleichzeitig einen Speicher in den Keller zu stellen.

    Wenn 14KWp oder mehr drauf gehen, immer erst das Dach voll machen.

    Die anteilige EEG Umlage auf den DV sind Peanuts im Jahr ... vielleicht 100,- im Jahr ... dafür hast Du rund 4000KWh an Erzeugung mehr, die alleine mit der EInspeisevergütung einen Wert von 500,- hat.


    Speicher, sollte im best case nicht geplant werden.

    Er kostet viel Geld.

    Er frisst die Rendite der PV auf.

    Die Amortisation geht von 12 Jahre ohne Speicher auf >20 Jahre mit Speicher ... kann auch >30 Jahre liegen, also nie, denn vorher geht das Ding sicher kaputt.


    Die BW Speicher Förderung ist ganz sicher KEINE Förderung sondern gerade für Betreiber von Süddächern eine Strafe.

    Die 50% Kappung kostet dich sehr viel Ertrag und damit Erlös.


    Schau Dir mal das Video an ... das hilft dir vielleicht die ganze Sache etwas besser zu durchschauen und eine bessere Idee davon zu haben, was sinnvoll ist und was eher nicht.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    2 Mal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Serin

    Ja das ist so eine Sache :-)

    Die Grundidee mit Speicher war, dass ich dachte, es sei sinnvoll den selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen und nicht in Zeiten von hohem PV-Strom-Anfall die Netze zu belasten. Je mehr ich mich aber informiere desto mehr tendiere ich zu einer PV-Anlage ohne Speicher. Vielleicht so, dass später evtl. ein Speicher nachgerüstet werden kann, wenn die Umstände dafür günstiger sind.


    seppelpeter

    Danke. Auch für den Link. Ich glaube, Du liegst da grundsätzlich schon richtig, dass der Speicher die Rendite auffrisst. Es ist allerdings auch nicht ganz einfach mit der Berechnung. Der Rechner von Stiftung Warentest berücksichtig z.B. nicht, dass ein Speicher nach ca 15 Jahren ausgetauscht werden muss. Herr Quaschning aus dem obigen Video empfiehlt sogar Speicher. Siehe dieses Video.

    Einmal editiert, zuletzt von Martina S. ()

  • Zitat

    Du liegst da grundsätzlich schon richtig, dass der Speicher die Rendite auffrisst. Es ist allerdings auch nicht ganz einfach mit der Berechnung...

    Doch, ist es. Mal ein einfacher Überschlag:

    Angenommen, du kaufst einen Speicher mit 6 kWh. Dieser kann übers Jahr rund 200 - 250 mal komplett geladen und entladen werden, sog. Vollzyklen.

    Warum nicht öfter: Im Sommer ist der Speicher oft voll und die Energie kann nicht oder nur teilweise verbraucht werden; im Winter (so wie zur Zeit) kommt sowenig Energie vom Dach, dass diese sofort im Direktverbrauch "verschwindet" und nix zum Speichern bleibt.


    Also, gut gemeint 250 x 6 kWh ergibt 1500 kWh durch den Speicher. Bei 25Cent gibt das eine Ersparnis von 375€ im Jahr. Jetzt muss du aber für diese 1500kWh ca. 1800kWh in den Speicher schicken, da dieser auch Lade-und Entladeverluste hat. Diese 1800kWh kannst du dann nicht einspeisen und dadurch entgehen dir 1800 x 12Cent = 216€

    Bleiben also unterm Strich übers Jahr 159€, mit denen du den Speicher refinanzieren musst. Und da sind die Steuern auf den Direktverbrauch noch dar nicht mit dabei.

    Alle anderen schöngerechneten Betrachtungen vermischen den deutlich positiven Ertrag der PV mit den Verlust des Speichers und sind somit alsQuersubventionierung angelegt.

  • Moin Martina,

    vorerst finde ich es prima, wenn Ihr Euch einen Speicher leisten könnt und zur Energiewende einen zusätzlichen Betrag leisten wollt. :thumbup:


    * Ab 2019 gibt es nur noch 200 Euro je kWh Förderung in Ba-Wü. Aktuelle Bearbeitungszeit > 6 Wochen.

    Am besten bei der L-Bank anrufen, ob Ihr noch 300 Euro bekommt, wenn Ihr den Antrag in 2018 einreicht.

    * Mit einem richtig dimensionierten Speicher schafft Ihr über 80% Autarkie, d.h. an dunklen Tagen müsst Ihr weniger als 20% einkaufen.

    * Anstatt eines stationären Speichers könnt Ihr einen Speicher mit vier Rädern anschaffen?

    Da Ihr im Raum Stg. wohnt, wäre es wohl ratsam, ein E-Mobil oder ein Plug-in in Erwägung zu ziehen?

    * Sprecht mit Eurem Steuerberater, ob Ihr IAB geltend machen könnt.

    Wenn Ihr den Speicher zusammen mit der PV kauft, könnt Ihr den Speicher auch abschreiben. Vielleicht gibt es für Euch steuerliche Vorteile, wenn Ihr Abschreibungspotential habt und der Speicher wird von der "Steuerersparnis" mitfinanziert. ;)


    Gruß aus Karlsruhe

    cti

    p.s. im Sommer hat Tesla die Zahl der Super Charger in Leonberg verdoppelt! = kostenloses Tanken...

    30 kWp Sharp/SMA (2018: 1.250 kWh/kWp:lol:); 25 kWp Sunpower/Fronius; 13 kWp QCells/AEG; 2 kWp QCells/Mikro-Inverter; 5 kWp Schott/Victron.zunächst Betreiber, dann Projektierer und nun wieder Anbieter...

    (Herstellerzertifizierung QCells/ESS, SMA, LG Chem/Solaredge, Mercedes)

  • Martina,

    @pappnase hat seine Werte von seiner Sonnenbatterie veröffentlicht.

    Gruß

    cti

    30 kWp Sharp/SMA (2018: 1.250 kWh/kWp:lol:); 25 kWp Sunpower/Fronius; 13 kWp QCells/AEG; 2 kWp QCells/Mikro-Inverter; 5 kWp Schott/Victron.zunächst Betreiber, dann Projektierer und nun wieder Anbieter...

    (Herstellerzertifizierung QCells/ESS, SMA, LG Chem/Solaredge, Mercedes)

  • Moin Martina,

    vorerst finde ich es prima, wenn Ihr Euch einen Speicher leisten könnt und zur Energiewende einen zusätzlichen Betrag leisten wollt. :thumbup:

    Kannst Du den Gedankengang mal erklären?!?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo zusammen,



    bitte keinen Stress und nicht wieder eine grundsatzdiskussion ob EFH-Speicher nun gut für die Umwelt sind oder nicht, das hatten wir schon zu häufig ;-)


    Martina S. vielen Dank für deine erste Erklärung.

    Man kann (siehe oben) jetzt geteilter Meinung sein ob es nun sinnig oder unsinnig ist "das Netz zu entlasten" oder ähnliches. Es gibt von beiden Seiten her Argumente. Ich tendiere eher dazu dass "das Netz" erst dann entlastet werden muss, wenn wirklich zuviel grüner Strom im Netz ist, aber ich werde mich dazu nicht weiter äußern ;-)


    Bezüglich der anderen Argumentation, "selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen", so kann ich nur sagen, dass das natürlich lobenwert und richtig ist. Allerdings sollten Kosten/Nutzen immer in einem Sinnvollen Verhältnis zueinander stehen.


    Der "normale" Speicher (also nicht Sonnenflat oder ähnliche Kombi-angebote) ist in den meisten Fällen nach aktuellem Stan noch zu teuer, da er über die Lebensdauer mehr Gel kostet als er dir einspart. Daher lehnen Ihn viele in diesem Forum aktuell noch ab (das sind schließlich mehr als nur 50 € Investition).

    Wenn du auf der anderen Seite auf Technik stehst und das Ding toll findest, kannst du Ihn dir natürlich holen, denn auch die Kombination EEG Anlage + Speicher ist in Summe noch positiv, auch wenn nicht ganz so sehr wie eine EEG Anlage ohne Speicher.


    Hier einmal meine Ideen:

    1. EEG Anlage ohne Speicher:

    Wenn es dir vorallem darum geht, Geld zu sparen oder einzunehmen, dann ist die EEG Anlage ohne Speicher aktuell die richtige Wahl.

    In diesem Fall solltest du dir das Dach vollmachen lassen und möglichst viel kWp aufs Dach hauen.

    Der Grund hierfür ist, dass eine größere Anlage im Angebot günstiger pro kWp kommt als eine kleinere Anlage. Es ist zwar richtig, dass du einen Teil der EEG Umlage zahlen musst für den Eigenverbrauch, aber nach aktueller Bemessungsgrundlage dürften das nicht mehr als vielleicht 80 € pro Jahr sein, was deutlich weniger ist als der zusätzliche Umsatz, den du mit einer 17 kWp Anlage gegenüber einer 10 kWp Anlage einnimmst.

    Rechnen wir einmal GROB durch:


    Investition bei 17 kWp: ca. 17.000 € (plus minus ein bisschen)

    Produktion laut PVgis : ca. 1000 kWh/kWp/a

    Eigenverbrauch: vielleicht 1.500 kWh/a ohne Speicher (kommt sehr auf deinen Lastgang an)

    EEG Vergütung: ca. 11,7 Ct/kWh

    Eigene Stromkosten (NETTO): 25 Ct/kWh


    Einnahmen im Jahr:

    15.500 kWh * 11,7 Ct + 1.500 kWh * 25 Ct = ca. 2.200 €/a


    Ausgaben:

    Rückstellungen/versicherung/etc/: 1% der Anlagenkosten im Jahr = 170 €/a

    EEG Umlage: 1.500 kWh * 2,54 Ct = 40 €/a


    Bleiben pro Jahr noch etwa 2.000 € übrig.

    (Bei 70% Regel werden es vielleicht 5% weniger, aber die Größenordnung stimmt)


    Die musst du natürlich versteuern nach deinem eigenen Steuersatz (aber das lasse ich jetzt außen vor). Macht eine Amortisierung selbst nach Steuern von irgendwo um die 10 Jahren.



    2. EEG Anlage mit Speicher

    Wenn du dir einen Speicher holen möchtest, dann tust du das nicht aus zusätzlicher Renditesicht, sondern aus "Spass". Ich würde trotzdem die Anlage nicht kleiner wählen, da man das Dach am besten nur einmal anpackt (und nicht in zwei Schüben, weil meistens lckt man doch Blut und möchte das Dach voll haben)


    Investition bei 17 kWp + 8 kWh Speicher: ca. 25.000 € (das kann deutlicher schwanken muss ich allerdings zugeben)

    Produktion laut PVgis : ca. 1000 kWh/kWp/a

    Eigenverbrauch: vielleicht 3.500 kWh/a mit Speicher (kommt sehr auf deinen Lastgang an. Ich nehme zugunsten des Speichers eine Autarkie von 80% an)

    EEG Vergütung: ca. 11,7 Ct/kWh

    Eigene Stromkosten (NETTO): 25 Ct/kWh

    Speicherverluste: ca. 15%


    Einnahmen im Jahr:

    13.200 kWh * 11,7 Ct + 3.500 kWh * 25 Ct = ca. 2.400 €/a


    Ausgaben:


    Rückstellungen/versicherung/etc/: 1% der Anlagenkosten im Jahr = 250 €/a

    EEG Umlage: 3.500 kWh * 2,54 Ct = 90 €/a



    Bleiben pro Jahr noch etwa 2.100 € übrig.


    Also man spart sich schon etwas mehr Geld, aber für die 100 -200 € im Jahr direkt mehrere tausend Euro mehr Ausgeben halte ich für nicht so gut....


    Jetzt kann man natürlich ALLE Parameter noch ändern, also noch Strompreissteigerungen, Batteriewechsel, etc. reinbringen. Allerdings soll diese REchnung nur zeigen, dass ein Speicher nicht aus renditesicht geholt werden sollte.



    Ich persönlich würde eine "normale" EEG Anlage ohne Speicher holen. Mach das dach voll und gut ist. Und wenn dir nach etwa 10 Jahren der WR durchbrennt, dann schaust du nach den Speicherpreisen und deinem aktuellen Strompreis nochmal. Wenn dann die Rechnung ansers aussieht, dann baust du einen Speicher ein. Aber dann hat sich die PV schon selbst abbezahlt :-)


    Disclaimer:

    Bitte nicht als Speichergegner abstempeln, ich will auch einen Speicher haben. Aber ich hab mir die PV gekauft, weil ich gerne Geld sparen möchte, und dafür hilft mir der Speicher eben noch NICHT.

  • Wenn Ihr den Speicher zusammen mit der PV kauft, könnt Ihr den Speicher auch abschreiben.

    Jein. Es gibt Finanzämter, die diese Abschreibung für den Speicher akzeptieren bzw. nicht widersprechen, allerdings ist dies nicht zwingend so und es gibt auch keinen Anspruch darauf.